Frage: Was ist eigentlich der Sinn und Zweck einer professionellen Sportmannschaft, vollkommen egal, ob nun beim Fußball, Handball, Football, Eishockey oder Basketball? Meine Antwort darauf: (Maximaler) sportlicher Erfolg. Wenn ich Teil eines professionellen Sportteams bin, werde ich nicht nur für mein Engagement und meine sportliche Leistungsfähigkeit bezahlt, sondern auch dafür, dass ich alles in meiner Macht stehende dafür tue, dass meine Mannschaft die bestmögliche Performance erbringt. Das sportliche Maximum eines jeden Teams definiert sich unterschiedlich, so gehen beispielsweise die Spieler von Union Berlin am Anfang der Saison nicht davon aus, dass sie deutscher Meister werden, aber das Ziel eines jeden Spiels, egal gegen wen, ist es, dieses Spiel zu gewinnen. Die Spieler von Union Berlin gehen auch in ein Spiel gegen Bayern oder Dortmund nicht mit dem Ziel, das Ergebnis in Grenzen zu halten. Was führt nun aber dazu, dass ich aus mir und meinem Team das Optimum heraushole? Ich führe dazu zwei Varianten der Herangehensweise an.

 

  1. Realistische Einschätzung der Leistung, Kritikfähigkeit, analytische und sachliche Betrachtung des IST-Zustandes, Zurückhaltung, Demut, Arbeitswillen
  2. Vollkommen überzogen Sichtweise der eigenen Performance, Realitätsverweigerung, Verbreitung von Illusionen, maximal übertriebene Beschreibung der eigenen Leistungfähigkeit, Selbstzufriedenheit, in die eigene Tasche lügen, Verweigerung jeglichen Respekts für den Gegner (KSV-Weg)

 

 

An dieser Stelle erneut die Frage: Mit welcher der beiden Herangehensweisen ist man wohl mittel- und langfristig erfolgreicher? Hat man beim KSV nicht seit mindestens 15 Jahren (wenn nicht mehr) erlebt, wohin einen dieser Weg („Wir ziehen das Ding“ oder „Es ist uns egal, wer hinter uns Zweiter wird“) gebracht hat. Man hat sich zum Gespött der Republik gemacht, keinem anderen Verein schlägt soviel Verachtung, Hass und Schadenfreude entgegen, wie den Großfressen von der Müllverbrennungsanlage. Über keinen anderen Verein Deutschlands, inkl. Bayern München, gibt es so viele Memes etc., in denen man sich offen über diesen Verein lustig macht, hinzu kommt noch diese peinliche weinerliche Attitüde des Vereins, der sich grundsätzlich benachteiligt fühlt, der sich allein in den Wind stellt, um sich gegen die Widrigkeiten und Ungerechtigkeiten des deutschen Fußballs aufzulehnen. Im Gegenzug hat man die gewaltätigsten „Fans“, den schlimmsten Pöbel der Republik in der Kurve, mittlerweile hat man sogar einen vorbestraften Gewalttäter als Präsidenten des e.V. 

Ich frage mich immer wieder, warum es niemanden gibt, der an dieser Stelle irgendwann einmal die Reißleine zieht und sagt: „Leute, so können wir nicht weitermachen, wir machen uns mit unserer Art doch zum Gespött des Landes. Spielen beschissenen Fußball, dümpeln 7 Jahre in der Liga der Maltafüße, stolpern uns zum Aufstiegsunfall und veranstalten dann eine Loveparade plus Helden-Dokumentation. Und wenn wir 0:0 bei komplett indisponierten Gladbachern spielen, führen wir uns in Interviews auf, als hätten wir gerade Barcelona aus dem Stadion geschossen? Damit muss jetzt mal Schluss sein“. Warum tut das keiner? Warum setzt ein Stefan Cunts nicht einfach mal ein Zeichen und erklärt intern, dass ab sofort sowohl medial wie auch öffentlich kleinere und realistischere Brötchen gebacken werden? Die Antwort liegt auf der Hand – weil man im Volkspark gar nicht an maximalem sportlichen Erfolg interessiert ist. Es geht nicht um Punkte und Klassenerhalt, es geht um PR, um Verkauf um „Stimmung hochhalten“. Dazu kommt übrigens auch dieses jämmmerliche animierte Gekreische von Anzeigenhauptmeister Doofy Gilmore in Mannschaftsbesprechungen. Für die schwachsinnigen Hohlhüpfer soll das nach totaler Identifikation aussehen, jeder Spieler denkt nach dem zweiten Brüllanfall: „Ach Gott, jetzt dreht er wieder durch, der Spinner“ und schaltet ab.

Alles, was der KSV macht und tut, ist auf den Effekt für die Öffentlichkeit ausgelegt. Jedes Interview, jede Veröffentlichung, alles. Es geht dabei nie darum, sportlich erfolgreich zu sein, es geht immer nur darum, eine Wirkung zu erzielen. Und eben genau aus diesem Grund ist das nicht mehr mein Verein.