…Judas Boldt!

Wir erinnern uns.

Die erste Verkündung erfolgte am Sonntagmittag gegen 12 Uhr – und um kurz nach 14 Uhr folgte live auf der Mitgliedersammlung des HSV die zweite! Nachdem der Verein die sich seit Freitag anbahnende Leihe von Massaya Okugawa offiziell gemacht hatte, gab Sportvorstand Jonas Boldt im CCH die Vertragsverlängerung von Bacardi Daffeh bekannt – langfristig bis 2029! Applaus von den Mitgliedern brannte auf. Denn der HSV hat einen Doppel-Coup gelandet.  „Ich gehöre zum HSV und der HSV gehört zu mir, daher habe ich mich entschieden, meinen Vertrag langfristig zu verlängern.“ Nach wochenlangen Verhandlungen hatte es in den vergangenen Wochen Zweifel an einer Zukunft des Gambiers im Volkspark über den Sommer hinaus gegeben. Und Jonas Boldt, der die Mitglieder auf der Versammlung mit der Verkündung des Deals überraschte, frohlockte ebenfalls: „Wir sind sehr glücklich, dass wir diese Vereinbarung treffen konnten.“ Zumal Daffeh zuletzt auch lukrative Offerten aus dem Ausland hatte, sich nun aber bewusst für den HSV entschied. „Das unterstreicht seinen Charakter und seine Verbundenheit“, findet Boldt. „Wir sind glücklich, einen tollen Spieler und Menschen weiterhin beim HSV zu wissen.“ (Mopo)

 

Dies verkündete die Abteilung Hofbericht am 14. Januar 2024, also vor fast exakt 1 1/2 Jahren. Was ist seither passiert? Nach der Vertragsverlängerung (bis 2029) spielte Daffeh in der Rückserie der Saison 2023/24 noch 16 Mal für den KSV (2 Tore, eine Vorlage), in der nächsten Zweitliga-Saison kam der rüstige Gamier noch auf ganze 8 Einsätze (eine Vorlage) und leistete mit seiner unfreiwilligen Abwesenheit einen maßgeblichen Beitrag zum Aufstiegsunfall 2025. Bei einem Jahressalär von € 845.000 in der zweiten Liga (https://salarysport.com/de/football/bundesliga-2/hamburger-sv/) zahlte der KSV dem Saharakriecher also knapp € 850.000 für 424 Spielminuten (von 3.060 möglichen), also etwas mehr als € 20.000 pro erstolperter Spielminute und für eine mickrige Vorlage. Doch mit dem Aufstieg wurde der Spaß noch größer, denn nun rechnete man im Volkspark plötzlich mit spitzerer Feder. Die Frage lautete: „Wieviel ist uns diese im Grunde auserzählte Lügengeschichte um einen einmalig talentierten unbegleiteten Flüchtlingsbengel wirklich noch wert? Interessiert das eigentlich überhaupt noch jemanden? Und wenn ja, welchen Preis sind wir bereit zu zahlen?“ Offenbar kam man in St. Ellingen zu dem Schluss, dass der Mohr 😀 seine Schuldigkeit getan hatte, der Mohr könnte gehen, denn mit Beginn der Bundesliga-Saison 2025/26 wird die vorhersehbare Märchennummer noch ein Stückchen teurer, Daffeh übertrifft in der ersten Liga unter Garantie die eine Million Euro-Grenze. Doch wer nun gedacht hätte, dass Daffeh sich einsichtig zeigen würde und eines der hochdotierten Angebote u.a. von Al-Kohlrabi aus Saudi-Arabien annehmen würde, der hatte sich ins eigene Knie geschossen, denn flugs nahm der Mittelmeerschwimmer eine Verletzungspause, die exakt bis zum Ende der Tranferperiode andauerte. Unmittelbar nach Deadline Day meldete sich der gambische Fußball-Opa wieder zum Dienst, völlig überraschend hatte nicht ein Verein der Erde zugeschlagen. 

 

 

Nun schreiben wir das Jahr 2025, der Vertrag läuft noch 4 Jahre und garantiert Daffeh insgesamt (inkl. der Zweitliga-Saison) fast € 5 Mio. – und die will er auch haben, denn wie hieß es doch so schön? „Ich gehöre zum HSV und der HSV gehört zu mir, daher habe ich mich entschieden, meinen Vertrag langfristig zu verlängern.“ Jeder, der sich die Hose nicht mit der Kneifzange anzieht, wusste, dass genau dieser Fall eintreten würde – für die zweite Liga nicht mehr tragbar, für die Bundesliga absolut untauglich. Wenn ich aber als Sportvorstand (Judas Boldt) das Ziel habe, unbedingt aufsteigen zu wollen und genau weiß, dass ein Daffeh in diesem Fall bestenfalls auf der Tribüne sitzen würde, wie in Gottes Namen kann ich dem Mann dann einen neuen 5-Jahresvertrag zu verbesserten Bezügen offerieren? Ganz einfach: Ich wollte mich auf der Mitgliederversammlung für diesen Stunt feiern lassen und meinen eigenen Arbeitsplatz absichern. Großartiger Move vom sensiblen Regenjogger, schade nur, dass er den KSV knapp € 5 Mio. kosten wird. Normalerweise müssten sich alle Schmierschergen aus der Abteilung Hofbericht auf diese Geschichte stürzen, die Tatsache, dass genau das nicht passiert, sagt im Grunde alles über diese Hurensöhne aus. Ob vor dem Hintergrund, was danach passierte und was zu 1888% vorhersehbar war, heute nochmal „Jubel aufbranden“ würde, darf bezweifelt werden.

 

Zum Schluss – der gespielte Witz. Viel Vergnügen

„Man benötigt dafür viel Kommunikation, eine Menge Geduld, zwischendurch auch gute Nerven“, verrät Sportdirektor Klaus Kroster (41). Und fügt hinzu: „Man darf sich natürlich nicht zu früh treiben lassen. Am Ende ist ein gutes Timing wichtig. Wir versuchen, auf unsere eigenen Stärken und Überzeugungen zu vertrauen.“ Mittelfeldmann Lokonga sowie Techniker Vieira wären zum Start des Sommer-Transfermarktes am 1. Juli keine Optionen für den HSV gewesen. Beide wären einfach zu teuer gewesen. Kroster: „Sie waren nicht in unserm Kernverfolgungsmarkt gewesen. Wir hatten sie trotzdem auf dem Zettel. Bei Sambi konnte man länger davon ausgehen, dass vielleicht eine Tür aufgehen könnte. Bei Fabio hätten wir am Anfang keine Chance gehabt. Im Laufe des Transferfensters und gerade in den letzten Tagen konkretisierte es sich, dass vielleicht eine Möglichkeit besteht. Es wurde kurz vor Ende konkret und wir konnten zuschlagen.“

Der HSV hat dann unter Hochdruck versucht, das Arsenal-Duo zu verpflichten: „Wir haben alles in die Waagschale geworfen, was in unserer Macht steht. Nach außen war sehr klar, was wir mit den Spielern vorhaben, wie wir sie einsetzen können. Wie der Plan bei uns aussieht. Dementsprechend haben wir gehofft, dass wir bei denen punkten. Das ist uns ganz gut gelungen.“ Kroster zum Lokonga-Deal: „Seine sportliche Situation bei Arsenal hat uns eine charmante Möglichkeit eröffnet. Wir sind weiter sehr konservativ im Wirtschaften. Trotzdem haben wir eine Möglichkeit gefunden, Sambi für uns zu gewinnen.“

Der Transfer-Spezialist gibt zu: „Man lebt natürlich permanent mit dem Risiko, dass etwas zeitkritisch nicht mehr aufgeht oder Optionen wegbrechen. Man muss immer kommunizieren und dabei fühlen: Kann das Wirklichkeit werden? Oder jagen wir da einem Luftschloss hinterher? Wenn man länger im Transferzirkus mitarbeitet, hat man ein ganz gutes Gespür dafür. An jedem Tag muss die Sachlage neu eingeschätzt werden.“ Abschließend sagt der Ex-Profi Kroster: „Wir sind rückblickend sehr zufrieden, was uns bei jedem einzelnen Transfer gelungen ist.“ (Bild)

 

Man sieht – Dauerversager  und „Transfer-Spezialist“ 😀 😀 😀 Kroster hat die Kunst der Selbstvermarktung beim Meister Judas selbst erlernt, bleibt nur zu hoffen, dass er die Scheiße, die er hier ohne rot zu werden absondert, selbst glaubt. 

Was wünscht ihr Klaus Kroster? Schreibt es in die Kommentare. Oder lasst es bleiben, ist mir komplett Latte

Euer Mongo-Tom