Eines ist so sicher wie Trumps nächste Zoll-Androhung: Sollte sich der KSV wieder einmal mit einem bis dato gänzlich unbekannten Lizenzspieler befassen bzw. befindet sich Klaus Krosters nächster Transferflop auf der Zielgeraden, gräbt das Kampagnenblatt unter Garantie einen „Insider“ (von dem auch noch niemand jemals etwas gehört hat) aus, der diesen Coup in den höchsten Tönen preist, als hätte Skeletor Klaus einen 22-jährigen Christiano Ronaldo in Litauen entdeckt. 

Für Svend Bertil Frandsen ist Albert Grönbaek kein Unbekannter. Während die meisten HSV-Fans mit dem Namen nicht so richtig viel anfangen konnten, als das Gerücht über einen Wechsel nach Hamburg erstmals die Runde machte, hatte der dänische Journalist einen anderen Impuls. „Ich dachte direkt: Das würde passen!“, sagt der Sportreporter von „Flashscore“ im Gespräch mit dem Abendblatt. Frandsen weiß, wovon er spricht. Grönbaek wuchs in seiner Heimatstadt Aarhus im Osten Dänemarks auf, seine Entwicklung verfolgte er von klein auf, als der heute 24 Jahre alte Kreativspieler für den Lokalverein Aarhus GF spielte. Außerdem sympathisiert Frandsen mit dem HSV, mit seinem Sohn Mads (14) schaut er regelmäßig bei Heimspielen im Volksparkstadion vorbei. Wer sollte also besser einschätzen können, ob Grönbaek und der HSV gut zusammenpassen? (Kampagnenblatt)

Erste Frage: Wer zur verfickten Hölle ist Svend Bertil Frandsen? Was zur verfickten Hölle ist „Flashscore“? Und wie verfickt nochmal kommt das Kampagnenblatt auf diesen Lokal-Clown aus Aarhus? Doch halt, da steht es ja. „Außerdem sympathisiert Frandsen mit dem HSV, mit seinem Sohn Mads (14) schaut er regelmäßig bei Heimspielen im Volksparkstadion vorbei.“. Mit anderen Worten, sie haben einfach mal einen dänischen KSV-Fan befragt, der zufällig aus der selben Gegend stammt. Und da die Atom-Experten vom Kampagnenblatt den Namen des Spielers selbst bis vor 2 Tagen weder gelesen noch gehört hatten (was für Sportjournalisten-Experten) muss eben ein unbekannter dänischen Fan herhalten, um den neuen Königstransfer zu huldigen. Wem es bisher noch nicht aufgefallen ist, dieses Vorgehen der widerlichsten Schmierlappen aus der Abteilung Hofbericht hat Methode, denn exakt das Gleiche war passiert bei Spielern wie Michelbierschiss, Tahiti, Foulsen, Glubschaugenwilli, Peretz und bei gefühlten 425 anderen KSV-Transfers der letzten 15 Jahre. Immer holt man einen (vermeintlich) unabhängigen Spezialkenner der Szene aus dem Ärmel, der gern und kostenlos (hihi) erklärt, wie der neue KSV-Star die Liga rocken und den Verein reich machen wird. 

Ergänzt wird dieser Lächerlichkeit dann mit einer vollmundigen Erklärung des jeweiligen Sportchefs/Sportvorstandes, während zeitglich ein Highlight-Video mit den besten Querpässen des Spielers der letzten 4 Jahre auf Youtube auftaucht. Ergebnis: Die rosa gewandeten Hohlhüpfer sind’s zufrieden und freuen sich über den nächsten Kracher. Es ist so erschütternd vorhersehbar, durchsichtig und dämlich, dass es sich einem die Fußnägel aufrollen, aber für die dümmsten Fans der Welt ist es mehr als genug, denn die haben von der Erfindung der Lernkurve noch nie etwas gehört. Sehr  gern genommen werden auch Scheißhausgerüchte von Twitter-Rektalamöben wie 17Janik, Elmajestro oder Afrikafoot, von denen nicht eine Sau weiß, wer eigentlich dahintersteckt. Es ist so derart dümmlich.

 

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