Ooops, da ist wohl jemand Nosferatu Hesse und BILD auf den Schlips getreten.

Am Donnerstag nutzten dann Vorstand, Aufsichtsrat und Investor Thomas Böhme (hält rund
1,42 % der Anteile an der HSV Fußball AG) die Trainingseinheit in Helsingør/Dänemark zu
einem Betriebsausflug. Mit Ausnahme von Hans-Walter Peters war das komplette Kontroll-
Gremium angereist. Dazu Böhme sowie Ralph Hartmann aus dem Aufsichtsrat der HSV Fußball
AG & Co. KGaA. Mit Vorstand Eric Huwer machten sie es sich pünktlich zum Start der Einheit
auf dem Trainingsplatz gemütlich. Nicht im Zuschauer-Bereich, sondern auf der abgesperrten
Spieler-Seite.

Da ein Video drehen, dort gegen den Ball kicken. Abklatschen mit dem kompletten Trainer-
Stab, umarmen mit einzelnen Profis. All das spielte sich im Dänemark-Camp während der
Einheit ab. Böhme und Stephan von Bülow saßen während der Trinkpause sogar auf ihrer Bank
direkt zwischen den Profis. Ein Peinlich-Auftritt. Vermutlich hätte bei dem Schauspiel selbst ein
Landesliga-Trainer einen dicken Hals bekommen.

Die Bosse werden vermutlich gar kein schlechtes Gewissen haben. Dazu fehlt ihnen
wahrscheinlich das Fingerspitzen-Gefühl, wie man sich rund um eine Sport-Mannschaft – nicht
nur in der Bundesliga – verhält. Ein Trainingslager ist eben kein Vergnügungs-Ausflug. (Quelle: Bild)

 

Irgendwie komisch, oder? Gestern noch das Loblied auf „Überall-Präsident“ Deoroller, heute die gnadenlose Abrechnung mit einem Aufsichtsgremium, welches sich im grellen Licht einer A-Jugend-Truppe sonnt. Aber es zeigt erneut, worum es bei diesem Verein geht, es geht um die Show und nicht um die Leistung. Aktuell hat Kühnes Werte Verein einen Kader, der in der zweiten Liga gegen den Abstieg spielen würde, die angestrebten Abgänge werden so gut wie keinen Cent erlösen. Elversberg holt Cole Campbell für € 6 Mio. aus Dortmund, weigert sich aber, mehr als ein paar Hunderttausend für FairEi abzudrücken. Wie gut, dass man zumindest das Heer der Direktoren ausbaut und wie gut, dass Sportvorstand (ohne Sport) Krüger diverse Assistenten erhält, wenn man schon kein kickendes Personal hat.

 

„Matthias Dombrowski soll Krüger im Hinblick auf Strategie und Struktur unter die Arme greifen. Dazu kommt Lena Hoof zum 1. August vom FC Bayern als Referentin in den Volkspark, wie Krüger am Mittwoch erklärte: „Es ist mir sehr wichtig, diese inhaltliche, strategische Unterstützung zu bekommen. Matthias Dombowski und Lena Hoof ergänzen sich sehr gut und ich fühle mich da top aufgestellt. Sie werden nicht nur mich unterstützen, sondern die gesamte Organisation. Ich bin sehr glücklich darüber, mit Ihnen absolute Fachkräfte und wundervolle Menschen für den HSV gewonnen zu haben.“

Wenn’s so weitergeht, hat der KSV demnächst mehr Direktoren als Bundesliga-taugliche Fußballspieler. Noch mehr Jubelmeldungen gefällig?

 

Mit Emir Sahiti, Immanuel Pherai und Joel Agyekum sind drei Profis in Dänemark dabei, die in der vergangenen Saison an andere Vereine verliehen waren. Alle können sich bei einer passenden Perspektive grundsätzlich auch eine Zukunft in Hamburg vorstellen. Die Chancen auf ausreichend Spielzeit dürften dort allerdings für alle überschaubar sein.

Weitere Kandidaten für ein Zukunftsgespräch sind Jean-Luc Dompé, Fabio Baldé und Daniel Elfadli. Dompé will den Verein verlassen, hat aber noch keinen neuen Klub gefunden. Baldé gilt als Verkaufskandidat, allerdings erschweren mehrere Beraterwechsel aktuell die Suche nach einer Lösung. Elfadli war mit seinen Einsatzzeiten und seiner Rolle in der Rückrunde unzufrieden und will jetzt zumindest wissen, wie mit ihm weiter geplant wird. Ebenfalls ein Kandidat für ein Gespräch ist Jordan Torunarigha. Der Verteidiger soll mit einigen Abläufen in der vergangenen Saison nicht immer glücklich gewesen sein (Mopo)

 

Kurz zusammengefasst: Keine neuen Spieler, die absoluten Leistungsträger der letzten Saison sind weg (ohne Ablöse), Spieler, die noch da sind, sollen gehen und weitere Spieler haben die Schnauze voll.

Derweil arbeitet die A-Jugendmannschaft am Muskelabbau

 

Das wird eine geile Saison