Handbuch für das Verhalten gegenüber Schwachköpfen

„Journalismus kann abdanken, wenn er harmlos wird.“  [Willy Brandt]

Nun betreibe ich diesen Blog bereits seit mehr als 8 Jahren und neben der Tatsache, dass es mir immer noch sehr viel Spaß macht zu schreiben, habe ich auch sehr viel lernen können. Über das Schreiben, über den Verein, über das Verhalten von Menschen, über Motivationen und eben auch über das Verhalten gegenüber Schwachköpfen und Idioten. Mehr als einmal wurde mir im Verlauf der 8 Jahre vorgeworfen, ich würde einen sogenannten „Nordkorea-Blog“ betreiben, in dem man mir zwar uneingeschränkt zustimmen, mich oder meine Sichtweisen jedoch nicht kritisieren darf. An dieser Stelle gelangen wir zum ersten großen Problem, denn was für Primaten-Manni aus Erkenschwick „Kritik“ sein soll, ist für mich nichts anderes als stumpfes Gepöbel ohne jegliche Substanz. Ich bin mir auf der anderen Seite sicher, dass ich noch nie jemanden ausgeschlossen oder gelöscht habe, nur, weil er eine andere Meinung vertrat und diese auch im vernünftigen Rahmen vorgetragen hat. Nur, sorry, wenn jemand in seinem ersten Post mit „Hey, du Scheißlachs, du schreibst doch nichts als Schwachsinn. Nur der HSV“ beginnt, sollte er sich eigentlich nicht wundern, wenn er angeleint vor der Tür warten muss. 

Ich habe mich mehr als einmal mit der Frage beschäftigt, wie man eigentlich mit solchen Individuen umgeht und ich habe mehr als einmal meine Richtung verloren. Manchmal habe ich Kommentare, die ich eigentlich umgehend dem Papierkorb zuführen wollte, zugelassen, in der Hoffnung, dass der Urheber dies zu schätzen wüsste und in Zukunft seine Worte mit Bedacht wählt. Klappt nicht. Wer anfängt wie ein Primat, bleibt ein Primat, denn immerhin hatte er es ja geschafft, mit seiner Art Einlass zu erhalten. Experiment gescheitert. Dann habe ich, ganz besonders auf meiner Facebook-Page oder auch bei Twitter, auf den Pöbel geantwortet. Manchmal freundlich, manchmal alles andere als das. Das Resultat  blieb das gleiche, wer anfängt mit Beleidigungen und Gepöbel, wird seine Strategie nicht ändern, nur weil ich ihn als Schwachmaten enttarnt habe. Ein kleiner Exkurs: Ich habe bei Twitter ca. 1.000 Follower und es muss wohl jemanden geben, der 99% meiner Tweets in immer der gleichen primitiven Art und Weise kommentiert. Ich kann das schon seit Jahren nicht mehr lesen, denn ich habe das Opfer seit Jahren geblockt, aber ab und zu teilt mir es jemand mit. Die Frage nach Sinn und Zweck dieser ausgeprägten Stalker-Aktivitäten stellt sich somit nicht, denn ich reagieren schon seit Jahren nicht auf seine Anfälle. Das hält den Irren aber nicht davon ab, von morgens bis abends auf meinen nächsten Tweet zu warten. Nur, um ihn dann mit irgendeinem Mumpitz kommentieren zu können, den ich nicht lese und den andere einen Scheißdreck interessiert. Über die Motivation des Anstalts-Anwärters kann man spekulieren, entweder ist er extrem einsam, extrem krank oder extrem in mich verliebt. 

Zurück zum Blog. Zeitweilig habe ich eine andere Taktik gewählt und die asozialsten Beleidigungen oder persönliche Bedrohungen kopiert, als  Kopie in den Blog gestellt und kommentiert. Meine (vergebliche) Hoffnung war, diese Menschen (es sind vielleicht zwei oder drei, man konnte es an den IP-Adressen erkennen) zu outen, zu blamieren und vielleicht dazu zu bewegen, mit ihrem Schwachsinn aufzuhören. Auch dieses Experiment scheiterte, weil man es auf dieser Ebene eben nicht mit normalen Menschen, sondern in den meisten Fällen mit ausgewiesenen Soziopathen zu tun hat und denen geht es nicht um Wahr oder Falsch, nicht um Fakten oder Fake, es geht ihnen noch nicht mal um den Verein. Das Einzige, was diese Amöben interessiert, ist Aufmerksamkeit und die hatte ich ihnen mit dem Kopieren ihrer Krankheiten gegeben. Ergo wurde auch dieses Experiment beendet und nicht wiederholt.  

Aber, wie gesagt, ich lerne ja immer noch dazu, deshalb bin ich irgendwann zu dem Schluss gekommen, dass es nur eine Art und Weise gibt, mit dem Pöbel klarzukommen – man ignoriert ihn. Entzieht ihm Aufmerksamkeit. Sperrt ihn aus. Ich weiß, dass es trotzdem welche gibt (siehe Twitter), die kann man sogar über Jahre ignorieren und aussperren, die scheinen jedoch in ihrem Leben ansonsten wenig zu haben, die muss man dann einfach löschen. Jeden Tag. Ungelesen. Ich möchte diesen kleine privaten Ausflug nicht als erneute Homage an infantile Proleten verstanden wissen, sondern als Tipp und Hinweis für jemanden, der vielleicht selbst einmal publizieren möchte. Sei es als Blogger, sei es als Schriftsteller oder sei es nur als jemand, der seine Gedanken auf Facebook, Twitter, Instagram oder sonstwo teilen möchte. Deshalb: 

Fängt jemand wie ein Arschloch an, wird er ein Arschloch bleiben. 

Versucht nicht, durch Argumentation, Gegenrede, Beleidigung etc. diese Person von euch oder euren Inhalten zu überzeugen, es bringt nichts. Diese Leute wollen nicht überzeugt werden, sie wollen ihren Frust loswerden. 

Belastet euch und eure Zeit nicht mit diesen „Menschen“, sie sind es nicht wert. 

Sobald euch jemand komisch vorkommt, lasst ihn draußen. Dies braucht vielleicht eine wenig Übung und Routine, aber irgendwann merkt man genau, welches Geistes Kind hinter einem Kommentar steckt. 

Meint nicht, ihr müsstet euch erklären oder gar entschuldigen, wenn ihr jemand sperrt, löscht oder blockiert. Müsst ihr nicht, es ist eure Seite. 

Habt keine Angst, dass euch wertvolle Beiträge verloren gehen, das tun sie nicht. Diese Vögel werden nie etwas Inhaltvolles oder Substanzielles beisteuern können, dafür fehlt ihnen das Resthirn. Andererseits haltet ihr eure echten Leser von diesem Käse fern, sie werden es euch danken. 

Von | 2021-03-12T20:27:13+01:00 20. Februar 2021|Allgemein|11 Kommentare

11 Comments

  1. jusufi 20. Februar 2021 um 08:22 Uhr

    Manchen geht es nicht um Diskussion oder Teilnahme am Diskurs, sondern allein darum, ihre ideologische Meinung loszuwerden. Sie nutzen Seiten wie deine als Plattform, um sich zu produzieren und wichtig zu machen. Und Ideologie verträgt weder Widerspruch noch Kritik. Ignorieren ist da das Mittel der Wahl.

    • Gravesen 20. Februar 2021 um 08:28 Uhr

      Ich glaube noch nicht mal, dass es etwas mit falscher Ideologie oder anderer Überzeugung zu tun hat, bei diesen Schwachmaten handelt es sich zu 99% um komplett verblödete Idioten, die ansonsten in der Nordkurve stehen und beim Spiel gegen Sandhausen „Scheiß Werder Bremen“ grölen würden. Es ist einfach der Bodensatz der Menschheit und in einer anderen Welt würde man sowas nachträglich abtreiben.

      • Demosthenes 20. Februar 2021 um 10:49 Uhr

        Manche sind dumm geboren, andere saufen sich blöd.
        Erstere können da nix für, aber sie sind halt trotzdem dumm.
        Letztere sind der Bodensatz der Gesellschaft.
        Ein Beispiel dafür war Frau Ritter. Nun ist sie tot. Leider leben Ihre Hinterlassenschaften weiter.

  2. jusufi 20. Februar 2021 um 08:40 Uhr

    Kann gut sein?

  3. Launi 20. Februar 2021 um 09:38 Uhr

    Ich würde sogar soweit gehen, dass es vielen weder um den Verein, eine bestimmte Person oder Sache geht. Man sucht eine Bühne und meint, man rücke damit ins Rampenlicht indem man etwas schreibt, was andere zum Anstoß nehmen – schon sind diese Leute befriedigt. Dann kommen selbstredend noch die Leute dazu, die es, aus welchem Grund auch immer, gegen Jemanden oder eine Sache persönliche Ressentiments haben, diese Leute meinen, wenn sie jeden Tag ihren Unmut kundtun oder jemanden diffamieren, weiß es am Ende die ganze Welt und teilt deren Ansichten. Das klappt sogar je nach Reichweite der Person mitunter und zeigt die Schwachstelle Internet. Zu guter Letzt gibt es natürlich noch die Mitstreiter einer Sache. Wird die Sache angegriffen, bloßgestellt oder in Frage gestellt, wird jeglicher Verstand ausgeblendet und die Kritiker zum Schafott geführt.
    Wie dem auch sei, eine Auseinandersetzung mit einer dieser Gruppen ist in der Regel nicht zielführend, da sie gar nicht interessiert sind. Einzig aus der letzten Gruppe wird es immer Leute geben, die sich von „ihrer“ Sache verabschieden, weil sie aus irgendeinem Grund plötzlich zweifeln, hinterfragen und ggf. erkennen, dass sie auf dem Holzweg sind – aber auch hier gilt: Alles kann, nichts muss 😉

  4. Matthias 20. Februar 2021 um 10:24 Uhr

    Moin, ich möchte mal einen etwas anderen Blick auf diese Leute werfen und oute mich mal, Achtung, nicht schockiert sein, ES GEHT MIR GUT! Ja! Mir scheint die Sonne aus dem Hintern, trotz Corona, Homeoffice und Kontaktbeschränkungen habe ich Freude am Leben. Ich bin gesund, bin glücklich verheiratet, habe ein Haus, Werderfan zu sein macht langsam auch wieder Spaß. Ich erfreue mich am Leben und habe gar keinen Anlass zu pöbeln -außer beim Autofahren-. Wenn es einem gut geht, geht man gelassen mit vielem um, wenn man am Arsch ist, sieht man vielleicht überall Feinde. Siehe AFD, deren Wähler haben bestimmt eine große Schnittmenge mit dem Pöbel in Deinem Blog. Mein Fazit, Menschen sollten sich mehr auf das positive in ihrem Leben einlassen, als alle anderen gezubeissen.

  5. Angelfreund 20. Februar 2021 um 12:33 Uhr

    An sich kann man die Anfeindungen, die du bekommst, als Auszeichnung ansehen.

  6. Carsten2 20. Februar 2021 um 14:01 Uhr

    Mal wieder ein treffender Blog. Hut ab! Spende geht raus.

  7. Colonnaden-Jörni 20. Februar 2021 um 15:50 Uhr

    Die Bank von England hat der
    2. englischen Liga (EFL Championship)
    eine bereits gemachte 100 Mio GBP
    Kreditzusage zur Beendigung der aktuellen Saison angeblich wieder zurückgezogen ! Quelle: BBC Sport

  8. atari 20. Februar 2021 um 15:59 Uhr

    Hasan Salihamidzic hat keine Erklärung für die vielen Coronafälle innerhalb des Teams.
    Die schaffen es nicht mal bei ca. 30 Personen, die streng nach einem Konzept leben und arbeiten, Infektionsketten nachzuverfolgen, weil es denen scheissegal ist!
    Planet Fußball mit Sonderrechten!

  9. Profikommentator 21. Februar 2021 um 05:50 Uhr

    Ich hatte nie „Reichweite“ und wollte es nie – und wenn ich das heutige Internet so sehe noch viel weniger.

    Mein plumper Ansatz, wenn ich Reichweite gehabt hätte(!) und mich somit mit solchen Fragen auseinander setzen müsste, wäre gewesen: Alles(so weit gesetzlich vertretbar) einfach freigeben. Bei den Texten die irgendwie Substanz haben vielleicht kommentieren, die anderen einfach unkommentiert stehenlassen. Muss ich mich nicht aufregen, mir kann niemand „Zensur“ vorwerfen und alles wird gut.
    Aber so funktioniert dieses Internet leider nicht (mehr), das ist Schade 🙁
    —-

    OT: Frage an die DFL-Experten: Dresden letztes Jahr wegen Corona Gruppenquarantäne, Spielabsagen und dann anschließend Abstieg.
    Bayern fliegt nach Katar, auch zwei Erkrankungen – Schade aber weiter gehts.
    Diverse andere Bundesliga-Mannschaften auch.
    Aber das Hygienekonzept ist fair und funktioniert und Kalle aus München fühlt sich schlecht behandelt. Wie geht das alles zusammen?

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