Es ist Frühling in St. Ellingen und so sicher wie die Tatsache, dass im Herbst die Blätter fallen, werden im Volkspark die Dauerhüpfer zu Fundamentalkritikern, aus Hofberichterstattern werden Erkenntnisgewinner und aus Siegertypen werden Angstscheißer. Es wäre schon irgendwie lustig, wäre all das nicht so maximal (Copyright Doofy Gilmore) vorhersehbar und bekannt, es ist jedes Jahr die gleiche billige Show. Erschütternd daran ist eigentlich nur, dass diese Schwachmaten einfach nicht dazulernen wollen. Würde man die erkennbaren Zustände, die Art und Weise, wie Siege und Punkte zustande kommen, auch nur einmal realistisch bewerten, würde man sich nicht nur diverse Enttäuschungen ersparen, mal würde auch irgendwann einmal eine signifikante Veränderung herbeiführen. So aber bleibt alles beim Alten, man zittert sich irgendwie ins Ziel (oder nicht), man verspricht „knallharte Analysen“ (die nie kommen werden) und dann beginnt man bereits wieder leicht hoffnungsvoll mit den Füßen zu wippen, um sich auf die nächste Hüpfersaison vorzubereiten. Was für ein Glück, dass sich der Aufsichtsrat aka Rat der Durchwinker nach nur 5 Monaten und dem Einsatz einer sechstelligen Summe für einen Headhunter nun doch auf der Zielgerade befindet, was die Nachfolge für den rausgemobbten Stefan Cunts betrifft. 

 

17 Jahre später sucht der HSV mal wieder einen neuen Sportvorstand. Wieder hat der HSV sich für das Auswahlverfahren externe Hilfe genommen und die Headhunter-Agentur Pedersen & Partners beauftragt, geeignete Kandidaten zu sichten. Und damals wie heute tauchten auch die Namen Beiersdorfer und Reuter als potenzielle Kandidaten für die Nachfolge von Stefan Kuntz in den Medien auf. (Kampagnenblatt)

Nichts ist bezeichnender für Kühnes Werte Verein als das. Vor 17 Jahren war Jamal Musiala 6 Jahre alt und wartete auf die Einschulung, Vuskovic jr. lernte gerade, aufs Töppchen zu gehen und Bundeskanzlerin Angela Merkel machte die Raute und bereitet sich inhaltlich bereits auf ihr legendäres „Wir schaffen das“ vor. Der KSV sucht nach 17 Jahren erneut einen Sportvorstand und kommt tatsächlich auf die gleichen Namen wie 2009. Un-fass-bar.

 

Die Gespräche mit den Kandidaten führte Headhunter  Die Gespräche mit den Kandidaten führte Headhunter Henrik Mook in den vergangenen Wochen und Monaten gemeinsam mit dem Aufsichtsrat, insbesondere mit dem Vorsitzenden Michael Papenfuß sowie Präsident Henrik Köncke. in den vergangenen Wochen und Monaten gemeinsam mit dem Aufsichtsrat, insbesondere mit dem Vorsitzenden Michael Papenfuß sowie Präsident Henrik Köncke. (Kampagnenblatt)

Mehr Expertise geht ja gar nicht. Kopfjäger Mook spricht laut der Website seines Unternehmens fließend Deutsch, Oppa Hoppestedt wird zu den Gesprächen via Facetime aus dem Seniorenstift Annalena B. zugeschaltet und Präsident Deoroller ist als vorbestrafter Gewalttäter dafür bekannt, dass er große Teile seines sogenannten Lebens damit verbracht hat, mit dem Rücken zum Spielfeld „Scheiß St. Pauli“ in ein Megaphon zu brüllen. Kein Wunder, dass die auf eine Milchtüte wie Zauderschlumpf Düdü Beiersdorfer kommen. Aber um den „Experten“ die Arbeit zu erleichtern, hat HSV-Arena 10 Kernfragen zusammengestellt, anhand der Antworten sollte sich der perfekte Kandidat spielend leicht identifizieren können. 

Frage 1: „Herr X, haben sie als Kind bereits in KSV-Bettwäsche geschlafen?“

Frage 2: „Herr X, wie stehen sie zu Pyrotechnik?“

Frage 3: „Bitte vervollständigen sie folgenden Satz fehlerlos: „Scheiß auf Schule und….“

Frage 4: „Wissen sie, wie man auch auswärts verbotene Pyrotechnik in die Kurve schmuggelt?“

Frage 5: „Ganz einfache Frage – Holsten oder Köpi?“

Frage 6: „Wie bewerten sie die Qualität von Polizeiuniformen im Hinblick auf Feuerfestigkeit?“

Frage 7: „Die Polizei – dein oder niemals Freund und Helfen?“

Frage 8: „Welchen Betrag würden sie als Sportvorstand für die Bezahlung der Hamburger Hofberichterstatter ansetzen?“

Frage 9: „Bitte vervollständigen sie folgenden Satz: „Eins kann mir keiner nehmen und das ist der pure Hass auf…?“

Frage 10: „Wie hieß das größte KSV-Idol aller Zeiten, ergänzen sie den fehlenden Buchstaben – UWE SEELE_?“

Der neue Sportvorstand wird ihnen präsentiert von Le Coq Rock, der Eiersalbe für Champions

 

Aber damit noch nicht genug gelacht, denn den Vogel schießt erneut das Hamburger Kampagnenblatt mit seinem Expertengespräch zwischen Jacobs und Schiller ab.

 

 

 

Bereits nach 20 Sekunden habe ich mich gefragt, wo sitzen diese beiden Blockflötengesichter da eigentlich? Ist das eine Kombination aus Führerbunker und Gummizelle? Aber noch geiler als die geschlossene Abteilung der Hofschranzen sind die beiden Spacken selbst. Der traditionell ungepflegte ShyKiller sieht inzwischen aus wie eine Kreuzung aus Cracknutte mit Sprachfehler und Darth Vader ohne Helm. Jacobs brilliert mit Analysen wie „Die Spieler machen den Eindruck nicht in Form zu sein. Dazu gibts ne einfache Erklärung: Philippe und Downs sind nicht in Form“. Alter. Auch absolut hervorragend: Ein Journalisten-Simulant, der sich mit nichts anderem als Fußball beschäftigt, weiß nicht, dass St. Pauli am letzten Spieltag ein Heimspiel gegen Wolfsburg hat. Bei aller Liebe, aber mehr Ahnungslosigkeit geht nicht. 

 

Die traurige Meldung des Tages kommt aus Sandhausen: Kein Doppel-D mehr. Die Eltern von Delani, Dödel, Dieter, Doofnuss und Demirbay haben sich getrennt. Gerüchten zufolge soll Ober-Tapete Dennis Dickmeier nun mit Marcell Jansen zusammenziehen wollen. Schade.

 

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