Mach’s gut, Aller

Ich trauere um meinen Freund Frank. Frank ist in der letzten Woche gegangen, nicht mal 50 Jahre alt. Wir kennen uns mehr als 15 Jahre. Wir haben unsere Kinder aufwachsenen sehen, unsere Töchter gingen in den selben Kindergarten. Wir waren zusammen mit unseren Familien in Florida, Arschbomben-WM in Cape Coral. Wir haben oft gemeinsame Ferien auf einem Bauernhof in Grödersby gemacht, Stockbrot über dem Lagerfeuer. Wir haben gemeinsam gefeiert, getrunken und gelacht. Wir haben uns durch schwere Zeiten geholfen und du warst für mich eine unschätzbare Unterstützung. Wenn man etwas brauchte, musste man dich nicht fragen, du hast es von dir aus gegeben – ohne jemals eine Gegenleistung zu fordern. Ich hatte immer das Gefühl, dass, wenn man dich zum Freund hat, einem nichts passieren könnte.

Jetzt bist du gegangen und du hast dich nicht verabschiedet. Ich mache mir Gedanken, ich frage mich, warum du nicht mit mir gesprochen hast. Ich laste mir an, dass ich scheinbar so viel von dir nicht wußte und frage mich, warum das so ist. Ich hätte dir doch geholfen, Frank. So wie du mir geholfen hättest. Fehler und Schwächen sind ein Zeichen von Stärke, wer keine hat und macht, der lebt nicht.

Meine Gedanken sind bei deinen Kindern, die du über alles geliebt hast, das weiß ich.

Unsere gemeinsamen Kaffee-Gespräche werden mir sehr fehlen, du wirst mir sehr fehlen.

Mach’s gut, Aller. Ich werde dich niemals vergessen.

Dein Freund Ulli

Warum ich das hier schreibe ? Frank war ein großer HSV-Fan, Mitglied, Dauerkarten-Inhaber. Viele HSV-Fans sollten besonders in diesen Tagen daran denken, dass es noch etwas anderes gibt als Reformen, Ausgliederungen und Anteilsverkäufe. Es ist doch nur Fußball.

 

Frank

 

 

Von | 2013-12-11T08:50:18+01:00 11. Dezember 2013|Allgemein|5 Kommentare

5 Comments

  1. Trapper Seitenberg 11. Dezember 2013 um 10:16 Uhr

    Man spürt, wie sehr dich das getroffen hat.

  2. MrsMurphy 11. Dezember 2013 um 13:55 Uhr

    Es tut mir sehr leid. Der Familie und Dir wünsch ich ganz viel Kraft, mit dem Verlust umzugehen.

  3. Michael Krämer 11. Dezember 2013 um 14:59 Uhr

    Uli, wenn unsere Zeit gekommen ist, dann gehen wir. Es mag sogar sein, dass wir es eine Weile vorher merken und überlegen ob wir andere informieren. Aber warum sollten wir das, es würde alles verändern und das Lächeln, die Fröhlichkeit unserer Freunde würde der Trauer weichen und uns jeden Minute an das erinnern was kommt.

    Lass uns lieber Lachen und fröhlich sein, ans Leben denken solange es geht.

    Du hast sicher nichts falsch gemacht.

    Micha

  4. Harry B. 11. Dezember 2013 um 17:40 Uhr

    Bei dem Text bekenne ich mich zu meinen Tränen. Wir haben lange darüber gesprochen. Ich finde aber keine Antwort.
    Sehr schöne Worte hast Du gefunden.

  5. Schneiderlein 12. Dezember 2013 um 08:17 Uhr

    „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“ …und z.B. den Fußball nicht zu wichtig nehmen.

    Mein Beileid.

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