Um 15.50 Uhr war der “Olic-Effekt” schon wieder Geschichte

Was spricht für den HSV? Außer der Verbesserung der Heimbilanz in den letzten Spielen der Vorrunde eigentlich wenig. Die Vorbereitung auf die Rückserie war traditionell holperig, zahlreiche Spieler fallen verletzt aus (Behrami, Holtby, Cleber, Diekmeier), haben große Teile des Trainingslagers verpasst (Lasogga) oder stehen gar nicht im Kader (Ostrzolek). Einzig die Rückkehr des “verlorenen Sohnes Ivica Olic” könnte und muss zu einer Art Schub führen, besonders das Hamburger Publikum wird gefragt sein und es wird aufgrund der Rückkehr des Kroaten seinen Job machen. Der HSV wird über die Begeisterung, das Kollektiv und die Laufbereitschaft kommen müssen, dabei aber aufpassen, dass sie von den Kölnern nicht ausgekontert werden, wie gestern die Bayern vom VFL.

Was spricht für die Kölner? Vieles. Sie hatten eine ausgesprochen ruhige Vorbereitung ohne große Verletzungssorgen, lösen sich mehr und mehr vom Image des Skandal-Clubs und sind mittlerweile sogar wieder in der Lage, für Spieler wie den Ex-Hoffenheimer Carlos Eduardo interessant zu sein. Die Kölner sind mit 19 Punkten absolut im Soll und können beruhigt aufspielen.

Wer sich erinnern mag – diese Prognose habe ich gestern morgen im Blog vor dem ersten Spiel der Rückrunde gepostet. Und nein! Ich bin kein Hellseher, ich weiß nichts besser, ich habe nicht mehr Ahnung als all die Anderen.

Aber ich kann denken und ich kann beobachten und wer das kann, der wäre zum gleichen Schluss gekommen. 

Geduld hieß das große und immer wieder erwähnte Stichwort der vergangenen Monate. Man müsse doch bitte Geduld mit den neuen Exzellenzen aufbringen, schließlich könnten sie nicht das, was in den letzten Jahren verbaselt wurde, in kürzester Zeit erneuern. Dazu bräuchte es Zeit, Geduld und Vertrauen in die handelnden Personen.

Ehrlich, ich bin wohl derjenige, die die meiste Geduld mit der neuen Führung aufbringen würde, wenn ich nur erkennen würde, dass ENDLICH einmal die richtigen Schlüsse gezogen werden würden. Wenn ENDLICH einmal nicht nur gelabert, sondern gehandelt werden würde. Wenn ENDLICH einmal die Konsequenzen aus den Fehlern der Vergangenheit gezogen werden würden und nicht die exakt gleichen Fehler nur von anderen Millionen-Gehaltsempfängern gemacht werden würden.

Genau das aber macht die neue Führungsspitze um Beiersdorfer nicht, der mich täglich mehr an den guten alten Grinis-Klinsi erinnert, weil er ähnlich wie der Ex-Bundestrainer versucht, die Unzulänglichkeiten weg zu lächeln.

Beiersdorfer ist ein netter Mensch und wie viele nette Menschen versucht er, es jedem Recht zu machen. Er ist dabei, so wenig Menschen wie möglich vor den Kopf zu stoßen und sich selbst eine Art Komfortzone zu errichten, umringt von Personen, die ihm das erzählen, was er hören möchte. Dabei setzt Beiersdorfer in Zeiten der Geschwindigkeit, Schnelligkeit und Kapitalismus einzig und allein auf die “Karte Tradition” und diese Karte wird den HSV am Ende dieser Saison letztendlich in die 2. Liga führen.

Personalentscheidungen.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Aber okay, fangen wir einmal bei Jaroslav Drobny an. Ein durchschnittlicher Bundesliga-Torhüter, der die Bälle hält, die man halten muss. Mehr nicht. Der Mann ist 35 Jahre alt und Beiersdorfer verlängert den Vertrag bis 2017 mit Anschlussbeschäftigung im Trainerstab – Komfortzone. Wie kamen eigentlich andere Vereine zu Torhütern wie Neuer, Leno, ter Stegen, Trapp, Karius und Co.? Sie kamen zu diesen Spielern, weil sie bereit waren, neuen, gut ausgebildeten Torhütern einen Chance zu geben und deshalb Torhüter der alten Schule wie Rost, Nikolov etc. auszumustern. Der HSV aber setzt auf die Tradition und außerdem ist “Drobo” doch auch ein netter Kerl.

Der Trainer. Man feuert einen Mirko Slomka und hat im Moment der Kündigung keine Alternative. Also ruft man den Trainer der U23, den Jugend-Koordinator und den Ex-Praktikanten in sein Büro, zeigt nacheinander mit dem Finger auf die Herren und sagt: “Du bist jetzt Chef-Trainer, du bist jetzt Co-Trainer und du bist jetzt Torwart-Trainer. Und jetzt an die Arbeit”. Sorry, aber als ich die Geschichte gehört habe, ist mir das Essen aus dem Gesicht gefallen. Als ich dann aber gehört habe, dass der Vertrag mit Zinnbauer ohne Not und zu massiv besseren Konditionen angepasst wurde, obwohl der Mann einen gültigen Vertrag bis 2016 hatte, hatte ich 2 Tage lang keinen Hunger mehr.

Stand heute muss man sagen, dass auch Joe Zinnbauer die Mannschaft um keinen Zentimeter nach vorn gebracht hat, eine Entwicklung ist nicht zu erkennen.

 

Die Transfers. Wahnsinn, absoluter Wahnsinn. Man kauft vor der Saison für fast € 30 Mio ein (ohne die € 6.5 Mio. für Holtby) und nach Ende der Hinserie sagt der Trainer der fünf-teuersten Mannschaft der Bundesliga: “Wenn wir die Klasse halten, haben wir alles richtig gemacht”. Natürlich hat Zinnbauer recht, nach 9:19 Toren und 17 Punkte aus der Vorrunde kann es nur noch um den Klassenerhalt gehen, aber das soll doch eigentlich mit dieser Mannschaft ein schlechter Witz sein.

In der Winterpause verkauft man einen 24-jährigen Spieler, der sowohl auf der 6 wie auch auf der 8 spielen kann, für Almosen in die Türkei, obwohl man weiß!!!!!, dass mit Behrami und Holtby zwei der wichtigsten Spieler auf dieser Position monatelang ausfallen. Man beobachtet die Hinrunde und bemerkt, dass der HSV Riesenprobleme im Aufbauspiel hat, dass kaum mal ein Ball kontrolliert ins letzte Drittel gespielt wird, dass man nahezu unfähig ist, bei Standard-Situationen so etwas wie Gefahr zu entwickeln. Und dann kauft man einen 35-jährigen Ivica Olic!!! Man verbrennt erneut ca. € 5 Mio., obwohl man doch wissen müsste, dass die Probleme ganz woanders liegen. Aber zum Glück hatte “Ivi” ja vor dem Spiel Tränen in den Augen, musste nach dem Spiel seine Jungs trösten und bekommt nach Ende der Karriere einen Job beim HSV.

Wieder eine Maßnahme Beiersdorfers, die ausschließlich auf der emotionalen Traditions-Ebene (Drobny, Volksparkstadion) spielt, die keinerlei sportliche Relevanz hat und die den Verein Unsummen kostet. Man versucht sich durch sportlich sinnlose, aber emotionale Aktionen Ruhe bei den Fans und den Medien zu erkaufen und bemerkt dabei nicht, dass man das Schiff mit voller Wucht gegen die Kaimauer nagelt.

By the way – wie ein sportlicher und kein emotionaler Schachzug aussehen kann, sah man gestern in Freiburg. Streich hatte erkannt, dass er zuwenig Gefahr im gegnerischen Strafraum erzeugte und holte Petersen aus Bremen. Ergebnis ist bekannt.

Der Assistent des Sportchefs. Ich habe noch die Worte von Ivica Olic im  Ohr: “Ich habe mit Didi gesprochen, er hat das toll gemacht, deshalb konnte ich auch mehr Druck machen”. Kein Wort über Peter Knäbel, dessen Hauptbeschäftigung es scheinbar ist, mit Spielern, die ihren Vertrag verlängern, auf Fotos zu posen oder den Medien den aktuellen Stand der Transferbemühungen zu schildern. Stand heute muss man feststellen, dass der HSV scheinbar einen Presse-Olli durch einen Presse-Pete ersetzt hat, wobei ich nicht sicher bin, dass Kreuzer so viel Interna an die Medien gegeben hat, wie es Knäbel seit Monaten tut.

Stand heute hätte man sich den ehemaligen technischen Direktor des Schweizer Verbandes wegsparen können, die Transfers macht ohnehin Beiersdorfer und er wird sie auch weiterhin machen.

Die Fans. Absolut erschüttern ist für mich zu sehen, wie die immer gleichen Brüllidioten bis 15.30 Uhr alles, aber auch alles total geil und sinnvoll finden, um dann um 17.22 Uhr alles zu verdammen.Entweder, oder, liebe Freunde. Entweder, ich stehe zu dem, was ich ca. 22 Stunden pro Tag via Facebook oder Matz Ab verbreite oder ich bin ein Spinner, der einfach nicht ernst zu nehmen ist. Aber die Fans hängen ja nicht nur in Blogs, Foren und sozialen Medien rum, sie gehen auch ins Stadion und das, was dort gestern in der 2. Halbzeit passiert, müsste Herrn Beiersdorfer eigentlich geschockt haben. Sein emotionaler Schachzug Olic war verpufft, die Schockstarrre ob der Unfähigkeit der Mannschaft war allgegenwärtig.

Als größter Spacken erweist sich erneut Gummizellen-KY, der wochenlang alles, was auch nur die leiseste Kritik äußert, ins Not-for-sale-Lager verfrachtet oder als Troll enttarnt, um jetzt nach nur einem verlorenen Spiel einzuprügeln, was das Zeug hält. Ich empfehle andere Medikamente 🙂

Problem ist nur: Jetzt ist das Geld weg und der Effekt ist auch keiner gewesen. Jetzt soll ein 28-jähriger Chilene (natürlich aus der Schweiz, woher auch sonst?) das Abendland retten, ich drücke die Daumen. Die Fans merken jeden Tag mehr, dass es so scheint, als könnte es diesmal nicht mehr reichen und wenn Beiersdorfer erst die Fans (trotz der Millionen-Investitionen in Gefühl und Tradition) verliert, hat er ein echtes Problem.

Ich für meine Person kann nur sagen, dass meine Geduld aufgebraucht ist, die Gründe habe ich angeführt. Dies ist meine eigene, persönliche Meinung, die niemand teilen muss. Überhaupt möchte ich in Zukunft denjenigen, die auf Hurra-Meldungen, Hofberichterstattung und Augensand stehen, empfehlen, diesen Blog zu meiden. Ich weiß, dass ihr viele Sachen anders seht (sehen müsst) und ich verstehe und respektiere dies. Aber ihr werdet hier nicht fündig und auch nicht glücklich. Ich empfehle – wie immer – HSV.de oder das Hamburger Abendblatt. Beim Ex-Springer-Blättchen kann man zumindest sicher sein, dass die Fehler irgendwann angesprochen werden. Leider erst dann, wenn es zu spät ist bzw. dann, wenn die Fehlermacher vom Hof gejagt wurden.

 

 

 

Von | 2015-02-01T09:10:24+01:00 1. Februar 2015|Allgemein|30 Kommentare

30 Comments

  1. Gravesen 1. Februar 2015 um 08:24 Uhr - Antworten

    Laut Transfermarkt, der Schweizer Zeitung Blick und laut “Scholle” wird der HSV morgen einen Mittelfeldspieler verpflichten.

    Sorry, aber noch dümmlicher geht es langsam nicht mehr. Der Spieler wird seit Wochen in den Medien gespielt und jetzt wußte es “Herr Scholz” mal wieder zuerst? Ungefähr so wie mit Arslan und Galatasaray? Oder de Vrij? Meine Fresse, machen sie sich lächerlich.

  2. Peter Lau 1. Februar 2015 um 08:45 Uhr - Antworten

    moin Grave und täglich grüßt das Murmeltier… Deine schonungslose Analyse trifft den Nagel auf den Kopf. Millionen verbrannt (kaum ein Neuzugang) bringt die Mannschaft weiter…. Man muss wohl den Gang in die 2. Liga
    Am Ende einplanen. Nur diesen Weg hätte man sicherlich auch kostengünstiger erreichen können!
    In der Hoffnung, dass der Weg über Liga 2 endlich zu den notwendigen Veränderungen führt….

  3. Gunnar Stender 1. Februar 2015 um 08:52 Uhr - Antworten

    Hallo Grave,

    vielen Dank für den sehr zutreffenden Blog.
    Wenn man das Spiel gestern gesehen hat, dann war es nach ca. 20 Minuten an Planlosigkeit leider kaum noch zu übertreffen.
    Außerdem sind wir wohl die langsamst spielende Mannschaft in der Bundesliga. Das fängt schon bei Drobny und hört bei van der Vaart auf, denn weiter kommt der Ball ohnehin nicht.
    Drobny hält die Kugel so lange bis alle schön zugestellt sind und spielt sie dann auf einen AV der sie umgehend zurück spielt und dann macht drobny denn Ball lang und er landet irgendwo. Von einem vernünftigen Aufbauspiel ist nichts zu sehen.
    Es ist zum Haareraufen, es wird einfach nicht besser. Was zum Teufel hat man im Trainingslager eigentlich trainiert, ich kann da nichts erkennen.
    Wenn es nicht schnell besser wird, und woher soll das kommen, dann steigen wir verdient ab.
    Sicherlich, die Hoffnung stirbt zuletzt, doch irgendwann stirbt auch Sie.

  4. Marco 1. Februar 2015 um 09:27 Uhr - Antworten

    Für mich kam die Niederlage ebenfalls nicht überraschend und daher war mein Tipp vor dem Spiel auch 1:2, aber für mich, als gebürtigen Rheinlaender, gibt es fast nichts schlimmeres als eine Niederlage gegen diesen Karnevalsverein und deren abhebenden Fans. Dementsprechend war auch meine Laune nach dem Spiel…

    Ich kann die Kritik an der Vereinsführung zum Großteil nachvollziehen, aber die Verpflichtung von Olic war schon fast alternativlos, da Lasogga ständig irgendwas hat und Rudnevs trifft halt mehr als selten, trotz erstklassiger Gelegenheiten.
    Aufgrund der momentanen Verletztenmisere kann ich auch die Verpflichtung eines defensiven Mittelfeldspielers nachvollziehen. Allerdings habe ich meine Zweifel daran ob ein Spieler, der in Basel nicht einmal Stammspieler ist, der Heilsbringer sein kann.

    Den groessten Fehler durfte Slomka machen, in dem er Tah und Demirbay nicht berücksichtigt hat und man zwei mehr als hoffnungsvolle Talente verliehen hat, für die man sicherlich in dieser Saison gute Verwendung gehabt hätte. Zumal Tah in der letzten Saison, bis zu dem Vorfall mit seinem Vater, mit Abstand der stabilste Abwehrspieler war.
    Jetzt verschenkt man Arslan. Gut, er war bei den Fans immer der Schuldige wenn es eine Niederlage gesetzt hatte (weil er Türke ist?….) und angeblich soll er sich negativ über den Trainer geaeussert haben, während der Co im Nebenraum war und alles mit anhörte. Jetzt also ein Chilene aus der Schweiz, der nicht Stammspieler ist…

    Leider lässt die Momentane Situation ja nichts anderes zu, aber ich frage mich wirklich wie lange vdV zeigen darf, dass er meilenweit über seinen Zinit hinaus ist. Wenn ich sehe, dass er geben ein konterstarkes Team mit einem Freistoß nicht über den naechststehenden Kölner hinweg kommt und eine aussichtsreichen Situation in eine Großchance für den Gegner verwandelt, könnte ich nur noch kotzen.
    In einem anderen Blog schreibt man bei der Einzelkritik, dass er ja bei den dilettantischen Mitspielern nichts bewirken kann…
    Mann könnte z.B mal dem Ball entgegen gehen um das Spiel etwas schneller zu machen, anstatt zu warten dass ein Gegner mühelos dazwischen gehen kann.

  5. Gravesen 1. Februar 2015 um 09:42 Uhr - Antworten

    Was noch hinzu kommt: Heiko Westermann dürfte sich (hoffentlich) mit dem gestrigen Auftritt aus dem Kreis der “Vertragsverlängerer” verabschiedet haben. Argumente für den 31-jährigen Westermann waren bisher seine angebliche Polyvalenz, er könne mehrere Positionen spielen. Nun, gestern hat man eindrucksvoll erkennen können, dass Heiko eben doch nur Innenverteidiger auf (manchmal) Bundesliga-Niveau spielen kann und dort hat der HSV mit Djourou, Cleber, Tah, Rajkovic zuviel Auswahl, um einen Millionenvertrag verlängern zu müssen.

  6. Biker1952 1. Februar 2015 um 09:45 Uhr - Antworten

    Manchmal fluche ich darüber das ich eigentlich vor jedem Spiel immer noch die Hoffnung habe das es besser wird. Und manchmal fluche ich darüber das du mit deinem Finger in die Wunde legen oft recht hast.
    Gestern war für mich auch die Aufstellung und die Art der Auswechslung katastrophal. Mir scheint es so zu sein das nicht unbedingt der Trainer die Aufstellung vornimmt, sondern es sind vertragliche Gegebenheit.
    Unabhängig davon das viele verletzt sind, die aber wohl bis auf Behrami und Cleber meiner Meinung nach auch nicht geholfen haben, so wird ein Westermann aufgestellt und ein Raijkovic bis zum Ende durchgezogen. Das der nach der langen Pause noch nicht 100 % fit ist, ist mir auch als Laie klar. Beister bekommt ja auch keine vollen Einsatzzeiten. Und, egal was man von ihm hält, mit Kacar saß noch ein IVer auf der Bank.
    Das sind nur kleine Beispiele die zeigen, das das ganze Gebilde der Mannschaft nicht stimmt.
    Ich gehe nicht immer mit deiner Meinung konform, aber ich lese sie lieber wie den bekannten doch so tollen Blog des HA oder die Kommentare der Mopo und Bild.

  7. Zafirov 1. Februar 2015 um 09:57 Uhr - Antworten

    Wie kann man deiner Meinung nach mit dem vorhandenen Spielermaterial den Abstieg verhindern? Hast du Ideen hinsichtlich der Taktik etc.? Oder ist aus deiner Sicht nichts mehr zu retten?

    • Gravesen 1. Februar 2015 um 10:03 Uhr - Antworten

      Das ist die Aufgabe des mittlerweile hochbegabten Trainers. Man hätte im Trainingslager an einer eingespielten Mannschaft und einem wirksamen, den Fähigkeiten der Spieler entsprechenden System arbeiten müssen und man hätte sich rechtzeitig um Spieler kümmern müssen, die man wirklich benötigt und keine, die die Fans zum Heulen bringen.

  8. abausb 1. Februar 2015 um 10:37 Uhr - Antworten

    Moin,

    danke für den heutigen Blog. Lese hier schon seit langem mit, meist findet Dein Blog meine Zustimmung, bei einigen Dingen (insbesondere, wenn es gegen die Schreiber in anderen Blogs geht) kann ich damit weniger anfangen (weil ich die anderen Dinger nicht verfolge und daher oft nicht weiss, wen Du meinst – ist aber egal und tut hier nichts zur Sache).

    Weswegen ich dieses Mal (nachdem es schon oft in den Fingern gejuckt hat) mal meinen Senf dazu gebe ist die Kritik (wenn ich Dich richtig verstehe) an Beiersdorfer. Mir erschließt sich überhaupt nicht, warum man bisher keinen einzigen Kommentar in der Presse lesen konnte (jedenfalls kann ich mich nicht erinnern), der die Arbeit von Beiersdorfer mal kritisch hinterfragt. Aber wie heißt es so schön, der Fisch stinkt vom Kopf er. Und Heilsbringer Beiersdorfer (ich habe ihn nie so gesehen, ich hätte – auch wenn das vermutlich nicht mehrheitsfähig gewesen wäre und eventuell die Mehrheit für HSV plus gefährdet hätte – sowie so lieber Hoffmann als neuen (alten) Vorstandsvorsitzenden gehabt (wenn man schon jemanden aus der HSV-Vergangenheit hätte nehmen müssen) oder einen Hieronymus (der wollte wahrscheinlich nicht, ich bin da zu weit weg, aber das wäre die Aufgabe anderer Leute gewesen, da jemanden zu finden) ist nun mal der Boss, und damit in meinen Augen verantwortlich für die Personalentscheidungen. Peters fand ich erst mal gut (auch wenn ich da auch schon Kommentare im Netz gelesen habe, dass der bei seinen damaligen Cheftrainern in der Kritik stand), Knebel fand ich von Beginn an fragwürdig (war letztlich allerdings froh, dass Kreutzer weg war), weil er als Sportchef eines Bundesligisten über keinerlei Erfahrung verfügt, und Zinnbauer habe ich von Anfang an nicht verstanden (habe aber natürlich gehofft, dass wir DEN Trainerguru überhaupt in den eigenen Reihen entdeckt haben. Scheint aber nicht so zu sein, leider). Und wenn Deine Ausführungen zu der Art und Weise der “Inthronisierung” des Trainerteams korrekt sind, dann fällt mir dazu auch nicht mehr viel ein.

    Aber ich bin sicher, niemand wird jetzt Beiersdorfer, Knebel oder Zinnbauer rausschmeißen, was wird also Deiner Meinung nach passieren? Ist der Abstieg in dieser Konstellation überhaupt noch zu vermeiden?

    Wünsche ein schönes Wochenende

  9. Oberberger 1. Februar 2015 um 10:51 Uhr - Antworten

    Was man da gestern in 90 Minuten zu sehen bekam war für mich ein spielerischer Offenbarungseid.
    Das Drama beginnt schon beim Spielaufbau. Zwei Kölner stören den HSV am eigenen 16er und man hat keine Lösung, außer zurück zu Drobny und der dann lang und weit nach vorne.

    Aufbauspiel aus der Abwehr heraus ? – Nicht vorhanden !

    Im Mittelfeld kennen der HSV nur zwei Möglichkeiten: nach vorne schlagen und den Stürmern viel Glück wünschen, oder den Ball so lange quer und zurück schieben bis endlich ein Gegner sich das Ding holt und was konstruktives damit anfängt.

    Kreatives Mittelfeld ? – Nicht vorhanden !
    Tempo ? Ideen ? einstudierte Laufwege ? – Nicht vorhanden !

    Jeder Stürmer beim HSV kann einem nur leid tun. Denn er kann sich zwar die Lunge aus dem Leib laufen. Unterstützung von den anderen 10 Sportsfreunden wird er aber nicht bekommen. Die haben alle gerade was anderes zu tun.
    Kommt man dann doch mal bis an den gegnerischen Strafraum, dann fehlt es wieder an Ideen und am Abschluss.
    Wohin beim HSV geballert wird, das ist nicht mal 3. Liga Niveau.

    Torgefahr ? – Nicht vorhanden !

    Wenn ich dann noch sehe wie ein Rajkovic mühelos überlaufen wird als habe er ein Gipsbein, dann frage ich mich ernsthaft ob man in der Vorbereitung nicht gemerkt hat, dass ihm die Schnelligkeit vollkommen fehlt.
    Sorry, aber das sind alles Dinge die im Training doch auffalllen müssen, und an denen konzentriert gearbeitet werden müßte.
    Aber nein, man kehrt guter Dinge und mit einem Sack Verletzter zurück und meint das Kind schon zu schaukeln. Aus meiner Sicht wurde die Winterpause überhaupt nicht genutzt, und man hat sich eher verschlechtert als verbessert.
    Ich bin tief enttäuscht von Trainer und Mannschaft !

  10. Okonski 1. Februar 2015 um 11:03 Uhr - Antworten

    Wer das Spiel gestern verfolgt hat, dem ist aufgegangen, dass etwa 20 Minuten Wille da waren zu einer Zeit, als Köln erst einmal abgewartet hat. Danach war der HSV überfordert. Ich habe diese Beobachtung schon beim letzten Heimspiel 2014 gemacht und gehofft, dass man es abstellen würde. Aber gestern war es wieder zu sehen. Ein Müller funktioniert ohne stabiles Mittelfeld gar nicht. Der Gouaida hat keine Bundesligareife, er versucht halbherzig Räume zuzustellen, deckt diesen aber nicht zu und läuft stets hinterher. Jansen will mit dem Kopf durch die Wand und hat nur offensiv Lichtblicke, ansonsten immer viel zu weit von den Gegnern weg. Rajkovic einzusetzen war absolut falsch, er war schlichtweg zu langsam, sowas kann man aber vorher wissen. Westermann auf die 6 zu stellen, dazu fällt mir leider nichts ein. Da weiß jeder, was er bekommt. Als Trainer musst du versuchen aus dem vorhandenen Spielern eine Spielidee zu entwickeln und entsprechend einzuüben. Das ist leider nicht zu erkennen. Ich dachte schon Mancienne wäre wieder da bei den vielen Rückpässen. Es braucht, und da würde ich die Fehlerkette von Gravesen fortsetzen, einen erfahrenen Bundesligatrainer. Mit Ausnahme von Slomka haben wir davon jahrelang keinen gehabt. Daher auch die vielen Probleme mit Kondition etc. Als Slomka kam, kamen die Spieler gar nicht mit dem harten Training zurecht. Die vielen muskulären Probleme kommen doch auch nicht von irgendwo her. Da ist doch falsches Training und falsche Ernährung im Spiel. Ich hatte gehofft, dass sich manches ändern würde. Aber eigentlich sollte man bei einem Unternehmen mit dreistelligem Millionenumsatz nicht auf das Prinzip Hoffnung setzen, oder? Alles außer Liga 2 ist derzeit nur kühnes Träumen.

  11. neuer 1. Februar 2015 um 11:04 Uhr - Antworten

    leide