Ich bin gesegnet. Denn wäre ich heute noch KSV-Fan, wie ich es knapp 40 Jahre lang war, ich müsste mich wahrscheinlich aus purer Verzweiflung und Frust jeden Abend mit irgendwelchen Substanzen betäuben, anders ist diese Karikatur eines Vereins nicht mehr zu ertragen. Nach 7 Jahren in der Liga der Maltafüße gelingt dem selbsternannten größten und wichtigsten Verein des Universums endlich der unverdiente Aufstiegsunfall, bei dem man sich mit knapper Not vor der Weltelf von Jenny Elversberg ins Ziel stolperte. Anschließend war man, wie nun jeden Tag deutlicher zu erkennen ist, mehr damit beschäftigt, eine Loveparade zu organisieren und eine Helden-Doku zu produzieren, anstatt sich mit einer 9-Mann starken Scouting-Truppe, einem Sportvorstand, einem Sportdirektor, einem Scouting-Chef und Kaderplaner um die anstehende Bundesliga-Saison zu kümmern.  

 „Aufgrund seiner Historie wird Yussuf nicht 34 Spiele über 90 Minuten machen“, stellte Trainer Merlin Polzin klar und verwies auf die Krankenakte des Dänen. „Sein Körper hat schon viel erlebt. Es wird immer wieder Momente geben, in denen wir ihn rausnehmen.“ Seit seinem Wechsel zum HSV ist Poulsen im Teamtraining häufiger kürzergetreten. Die Hamburger dosieren seine Belastung auf Basis von Daten, die jeden Morgen vor der Einheit ausgewertet werden. Dadurch erhofft sich der HSV, Poulsen so oft wie möglich auf dem Platz zu sehen – an 100 Prozent der Spiele wird er aber nicht herankommen.

Zuvor hatte Omari seinen Medizincheck im UKE absolviert und dabei Nachholbedarf in puncto Fitness offenbart. „Er hat das eine oder andere Thema, an dem wir mit ihm arbeiten müssen. Es wird Zeit brauchen. Das war uns aber bewusst.  „Seine Karriere verlief nicht ganz optimal nach seinem Abgang von Rennes, ansonsten hätten wir aber auch keine Chance auf so einen talentierten Spieler gehabt.“  (Kampagnenblatt)

 

 

 

Ich weiß gar nicht, wann ich mich das letzte Mal derart fremdgeschämt habe. Als ehemaliges Mitglied und als ehemaliger Spieler dieses Vereins. 

 

 

 

 

Ramschfisch Knorpeltiger über das KSV-Trainingslager auf Malle: „Wir waren am Strand, haben das Wetter genossen.“ Ohne Worte