Vorweg den Spaß des Tages. Volksparkfestival 🙂 🙂 🙂

Es war bemerkenswert ruhig im Volksparkstadion. Obwohl Stadionsprecher Christian Stübinger am Sonnabend vor der Partie gegen Olympique Lyon das „lauteste Volksparkstadion“ angekündigt hatte, dass der HSV jemals in einem Testspiel erleben werde, war es ohne den Support der aktiven Fanszene sehr leise. Das lag aber vor allem auch an der Vorstellung des HSV. (Kampagnenblatt)

Spätestens als Stadionsprecher Stübi mit dem Slogan „Das lauteste Volksparkstadion bei einem Testspiel“ zu Stimmung aufrief, wurde es richtig laut. Die Fans scheinen also bereit für die neue Saison. (Mongo-Tom bei MoinVoklspark)

Bereits an dieser Stelle kommen wir, unabhängig von der untauglichen Truppe, zum Kern des KSV-Problems: Wie werden die Hofberichterstatter die anstehenden Debakel und Demütigungen umschreiben? Wie lange brauchen sie, um von „gute Leistung, aber leider…“ oder „durch einen Schiedsrichterfehler verloren“ auf „es reicht einfach hinten und vor nicht“  umzuschalten, denn davon hängt maßgeblich die Stimmung unter den Hüpfern in den zu engen rosa Trikots ab. 7 Jahre lang wurde ihnen von Abteilung Hofbericht eine Welt vorgegaukelt, die nicht existent war, im Grunde reihte eine Erfolgsstory an die nächste, die Versager-Nummer im jeweiligen Frühling wurde jeweils elegant wegmoderiert. Man wähnte sich immer noch als „geborener Bundesligist“, der einzig und allein durch DFB, DFL, CAS, NASA und bulgarischem Agrarministerium daran gehindert wurde, seine Titel zu holen, seine traditionell geile Geschichte fortzuschreiben. All dies ist nun hinfällig, denn dem KSV ist das Schlimmste passiert, was ihm überhaupt passieren konnte – er ist tatsächlich aufgestiegen. Nun plötzlich muss man liefern und nicht labern und bereits in der Vorbereitung zeigt sich, wo der Hammer hängt. 

0:1 gegen Kopenhagen, 1:2 gegen Sturm Graz, 0:4 gegen Olympique Lyon, diese Gegner haben im besten Fall die Qualität von biederem Bundesliga-Durchschnitt und besonders auffällig ist die immer noch vorhandene defensive Katastrophe. Ich prognostiziere einmal ein normales Bundesliga-Spiel. Der KSV gerät früh in Rückstand. Daraufhin zieht sich der Gegner ein wenig zurück, der KSV meint, das Spiel machen zu müssen (was sie nicht können) und wird gnadenlos ausgekontert. Ich frage mich, wie man meint, mit dieser Mannschaft auch nur einen Rückstand umdrehen zu können. Aber dann kommt das wirklich Spannende: Wie wird das alles dann kommentiert und beschrieben? Nimmt man die Berichterstattung in der Vorbereitung zum Maßstab, werden die Samthandschuhe relativ schnell in die Mottenkiste gepackt und dann beginnt der Realismus. Und wenn dieser beim Sportlichen anfängt, wird er dort nicht aufhören, auch die angebliche Entschuldung durch Finanz-Guru J. Edgar Huwer könnte ein Thema werden, mit dem sich die Arschkriecher intensiver beschäftigen.

Der HSV bekam nach dem 0:1 beim dänischen Meister FC Kopenhagen und dem 1:2 beim österreichischen Meister Sturm Graz zum dritten Mal in Folge aufgezeigt, dass er noch deutlich zulegen muss, um in der Bundesliga mithalten zu können (Kampagnenblatt)

Die erste große KSV-Diskussion (Bild)

Es war besonders in Hälfte 1 ein wahres Katz-und-Maus-Spiel im Volksparkstadion zwischen dem Tabellensechsten der französischen Ligue 1 und der vermeintlich besten Elf des Bundesliga-Aufsteigers. In allen Belangen war Lyon überlegen und deckte viele Mängel im Hamburger Spiel gnadenlos auf. (Bild)

KSV-Abwehr komplett neben sich (Kicker)

Als Schiedsrichter Jarno Wienefeld das Testspiel im Volkspark nach 120 Minuten abpfiff, waren viele der insgesamt 45.757 Besucher schon wieder auf dem Heimweg. Das klare Ergebnis und der in einigen Szenen zu schlampige Auftritt des HSV dürften Gründe dafür gewesen sein. Für die Hamburger war es die dritte Testspiel-Niederlage in Serie – und das wie bereits in den Spielen zuvor auch verdient. (Mopo)

 

Gar nicht auszudenken, was auf Anzeigenhauptmeister Doofy Gilmore (der offenbar meint, im Tom Walter-Style den Fußball neu erfinden zu müssen) und Stefan „The Honigkuchenpferd“ Cunts einprasseln wird, wenn man nach 4 Spieltagen mit 2 Punkten und 12 Gegentreffern das Tabellenende ziert. Und wenn erst der mediale Schutzschirm fällt, wie laut werden dann die Pfiffe in der leerer werdenden Volksparkruine? Wie heißt es doch so schön? Je heftiger der Rausch, umso fieser der Kater. 

Ich freue mich 🙂

 

Zum Schluss…

…das Letzte.

Daffeh (ab 90.): In seiner ersten Aktion zeigte Daffeh, was er in Topform dem HSV geben kann: Tiefenlauf angeboten, den Gegner überlaufen und eine Flanke in die Mitte gebracht. Bei aller Kritik: Der Gambier kämpft um seine Zukunft beim HSV
 
Es ist so krank, wie verzweifelt das Kampagnenblatt versucht, den Identitätsbescheisser Bacardi Daffeh zu hypen. Er läuft gegen einen Gegner, der knapp 100 Minuten in den Beinen hat, einmal die Linie runter, flankt ausnahmsweise mal nicht in den C-Rang und die Hofberichterstatter machen daraus ein Tor des Jahres im Champions League-Finale
 
 
Frage in eigener Sache: Gestern schrieb mir jemand, dass es doch eine wunderbare Idee wäre, wenn ich zusammen mit Daniel Jovanov einen (regelmäßigen) Podcast zum Thema KSV machen würde. Eigentlich bin ich nicht so der Podcast-Anhänger, aber ok. Wie ist die Meinung dazu?