Spätestens seit der Schreckensherrschaft des sensiblen Regenjoggers wird in St. Ellingen wohl kaum ein Wort derart malträtiert wie der Begriff „Werte“. Klar, dahinter steckt selbstverständlich die (verzweifelte) Suche nach dem besonderen Merkmal, der Einzigartigkeit oder die Beantwortung der Frage: „Wofür stehen wir eigentlich?“ Dabei sind besonders im Zusammenhang mit Sportvereinen Vokablen wie „Zusammenhalt“, „Unsere Farben verteidigen“ oder auch „sich sozial engagieren“ besonders abgedroschen, denn auf diesen Zug sind inzwischen alle aufgesprungen, dies allein garantiert keine Exklusivität, ganz im Gegenteil. Dennoch – der KSV labert bei jeder Gelegenheit von seinen Werten, ist aber nicht in der Lage, diese zu definieren. Also gucken wir weniger auf die Sprüche und mehr auf die Taten.

 

 

Das muss man sich einfach mal vorstellen. Ein Verein mit dieser Witzfigur Ekki „Cornelius“ Göpelt, seines Zeichens Direktor Fans, Kultur und Nachhaltigkeit (was für ein Treppenwitz) hat diese Aktion genehmigt und gebilligt und will anschließend so etwas wie Werte und Kultur verkaufen.  Nicht umsonst kommt der KSV jetzt mit sozial angehauchten Aktionen wie Krebsvorsorge inkl. der traurigen Diekmeier-Nummer um die Ecke, aber auch das haben viele Andere zuvor getan. Nicht umsonst versucht man sich jetzt an so etwas wie einer Kooperation mit der Stiftung Hamburger Gedenkstätten, das soll selbstverständlich Betroffenheit suggerieren. Alles schön und gut, aber solange man im eigenen Stadion Fernzugscheißer Transparente mit 1312 aufhängen lässt, eingeschlagene Polizeihelme zeigt und verbrannte Polizeiuniformen gestattet, kann mich sich die tränenreiche Selbstinszenierung in die Haare schmieren.

Anderes Thema, genauso Scheiße

 

„Die Transferperiode des Hamburger SV wirkte etwas holprig. Das verlorene Derby gegen St. Pauli war offenbar ein Weckruf, nach dem noch einmal nachgelegt wurde. Mit den drei Last-Minute-Transfers von Luka Vušković, Fábio Vieira und Sambi Lokonga ist viel Qualität dazugekommen. Ob das Gesamtgefüge passt und ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, verstärkt auf Leihspieler zu setzen, wird sich zeigen. Ich hoffe für den HSV, dass er im ersten Jahr nach sieben schweren Zweitligajahren in der Bundesliga ankommen und die Klasse halten kann.“ (Judas Boldt)  
 
Ganz überzeugt scheint Boldt von der langfristigen Ausrichtung des HSV also noch nicht zu sein.
 
Man muss wirklich Nerven haben, wenn man selbst 5!!!! mal trotz Top 3-Etat am Aufstieg gescheitert ist, aber immer noch meint, man müsste Klugscheißen. So richtig wie Teile seiner Einschätzung vielleicht sein mögen, sollte der intrigante Slenderman der Allerletzte sein, der sich zu diesem Thema äußert. 
 
Zum Schluss…
….das Letzte