Halten wir doch mal fest: Der KSV hat, für seine Verhältnisse, gegen die Bayern ein wirklich gutes Spiel gemacht bzw. es ist ihm gelungen, mit tatkräftiger Unterstützung des Publikums, des Schiedsrichters und des VAR, die übermächtigen Münchner auf sein Niveau herabzuziehen. Besonders bemerkenswert und ebenso bedauernswert – der KSV ist zum ersten Mal in dieser Saison gelaufen, nämlich genausoviel wie die Bayern, 123 km. Warum das nur in einem Spiel gegen den deutschen Rekordmeister, aber nicht gegen Gladbach oder St. Pauli möglich ist, darüber sollten sich die Verantwortlichen Gedanken machen. Man hat sich einen Punkt im Heimpiel erkämpft, bis hierhier alles völlig ok. Was dann aber passiert ist der Grund, warum ich diesen Verein mittlerweile so abstoßend finde. Es ist dieses kranke gestörte Gehabe, diese fehlende Reife, ein Ereignis einfach mal so einordnen zu können wie es. „Wir haben richtig gut gekämpft, haben auch mit Glück den einen Punkt gegen die Bayern geholt, aber die richtigen Aufgaben stehen nun an und darauf konzentrieren wir uns“. Warum geht das nicht? Warum muss man in St. Ellingen bei jeder kleinsten Scheiße komplett am Rad drehen? Warum muss man beständig sich selbst und alles um einen herum grundsätzlich 4 Nummern größer machen als es war?

Am Tag nach so einem Spiel beginnt an der Müllverbrennungsanlage traditionell das Wettbieten der Hofberichterstatter, man hat den Eindruck, als wollten sich all die gekauften Schmierlappen mit ihren Überschriften und gekreischten Jubelarien gegenseitig überbieten, wer kann mit dem spektakulärsten Superlativ punkten? „Auf Augenhöhe“, „Weltklasse“, „enorme Entwicklung“, bla bla bla. Dabei werden es diese Arschpisser im Leben nicht mehr begreifen, dass sie es sind, die eine echte Entwicklung mit dieser gequirlten Kacke aktiv behindern. Warum ist der Verein 6 Jahre in der Liga der Maltafüße rumgedümpelt? Weil nach jedem Glückssieg gegen Osnabrück oder Paderborn die Abteilung Hofbericht kollektiv ausgerastet ist und versuchte, den Verein allein mit Hilfe der Headlines zurück ins deutsche Oberhaus zu schreiben. Resultat: Die „KSV-Stars“ fühlten sich zu Höherem berufen, hielten sich für echte Granaten, die Spannung fiel ab und im nächsten Spiel bei Preußen Münster setzte es die nächste Pleite. 

Es ist genau das, was mir diesen Verein so widerlich macht. Es ist diese Großkotzigkeit, diese ekelhafte Überheblichkeit, ohne jegliche Grundlage. Es wird von Demut ebenso gelabert wie von Nachhaltigkeit und Persönlichkeitsschutz, gehandelt aber wird diametral. Absolut abstoßend. Ich kann mich an Zeiten erinnern, da hatte der KSV eine normale Fanbase wie jeder andere Verein. Diese Anhänger waren begeisterungsfähig, aber sie waren auch kritisch und sie waren in der Lage, gute Leistungen zu honorieren und schlechte zu kritisieren, aber diese Fähigkeiten sind im Zuge der Sektierung gänzlich abhanden gekommen, sie wurden quasi ausgetrieben. Durch permanente Beschallung der Abteilung Hofbericht, die jeden Scheißdreck wie die Erfindung des Penicillin verkauft, ist die Befähigung zur notwendigen kritischen Betrachtung verstümmelt worden, übrig geblieben ist eine gestörte Sekte aus Jüngern, die durch Sedierung grundsätzlich alles geil findet, jeden hergestümperten Treffer bejubelt wie das Tor des Jahres, jede Entscheidung gegen den KSV als weltweite Verschwörung identifiziert und die jede kritische Stimme niederknüppelt, als wäre die eigene Mutter beleidigt worden. Für den Verein, für die gesunde Entwicklung des Vereins ist dies tödlich, aber sie fördert die Möglichkeiten von Nichtperformern, sich über Jahre am Verein zu bereichern, weil jegliches Korrektiv fehlt. 

 

Jetzt wieder möglich – spenden via Paypal

http://paypal.me/Ulrichhetsch