Es ist ein Phänomen, welches man gefühlt seit 264 Jahren beobachten kann, von dem ich aber noch nie wirklich begriffen habe, was es eigentlich soll. Ich beschreibe kurz. Der Spieler eines Teams verletzt sich oder verlässt den Verein und anschließend beschäftigen sich zahllose Artikel, unmaßgebliche Insolvenzblogs, Spacken-Youtuber und Behinderten-Podcaster mit der Frage, wer diesen unverzichtbaren Weltstar wohl ersetzen könnte. Aber – was soll das? Warum philosophieren so viele Amateure über die Frage, was an seiner Stelle über das Feld humpeln könnte, am Ende muss man doch eh mit dem leben, was der Übungsleiter entscheidet. Also warum verschwendet man derart viel Lebenszeit damit, über mögliche Aufstellungen oder taktische Winkelzüge zu fabulieren, wenn es doch letztendlich keinen Schwanz interessiert. Wenn das Spiel angepfiffen wird, kann man sehen, welche Elf auf dem Platz steht und gut, aber warum hocken dann Hunderte von bewegungseingeschränkten Frührentnern und debile Briefmarkenhändler bis weit nach Mitternacht vor ihrem Aldi-Rechner und erzählen anderen, welche Stolperjochen ihrer Meinung nach die Lücke füllen sollte? Ich werde das nie begreifen. 

 

 

Genausowenig wie die erwähnte Pensionäre kann ich mir erklären, warum irgendwelche Möchtegern-Journalisten-Simulanten meinen, vor Bindestrichen triefende Blogs zu pinseln, in denen sie in epischer Breite die Vor- und Nachteile von diesem Spieler oder von einem andere Spieler versuchen aufzuzählen, was soll das? Im Zweifelsfall sieht es der Cheftrainer eh komplett anders, denn wie soll beispielsweise ein fettbäuchiger Insolvenzblogger wissen, welcher Spieler sich in welcher Verfassung befindet, wenn er seit Jahren keiner Trainingseinheit mehr beigewohnt hat. Tatsächlich ist es doch so, dass bei der inkompetenten Bewertung der Spieler ein gekaufter Fanboy vom anderen abschreibt und jeder meint, er hätte Nicolas Flamel beerbt und den Stein der Weise gefunden, was für eine Zeitverschwendung. Ich habe vor langer Zeit entschieden, dass mich dieser Mumpitz null interessiert und ich fahre ausgezeichnet damit. Aber möglicherweise hat auch dieses Phänomen seine Ursprung im Hang der Deutschen zum Klugscheißen. „Ich habe es ja vorher gesagt, hätten sie X statt Y spielen lassen, dann…“. Ich finde das extrem öde.

 

 

Wie bewertet ihr die Bundestrich-Überschriften von Speckschorle Münchhausen und die Aktion von Wüstefeld?

Und wann wünscht ihr euch die endgültige Einstellung des Insolvenzbolgs?

Schreibt das alles in die Kommentare. Oder malt es an eure Hauswand. Oder kackt es in die Schüssel. Oder schreibt an euren Abgeordneten. Oder steckt euch einen Finger in den Hintern

Ich bin geistesgestört.

Euer Mongo-Tom

 

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