Wenn man in St. Ellingen nach dem Aufstiegsunfall auch nur ansatzweise zurückhaltender gewesen wäre und hätte man die vielzitierte Demut nicht nur belabert, sondern auch gelebt, wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht das passiert, was gerade passiert: Die Hüpfer, die ihr Resthirn noch nicht in Gänze mit billigem Dosenbier runtergespült haben, sind nicht ernüchtert, sie sind geschockt. Die Vorbereitungsspiele hatten es bereits angedeutet, doch dort konnte man die miese Performance noch mit dem Hinweis auf die vermeintliche Weltklasse schieben, die man sich zum Üben ausgesucht hatte. Nun aber wartete der übermächtige und ambitionierte Fünftligist aus Pirmasens auf die recycelte Wundertruppe und das, was man dort „bewundern“ durfte war einfach nur erschütternd. So erschütternd, dass selbst die extra engagierten Hofberichterstatter komplett neben sich stehen. 

Zumindest eines hat der HSV geschafft: Die Erwartungshaltung ist nach dieser Vorbereitung äußerst gering. Und wer den HSV kennt, der weiß, dass der Club zumeist in diesen Momenten am meisten überrascht hat. (Kampagnenblatt)

Doch lasst uns doch einfach mal die Fakten betrachten. 

Als erster aller 18 Bundesliga-Vereine startet der HSV am Montag (30. Juni) in die Vorbereitung auf die neue Saison. Als Aufsteiger wollen Trainerteam und Mannschaft von Anfang an hellwach und auf Zack sein, um bestmöglich vorbereitet in die Saison 2025/26 zu gehen. (HSV.de)

Mit anderen Worten: Seit 7!!!! Wochen versucht der feiste Anzeigenhauptmeister Doofy Gilmore seinen 32 Edelkickern ein neues System beizubringen, seit 7!!! Wochen. Und natürlich versucht man dem verblödeten Volk zu vermitteln, dass die Umstellung von 4-3-3 auf 3-4-3 oder 5-2-3 ein absolutes Hexenwerk sei, bei dem seichte Berufsfußballer das Einmaleins des Kickens von der Pieke auf neu erlernen müssen, aber das ist einfach nur Bullshit. Ein Fußballer, der mit 25 Jahren zum KSV wechselt, hat knapp 10 Jahre Leistungsfußball in den Beinen und hat unter Garantie in mehr als einem System gespielt. Hinzu kommt, dass man von einem professionellen Spieler, der nicht nur eine Millionensumme an Transfer gekostet hat, sondern der auch nur weit über eine Million pro Jahr kassiert, erwartet MUSS, dass der Unterschied zu einem kickenden Mauer oder Einzelhandelsverkäufer von der ersten Sekunde an sichtbar ist, vollkommen unabhängig, in welchem Pseudo-System man spielt. Und selbst wenn sich der Oberligist seit 2 Wochen im Spielbetrieb befindet, muss man von einem Bundesliga-Profi erwarten können, dass man den Unterschied von der ersten Ballberührung an erkennt.

Beim runderneuerten KSV jedoch sieht man vor allem eines: Obwohl man seit dem letzten Winter und der Verpflichtung von zwei milchgesichtigen Wundertüten mittlerweile ca. € 15 Mio. investiert hat (die zu erwartenden Abfindungen nicht eingerechnet), ist die Mannschaft gegenüber der Vorsaison qualitativ nicht besser, sondern schlechter geworden, was angesichts der ohnehin schon überschaubaren Klasse des letztjährigen Kaders fast einem Wunder gleichkommt. Philippe entwickelt sich aufgrund des Braunschweig-Virus von Woche zu Woche mehr zum FairEi 2.0, Turnbeutelbringer ist sogar gegebenüber Hatschi Halef Omar ein Downgrade, Bimbo Romburg ist nicht besser als Poreba und Calpacchio ist garantiert schlechter als Reis. Hinzu kommt, dass man „Leader“ David Silke gegen Patient Achmed Foulsen getauscht hat, außerdem hat man die „Aufstiegshelden“ Schönlauch, Pickelbrencis, Glatzel und Co. maximal gedemütigt. Ich behaupte (Copyright Schorle Münchhausen), dass man mit einer 4er-Kette aus Muheim, Hadzikadunic, Elfadli und Hefti nicht schlechter spielen würde als mit den neuen Wunderkerzen.

Nun hat man nach 7!!! Wochen der intensiven 😀 😀 Vorbereitung 

  • einen Stammtorhüter, der mit einem Leihprofi um seinen Platz kämpfen muss
  • einen Dreierkette, in der nichts funktioniert
  • zwei defensiv extrem anfällig Außenverteidiger aka Schienenspieler
  • ein Mittelfeld voller Holzhacker ohne jede Kreativität
  • einen Sturm mit mehreren Halb-Invaliden, von denen einer sogar schon so gut wie weg war
  • Eine Bank voller gefrusteter „Aufstiegshelden“
  • Einen fetten Übungsleiter, der sich für Platon hält

 

Zum Glück verbreitet das Kampagnenblatt immer noch Hoffnung, denn „bekanntlich hat der KSV in solchen Momenten immer am meisten überrascht“. Stimmt, nur leider selten im positiven Sinne. 

Der KSV hatte einen alten Golf IV, der zwar nichts mehr hermachte, der aber beständig mit 90 km/h über die Autobahn zuckelte. Dann hat man diesen Golf verschenkt und für € 15 Mio. einen gebrauchten Dacia gekauft, der im besten Fall 75 km/h fährt, der aber ständig in der Werkstatt ist und bei dem die Heckklappe nicht mehr aufgeht. Und der Mechaniker trägt eine gelbe Binde mit drei schwarzen Punkte, labert aber wie ein TV-Prediger aus Iowa. 

 

Zum Schluss…

…das Letzte

 

 

Was für ein Armutszeugnis.