Immer wieder stellt sich ein durchschnittlich intelligenter Beobachter bei Artikeln, Blogs, Podcasts, TV-Beiträgen oder Internetposts sowohl beim Urheber wie auch bei den dazugehörigen Kommentatoren die Frage: „Sind die wirklich so stunzdoof oder wollen die eigentlich nur die Leute verarschen? Haben die eigentlich auch nur ansatzweise eine Ahnung, wovon sie da eigentlich labern?“ Natürlich, auf diesem Planeten leben inzwischen ca. 8 Milliarden Fußball-Experten und wahrscheinlich 70 Millionen kleine Bundestrainer, aber ehrlich, was man dort an Unkenntnis, Schwachsinn und gezielter Propaganda ertragen muss, geht auf keine Kuhhaut. Mal ein kleines, von Braziliarden Beispielen. Der FC Bayern schlägt RB Leipzig im Eröffnungsspiel der Bundesliga-Saison mit 6:0 und am dritten Spieltag frohlocken tatsächlich nicht wenige der dümmsten Fans der Welt, dass man ja wohl besser performt hätte als der ungeliebte Brauseklub aus dem Osten, schließlich hat man bekanntlich einen Treffer weniger kassiert. In gestörtem Fan-Wahn wird natürlich ausgeblendet, dass es den Bayern am ersten Spieltag ein Bedürfnis war, gegen einen vermeintlichen Mitkonkurrenten ein Zeichen zu setzen und entsprechend 90 Minuten lang Gas zu geben, während gegen das Fallobst aus St. Ellingen 30 Minuten Trainingsmodus reichten, um ein lockeres 4:0 herauszuschießen. Aber das ist lediglich das Kommentatoren-Beispiel, denn die Verursacher dieser Schwachsinnsansichten aka Hofberichterstatter sind bekanntlich nicht besser und man muss sich jeden Tag fragen, ob die die Kacke wirklich glauben, die sie verzapfen oder ob dort angestellte Fanboys in den Redaktionen sitzen, die „nicht gegen ihre Leser schreiben“ dürfen.
Die Frage ist doch nur: Was habe ich als Konsument eigentlich von dieser Art von Berichterstattung? Was habe ich als US-Bürger davon, wenn mir ein dementer, weit unterdurchschnittlich intelligenter Präsident erzählt, dass er die Zölle erhöht, damit es allen besser geht und dann merke ich im Supermarkt, dass sich nahezu jedes Produkt verteuert hat? Was habe ich als KSV-Fan davon, wenn mir die Schmierlappen vom Kampagnenblatt erzählen, wie endgeil doch alles im Volkspark ist und am Wochenende wird man dann von St. Pauli gedemütigt und von den Bayern abgeschlachtet? Was bringt mir das als Medienkonsument, wenn man mir Welten vorgaukelt, die mit der Realität nichts zu tun haben? Sicher, im Moment des Lesens fühle ich mich wahrscheinlich besser, aber der Realitäts-Kater ist doch umso heftiger, je weniger die Vorhersagen und Prognosen mit den Ergebnissen einhergehen. Oder ist es vielmehr so, dass ein Großteil der Medienkonsumenten es genießen, angelogen zu werden? Wollen sie den Beschiss, damit es ihnen zumindest kurzfristig besser geht? Aktuelle Beispiele
Die Hamburger haben gegen Heidenheim gezeigt, dass sie in der Bundesliga mithalten können. (Kampagnenblatt)
NEIN, genau das haben sie eben nicht. Sie haben in einem Heimspiel gegen die nominell schwächste Mannschaft der Liga eine desolate Defensivleistung gezeigt, die gegen jedes andere Bundesliga-Team in einem Debakel endet. Wie in Gottes Namen kann man bitte 20!!!!! Heidenheimer Chancen, zum Teil Großchancen, ausblenden?
Gut für den Club: Chefcoach Polzin ist nicht dafür bekannt, sich von Emotionen blenden zu lassen. (Kampagnenblatt)
Bitte WAS? Reden wir noch vom gleichen rotbäckigen Anzeigenhauptmeister Doofy Gilmore, dessen bekanntestes Stilmittel es ist, seine Mannschaft mit hoher Fistelstimme anzukreischen? Und der Clown lässt sich nicht von Emotionen blenden? Der gleiche Kasper, der offenbar einen Narren an Ramschfisch-Knorpeltiger gefressen hat? Soll das ein beschissener Witz sein?
Anyway, erneut die Frage: Was habe ich als Leser/Fan von solcher Art bezahlter Propaganda, wenn mich doch spätestens nächste Woche die Realität erneut einholt?
Der Blog, den keiner liest…
An dieser Stelle vielleicht mal eine Erklärung. Ich betreibe diesen Blog jetzt im 13. Jahr und in dieser Zeit sind ungezählt viele andere Blogs, Podcasts, Youtube-Kanäle etc. aus der Taufe gehoben und nach einiger Zeit wieder eingestellt worden. Eines hatten alle, allen voran die diversen Blog-Versuche von „Schorle“ Münchhausen, gemein: Es waren durch die Bank kritiklose Fan-Blogs, Jubel-Podcasts oder Youtube-Versuche von irgendwelchen Hüpfern, denen ihre eigenes Gehüpfe nach einiger Zeit selbst auf die Eier ging. Und dennoch – auch ich hätte diesen Blog durchaus anders gestalten können. Auch ich hätte mit den Wölfen heulen, jeden erstolperten 2:1-Sieg gegen Sandhausen feiern und jede Klatsche schönlabern können. Wahrscheinlich hätte ich in all den Jahren diverse vereinsnahe Sponsoren gehabt, wahrscheinlich hätte ich nicht 25, sondern 250 Kommentare pro Blog. Ich hätte mir unzählige Beleidigungen, Tausende von Pöbeleien und zig Gewaltandrohungen gespart. Anders ausgedückt: Die Art und Weise, wie ich diesen Blog mehr als ein Jahrzehnt gestalte, hat mich bares Geld gekostet. Bereue ich es? Keine Sekunden, denn hätte ich mich so verhalten und so positioniert wie die Sekten-Formate, ich hätte nicht mehr in den Spiegel gucken können. Und auch nach 13 Jahren würde ich im September 2025 sagen, dass ich alles richtig gemacht habe. Ich fühle mich nicht wie ein widerlicher Arschkriecher, der einen Donald Trump hasst wie die Pest und seine Politik verachtet, ihm aber aus rein monetären Gründen in den Arsch kriecht.
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Es ist wie immer beim HSV: Aus einem positiven Ergebnis, denn mehr war es am Samstag nicht, werden die völlig falsche Schlüsse gezogen. Man hat gegen eine stark ersatzgeschwächte Heidenheimer Mannschaft aufgrund eines glücklichen Spielverlaufs mit 2:1 gewonnen. Hätte Heidenheim nicht auf Pieringer und Zivzidaze verzichten müssen, hätte es wohl anders ausgesehen. Der HSV benötigt für einen schmeichelhaften Heimsieg gegen einen der wenigen Gegner, denen er überhaupt Paroli bieten kann, jede Menge Glück und eine eklatante Abschlussschwäche des Gegners. Daraus lässt sich sicher nicht ableiten, dass der HSV in der ersten Liga mithalten kann. Allenfalls dürfte man schreiben, dass der HSV mit vier Punkten in der Liga angekommen ist – mehr aber nicht. Mit solch einer Leistung wird der HSV von Union Berlin oder Mainz aufgefressen.
Und noch ein Wort zu der Flut an kurzlebigen Formaten: Diese sind öde, weil sie zu 99% keine eigenen Gedanken formulieren, sondern nur Wiederkäuen, was woanders schon stand – Mehrwert NULL! Befriedigt lediglich die Selbstdarstellungswünsche und Aufmerksamkeitssuche der Urheber. Auf Kloakenbeiträge wie von Sievi oder Helm-Peter und Konsorten gehe ich nicht ein.
Sich als Medienschaffender
nicht verbiegen lassen, seine Überzeugungen gegen alle Widerstände nach außen tragen, seine Meinung auch gegen die aktuell populäre Strömung verteidigen, all das sind seltene Güter geworden.
Gut, dass man sie wenigstens hier noch antreffen kann.
Auch wenn das bedeutet, dass man sich unbeliebt macht, so kann man dennoch gewiss sein, dass es da draußen genügend Leute gibt, die genau auf sowas warten.
Deine Aufrufzahlen sind ein gutes Beispiel dafür.
„Anyway, erneut die Frage: Was habe ich als Leser/Fan von solcher Art bezahlter Propaganda, wenn mich doch spätestens nächste Woche die Realität erneut einholt?“
Solange die Realität der Propaganda angepasst wird, ist alles in Butter.
Und genau das versuchen die Schreiberlinge ja zu erreichen. In vielen Fällen schaffen sie das auch.
Die Wahrheit wird schön gefärbt, umgeschrieben, oder einfach ignoriert.
Dann werden hübsche Meldungen, die den Hüpfer gefallen, solange wiederholt, bis das auch der letzte normal denkende Mensch das kalte Kotzen kriegt.
Die Hüpfer indes hüpfen.
Ein Bollwerk, errichtet gegen das, was nicht sein darf.
Hier und da bekommt das Bollwerk vielleicht mal Risse, aber noch hält es.
Mal schauen, wie lange noch.
Wie immer sind die Ursachen wohl nicht monokausal und belogen werden wollen die Leute auch eher nicht. Medien- und Digitalkompetenz werden an deutschen Schulen aber wenig bis gar nicht vermittelt und seit Jahren bekommen die Leute diese Scheiße von den Medien eingetrichtert. Die wissen es nicht besser und glauben das schlicht.
Genauso wie in UK eine Mehrheit pro Brexit votiert hat, weil sie gegen jede Evidenz geglaubt hat, dass der Brexit irgendwie gut für sie sei. Genauso wie die Wähler in den USA Inflation als Hauptproblem benennen und dann Trump wählen, obwohl die angekündigten Zölle und die Abschiebung von bis zu 11 Mio. Arbeitskräften nach jeder Wirtschaftstheorie die Inflation antreiben müssen. Das ist alles völlig widersinnig. Die Leute sind nicht zwingend dumm, aber eben inkompetent. Die wissen es nicht besser.
Und wenn in Hamburg der HSV und die Medien seit 10 Jahren erzählen, wie sensationell geil der HSV ist und wie toll da gearbeitet wird, obwohl jede harte Evidenz dagegen spricht, dann glaubt man den Müll. Man bekommt es täglich mit dem Vorschlaghammer eingehämmert und weiß es nicht besser.
Und letztlich ist es beim HSV wie bei Trump: Die Anderen, die Sinistren haben die mächtigeren Tools in ihrem Werkzeugkasten. X oder Truth.social haben mehr Reichweite als Mastodon. Fox News hat mehr Reichweite als CNN. Das Abendblatt und die Mopo haben mehr Reichweite als HSV-Arena und dadurch gelingt es, diese Schwachsinns-Narrative zu etablieren und letztlich eine breite Masse zu manipulieren. Wir kämpfen nicht mit gleichen Waffen und deshalb ist es so schwer. Und deswegen steuern wir meines Erachtens in D auch auf Verhältnisse wie in den USA zu. Wir hinken in der Entwicklung nur etwa 10 Jahre hinterher. Wenn wir den Trend aufhalten wollten, müssten wir erst mal daran arbeiten, mindestens gleich mächtige Tools zu bekommen. Das passiert aber nicht, also kann die andere Seite weiter ihre Narrative durchsetzen.
So ist es, du dummes Arschloch. Die Dummen sind mit weniger als nichts zu frieden und die Klugen zweifeln an der Scheiße, die ihnen vorgesetzt wird. Aber das hast du Penner mit Sicherheit nicht gemeint
Die meisten Menschen denken nicht. Sie plappern nach wie Papageien.