Schon irgendwie lustig. Wenn man die Begriffe „Hoffenheim Kicker Boldt“ googelt, wird man auf einen Artikel mit der Überschrift „TSG Hoffenheim hat Ex-Hamburger Jonas Boldt im Visier“ verwiesen, wenn man diesen Artikel dann anklickt, erscheint der Hinweis „Entschuldigung, diese Seite wurde ausgewechselt oder vom Platz gestellt“ und das, obwohl dieser Beitrag erst einen Tag zuvor veröffentlicht wurde. Warum wohl? Zum Glück habe ich diesen Artikel gestern, als er noch online stand, gelesen und herzlich gelacht. Ex-Mäzen Hopp und ein mehr als windiger Berater (Wittmann) wollen sich die Macht in Hoffenheim zurückholen und dafür wäre wohl kaum jemand besser geeignet als die Mutter aller Intrigenschweine, Slenderman Judas Boldt. Würde ich als jemand, der in einem Verein für Unfrieden und Unruhe sorgen möchte, der bestehende Strukturen zerstören und (politische) Gegner diffamieren möchte, eine Gallionsfigur für diese Kampagne suchen, Judas wäre Deutschland-weit die unangefochtene Nummer 1, insofern macht das alles schon Sinn. Was wenig Sinn macht, ist der beständige Verweis der untauglichen Schmierlappen, der sich dann in Sätzen wie „nach Kicker-Informationen“ manifestiert. Denn was genau bedeutet das eigentlich, „nach Kicker-Informationen“?

Dünner angerührte Zeitgenossen würden wohl immer noch vermuten, dass dort ein Insider-Journalist investigativ tätig gewesen ist, rumtelefoniert und seine Quellen angezapft hätte, in Unterlagen wühlen oder Datensätze studieren würde, aber solche Patienten glauben auch den Bullshit, den KI-Schorle Münchhausen in seinem legendären Video „Ein Tag bei TschüssVollspack“ von sich gegeben hatte. „Ich stehe so gegen halb 6, 6 auf und lese alle Artikel“ 😀 😀 😀 Genau. Diese Opfer glauben auch noch, dass High End-Schmierlappen mit Sonnenbrille und angeklebtem Bart im Auto ohne Kennzeichen sitzen und den Verdächtigen verfolgen, bevor sie NSA-Wanzen an Tischen von italienischen Restaurants anbringen. Analexander, ich muss dich Trottel enttäuschen, die Realität ist deutlich unspektakulärer. „Nach Kicker-Informationen“ heißt nichts anderes als: Boldt oder jemand, der an der Verbreitung dieses Scheißhausgerüchts interessiert ist, hat beim Kicker angerufen und dem Journalisten-Simulanten seines Vertrauen die Informationen, die eigentlich gar keine sind, gesteckt. „Hey Alter, schreib‘ doch mal, dass ich in Hoffenheim im Gespräch bin“. Das Verrückte daran – die Geschichte kann von der ersten bis zur letzten Silbe erstunken und erlogen sein, aber sie steht geschrieben und verbreitet sich viral, Ziel erreicht. 

Denn wie auf Zuruf, erscheint am gleichen Tag, natürlich im Kampagnenblatt:

Dieser Bundesligist hat Boldt als neuen Manager im Visier

Ex-HSV-Vorstand könnte nach eineinhalb Jahren in den Profifußball zurückkehren. Erste Gespräche mit dem Interessenten sollen laufen. Wie mehrere Medien berichten, ist Boldt ein Kandidat als neuer Sport-Geschäftsführer bei 1899 Hoffenheim. Laut „Kicker“ sollen sich TSG-Mäzen Dietmar Hopp und dessen Vertrauter Wittmann bemühen, Boldt für Hoffenheim zu gewinnen, sollte Schicker sich für eine Rückkehr nach Österreich entscheiden. Eine erste Kontaktaufnahme zu Boldt soll erfolgt sein.

 

Der Klassiker, natürlich überbracht von Fickfresse und Boldts persönlichem Auftragsschreiber Henrik Jacobs. Natürlich tut es niemand, aber man wäre gut beraten, würde man auf die genauen Formulierungen achten. In der Headline steht „hat“, es wird also Gewissheit suggeriert, im Artikel selbst steht dann etwas ganz anderes. „Könnte“, „sollen laufen“, „sollte“ und der Höhepunkt: Wie mehrere Medien berichten“, dabei hatte nur der Kicker berichtet und alle andere abgeschrieben, bevor der Artikel einen Tag später vom Netz genommen wurde. Man kann förmlich spüren, wie sehr es Dummgrinser Jacobs freut, dass er endlich einmal wieder seinem Medienpartner Boldt einen Gefallen tun und ihn ins Gespräch bringen konnte, schließlich war das Ganze vor einiger Zeit mit Tom Walter und einem polnischen Verein mißglückt. Tatsache ist, dass sich seit seiner Entlassung im Mai 2024 keine Sau für den ätzenden Judas interessiert, das sind müde 1 1/2 Jahre und das, obwohl sich der sensible Regenjogger ständig irgendwo im Umfeld von irgendwelchen Vereinen rumtreibt. Deshalb ja auch das tolle Foto im Kampagnenblatt mit der dümmlich grinsenden Vize-Präsidenten, Präsident Deo-Roller und Anzeigenhauptmeister Doofy Gilmore, also sozusagen die Elite des deutschen Fußball-Schwachsinns. 

 

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