Und dabei nicht nur für ein gewaltiges Chaos gesorgt, sondern die Büchse der Pandora geöffnet. Viel geringer kann man seinen Eingriff leider kaum bewerten. Ein Anruf, der den Fußball verändert. Nun gibt es kein Zurück mehr. Auf Trumps Bitten hat Fifa-Präsident Gianni Infantino die Rotsperre für US-Star Folarin Balogun aufgehoben. Damit ist der Angreifer im Achtelfinal-Spiel gegen Belgien in der Nacht auf Dienstag einsatzberechtigt. Auch eine Beschwerde des belgischen Fußballverbandes wurde zurückgewiesen. Noch nie hat ein Politiker derart in den Spielbetrieb einer Weltmeisterschaft eingegriffen – noch nie hat die Fifa derartiges mit sich machen lassen. Die Souveränität des Fußballs ist verloren.

Vielmehr sind die Folgen des geschaffenen Präzedenzfalls nun verheerend. Thomas Tuchel, Englands Nationaltrainer, fasste dies in fünf Fragen treffend zusammen.

  • „Wer kippt diese Entscheidung dann – und wann?“
  • „Und auf welcher Grundlage?“
  • „Wie weit geht das jetzt?“
  • „Legen wir jetzt Berufung ein, wenn eine Gelbe Karte keine Gelbe Karte ist?“
  •  „Wo fängt es an und wo hört es auf?“

Gute Fragen, Coach. Wo fängt es an, wo hört es auf? Kann in Zukunft jede Fehlentscheidung widerrufen werden? Wann ist eine Fehlentscheidung eine Fehlentscheidung? Wie weit zurück dürfen wir gehen? Zählt Jonathan Tahs Tor gegen Paraguay doch? Wird Marc Cucurellas Handspiel doch noch geahndet? Plakative Beispiele, aber genau das ist der Punkt. Wie weit geht das jetzt?

„So funktioniert das System Fifa“, so Infantino. Das System Fifa ist tot, es gibt kein Zurück mehr. (Quelle: Focus.de)