„Wenn diese Maßnahmen umgesetzt werden, wird es dazu kommen, dass das Stadionerlebnis, dass wir alle kennen, bald tot ist. Kurven, Choreografien und völlige Ekstase sind dann bald Geschichte“, sagt der Ultra aus der Gruppe Castaways. (Kampagnenblatt)

Klingt ja dramatisch, doch worum geht es eigentlich? Es geht um geplante Maßnahmen der Innenminister, die Sicherheit in den Stadien zu verbessern? Kann verbesserte Sicherheit eigentlich überhaupt problematisch sein? Eigentlich nicht, höchstens dann, wenn man selbst Angst vor diesen Maßnahmen haben muss. Konkret geht es vor allem um die Gründung einer übergeordneten Stadionverbotskommission, die nach einheitlichen Kriterien künftig Fußballfans aus den Stadien ausschließen sollen, gegen die ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. (Kampagnenblatt). Einheitliche Kriterien, Stadionverbote für Gewalttäter, was daran kann schlecht sein? „Was passiert hier eigentlich“ fragen die Hamburger Fernzugscheißer, dabei liegt die Wahrheit auf der Hand. Hier sollen endlich Maßnahmen ergriffen werden, die euch prügelnde und zündelnde Proleten in die Schranken weisen und diese Maßnahmen sind mehr als überfällig. 

„Es ist etwas im Busch. Wenn diese Maßnahmen umgesetzt werden, ist das Stadionerlebnis in Gefahr. Das können wir nicht tolerieren. Unsere Stadien sind sichere Orte. Das weiß jeder, der regelmäßig ins Fußallstadion geht. Auch Politik und Verbände wissen das. Das belegen auch die Zahlen der Polizei eindeutig.“ (Kampagnenblatt)

Nun, die Zahlen besagen auch, dass ihr Asis regelmäßig Fans des eigenen Vereins ebenso ins Krankenhaus prügelt wie Frauen und alte Männer auf dem Kiez. Dass nicht wenige von euch Gewalt als Stilmittel einsetzen, um eure selbstdefinierten Rechte zu sichern, die nicht existent sind. Ihr haltet euch für den Nabel der Welt, dabei seid ihr überflüssige Straftäter, die von 90% der restlichen Besucher verachtet und gefürchtet werden. 

„Das Ganze passiert im stillen Kämmerlein und ohne, dass darüber groß informiert wird“, kritisiert HSV-Capo Niko. (Kampagnenblatt)

Genau so ist es, Arschnase. Und zwar deshalb, damit ihr Schläger euch nicht in Zusammenarbeit mit der sogenannten „Fan-Hilfe“ des KSV auf diese Maßnahmen einstellen könnt. Kapiert?

„Noch ist es nicht zu spät“, sagt HSV-Ultra Niko. „Lasst uns für unsere Fanrechte und für unsere Freiheit kämpfen.“ (Kampagnenblatt)

Ach ja, „für die Freiheit“. Leider bedeutet eure „Freiheit“, dass ihr euch die Freiheit nehmen wollt, bei jeder Gelegenheit gegen Rechte und Gesetze zu verstoßen, weil ihr euch für die besseren Fans haltet, was ihr nicht seid und niemals wart. Die Wahrheit ist, dass ihr um eure Existenzberechtigung kämpft, denn was seid ihr denn noch, wenn diese Maßnahmen (hoffentlich) umgesetzt werden? Ihr seid überflüssig. Man kann nur hoffen, dass der Staat endlich von seinen Möglichkeiten Gebrauch macht und diese besoffenen Pyroprügler so weit wie möglich ausbremst, denn diese sind der Meinung, dass nur Gewalt das großartige Stadionerlebnis sichert. Arroganz gepaart mit Alkoholismus und Gewaltbereitschaft, eine ganz üble Kombination.

 

1. Minimierung der Polizeieinsätze – Die größte Gefahr in den deutschen Stadien bleiben unberechenbare Einheiten der Bereitschaftspolizei. Statt sich über Kostenumlagen auf die Vereine Gedanken zu machen, sollten die Innenministerien die vollkommen maßlosen Einsatzzeiten ihrer Bediensteten reduzieren.

2. Aussetzung des Präventivinstruments „Stadionverbot“ – Eine zentrale Stadionverbotskommission sowie die zwanghafte Vergabe eines Stadionverbots nach Einleitung eines Ermittlungsverfahrens darf es unter keinen Umständen geben! Generell stellen wir uns klar gegen das Präventivinstrument Stadionverbot. Anstatt junge Menschen aus den Stadien auszusperren, sollten sich Verbände und Politik für rechtsstaatlich verbindliche und pädagogisch wertvolle Maßnahmen bei tatsächlich vorliegenden Straftaten im Fußballkontext einsetzen.

3. Überwachungskosten reduzieren – Statt den Vereinen immer teurere Überwachungssysteme unter dem Deckmantel der Stadionsicherheit aufzuzwingen, sollten die Gelder in die Nachwuchsarbeit, die Infrastruktur der Stadien und die Arbeit von Fanprojekten investiert werden.

4. Anerkennung des Mehrwerts der deutschen Kurven – Anstatt mit der Forderung der Personalisierung aller Eintrittskarten jeden Stadiongänger unter Generalverdacht zu stellen, sollte auch die Politik die Fankultur hierzulande als Alleinstellungsmerkmal des Fußballs anerkennen! Auch die Nutzung von Pyrotechnik sollte endlich ihre berechtigte Akzeptanz finden!

(https://nordtribuene-hamburg.de/ein-damoklesschwert-schwebt-ueber-unserem-fussball/)

 

Ihr fordert? Wofür haltet ihr gestörten Gewalttäter euch eigentlich? Macht doch einfach mal den Versuch und gebt eure Dauerkarten an friedliche Fußballfans ab, die nicht beim Spiel gegen Stuttgart oder Schalke 90 Minuten lang „Scheiß St. Pauli“ orken, ihr werdet sehen, dass euch kein Schwein vermissen wird. Keine Sau auf dieser Welt braucht Ultras.

 

Jetzt wieder möglich – spenden via Paypal

http://paypal.me/Ulrichhetsch