Ich kann mich noch gut an den Beginn der Saison erinnern. St. Pauli holte im Heimspiel gegen den Champions League-Verein Borussia Dortmund nach einer Aufholjagd noch ein 3:3, spielte danach den KSV in dessen tropfender Volksparkruine daher und belegte am 3. Spieltag nach einem 3:1 Heimsieg gegen den FC Aufgsburg Platz  4 in der Bundesliga-Tabelle.

 

Der FC St. Pauli wird seiner Favoritenrolle gerecht und gewinnt das Derby im Hamburger Volksparkstadion gegen einen harmlosen HSV mit 2:0. Die Kiez-Kicker hätte dabei noch höher ausfallen können. (Kicker)

 

Im Anschluss waren die medialen Lobenshymnen lautstark wie selten. Niemand sprach noch über den Aufstiegstrainer Hürzeler, Alexander Blessin war der neue Heiland (obwohl er bereits eine Saison im Amt war). Die Abgänge waren mehr als wettgemacht, der neue Mittelfeldmotor Fujita wurde als der erste Spieler gepriesen, der St. Pauli für eine zweistellige Millionensumme verlassen würde, der geliehene Hountondji war die Bundesliga-Rakete schlechthin und es gab nicht wenige Experten, die den Kiezkickern durchaus zutrauten, eine Rolle im Kampf um die internationalen Plätze einzunehmen. Doch was passierten dann? Zu den 7 Punkten nach 3 Spielen kamen in den nächsten 29!!! Spielen ganze 19 hinzu, am 3. Spieltag hatte man 7 Tore erzielt, nach dem 32. Spieltag sind es klägliche 27. 20 Tore in 29 Spielen, wenn man damit nicht absteigt, dann nie mehr. 

Doch, wie konnte das passieren? Klar, der Australier Irvine war lange verletzt, aber das kann nicht die ganze Erklärung sein. Hätte man im Stadtteil vielleicht früher reagieren müssen, möglicherweise doch mit einem Trainerwechsel? Hat man sich einfach zu Tode gespart? Ich verfolge St. Pauli nicht intensiv genug, aber vielleicht kann einer von euch erklären, was dort passiert ist.