Was durfte ich nach dem Coup des Jahrtausends in den Hamburger Hofberichterstatter-Medien lesen? „Der KSV verpflichtet Weltklasse am letzten Tag der Transferperiode“. Fast schon panisch begann ich zu recherchieren, denn mich überkam das ungute Gefühl, ich könnte irgendwas Magisches verpasst haben. Hatte Liverpool einen Fehler mit Wirtz eingesehen und den DFB-Star nach St. Ellingen verschenkt? Konnte es sein, dass Harry Kane in München nicht mehr glücklich ist und deshalb einen Wechsel an die Müllverbrennungsanlage erzwungen hatte. Michtnichten, es dauerte nur wenige Minuten, bis ich zur Kenntnis nehmen durfte, dass die Schmierlappen mit „Weltklasse“ tatsachlich die beiden Berater-Deals Vieira und Bambi Lumumba meinten. Und natürlich liegen die Schleimscheißer richtig, denn wenn ein Verein dafür bekannt ist, Weltklasse-Spieler zu verschenken, dann ist es der Arsenal London. Die trotteligen Briten hatten nämlich immer noch nicht erkannt, was Klaus Kroster bereits vor Jahrmillionen, diversen Video-Analysen und mindestens 26 Spielen vor Ort erkannt hatte: Die beiden Mittelfeldzauberer gehören eigentlich nach Paris oder Madrid, aber ganz sicher nicht nach Hamburg. Nun können die Spiele beginnen und sie begannen schon mal mit einem Testspiel gegen die B-Mannschaft von Hannover 96, die mit einigen Nachwuchsspielern verstärkt wurde. In einer hochklassigen Partie unterlag der über weite Strecken des Spiels begeisternd aufziehende KSV mehr als unglücklich mit 1:3, für den Treffer sorgte ein entfesselter Glatzel/Mützel, überraschenderweise per Elfmeter. Aber nun, wo das Ergebnis nicht erheitern kann, muss Abteilung Hofbericht auf anderem Wege Hoffnung verbreiten, man kann schließlich nicht an seinen Lesern vorbeischreiben.
KSV verliert gegen Hannover: Vieira und Bambi Lumumba überzeugen
HSV ist deutlich unterlegen gegen den Zweitliga-Tabellenführer. Doch dann kommen Sambi Lokonga und Vieira, die das Testspiel verändern. (Kampagnenblatt)
KSV verliert, aber 30 Minuten machen Hoffnung
Dann endlich kamen Alfred Bambi Lumumban und Fabio Vieira ins Spiel. Der HSV verlor trotzdem 1:3 gegen Hannover, gewann aber aus der letzten halben Stunde Hoffnung auf Besserung. (Kicker)
Neue Pleite für den KSV – aber der Kurzauftritt der Neuen lässt hoffen
Trotz des ernüchternden Ergebnisses war es allerdings auch ein Auftritt, der auf eine bessere Zukunft hoffen lässt. Das lag vor allem an zwei HSV-Debüts (Mopo)
Ich wiederhole mich gern: Die gesammlte St. Ellinger Weltklasse hatte gerade sang- und klanglos mit 1:3 gegen die B-Elf eines Zweitligsten verkackt und selbst hier keinen Treffer aus dem Spiel heraus erzielen können, aber – das Helden-Epos muss weitergeschrieben, die überteuerten Spieler den Hüpfern verkauft und die Märchen am Leben gehalten werden. Aber wo wir doch schon beim Thema „Weltklasse“ sind…
Die HSV-Profis bedankten sich bei Torhüter Raab
Im Überschwang lobten sie ihn anschließend, mit gewaltigen Worten. „Ich sehe ja immer im Training, was er für ein super Torhüter ist“, erklärte Abwehrmann Noah Katterbach und ließ dann wissen: „Wenn er das weiter so macht, kann er ein Weltklasse-Torhüter werden! Matheo hat es super gemacht.“ (https://www.mopo.de/sport/hsv/hsv-schwaermt-von-teufelskerl-raab-kann-ein-weltklasse-torhueter-werden/)
Offenbar der berühmte Satz mit X, denn der Weltklasse-Keeper wurde vor Saisonstart nach Berlin verschenkt und sitzt nun dort auf der Bank, soviel zum Thema „Weltklasse im Volkspark“.
Aber – spielt im Grunde das alles keine Rolle, denn rechtzeitig vor der Klatsche in München haben irgendwelche pickligen Nerds, deren größte sportliche Leistung es war, in der Bezirksliga zugeguckt zu haben, ihre Datenpakete veröffentlicht und was kommt völlig überraschend dabei raus? Der KSV ist eine Wahnsinns-Truppe auf dem Weg in die Champions League, während man an der Reeperbahn bereits jetzt mit den Planungen für die zweite Liga beginnen kann, denn St. Pauli hat die mit Abstand schlechteste Mannschaft des Planeten. Erneut ein göttliches Beispiel dafür, was von dieser Daten-Kacke zu halten ist.
Auszug
Experten sind voll des Lobes für die Transferpolitik des FC St. Pauli. Doch die Daten kommen zu einem gänzlich anderen Ergebnis.
Die Software, die nach eigenen Angaben Daten aus zwei Millionen Spielen zu knapp 390.000 Spielern auswertet, kommt zu einem gänzlich anderen Ergebnis als Cassel und ihre Kollegen. „St. Pauli hat den schlechtesten Kader der Bundesliga“, urteilt Wendt beim Blick auf die Werte der Kiezkicker.
Mein Tipp: Verbrennt eure behinderten Daten und sucht euch einen Job als Altenpfleger, ihr verblödeten Opfer. Und den Pissern von der Abteilung Hofbericht sollte irgendwann mal jemand was auf die Fresse hauen.
Selbst der Elfmeter war ein Witz
P.S. Ist es nicht köstlich, dass Daffeh unmittelbar nach dem Schließen des Transferfensters kein Aua mehr hat
Amüsant, was die Lohnschreiber aus 30 Minuten ableiten wollen…Aus 30 Minuten gegen einen unterklassigen Gegner, der 3:0 führte und die dritte Garde eingewechselt hatte wohlgemerkt. Und diese Datenanalysen sind eine nette, aber wenig aussagekräftige nerdige Spielerei.
Highlights. 3 Minuten. Wie haben die 3 Minuten zusammenbekommen?
Und zu den „Datenanalytikern“:
Die Wahrheit liegt auf dem Platz.
(Otto Rehagel)
Allein die Zusammenfassung der Highlights ist ja schon die Hölle 😂 Es dürfte nicht leicht sein, auch bei einer Mehrzahl von Kameras und geschickter Schnitttechnik zumindest partielle, in einzelnen Szenen nachgewiesene Wettbewerbsfähigkeit des „großen Vereins“ noch lange vorzugauckeln. Das wird lustig.
Im deutschen Profifußball ist der eigentliche Gegner längst nicht mehr der Ball, sondern das Excel-Sheet mit 37 Reitern.
Während der Trainer 1985 noch rief „Lauf, Junge, lauf!“, brüllt heute ein Analyst im Hoodie durch ein Headset: „Die Expected-Laufradius-Heatmap zeigt eine 17-prozentige Abweichung in der Passwinkel-Regression, bitte sofort die Spline-basierten Flanken-Korridore schließen!“
Spieler dürfen inzwischen gar nicht mehr nach Gefühl schießen – zuerst prüft ein Künstliches-Intuitions-Modul (KIM), ob der Schusswinkel einen positiven Logit-Wert hat.
In den Katakomben sitzt währenddessen ein 12-köpfiges Analysten-Kollektiv namens DataWarriors 4.0, die – wie in einem Harry-Potter-Film – mit blinkenden Dashboards um sich werfen: R²-Zauberflüche, p-Wert-Mantras und die gefürchtete Bonferroni-Kettenreaktion.
Der Trainer darf offiziell erst eingreifen, wenn die Varianzanalyse-Vorhersage eine Signifikanzschwelle von 0,05 erreicht hat. Davor ist er rein rechtlich nur „emotionale Dekoration“.
Und der Pressesprecher kündigt stolz an:
„Wir haben die Expected-Ballkontakt-KPI unseres Linksverteidigers durch eine Bayes’sche Glücks-Wahrscheinlichkeit optimiert. Leider hat er seitdem keinen Ball mehr berührt, aber die Kurven im Dashboard sehen unfassbar sexy aus.“
Das Spiel endet 0:0, doch laut PowerPoint-Quartalsbericht hat man 112% Qualitätspressing erreicht, einen negativen Rebound-Faktor elegant normiert und die Spielerzufriedenheit auf dem Datenbus um 3 Prozentpunkte verbessert.
Die Fans im Stadion wissen von alldem natürlich nichts – sie trinken Bier, das mittlerweile übrigens nach Expected-Schaumquotient (xFroth) ausgeschenkt wird.
Wie geil ist das denn? 😀 😀 😀
Großartig!
Bist Du bekloppt?
Ich habe nur Realschule!
Wenn das zukünftig Fussball sein soll, ist das nicht mehr mein Sport!
Ich wechsel zur Rythmischen Sportgymnastik! (Was werden die doof schauen, wenn ich in der Halle Pyros abbrenne!)
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Du nach dieser Abhandlung in der nächsten Woche ein Vertragsangebot des HSV im Briefkasten hast.
Head of Game-Analysis plus Direktoren-Titel.
Kommantar des Monats. Genial
Kommentar des Tages! 👑
Kommentar des Monats!
Geiles Ding…massiv vereinfacht war ich ja früher schon bei den Schienenspielern raus…zum Glück musste das die Walz aus der Pfalz nicht mehr lesen! Aber hey, irgendwie und irgendwo müssen diese überflüssigen Direktorenposten ja kommen.
Und wurde eigentlich schon ein Excel-Sheed für/über den Jahrtausendtrainer Bartfick erstellt? Oder würde da erstmals die Endlichkeit einer Excel-Tabelle erreicht und neue mathematische Dimensionen mit exterrestrischer Sprengkraft würden die binären Zahlen zerstören?
Wenn Statistiken und Exel-Tabellen sich nie irren würden, würde nahezu jedes mickrige Start-Up binnen weniger Wochen zum Weltkonzern aufsteigen …
Ich habe übrigens die Daten von über zwei Millionen Weihnachtsfesten ausgewertet und ich kann euch sagen, was ihr in diesem Jahr unter dem Baum findet: Socken ! Und im Radio läuft Last Christmas ..
So. Viel Spaß beim Auspacken.
Die irren sich auch nie. But: shit in, shit out.
Der Musterschüler Merlin Polzin hat von seinen Cheftrainern begierig gelernt: von Daniel Thioune hat er die hohe Kunst des Schwurbelns und Phrasendreschens übernommen, von Tim Walter die Beratungsresistenz und das dümmliche Festhalten an einem sinnlosen Spielsystem, und von Steffen Baumgart das Kabinengebrüll.
Man könnte meinen, Merlin Polzin habe in seiner heimischen Schublade zwischen Kassenbons und alten Panini-Stickern irgendwo auch einen Spielplan des HSV versteckt – gefunden hat ihn allerdings noch niemand. Weder Fans, noch Gegner, noch der HSV selbst.
Die bisherigen Testspiele verliefen so, wie man’s aus Hamburg kennt: Energisch begonnen, selbstbewusst angekündigt, und dann so gründlich in den Sand gesetzt, dass man inzwischen überlegt, im Volkspark eine eigene Strandbar zu eröffnen. Gegner aus dänischen Provinzdörfern und niederländischen Drittligastätten machten kurzen Prozess und ließen Polzins Mannschaft aussehen wie eine Gruppe Touristen, die zum ersten Mal einen Ball sieht.
Zum „Konzept Polzin“: Offiziell handelt es sich um eine neue Form von „fluidem Chaosfußball“. Spieler laufen viel, wohin allerdings, entscheidet jeder selbst. Verteidigen ist optional, Standardsituationen wirken, als würden sie von der Losfee der DFB-Pokal-Auslosung entworfen. Immerhin: Überraschungsmomente sind garantiert. Für alle.
Und die Medien? Während auf dem Platz das Tiki-Taka an Taka-Tuka-Land erinnert, haben einige Hamburger Gazetten bereits das Champions-League-Logo auf die neuen HSV-Trikots photoshoppt. „Wenn Polzin so weitermacht, muss Real Madrid zittern“, heißt es voller Ernst in Kommentarspalten – während der HSV gerade gegen SC Germania Schluchtrup im Test ein 0:3 kassiert hat.
Fazit:
Merlin Polzin ist der Postmodernist unter den Trainern. Philosophie statt Punkte, Stilmittel statt Strategie. Er demonstriert: Man kann auch ohne Konzept Geschichte schreiben – zumindest für die Kabarettbühne. Der HSV ist mit ihm entweder auf dem direkten Weg ins Konzert der ganz Großen, oder auf dem direkteren Weg zurück in den Zweitligakeller. Aber keine Sorge: Die Schlagzeilen für beides sind schon vorbereitet.
Die Highlights sind ja unnormal geil. Was für Gegentore! Schön auch das beim HSV auch den Rückpass von Booby G als Highlight wertet, wohingegen von 96 nur die Tore gezeigt werden…
Sieht hinten beim KSV aus wie bei einer Schülermannschaft. So fällt der Bundesligarekord endlich! Weiter so
Der 11er war tatsächlich ein Witz und wäre von jedem VAR zurück gepfiffen worden, dazu gleich noch gelb für die Schwalbe. Das Testspiel kann man durchaus mit 3:0 werten, so wird es gegen den FCB vermutlich nach einer Viertelstunde stehen. Defensive anscheinend überhaupt nicht vorhanden…wird lustige Saison👍
„Nagelsmann tritt zurück- Merlin Polzin übernimmt“. Costa dazu: Geht ok, haben ja 7 Assis. Weißte Bescheid Schätzelein.
Drei Neuzugänge sorgen für Euphorie beim HSV (Kampagnenblatt)
Das sieht wohl nur Fanboy Stefan Walther so
das ist ja mal ein WELTKLASSE Beitrag!
Fehlt nur noch der abkippende 6er, die falsche 9, der hängende 10er und der falsche Fuffziger.
Grüsse gehen raus an die Junx von spielveralberung.de. 😛
sollte eine Antwort an @ Skipper sein Perlenbeitrag von 9:36 sein sorry