Deutschland ist raus und wenn man ehrlich ist, ist vielleicht der Zeitpunkt, nicht aber die Tatsache erwartet worden. Eigentlich hatte Deutschland durch den Teffer von Jonathan Tah dieses Spiel gegen Paraguay gewonnen, aber darüber spricht niemand. Weil niemand darüber sprechen will. Denn in Deutschland will man sich an der Niederlage, der Schmach, der Katastrophe erfreuen, man will sich kollektiv wie ein Land der Verlierer fühlen. Deutschland könnte den nächsten Tour de France-Sieger stellen, den nächsten 100 Meter-Weltrekordler oder den nächsten besten Panzer aller Zeiten bauen, am nächsten Tag würden die deutschen Medien ebenso wie Teile der deutschen Öffentlichkeit diese Leistungen anzweifeln und niedermachen. Der Radfahrer wäre gedopt gewesen, der Läufer wäre bergab gelaufen und der Panzer wäre zu teuer gwesen. Irgendeinen Vollidioten aus dem linken Spektrum könnte man problemlos finden, der bebrillt und mit Problempony ausgestattet erklärt, dass dieses Land doch ganz andere Probleme hätte als Fahrräder, Läufer oder Rüstungsgüter. Deutschland ist, und das sage ich aus 17.000 km Entfernung, ein Land der Selbsthasser, der Nörgler, der Verschwörungstheoretiker, der weltfremden linken Spinner und der gestörten rechten Nationalisten geworden, vielleicht war es das aber irgendwie schon immer und man sollte vielleicht die Frage stellen, warum man sich überhaupt diese Frage stellt. 

 

 

 

Ganz ehrlich, ich bin auch kein Intensiv-Fan von Julian Nagelsmann, sympathisch ist mir der Mann nicht. Aber sympathisch war mir der autistische Jogi Löw auch nicht, bei dem ich immer das Gefühl hatte, dass Fußball-Deutschland nur auf den Moment wartete, bis man den Mann endlich öffentlich hinrichten konnte. Doch – muss ein Bundestrainer überhaupt sympathisch sein? Muss ein Bundeskanzler sympathisch sein? Die Art und Weise, wie unmittelbar nach dem Abpfiff mit Nagelsmann umgegangen wurde und wird ist ebenso peinlich wie deutsch. Denn es wird nicht kritisiert, es wird zerstört. Es werden angeblich Vorkommnisse ausgegraben, die einfach unbewiesen behauptet werden, weil man den Mann damit in den Schmutz ziehen kann. Jetzt schreit Fußball-Deutschland nach Jürgen Klopp, aber was passiert, wenn Wunder-Kloppo mit der Generation der Durchschnittskicker scheitert? Meldet sich das Land dann vom Spielbetrieb ab? 

 

Ernsthaft, wenn all diese Journalisten-Simulanten, angeführt von der Drecks-BILD, diesen Scheiß verzapfen, ist es vorhersehbar, aber all diese sogenannten „Experten“, Ex-Spieler und Ex-Trainer, die sich zur Zeit in ihren Hass-Tiraden gegen Nagelsmann überbieten, das ist der wirkliche Abschaum. Denn es sind genau diese Gestalten wie Hummels und Konsorten, die sich zu ihrer aktiven Zeit genau diese Kommentare, die sie aktuell selbst verzapfen, verboten hatten, nie war der Begriff „Nestbeschmutzer“ so angebracht wie in diesem Fall. Damit man mich nicht falsch versteht, natürlich hat Nagelsmann Fehler gemacht, aber die machen Klopp, Guardiola und sogar Tom Walter auch. Was mich stört ist der ungezügelte Umgang damit, die Freude daran, einen Menschen ein für allemal zerstören zu wollen. Das ist ebenso unwürdig wie deutsch und auch deshalb bin ich so froh, nicht mehr in diesem Land leben zu müssen.

 

Zum Schluss…

….das Letzte

 

Freddie Krüger kennt Christoph Rohmer schon aus ihrer Zeit beim FC Bayern. In ihrer Funktion als Leiterin für Sportstrategie und -entwicklung stand Krüger auch mit Führungskräften anderer Clubs im Austausch. Dazu zählte auch Rohmer, der beim HSV den Titel Direktor NLZ & Sportstrategie trägt. Von Rohmers Arbeit am NLZ sei Krüger „positiv begeistert“, sagte die neue Sportvorständin bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt am Mittwoch. Gemeinsam mit Loic Favé (Sportlicher Leiter NLZ), Julia Brinkschröder (Leiterin Sportstrategie & Trainerentwicklung) und Benjamin Scherner (Leiter Kadermanagement und Scouting) habe Rohmer „etwas Tolles aufgebaut“. (Kampagnenblatt)

In der Tat. 2017 wurde der sogenannte „Campus“ fertiggestellt (weil ihn Alexander Otto bezahlt hatte). Seither hat man insgesamt knapp € 117 Mio. verbrannt und Herr Krüger nennt das Ganze jetzt „etwas Tolles aufgebaut“. 

 

Seit dem Abstieg 2018 wurden lediglich die Eigengewächse Josha Vagnoman (4,5 Millionen Euro/VfB Stuttgart), Fiete Arp (drei Millionen Euro/FC Bayern), Tatsuya Ito (1,5 Millionen Euro/St. Truiden), Patric Pfeiffer (250.000/Darmstadt) und Aaron Opoku (200.000/Kaiserslautern) für nennenswerte Ablösesummen verkauft. (Kampagnenblatt)

Also wenn das nicht toll ist…