Ich habe darüber nachgedacht, warum ich selbst Fußball gespielt habe und warum ich später ins Volksparkstadion (nicht zu verwechseln mit der tropfenden, abrissreifen Volksparkruine) gegangen bin. Ich habe gespielt, weil ich gewinnen wollte, nach Niederlagen war ich selten ansprechbar. Ich wollte siegen, aufsteigen, Titel und Pokale holen, ich selbst wollte besser werden. Ins Stadion bin ich gegangen, weil ich meinen Verein gewinnen sehen wollte, kam ich mit einer Niederlage im Gepäck nach Haus, war ich unterdurchschnittlich gelaunt. All dies ist dem KSV mittlerweile komplett abhanden gekommen, es findet ein Event statt, bei dem irgendwie auch noch gebolzt wird, aber die Pyro-Show und das dämliche Dauergehüpfe ist inzwischen deutlich wichtiger als der Sport selbst. Wenn gegen irgendeinen Underdog verloren wird, sind diese Eventfans nicht traurig oder geknickt, nein, vielmehr geilen sie sich an sich selbst auf, weil sie ihre Maltafüße auch nach der übelsten Minusleistung noch gefeiert haben. Den Umstand, dass sie mit diesem Verhalten den Nährboden für sportliche Verweigerung bilden, begreifen sie nicht oder sie nehmen ihn billigend in Kauf. Wichtig ist die Sekte, professioneller Fußball ist ebenso zur Nebensache degradiert worden wie Siege, Aufstiege und Titel. 

All das schlägt sich nicht nur in dieser sogenannten „Berichterstattung“ über den Verein nieder, es ist inzwischen elementarer Bestandteil. Man betrachte einfach mal die unterschiedliche Schreibe über die beiden Hamburger Bundesligaverein in den Schundblättern der Abteilung Hofbericht. Während man im Falle des FC St. Pauli über Spieler spricht, über ihre Leistungen, ob ein Spieler eine Verstärkung wäre, welche Stärken und Schwächen er hat, geht es bei der Berichterstattung über den KSV grundsätzlich immer um Emotion. Es ist egal, ob ein Spieler eine Verstärkung ist, ob er zu teuer war oder zu viel verdient, viel wichtiger ist, dass dieser Kicker schon als Kind in KSV-Bettwäsche gepinkelt hat, dass es schon immer sein ultimativer Traum war, einmal für den „großen KSV“ spielen zu dürfen. Harte Faktoren werden nicht nur runtergespielt, sie werden ignoriert. Stattdessen supportet man den Verein mit erfunden Rührgeschichten, mit lächerlichen Märchen über erzielte Transfersummen, die man dann im Laufe der Zeit so geschickt relativiert, dass es niemandem mehr auffällt (Beispiele KinnZombie, Benes und viele andere). Wichtig ist im Volkspark nicht das Ergebnis, wichtig ist, dass man die Sekte bei Laune hält. 

So werden Vorbereitungsspiele dort gemacht, wo man sich den „Fans“ zeigen möchte, wo es Fanfreundschaften gibt (Kopenhagen), um dann im Anschluss nicht über ein verlorenes Spiel, sondern über die gigantische Fackelshow zu berichte.

Aus der Kurve im mit HSV-Fans prall gefüllten Gästeblock tönte es noch ein letztes Mal „Scheiß St. Pauli“, da kam es zu einer besonderen Szene im Parken, der Arena des FC Kopenhagen. Auf Initiative von Trainer Merlin Polzin drehten die Profis des HSV, die trotz einer 0:1 (0:1)-Testspiel-Niederlage gerade minutenlang von ihren eigenen Anhängern gefeiert worden waren, plötzlich um in Richtung der dänischen Ultras.Vor der Heimtribüne angekommen, bedankten sich die Hamburger für die leidenschaftliche Testspiel-Atmosphäre, zu der beide befreundete Fanlager beigetragen hatten. „Die Idee kam aus dem Trainerteam. Wir wollten unseren Respekt und die Nähe zeigen, die wir mit Kopenhagen pflegen“, erklärte Polzin die im Profifußball wohl einzigartige Aktion. (Kampagnenblatt)

 

Ich weiß gerade nicht, ob ich kotzen oder heulen sollte, natürlich findet der Hinweis auf das primitive Gegröle des St. Ellinger Abschaums nicht zufällig Erwähnung bei Arschloch Stefan Walther, es ist Absicht. Und wichtig ist auch nicht, dass man beschissen gespielt und verloren hat, wichtig ist, dass man berichten kann, dass Anzeigenhauptmeister Doofy Gilmore höchstpersönlich den großen Verbinder spielen durfte, es lebe die aktive Propaganda. Liest man so etwas eigentlich über den FC St. Pauli? Oder über irgendeinen anderen Verein? Mitnichten, diese kranke PR gibt es nur in Hamburg, nur über den KSV und nur aus den Federn der Hofschmierer. Und weil die Anhänger dieses Scheißvereins bereits seit Jahren mit dieser kranken Scheiße sediert wurde, verhalten sie sich so und denken sie so, wie sie es tun. Dass nebenbei auch noch ein wenig gekickt wird, ist eigentlich mehr Zufall und im Grunde unwichtig. 

Wie seht ihr das Ganze? Stimmt ihr er der Dummheit von Hirnlosen zu? Oder ist der einfach nur behindert? Und vor allem: Wie fandet ihr, dass ich den Mumpitz „MoinVoklspark.Walsrode.de“ genannt habe? Ich freue mich auf eure Antworten, ich werde jeden Kommentar, in dem ich namentlich erwähnt werde, ausdrucken und mir damit den Hintern abwischen. Desweiteren mahne ich nach wie vor Residenz, Rhinozeros, Renaissance. 

P.S.

„Das gab es noch nie: Der irrste HSV-Test aller Zeiten“

So jubelt die BILD tatsächlich über diese geisteskranken Straftäter, die beim Freundschafts-Kick in Kopenhagen wieder zündelten, was Zeug hielt. Wirklich cool, BILD. Artikel wie diese hängen sich die Arschlöcher, die 80% der restlichen Stadionbesucher zum Kotzen finden,  über das Bett in ihrem Kinderzimmer, mit der festen Absicht, es beim nächsten Mal noch heftiger krachen zu lassen. Irgendwann wird ein armes Schwein in einem Stadion verbrennen und dann tragen Pisser wie ihr eine gehörige Portion Schuld.