Mit großer Freude und mit noch größerer Genugtuung verweise ich am Anfang dieses Blogs auf einige vorherige Blogs aus der Feder des Lügenlachses, der immer „flasch“ liegt
https://www.hsv-arena.hamburg/2026/01/11/selbst-fuer-ksv-verhaeltnisse-ist-das-uebel/
https://www.hsv-arena.hamburg/2026/01/12/der-ksv-macht-was-er-immer-macht-kampagne-und-intrige/
https://www.hsv-arena.hamburg/2026/01/13/persoenlichkeitsrechte-aber-nicht-fuer-alle/
https://www.hsv-arena.hamburg/2026/01/16/ich-habe-fragen/
https://www.hsv-arena.hamburg/2026/01/17/mal-angenommen-4/
https://www.hsv-arena.hamburg/2026/01/24/erbaermliches-schmierentheater/
Und nein, all das kann ich nicht schreiben, weil ich so viel schlauer als alle anderen bin, sondern einzig und allein, weil ich meinen gesunden Menschenverstand benutze, mich nicht von der lächerlichen Vereinspropaganda blenden und mich nicht kaufen lasse. Jetzt hat es Kühnes Sport Verein schwarz auf weiß, aber wir können sicher sein, das letzte Wort in dieser Angelegenheit ist noch nicht gesprochen.
Die Berichterstattung der Bild am Sonntag sowie der Online-Ausgaben bild.de und sportbild.de über Stefan Kuntz war unzulässig. Die Pressekammer des Landgerichts Hamburg entschied am Mittwoch per einstweiliger Verfügung – wegen Dringlichkeit ohne mündliche Verhandlung –, dass Springer nicht mehr den Verdacht verbreiten darf, der ehemalige Vorstand des Hamburger Sportvereins habe eine andere Person sexuell belästigt oder gar zum Oralverkehr aufgefordert. „Die angegriffenen Berichterstattungen verletzen den Antragsteller in dessen allgemeinem Persönlichkeitsrecht“, schrieb die Kammer in ihrer Begründung, sie stellten jeweils „unzulässige Verdachtsberichterstattungen“ dar (Az.: 324 O 40/26). Vor allem stellte das Gericht fest, dass es an einem hinreichenden Mindestbestand an Beweistatsachen mangele – was übersetzt bedeutet, dass die Bild-Medien den Verdacht nach Ansicht der Kammer verbreitet haben, ohne hinreichende Anhaltspunkte für dessen Richtigkeit zu haben.
Die Entscheidung kommt einem Komplettverbot der Bild-Berichterstattung gleich, da sie sich auf alle Passagen bezieht, in denen der Verdacht erhoben wird, Kuntz habe Frauen sexuell belästigt.
Der HSV vermied in dem Statement zwar jede Erwähnung angeblicher sexueller Belästigung oder auch nur die Angabe, dass Frauen Vorwürfe erhoben hätten – bezog sich aber in der Begründung für sein Statement neben einem Instagram-Post von Kuntz, in dem er die in der BamS erhobenen Vorwürfe als falsch zurückwies, eben auch auf die „erfolgte Veröffentlichung auf BILD.de“.
In seiner Begründung weist das Gericht darauf hin, dass es zur Verbreitung solcher Verdächtigungen „hinreichend sorgfältige Recherchen“ bedürfe, die umso höher seien, je schwerwiegender die Äußerungen das Persönlichkeitsrecht beeinträchtigen. Zudem dürfe die Veröffentlichung nicht vorverurteilend sein, also den Eindruck erwecken, „der Betroffene sei der ihm vorgeworfenen Handlung bereits überführt“. Für Kuntz‘ Anwälte stellt die nun vom Landgericht Hamburg verbotene Berichterstattung den „Inbegriff einer reißerischen und schwer rechtsverletzenden unzulässigen Verdachtsberichterstattung“ dar, „mit der ein Betroffener öffentlich an den Pranger gestellt wird“.
Offenbar beriefen sich die Bild-Medien zur Rechtfertigung ihrer Berichterstattung lediglich auf eine eidesstattliche Versicherung eines Reporters, der im „Kontakt zu einer Quelle aus dem Umfeld des HSV“ gestanden habe. Aus dieser eidesstattlichen Versicherung ergebe sich aber nicht einmal, ob diese Quelle den fraglichen Vorgang selbst beobachtet habe oder ob er auch ihr nur zugetragen worden sei. Der fehlende Mindestbestand an Beweistatsachen wiege so schwer, dass andere Voraussetzungen für eine Verdachtsberichterstattung gar nicht geprüft werden müssten.
Heißt im Klartext: Die ganze Geschichte basiert nach Ansicht des Gerichts auf Hörensagen, was für die schwerwiegenden, existenzgefährdenden Vorwürfe gegen Stefan Kuntz nicht ausreicht.
(Quelle: https://www.sueddeutsche.de/medien/hsv-stefan-kuntz-vorwuerfe-bild-zeitung-urteil-hamburg-li.3386405)
Und nun haben sie den Salat, jedenfalls in St. Ellingen. Den Springer-Schmierblättern ist das alles scheißegal, die haben ihre Schlagzeilen gehabt und so etwas wie Reue kennen sie nicht, aber der KSV hat nun ein massives Problem. Zuerst einmal fällt dem Verein sein Krisenmanagement auf die Füße, wie gewohnt an Amateurhaftigkeit nicht zu übertreffen. Dann wird immer deutlicher, worauf die Anschuldigungen und damit eben auch die fristlose Kündigung beruhen, auf Vermutungen, Erfindungen, Unterstellungen und Lügen, aber eben nicht auf Beweisen. Möchte der Verein die erhoben Anschuldigungen gegen Cunts aufrechterhalten, muss er nun Beweise liefern und das kann er nicht. Für die Zerstörung einer Person und deren Ruf reicht es eben nicht aus, dass man erklärt, man hätte igendwelche Aussagen von nicht genannten Damen, deren Anzahl im Verlauf des Verfahrens immer kleiner wird und es reicht erst recht nicht aus, dass man mit den hauseigenen Medienpartnern aka Hofberichterstatter Bande spielt und exakt das hat der KSV getan.
Man hat die angeschlossenen Printhäuser mit Informationen gefüttert und anschließend die eigene Argumentation auf genau diesen durchgesteckten Informationen aufgebaut, wie unfassbar dümmlich. Ich erzähle meinem Nachbarn, dass Klaus mein Auto geklaut hat und fordere ihn auf, das weiterzutragen. Wenn Klaus dann auf mich zukommt und mich fragt, wieso denn sowas behauptet wird, verweise ich ihn an den Nachbarn, der meine Information unter die Leute gebracht hat. Das mag bei den verblödeten Hohlhüpfern klappen, bei Gericht klappt das eben nicht und das ist gut so. Als Nächstes kommt die „namentlich nicht genannte Anwältin“ dran, die gegenüber dem Stern angebliche Aussagen von ebenfalls namentlich nicht genannten Damen zitiert hat, das dürfte ungefähr genauso laufen. Will der KSV nun aus dieser Defensive heraus, muss er die „geschädigten“ Damen auffordern, öffentlich auszusagen und ihre Identitäten preiszugeben, das wird ein Spaß. Aber eigentlich sollte das nicht das ganz große Problem darstellen, denn eine der Damen hat ja bereits mit dem Stern gesprochen, oder?
Ich hoffe, Cunts verklagt den Verein auf Rufschädigung und Verdienstausfall und zwar mit aller Konsequenz. Aber natürlich darf die Antwort des getroffenen Hundes nicht fehlen…
Mehrere Medien haben unsere Berichterstattung durch eigene Recherchen untermauert und die Vorwürfe gegen Kuntz konkretisiert. „Der Spiegel“ hatte Kontakt zu einer der mutmaßlich Betroffenen. Der „Stern“ zitierte die „Anwältin einiger Frauen, die Kuntz jenes Fehlverhalten vorwerfen“. Auch die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, dass fünf Frauen intern Vorwürfe erhoben hätten. (Bild)
Der Klassiker. Man verbreitet Gerüchte (auf Bitte oder Anweisung des KSV) und leitet die Richtigkeit dieser Gerüchte dann daraus ab, dass andere Medien auf den Zug aufgesprungen sind, es ist einfach nur lächerlich.
Das Gericht wirft BILD „unzulässige Verdachtsberichterstattungen“ vor, weil es an einem „Mindestbestand an Beweistatsachen“ fehle. Selbstverständlich werden wir Rechtsmittel gegen dieses Urteil einlegen. (Bild)
Ja, macht das mal. Aber berichtet dann auch darüber, was dabei rausgekommen ist, ihr Wichser.
Jetzt wieder möglich – spenden via Paypal
Ich fühle mich hier hoch im Norden in Sachen HSV schon seit Monaten durch die Süddeutsche Zeitung bestens informiert. Was auch wieder bezeichnend ist: Die zitierte Meldung von gestern konnte ich selbst am Abend noch nirgendwo hier oben lesen. Selbst der NDR, der sonst jeden Furz über den glorreichen HSV unmittelbar nach bekannt werden meldet, läßt auf sich warten. Bei den Anderen HSV Hausmedien ist es ja klar. Man darf nicht gegen die Interessen seiner Leser schreiben. Vielleicht wird es jetzt für mich mal Zeit für ein SZ-Abo.
Ein Lachs-Abo hast du ja bereits und das sogar kostenlos 🙂
Ja Schande über mich. Wo kann man denn anonym spenden? Du weisst, Anonymität ist in Hamburg sehr wichtig!
Paypal
Absolut widerlich natürlich auch die Tatsache das alle Sportportale über die Bild-Berichte eigene Artikel und Kommentare veröffentlicht haben, aber dazu das BILD das jetzt zurücknehmen MUSS , da wird nichts berichtet.
Das Ende vom Lied: es gab nie irgendwelche geschädigten Ladies, Cunts hat seine Klappe und seine Hände stets bei sich behalten, die Vorwürfe sind konstruiert oder, wahrscheinlicher, erfunden.
Von wem? Von der Bild? Mitnichten.
Von Cunts? Nein.
Von wem aber dann?
Wer bleibt wohl noch übrig?
Mir würde da was einfallen. Jedem hier. Jedem, der mehr als drei funktionierende Synapsen (für Hirnlosen: Synapsen: Verbindungen zwischen den Nervenzellen im Gehirn, bilden ein Informationsaustausch- und Weiterleitungsnetz) im Hirn hat.
Also nichts für irgendwelche sedierten Hüpfer in zu engen rosa Trikots, die alles, was ein schlechtes Licht oder den Anflug eines Schattens über ihr gottgleiches Objekt der Anbetung wirft, niederkreischen und wegpöbeln, weil sie zum einen ihr Weltbild wanken sehen und zum anderen ohnehin zu dämlich sind, solche Zusammenhänge zu begreifen.
Und die Bild? Lacht sich halb kaputt.
Ist doch alles nach Plan gelaufen. Die Schlagzeilen wurden an die Leute gebracht und zu allem Überfluss erhält sie auch noch kostenlose, wenn auch negative Publicity, aber negative Aufmerksamkeit ist schließlich besser als gar keine Aufmerksamkeit.
Das Thema reiht sich nahtlos passend bei den vorhergegangenen Blogs ein. Könnte als sehr anschauliches Beispiel für die Machenschaften der Medien dienen.
Die BILD legt Rechtsmittel gegen die Verfügung ein und behauptet sogar, dass die SZ den BILD Bericht bestätigt. Widerlich.
„ Mehrere Medien haben unsere Berichterstattung durch eigene Recherchen untermauert und die Vorwürfe gegen Kuntz konkretisiert. „Der Spiegel“ hatte Kontakt zu einer der mutmaßlich Betroffenen. Der „Stern“ zitierte die „Anwältin einiger Frauen, die Kuntz jenes Fehlverhalten vorwerfen“. Auch die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, dass fünf Frauen intern Vorwürfe erhoben hätten.“
Meine detaillierte Meinung dazu:
Es ist ein seltenes, fast ironisches Schauspiel im deutschen Medienzirkus: Ausgerechnet die BILD, das selbsternannte „Sprachrohr des Volkes“, klagt ihr Recht ein, weiterhin über ein Thema zu schreiben, über das sie vorerst nicht mehr schreiben darf. Der Fall Stefan Kuntz beim HSV ist längst kein reines Sportthema mehr, sondern ein Prisma, durch das sich die Glaubwürdigkeit und Verantwortung des Boulevards im modernen Journalismus beobachten lässt.
Was war geschehen? Nach einer Serie teils reißerischer Artikel, die im Dunstfeld zwischen Gerücht, Andeutung und gefühlter Wahrheit angesiedelt waren, untersagte ein Gericht der BILD-Zeitung, weitere unbewiesene Behauptungen zu veröffentlichen. Eine klare, juristisch begründete Entscheidung: Schutz der Persönlichkeitsrechte geht über Vermutungen, die weder durch Fakten noch durch Quellenbelege gedeckt sind. Doch statt dieses Urteil als Erinnerung an journalistische Sorgfaltspflichten zu verstehen, zieht BILD in gewohnter Pose vor die nächste Instanz – mit der Berufung auf die Pressefreiheit als Schutzschild.
Doch Pressefreiheit heißt nicht Narrenfreiheit. Sie ist ein Grundpfeiler der Demokratie, kein Werkzeug zur Auflagensteigerung. Die Grenze verläuft dort, wo Berichterstattung zur öffentlichen Hinrichtung wird – wo der Verdacht wichtiger ist als die Wahrheit, wo das Bild eines Menschen wichtiger ist als dessen Realität. Wer im Namen der Pressefreiheit ungeprüfte Verdächtigungen streut, entwertet diesen Begriff. Er macht ihn zur Worthülse, mit der sich die moralische Verantwortung aus dem Staub macht.
Dass die BILD nun ausgerechnet in diesem Fall Rechtsmittel einlegt, ist ein Symbol ihrer Selbstwahrnehmung: Die Zeitung versteht sich nicht als Teil des Systems, das sie kritisiert, sondern als dessen Korrektiv – stets auf der Seite derjenigen, die angeblich „wissen wollen, was wirklich passiert“. Doch zu wissen, was passiert, verlangt mehr als Schlagzeilen. Es verlangt Recherche, Geduld, Zweifel – Qualitäten, die im Getriebe des digitalen Klickjournalismus zu Reibungsverlusten werden.
Im Fall Kuntz und HSV geht es längst nicht nur um Fußball, sondern um Fairness, um Verantwortung. Jeder Leser, jede Leserin darf sich fragen: Wenn ein Medium lieber prozessiert, als seine Maßstäbe zu prüfen – was sagt das über den Zustand unserer Öffentlichkeit aus? Vielleicht, dass die Grenze zwischen Information und Inszenierung verwischt ist. Vielleicht auch, dass einige Redaktionen ihre eigene Macht immer noch größer einschätzen als das Recht anderer auf Würde.
Am Ende bleibt der bittere Nachgeschmack einer Branche, die sich Transparenz auf die Fahnen schreibt und doch so oft die Reflexion verweigert. Und eine Frage, die wie eine Mahnung über den Feuilletons schwebt: Wann hat sich aus Journalismus Meinungstheater gemacht – und wann haben wir aufgehört, das gefährlich zu finden?