Vor einiger Zeit habe ich mir die Frage gestellt, warum und wann ich eigentlich Fußball-Fan wurde und wann ich aufhörte, es zu sein. Welche waren meine Motive, mich für diesen Sport zu begeistern und nicht vielleicht für Handball, Schwimmen oder Hockey? Nun, ich wurde Fußball-Fan in den frühen 70ern des letzten Jahrhunderts, für uns Jungs gab es damals eigentlich gar keinen anderen Sport. Auf dem Pausenhof wurde gekickt, nach der Schule wurde gebolzt, abends ging’s dann zum Training in den Verein, da hatte man aber schon gefühlte 4 Stunden Fußball in den dünnen Beinen. Aber es gibt noch andere Gründe, denn der Fußball war spannender, unvorhersehbarer und weniger gekauft als heute. Eine Fußball-WM fand in Uruguay statt, in Italien, Mexiko, Deutschland, England, Schweden und Spanien und nicht in Katar, Saudi-Arabien oder den Verunreinigten Staaten von Amerika. Ein Europokalsieger der Landesmeister kam aus Italien, Portugal, England, Deutschland, Holland, Schottland!!!, Spanien, Rumänien, Jugoslawien, heute heißt der Gewinner der Champions League Real Madrid, PSG oder er kommt aus England. Ende. Früher konnte man im August noch nicht mit 99,9%iger Wahrscheinlichkeit darauf wetten, dass Bayern München Deutscher Meister wird und die einzigen Fragen sind: Bereits schon im März oder erst im April und mit welchem Abstand?
Nimmt man sich heute die Bundesliga-Tabelle und legt die Tabellen mit den Marktwerten der einzelnen Team daneben, so sind diese nahezu identisch. (https://www.transfermarkt.de/bundesliga/startseite/wettbewerb/L1)
Mit anderen Worten – man kann sich alles kaufen. Man kann sich die Meisterschaft kaufen, man kann sich die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb kaufen, man kann sich den Klassenerhalt kaufen, es sei denn, man ist Kühnes Sport Verein. Natürlich gibt es von Zeit zu Zeit eine Ausnahme, wie Heidenheim in der Conference League oder Union Berlin im Europapokal, aber diese Ausreißer werden von Jahr zu Jahr weniger, im Grunde ist eine Bundesliga-Saison sterbenslangweilig geworden. Fußball ist irgendwie kein spannender Leistungssport mehr, in dem derjenige, der besser oder cleverer ist oder derjenige, der mehr arbeitet, erfolgreich ist, sondern derjenige, der die meiste Kohle auf den Tisch legt. Als Trainer kannst du heute 25 Stunden am Tag zappeln, wenn du mit deinem Team gegen eine Mannschaft mit deutlich höherem Marktwert antrittst, bis du eigentlich eigentlich verloren, Ausnahme der KSV, denn der hat es in der 2. Liga 7 Jahre lang erfolgreich geschafft, sich gegen „günstigere“ Teams bis auf die Knochen zu blamieren. Wann hat mich der Fußball als Fan verloren? Das kann ich sogar einigermaßen genau beziffern, es war die Zeit, als ich durch die Arbeit an diesem Blog Einblick in die Machenschaften eines Bundesliga-Vereins erlangte. Präsidenten, Aufsichtsräte, Trainer, Supporter und besonders die Medien – eine einzige korrupte Brühe, die meinen Sport pervertierten, um sich die Taschen vollzustopfen. Möglicherweise war das früher auch schon so, aber es war nicht ausschließlich so.
Ich bin mir schon darüber im Klaren, dass dies hier nach „Opa erzählt vom Krieg“ klingt, aber unglücklicherweise ist es die Wahrheit, ich kann tatsächlich nicht mehr verstehen, wie man im Jahr 2025 Fußball-Fan sein kann. Vor dem Hintergrund der Blatters, Infantinos, Ronaldo im Oval Office, gekaufte Weltmeisterschaften in Ländern, die weniger als Null Bezug zu diesem Sport haben, Sklavenarbeiter in Katar, Meisterschaften in Ländern, in denen die Menschenrechte mißbraucht werden, Wettskandale in der Türkei, Eintrittspreise jenseits der € 100 für ein Spiel zwischen dem KSV und Elversberg, Dopovic-Doping und Daffeh-Identitätsbetrug, ich verstehe es nicht. Was ist an diesem Sport, der zu 1888% nur und ausschließlich dazu angelegt ist, den Kunden (ehemals Fans) den letzten Cent aus der Tasche zu klauen, noch attraktiv? Die Spiele sind ebensowenig spannend wie die Tabelle, das sportliche Niveau wird von Jahr zu Jahr mieser, dafür werden unterdurchschnittliche Maltafüße binnen weniger Jahre zu Multi-Millonären, während ihre zahlenden Kunden nicht mehr wissen, wie sie die nächste Stromrechnung bezahlen sollen. Also erneut die Frage: Warum wird bzw. ist man im Jahr 2025 noch Fußball-Fan? Ist es vielleicht deshalb, weil man heutzutage von Fußball-Wettbewerben erschlagen wird? Zu der Zeit, als ich Fußball-Fan wurde, gab es eine deutsche Meisterschaft, einen DFB-Pokal, den Europapokal der Landesmeister (ausschließlich mit den jeweiligen Landesmeistern), der Pokalsieger, den Uefa-Cup. Alle 4 Jahre eine WM und eine EM. Ende. Heute laufen Champions League mit Vor- und Zwischenrunde, Europa League, Conference League, WM, EM, Frauen-WM, U21-EM, U17-WM, Afrika-Cup, DFB-Pokal und gefühlte 200 weitere Wettbewerbe, wenn man möchte (und mindestens 8 unterschiedliche Abos besitzt), kann man heutzutage 365 Tage im Jahr Fußball live verfolgen, wenn man sonst nichts zu tun hat, aber macht das zum Fan?
Hinzu kommt, für mich ganz maßgeblich, die zunehmende Verkommenheit der Berichterstattung. Früher besaß ich mal ein SKY-Abo, bis mir dann dieses billige Verkäufer-Gebrülle, welches jedes katatrophale Zweitliga-Spiel auf WM-Niveau kreischen wollte, zu nervig wurde. 2025 ist es vollkommen egal, ob man BILD, Kampagnenblatt, Mopo, Kicker oder NDR.de liest, es steht eh überall der gleiche Propaganda-Dreck drin, der von den jeweiligen Medienabteilungen der Vereine freigegeben wird. Fußball ist kein Sport mehr, Fußball ist eine Gelddruckmaschine für einige wenige geworden, die von vielen (Idioten) finanziert wird und erneut frage ich mich, wie man als junger Mensch das auch nur ansatzweise cool finden kann, denn dieser Sport hat mittlerweile alles, was ihn einmal faszinierend gemacht hat, verloren. Also – wie und warum wird man heute noch Fußball-Fan? Auf den Schulhöfen wird nicht mehr mit einem Tennisball gebolzt, sondern am Smartphone gedaddelt. Rasenflächen oder Bolzplätze existieren kaum noch. Wie kommt man heute als Jugendlicher zum Fußball?
Jetzt wieder möglich – spenden via Paypal
Manchmal liest man einen Blog und denkt beim Lesen: Hab ich den geschrieben?
Glaubst du, das denken die Leser des Insolvenzblogs auch?
Nein die machen es anders herum, sie kopieren Teile Deines Blogs und stellen sie dort als ihre eigene Meinung dar, wobei die sich wöchentlich um 180 Grad dreht.
So ging es mir bei diesem Blog. Wie sagt man: 100% Zustimmung. Bei mir fing es 1974 an aber ich weiss nicht mehr genau, wann es aufhörte. Heute ist die Begeisterung nur noch Entsetzen und Abscheu gewichen. Wenn man nicht die Augen davor verschließt, was in der Welt los ist und dann diese Parallelgesellschaft Fußball sieht, die in ihrer Gier alles andere ignoriert kann man sich nur davon distanzieren.
Es gibt noch das Ursprüngliche.
Mein Sohn ist 15 und kickt in einer unterklassigen Hobbyliga. Im Verein lernt er Sachen fürs Leben und betätigt sich sportlich. Die Mannschaft hat eine gute Kameradschaft. Die Eltern sind bei den Spielen dabei und unterstützen den Spielbetrieb. Ich fieber als kritischer Fan mit und schreibe einen Liveticker. Alles andere kannste vergessen. Es hat keinen Wert und ist als reine Unterhaltung zu verstehen.
Nachtrag: Natürlich ist mein Sohn nicht so gut wie ich es war! 🤣🤣🤣
vermutlich waren Deine Gegner damals auch mehr Fußballer und keine Leichtathleten, die das Spiel mehr zerstören, als es zu gestalten.
https://moinvolkspark.de/blog/merlin-polzin-und-der-hsv-eine-partnerschaft-mit-langfristigem-potenzial/
Ganz selten, selbst für Münchhausens Verhältnisse, habe ich einen Insolvenzblog gelesen, der derart offensichtlich gekauft wurde.
Ich habe nun den Blog gelesen. Bei einem Absatz musste ich schlucken.
„Er kann jetzt Weichen stellen, die weit über diese Saison hinausreichen und die Zukunft des Vereins prägen – vielleicht für Jahrzehnte. Gerade deshalb ist es so wertvoll, dass der HSV mit einem Eigengewächs wie Merlin Polzin endlich beginnt, eine eigene Geschichte zu schreiben. Etwas, das nicht gekauft oder geliehen ist, sondern aus dem eigenen Verein, aus der eigenen Kultur gewachsen ist. Solche Geschichten schweißen am Ende mehr zusammen als jeder große Transfer. Weil sie Identität schaffen, Bindung, Glaubwürdigkeit.“
Ich habe danach sofort verstanden. Geschluckt hat vor allem der Blogautor 💊🍄
Doofy Gilmore wird den KSV für Jahrhunderte prägen. Naja, bis der Nächste kommt, der Speckschorle Münchhausen für seine Propaganda-Kacke bezahlt.
Für ein 6er Pack macht er alles. Wie kann man solch Schwachsinn schreiben.
Das ganze Fussballsytem ist eine einzige Geldmaschine und Fan vor Ort zu sein ist teuer, äußerst teuer geworden. Ich glaube das heutzutage viele nach einer Orientierung suchen und dann willenlos dem ausgesetzt sind. Nach dem Motto „Dabeisein um jeden Preis“. Dies gilt auch für andere Bereiche, wie sogenannte Showevents, Hauptsache dabeigewesen sein, irgendwie geht alles kaputt, der schnöde Mamon regiert. Gute Nacht für heute.
Das heutige Machwerk des gekauften Insolvenzbloggers ist ein Tritt ins Gesicht eines jeden, der meinte, er bekäme unabhängige und unvoreingenommene Berichterstattung, dieses Geschreibsel wäre selbst der KSV Medienabteilung zu peinlich. Wie kann dieses fette, degenerierte Schwein bloß in den Spiegel gucken?
„Polzin kam als jüngster Erstliga-Trainer ins Amt, hat die Mannschaft nach Jahren der Zerrissenheit wieder in die Bundesliga zurückgeführt und dabei nicht nur sportlich, sondern auch atmosphärisch etwas bewegt.“ Das und anderen Unfug schreibt einer, der die „Jahre der Zerrissenheit“ bis auf die meist auch atmosphärisch getrübten Saisonenden abgefeiert und nach jedem Rumpelsieg Entwicklungen, Stabilität und einen neuen HJSV nach dem anderen gesehen hat.