Dieser Blog heißt zwar seit ca. 13 Jahren „HSV-Arena“, aber er ist eben auch dafür bekannt, dass sich der Autor/Blogbetreiber nicht nur über die dahin siechende Imitation eines Fußballklubs Gedanken macht, sondern auch über andere Dinge, Vorgänge etc. – um am Ende dann doch wieder beim KSV zu landen, weil dieser Verein tatsächlich eine erschütternde Blaupause für so viele kranke Erscheinungen dieser Zeit abbildet. Meine heutige Frage lautet: Gibt es heutzutage eigentlich noch Verlierer? Gibt es noch Menschen, Gemeinschaften, Parteien, Länder oder was auch immer, die sich nach einem Ereignis hinstellen und sagen: Heute haben wir verloren? Meiner Auffassung nach gibt es diese eben nicht mehr, heute meint jeder Verlierer, auch irgendwie gewonnen zu haben. Ein paar Beispiele. Wer hat das letzte Mal nach einer Wahl (Landtag, Bundestag, was auch immer) gehört, dass jemand, der sich zur Wahl gestellt hat, offen eingesteht, dass er diese Wahl verloren hat. Höre ich die Analysen der Partei-Verantwortlichen nach einem Wahlabend, so höre ich nur und ausschließlich Sieger. Die einen haben rein prozentual die meisten Stimme und sind per Definition die Sieger, selbst wenn sie weniger Stimmen als beim letzten Mal erringen konnten. Andere kriegen an der Wahlurne eine richtige Backpfeife, aber irgendwo in den Tiefen der Geschichte wird es eine Wahl gegeben haben, bei der sie noch schlechter abgeschnitten haben, soooo schlecht war es dann also doch nicht. Und außerdem haben die anderen ja auch Stimmen eingebüßt, es ist also gar kein Votum gegen die Partei oder deren Programm, sondern ein allgemeiner Trend und bla bla bla. Jemander der nach einer Wahl vor einem Mikrophon steht und erklärt: Wir haben heute eine krachende Niederlage einstecken müssen, offenbar haben weder unsere Personen noch unser Programm den Wähler überzeugt, daraus müssen wir unsere Schlüsse und unsere Konsequenzen ziehen – diesen jemand gibt es nicht (mehr).
Anderes Beispiel – Ukraine. Wladimir Putin hatte sich das alles so schön ausgedacht. Mit einer militärischen Übermacht in der Ukraine einfallen, Kiew überrollen, von einer jubelnden Menge mit blau-weiß-roten Fähnchen empfangen werden und das Ganze in einer Woche. April, April, der Krieg dauert an ist bereits im vierten Jahr. Doch selbst wenn sich die Russen wieder hinter die ursprünglichen Grenzen zurückziehen müssten und für diesen Schwachsinn zig-Milliarden Rubel und Hunderttausende russische Soldaten geopfert hätten, würden sie zugeben, dass sie verloren hätten? Unter Garantie nicht, dann dann würde die russische Propaganda erklären, man hätte so gut wie alle Kriegsziele erreicht, hätte die Ukraine auf Dauer entscheidend geschwächt und hätte sich aus eigenem Antrieb zurückgezogen. Die Verlierer sind immer die Anderen, doch auch die fühlen sich als Sieger, weil es halt keine Verlierer mehr gibt. Ich sehe es anders und zwar in allen Bereichen des Lebens, denn meiner Meinung nach gibt es keine Gewinner, wenn es keine Verlierer mehr gibt. Das Leben sagt uns, dass wir nicht immer gewinnen können und der beste Lehrer des Lebens die Niederlage ist, wenn man bereit ist, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Ich könnte noch viele viele andere Beispiele anführen, doch am Ende bin ich – wie immer – doch wieder beim KSV, denn auch der hat gelernt, nicht lernen zu müssen, weil er eben nicht verliert.
Kann sich jemand an die Aussage eines KSV-Verantwortlichen erinnern, der sich nach einer Klatsche oder einer Blamage vor die Kameras gestellt und erklärt hat: „Wir haben heute einfach beschissen gespielt und zu Recht verloren. Bei uns hat heute von der ersten bis zur 90. Minute nichts gepasst und wir alle, Trainer und Spieler, haben heute auf ganzer Linie versagt“. Nein, weil es nie passieren wird. Wenn man ein Spiel wie gegen den Tabellenletzten aus Heidenheim mehr als glücklich nach Haus fährt, dann wird dieser Sieg gnadenlos überhöht und in vollkommen unangebrachte Dimensionen verfrachtet. Wenn man das Spiel verliert, dann hat man einen Fortschritt zur Vorwoche erkannt, hat natürlich auch „viel Pech gehabt“ und außerdem waren Platz und Schiri sauschlecht. Man ist mitnichten ein Verlierer, man ist nur der Verein, der diesmal keine drei Punkte erhält. Dies alles, dieses Verhalten, führt am Ende des Tages zu einer Sichtweise bei Fans/Wählern etc., die mehr als ungesund ist, denn man erhält den Eindruck, dass egal was passiert, man gar nicht verlieren kann, es ist im Grunde scheißegal, was passiert, man hat eigentlich immer gewonnen. Wer immer gewinnt, verliert zu lernen, verliert die Gabe, sich zu verändern und zu verbessern, denn warum sollte man etwas ändern, wenn man doch grundsätzlich auf der Siegerstraße ist? Aus Siegen lernt man nicht, man lernt aus Niederlagen, doch wenn man nicht mehr verlieren kann, muss man auch nicht mehr lernen.
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Wie immer – bei Interesse
https://www.mein-australien.com/2025/09/26/perspektivveraenderung/
Volltreffer!
„Das Leben sagt uns, dass wir nicht immer gewinnen können und der beste Lehrer des Lebens die Niederlage ist, wenn man bereit ist, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.“
In diesem Satz steckt eine der zentralsten Lehren für ein gelingendes Leben!
Vergleiche im Wettbewerb sind so einfach:
„Der zweite ist immer der erste Verlierer!“
Doch, was ist schon einfach?
Wenn ich politisch zweiter bin, muss ich offensichtlich immer ein noch schlechteres Ergebnis finden, um der Bessere der Schlechten zu sein. So kommt es immer wieder zu dem Ausdruck „zweiter Sieger“!
Ich kann aber auch politischer Sieger sein und trotzdem als Verlierer daher kommen.
Siehe der 47. Präsident der USA. Er hat zwar die Wahl gewonnen, ist aber, im Vergleich mit dem 45. Präsidenten, der große Verlierer. Besonders kognitiv!
Sportlich sollte es eindeutig sein.
Wer die Leichtathletik WM verfolgt hat konnte feststellen, dass nur wenige „Nichtsieger“ sich auch als solche bezeichnen. Da verliert der Sprinter/die Sprinterin bereits im Vorlauf mit persönlicher Bestleistung, was aller Ehren Wert ist, und der Moderator stellt fest „Da bist Du als bester Europäer im weltweiten Vergleich ja Europameister geworden!“ Es wird hier ja seitens der Presse noch nicht einmal mehr von Verlierern gesprochen.
Im Mannschaftssport ist es ähnlich.
Nehmen wir als Beispiel mal deeeeeen….
Fussball.
Da wird nach jedem schlechten Spiel versucht, immer das Beste herauszukehren, und sich irgendwie als Sieger zu generieren. Wenn der Trainer nach schlechter Leistung der Mannschaft sich vor selbige stellt, kann das noch als Versuch zum Schutz der Moral gesehen werden. Sollte das allerdings unreflektiert geschehen, kann das schon als unmoralisch angesehen werden. Schlechte mannschaftliche Leistung nicht zu benennen ist schönfärberei und bestärkt die Truppe nur in ihrem negativen Tun.
Wenn Spieler nach dem Spiel vor ein Mikrofon treten und in jedem zweiten Satz „eigentlich“ vorkommt, wird die eigene schlechte Leistung beschönigt und der Platz, der Schiedsrichter, der Pausentee oder die vorabendliche Prostituierte waren schuld.
Doch genug über den 🐇🦚.
Andere Trainer verstehen es durchaus, auch nach guten Spielen, aber besonders nach schlechten, auf die Defizite hinzuweisen und den Handlungsbedarf nach vorne zu stellen. Die Presse ist dann auch bereit, kritisch zu berichten.
Zum Schluss bitte ich euch um Hilfe.
Da ich das Gefühl habe, dass viele Anhänger des 🐇🦚 kognitiv nicht im Stande sind ganze Sätze zu sprechen, vervollständigt bitte endlich mal den mich seit vielen Jahren verfolgenden Halbsatz:
NUR DER HSV……
In der Fußball-Bundesliga lieferten einige Trainer wie Christian Streich oft ehrliche Statements nach verlorenen Spielen ab („Wir waren heute einfach nicht gut“). Auch Jürgen Klopp hat nach schweren Niederlagen offen Selbstkritik geübt und die Leistung des Teams kritisiert.
Im HSV-Umfeld sind solche Aussagen tatsächlich sehr selten, doch nach extremen Spiel-Blamagen äußert sich gelegentlich ein Trainer oder Spieler kritisch, etwa wenn Tim Walter nach der Niederlage gegen Sandhausen betonte: „Wir waren heute nicht Bundesliga-tauglich.“ Allerdings bleibt die Kommunikation meist defensiv und beschwichtigend.
Fans und Teams fallen in eine Art Wohlfühl-Modus ohne kritische Auseinandersetzung mit Fehlern, was einen Stillstand oder Rückschritt begünstigt.
In anderen Sportarten, wie bspw. im Tennis sind offene Niederlagen häufiger zu hören – Roger Federer oder Rafael Nadal haben mehrfach nach Finalverlusten klar erklärt, dass einfach der Gegner besser war.
Verlieren ist Teil der Lebensrealität. Und genau da haben wir schon das Problem. Realität. Viele Leute meiden diese und versuchen alles sich ihr nicht stellen zu müssen. Natürlich verliert jeder irgendwann einmal. Am Ende verlieren wir das Leben. Verlust gehört zu den Dingen, die niemand gerne erlebt. Und schon gar nicht in Bezug auf Dinge, die einem wirklich wichtig sind. Wenn man gegen das eigene Kind beim UNO verliert, ist das vermutlich kein Drama. Wenn der eigene Verein andererseits aber ständig katastrophale Leistungen abliefert, keine Punkte einfährt, und dabei die ganze Zeit über so tut, als hätte man Fußball vom anderen Stern geliefert, ist das schon was anderes. Drama Baby!
Und so eine unangenehme Tatsache möchte man ebenso ungern an sich heran lassen. Dann doch lieber die watteweich und rosarot ausgedachte und von allen Seiten entsprechend auch noch unterstützte Fake Realität.
Ist gleich viel kuscheliger.
Und solange das so läuft, ändert sich mal gar nichts. Weder beim KSV, noch weltweit.
Was mich als Popcorn mampfende Zuschauerin und im Falle des KSV bekennende Katastrophentouristin durchaus zum Lachen bringt.
Wer meint, dass er noch nie verloren hat
sollte Memory gegen ein Kind spielen.
Da ist Demut angesagt.
Niederlagen und Verluste schärfen das Leben, ist so.
Diese Spinner beim KSV erleiden auch Niederlagen ohne Ende, aber sie haben keine Eier diese einzugestehen, es gehört zum Geschäftsmodell alles schön zu labern.
Sie manipulieren Massen.
Der 2te Hamburger Sportverein (nach St. Pauli), spielt mit seiner dritten Mannschaft aktuell in der Landesliga Hammonia Staffel. Es sind dort 6 Spieltage absolviert, der 2.HSV hat dort 0, ich wiederhole…O Punkte, ist Tabellenletzter und hat eine Tordifferenz von -29!!! 7 geschossene Tore, bei 36 Gegentoren…nach 6 Spieltagen! Da stellt sich mir die Frage…langt dieses +10 Millionen Euro pro Jahr teure Nachwuchszentrum nicht mal mehr für die Landesliga?
Was hat diese Zentrum überhaupt noch für eine Daseinsberechtigung?
St. Pauli3 ist übrigens 4ter mit 15 Punkten…gleiche Verhältnisse wie in Liga 1…der eine kann es, der andere nicht!
Also vom „investierte Mittel/Leistungs-Verhältnis“ ist denke ich der ETV dann doch vorm KSV, Altona wohl auch 😉