Wir schrieben den 31. August 2025, es war kurz vor Mitternacht, als der langersehnte Durchbruch passierte. Zuvor hatte der KSV am 25. August den Bundesliga-Auftakt mit 0:3 in Mönchengladbach und das Heimspiel gegen den FC St. Pauli am 30. August mit 1:3 verloren, die frühe Depression hing wie ein dunkler Schleier über der tropfenden Volksparkruine, in der die Gewalttäter zwar gehüpft waren, der Rest des Publikums jedoch gellende Pfiffe ob der Minusleistung abgesondert hatte. In den Vorstandsbüros des KSV war die Stimmung ebenso düster wie in den Räumen der zahllosen Direktoren und in der Medienabteilung fragte man sich in einer spontan anberaumten Krisensitzung, wen man denn in dieser Situation „nach vorn schicken sollte“, um den Unmut der Sektierer abzufedern. Stefan „The Honigkuchenpferd“ Cunts kam nicht in Frage, denn die ersten „Cunts raus“-Rufe erschallte durch das weite Rund, während sich die namenlosen St. Pauli-Spieler von ihren Anhängern feiern ließen. Kassenwart J. Edgar Huwer stand ebenfalls nicht zur Verfügung, er hatte sich vorsorglich am 22. August zusammen mit Gattin und Söhnchen Santiano zum Urlaub auf den Komoren verabschiedet, der Fuchs. Jetzt plötzlich fiel den Meinungsmachern das Vakuum auf, welches sie und ihre Bosse in den letzten Monaten erschaffen hatten.

Denn da war kein Tom Pickel mehr, das letzte lebende Maskottchen, der sich nach Ende der letzten Saison aufgemacht hatte, seine Gartenlaube in Hoyerswerda zu reparieren. Da war kein Bacardi Daffeh mehr, denn den greisen Gambier hatte man nach der Zahlung einer Abfindung in Höhe von € 3,8 Mio. ablösefrei in die 3. Alte Herren von Grünhof Tesperhude abgeschoben. Da war kein aggressive Leader David Silke mehr, denn der sonnte sich nach seiner Knie-OP am Strand der türkischen Riviera und zeigte von dort aus dem KSV den Mittelfinger. Hinzu kam, dass die monetären Forderungen der Abteilung Hofbericht immer dreistere Formen annahm, selbst den hündischen Schmierlappen fiel es von Tag zu Tag schwerer, die katastrophale Kacke von der Müllverbrennungsanlage schön zu schreiben. Kurz: Dem KSV waren die Geschichten ausgegangen, die Geschichten, die die Bildung der Liebessekte erst ermöglicht hatten und die die verheerende sportliche Performance der letzten Jahre verschleiert hatten. Ergo brauchte man keine sportliche Verstärkung, man brauchte die nächste Story, das nächste Rührstück. 

Nur gut, dass es ausgerechnet Dauerloser Costa Cordalis war, der „nach Kampagnenblatt-Informationen“ den Ärmelkanal in nur 9 Stunden und 31 Minuten (neuer Weltrekord) durchschwommen hatte, anschließend die 108 km von Dover nach London in lediglich 5 Stunden und 12 Minuten gelaufen war, um das weltgrößte Abwehrtalent des Universums, Luca Vuskovic, von einer einjährigen Leihe zum KSV zu überzeugen. Sowohl die Bosse aus Tottenham wie auch das umworbene Atom-Talent waren angemessen beeindruckt von diesem Engagement, aber nicht überzeugt. Dann, kurz vor Mitternacht, der Durchbruch, hervorgerufen durch einen Anruf im Büro von Tottenhams Vereinspräsident Daniel Levy – am anderen Ende war kein Geringerer als Judas Boldt und dessen Wort hat in der Premier League bekanntlich mehr Gewicht als die Meinungen von Steven Gerrard, Jürgen Klopp und Paul Scholes zusammen. „Nach Kampagnenblatt-Informationen“ malte der ehemalige KSV-Macher ein Bild seines Ex-Arbeitgebers, welches sowohl Levy wie auch Vuskovic Jr. die Tränen der Rührung in den müden Augen trieben und man einigte sich schließlich um 23.43 Uhr auf eine einjährige Leihe, bei der Tottenham keine Leihgebühr verlangte und das komplette Gehalt übernahm, nach „Kampagenblatt-Informationen“ selbstverständlich.

Kurz nach Mitternacht lagen sich dann alle Beteiligten weinend in den Armen. Cordalis, weil er gnadenlos unterkühlt war. Levy, weil ihm endlich jemand begegnet war, der noch abgewichster ist als er selbst. Vuskovic Jr., weil er ein Jahr zusammen mit seinem Doper-Bruder Döner essen kann. Und Judas Boldt, weil er von der € 100.000-Prämie vom KSV für seine Vermittlungsdienste seine Küche in Harvestehude renovieren kann. Und besonders freut sich der KSV, denn endlich hatte man wieder seine Geschichte für die Sekte. Und wenn sie nicht gestorben sind, verdienen sie noch heute….

Gute Nacht.