Wühlen wir doch mal ein wenig in der Mottenkiste aka Geschichte, um sowohl den KSV in seiner heutigen Form wie auch den Fußball im Allgemeinen zu verstehen. Es war im Jahre des Herrn 2014, als die Mitgliedschaft entschied, man müsste die KSV Fußball AG aus dem e.V. ausgliedern, um den Amateuren im Verein die Macht zu nehmen und an Profis zu übergeben. Unglücklicherweise übergab man damals nicht an Profis, sondern an einen „Experten mit Stallgeruch“ (lt. Ernst-Otto Rieckhoff) und obwohl die Mitglieder-Initiative HSVPLUS etwas anderes versprochen hatten, verkündete Stotter-Düdü folgendes: „Das, was in Freiburg geht, geht in Hamburg nicht, das können wir hier den Leuten nicht verkaufen“. Gemeint war der Transfer von aussschließlich jungen, entwicklungsfähigen Spielern, die beim KSV den ersten (oder zweiten) Schritt, aber nicht den letzten Schritt in ihrer Karriere machen wollten. Stattdessen holte man nach der Ausgliederung Behrami, Müller, Cleber Reis, Djourou, Olic, Diaz und ein One Hit Wonder namens Lasogga. Unter diesem Fehler, der damals mehr als € 35 Mio. gekostet hat, leidet der Verein noch heute, denn anstatt aus einer Position der Stärke einen Paradigmenwechsel zu vollziehen, blieb man bei den altbekannten Fehler.
Einige Jahre später kamen verschiedene Bundesliga-Vereine auf die Idee, sich bei den Nachwuchs-Akademien und in den 2. Mannschaften der Premier League zu bedienen. Bellingham, Sancho, Pulisic, Batshuayi sind nur einige von wenigen Namen, aber als dieser Zug nahezu abgefahren war, holte der KSV einen gewissen Xavier Amaechi aus der U23 von Arsenal London. Nicht etwa, weil der Spieler besonders begabt war, sondern weil man zeigen wollte, dass man sowas auch kann. Der bemitleidenswerte Xavier zerschoss mit dem Wechsel nach Hamburg seine Karriere in Gänze und bolzt jetzt in der 3. englischen Liga.
Ersetze England durch Frankreich, denn von dort kommen plötzlich und wie von Geisterhand die Atom-Talente. Hätte man jemals ein Scouting im Volkspark gehabt, hätte man es ahnen können, aber das hat man seit Jahren nicht. Konatè, Dembèlè, Kolo Muani, Olise und Tausend andere, wer schlau war, bediente sich beim Nachwuchs aus Rennes, Lyon oder PSG. Als dann endlich der Markt abgegrast war und selbst die 17-Jährigen aus Toulouse nicht mehr bezahlbar waren, vollführt der lahmarschige KSV das nächste Amaechi-Manöver und holt einen Sumoringer aus der 2. französischen Liga von Paris FC. Nicht etwa, weil dieser mit 14 Einsätzen in der Ligue 2 besonders talentiert war, sondern weil man wieder einmal zeigen wollte, dass man „es auch kann“.
Nächster Höhepunkt: Der FC St. Pauli als Vorbild für den KSV. Bei nicht wenigen Hüpfern wird das zu enge rosa Trikot vor Zorn braun, aber es ist nun mal nicht zu leugen – diese alberne Nummer mit Anzeigenhauptmeister Doofy Gilmore ist nichts anderes als der peinliche Versuch, den Stadtrivalen mit der Hürzeler-Geschichte zu kopieren. Man nehme einen extrem jungen Co-Trainer und befördere ihn zum Chef-Coach, dann noch ein wenig sportlicher Erfolg und fertig ist die Cinderella-Story. Problem ist nur: Doofy ist kein Hürzeler, Doofy ist nur eine billige Kopie, die den Dorftrotteln aufgrund seiner Geburtsstadt Tränen der Rührung in den Schlüppi zaubern soll. In 65 Mio. Jahren wird sich kein Premier League Verein für den dämlich grinsenden Dussel interessieren.
Man muss gar nicht das aktuelle Transfergeschehen betrachten, um zu verstehen, dass dieser Verein grundsätzlich der Musik hinterherläuft, nie eigene Ideen hat, sondern immer nur das kopiert, was woanders erfolgreich war, nur leider immer Jahre zu spät. Sehr witzig übrigens: Stefan „The Honigkuchenpferd“ Cunts erkannte nach der abgelaufenen Saison, dass nur 50% seiner Spieler in der Bundesliga konkurrenzfähig seien, daraufhin verließen Silke, Reis, Königstiger, Poreba den Verein, während die pure Bundesliga-Klasse wie Schönlauch, Feuer Hernandes, Glatzel, Daffeh, Meffort und Pickelbrencis immer noch stolpern darf. Finde den Fehler.
Ein letztes Wort noch zum bevorstehenden Wechsel von Rotzfisch Königstiger nach Nizza. Ich zitiere.
Die Verhandlungen über die Ablöse sollen sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befinden, Hawkins schreibt von sechs Millionen Euro. Nach Kampagnenblatt-Informationen arbeitet der HSV daran, die Summe auf sieben Millionen Euro nach oben zu verhandeln – zuzüglich weiterer Bonuszahlungen sowie einer Weiterverkaufsbeteiligung.
Lasst uns doch einfach mal die Realität betrachten, okay? Noch nie hat irgendein Verein einem Journalisten gesagt, was man für einen Spieler bezahlt hat und noch nie hat ein Verein einem Journalisten erklärt, was man für einen Spieler bekommen hat. Die genannten Summe haben allesamt nur eine einzige Quelle: Transfermarkt.de. In diesem Portal sind alle Spieler erfasst und für jeden Spieler wird ein sogenannter Marktwert ausgewiesen. Doch wie setzt sich dieser zusammen?
Die Transfermarkt–Marktwerte entstehen unter Berücksichtigung verschiedener Preisfindungsmodelle sowie einem starken Einbezug der Transfermarkt-Community, die sich in detaillierten Diskussionen mit den Werten auseinandersetzt. Transfermarkt.de-Geschäftsführer Thomas Lintz betont im Gespräch mit dem Sport Business Magazin die Zweistufigkeit des Systems: »Zu Beginn diskutieren unsere User in moderierten Foren so lange, bis es eine Einigung oder einen Kompromiss gibt. Jeder kann sich bei uns registrieren und am Austausch teilnehmen. Es ist ein ständiges Vergleichen und Abwägen von unterschiedlichen Faktoren. Auf einer nächsten Ebene gibt es Vergleichsrunden der Moderatoren. Das sind Mitarbeiter von uns, aber auch ehrenamtliche Personen. Hier werden Ligen verglichen und geschaut, ob die Relationen – beispielsweise zwischen der Premier League und der deutschen Bundesliga – passen.« Je nach Liga werden die Marktwerte der Spieler zwei- bis viermal im Jahr angepasst. Während in den großen Foren, wie jenem der deutschen Bundesliga, tausende User über die Marktwerte der einzelnen Profis diskutieren, sind es in kleinen Ligen auch nur mal ein Dutzend User.
Mit anderen Worten: Irgendwelche Fans mit deutlich zuviel Tagesfreizeit tummeln sich auf diesem Portal in irgendwelchen Foren und raten Marktwerte. Aufgrund dieser Erkenntnisse werden dann die Spieler mit einem Marktwert ausgewiesen, Gazetten wie das Kampagnenblatt sehen: „Oh, Rotzfisch Königstiger hat bei Transfermarkt.de einen Marktwert von € 6 Mio. Dann wird Nizza bestimmt € 6 Mio. bietet und wir vom Kampagnenblatt schreiben blitzeschnell, dass der KSV versucht, auf € 7 Mio. zu gehen und eine Beteiligung am Weiterverkauf auzuhandeln, das hört sich immer gut an.“ Tatsache ist und bleibt aber mal, dass diese Summe nichts anderes sind als Wunschkonzerte, die mit der Realität nichts zu tun haben. Wenn aber nun das Kampagnenblatt von € 7 Mio. schreibt und der Spieler nur noch einen Vertrag bis 2026 hatte, klingt das nach guter Arbeit der Verantwortlichen und nur darum geht es. Fakt ist: Es könnte auch durchaus sein, dass Rotzfisch Königstiger für € 3,6 Mio. nach Frankreich wechselt, aber das könnte man nicht so gut verkaufen. Propaganda in Reinkultur.
Stand die Ausgliederung denn nicht auch deshalb unter einem ungünstigen Stern, weil der große Gönner den Wert des HSV von 400 auf 250 Millionen runtergehandelt und dann seine Anteile erst spät bezahlt hatte, was die Kaderzusammenstellung erschwerte? Das würde die Abkehr vom agekündigten Konzept allerdings nicht rechtfertigen. Der VFB, in einer vielleicht etwas, aber nicht wesentlich besseren Situation, wurde mit 400 Millionen bewertet – die Abwertung des HSV ist im Grunde bis heute ein Problem.
Die Abwertung von € 350 Mio. auf € 250 Mio. stammte in der Tat von Kühne, der auch erst sehr spät mit einer „Anschubfinanzierung“ (natürlich Darlehen) um die Ecke kam, aber der KSV hat auch ohne Kühne für knapp € 20 Mio. nur alten Schrott eingekauft. Das Konzept wurde von HSVPLUS so an die Wähler verkauft, aber Beiersdorfer hatte nie vor, es umzusetzen. Man wollte wie immer mit der Brechstange das erkaufen, was sich andere erarbeitet haben.
Was für ein Glück, dass Abteilung Hofbericht aka Kampagnenblatt zuverlässig liefert – wie bestellt und bezahlt
Was den Fans stattdessen Mut machen sollte: Nur eine Woche nach dem Lyon-Spiel zeigte sich der HSV defensiv schon deutlich verbessert – und diese Zeilen schreibt jemand, der das Spiel wirklich gesehen hat. (Deshalb ja auch ein Torverhältnis von 2:12)
Die Abstimmung zwischen Keeper Peretz und seinen Vorderleuten, allen voran Daniel Elfadli, Guilherme Ramos und Jordan Torunarigha klappte 70 Minuten lang nahezu reibungslos, im Mittelfeld bewies Jonas Meffert, der die Kapitänsbinde trug, Übersicht und sortierte seine Nebenleute. Und vorne deutete Dompé-Vertreter Alexander Rössing-Lelesiit an, warum er als „Supertalent“ (Polzin) gehandelt wird. (Satire sollte eigentlich selbst beim Kampagnenblatt gekennzeichnet werden)
Es ist dennoch eine Entwicklung in die richtige Richtung zu erkennen. (natürlich)
Die Ergebnisse sind dabei zweitrangig, was zählt, ist die Art und Weise. Und die hat in Freiburg in vielen Phasen gepasst. (Und die Art und Weise war schließlich überragend)
Der Umschlag muss aber diesmal etwas dicker gewesen sein
„Meffert….sortierte seine Nebenleute.“ Das klingt nach 80er Jahre oder Bezirksliga. Vielleicht gibt der Bascho demnächst den Ausputzer hinter der wackligen Dreierkette.
Ist das dann der seit langem vermisste Libero!?
Kühne hat ja vor nicht allzu langer Zeit einen Spielmacher der Marke Netzer gefordert – vielleicht holt er ja dem HSV, wenn die Not groß ist, Jonny Kittle zurück, oder Rodolfo Cardoso.
Das Scouting ist tatsächlich schon seit mindestens 15 Jahren das größte Problem des KSV, denn es findet trotz Sportdirektor, Chefscout und unzähligen Scouts im Prinzip nicht statt. Man muss sich nur die letzten Transferperioden unter Costa, Dirscherl & Co. anschauen um zu sehen wie schlecht die Arbeit ist.
Paradebeispiel der Fall Vuskovic, der gute Mann ist jetzt schon fast 3 Jahre!!! gesperrt. d.h. auf gut Deutsch das inzwischen das 6. Transferfenster seit Beginn der Sperre geöffnet ist und sie haben es nicht geschafft gleichwertigen Ersatz zu verpflichten, dafür Granaten wie Montero, Ramos, Hadzikadunic angeschleppt. Wenn nur diese eine Personalie erfolgreich abgearbeitet worden wäre, wäre der KSV schon vor 2 Jahren aufgestiegen. Diese fehlenden 2 Jahre haben aber den finanziellen Rückstand auf Union, Augsburg, Mainz selbst Heidenheim extrem vergrößert, das ist für mich Fakt und müsste von einer funktionierenden Presse den Pappnasen seit 2 Jahren wöchentlich unter die Nase gerieben werden.
Der KSV hat auf dem Transfermarkt tatsächlich schon 15 Jahre kläglich versagt, nie eine eigene Strategie gehabt und wie von Grave treffend beschrieben immer nur andere erfolgreiche Vereine zu kopieren versucht, leider immer mindestens 5 Jahre zu spät als die jeweilige Entwicklung längst einer neuen gewichen war. Die Liste der überteuerten Fehleinkäufe ist so unendlich lang, hier auch nochmal meine Top5: Schipplock, Papadopoulos, Hunt, Holtby, Hahn. Man muss nur die Kosten für diese Granaten zusammenzählen um sich mit Grausen abzuwenden.
Mir fällt spontan eigentlich nur ein positives Beispiel ein, Kerem Demirbay, hat man damals meine ich ablösefrei von Dortmund II geholt, der Junge hatte echt Talent was man an seiner späteren Vita erkennen kann. Aber was hat der KSV aus seinem Talent gemacht, nichts, den Spieler zigmal verliehen, sich nicht um die Entwicklung gekümmert bis er die Schnauze voll hatte und nach Hoffenheim weiterzog. Dort ist er übrigens heute noch Rekordverkauf, die haben ihn nämlich 3 Jahre auf höchstem Niveau spielen lassen und 2019 32 Mios. aus Leverkusen bekommen, was zu der Zeit noch eine gigantische Ablösesumme war.
Leider bis heute keinerlei Weiterentwicklung festzustellen, die einigen wenigen Guten werden ziehen lassen und die Herren DHF, Schönlau, Meffert, Jatta, …, werden getreu meines Lieblingsspruchs von KMK: „Nur die Luschen bleiben in Hamburg hängen“ weiterhin teuer bezahlt und durchgeschleppt.
Dieses Nachgeahme ist wirklich ksvtypisch. Was andere mit einem Plan angehen, das wird vom großen KSV stets nachgeäfft, wie hier heute bereits mehrfach mitgeteilt wurde. Der Witz hierbei ist, das zwar so manches imitiert wird, nur es wird nicht mit Leben erfüllt. Das Motto lautet: Was andere können, das können wir schon lange!!! Das es so nicht funktionieren kann wird nicht verstanden, dafür ist der Laden zu arrogant. Zur aktuellen Entwicklung sei zu bemerken, dass es den großen KSV gelungen, seine wenigen „Säulenspieler“ zu vergraulen. Reis, Poreba, Davie und der Königstiger sind weg und wurden/werden durch nicht bessere Holzbeine ersetzt. Dazu kommt erschwerend, das die alten Haudegen wie Schönschlau und Schneidezahn weiterhin dabei sind und fürs „gute Klima“ sorgen werden, Über allem thront der Anzeigenhauptmeister, nebst 7!!!!!!! Ergänzungstrainern, die alle über einen großen Erfahrungsschatz in der ersten Liga verfügen. Bald geht’s los!
https://www.kicker.de/fuer-rund-30-millionen-zu-al-ahli-millot-beschert-dem-vfb-einen-geldregen-1136116/artikel
Es sollte doch möglich sein, den rüstigen Flankengott wenigstens ohne Verluste einvernehmlich in die arabische Wüste zu schicken.
https://www.kicker.de/satte-abloese-ein-jahr-vor-vertragsende-frankfurt-verkauft-tuta-1135440/artikel
Der Musik hinterher? Bei X, ehemals Twitter, lese ich oft, dass der HSV früh einen Haken dran gemacht hat, man sich auf Schlüsselpositionen verbessert habe und alles am Laufen ist. Beim Rest müsse man halt sehen, was noch geht.
Der Königstiger Deal droht zu platzen! Da können die Hüpfer ja aufatmen. Europa League ist sicher…
Vielleicht hat man in Nizza festgestellt, dass der junge Mann nur Luft für 30 Minuten hat: nicht undenkbar nach drei Jahren Wohlfühloase.
Soviel zur neuen Tormaschine des KSV, gut 2 Wochen in Hamburg und schon jetzt mehr Belastungssteuerung wie Thomas Müller in seiner ganzen Karriere: „Allerdings fehlt ein Profi überraschend: Yussuf Poulsen ist nicht dabei, bei dem Dänen wird die Belastung gesteuert.“
Ich bin mir jetzt schon sicher das es besser gewesen wäre nicht zufällig in Leipzig etwas von Poulsen zu erfahren.
Und das Backup hat ja auch schon so seine Wehwehchen.
Das tut mir echt leid für Ransi, gebrandmarkt für seine Karriere und nun eine ganz schwache Vertragsposition.
Anscheinend sind die Mediziner in Berlin und Nizza besser ausgebildet als im UKE Klinikum.
Was für eine Invalidentruppe – Dompe – der ex Leipziger usw – ein Wahnsinn.
Königstiger auf dem Weg zurück nach El Alamein.