Meinung
Nun hat Fußball-Deutschland also endlich den Retter begrüßen können, ob Jürgen Klopp die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen kann, wird man sehen. In der erster Pressekonferenz lieferte Klopp das, was alle von ihm erwartet hatten. Launige Sprüche, klare Ansagen, ausgedrückte Demut dem Amt gegenüber. Sein Hinweis „Wenn ihr meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg“ fand ich nicht mutig, sondern richtig, denn die Familie sollte grundsätzlich tabu sei, wenn es um ein öffentliches Amt geht. Was mich aber gestört hat, war folgende Aussage: „Es wäre schön, wenn ihr im Sinne der Sache auch mal ein Auge zudrückt. Jeder, der bereit ist, das Ganze mit uns gemeinsam anzugehen, ist herzlich eingeladen“. Klar, für einen Fan klingt das erstmal schlüssig und wünschenswert, man sollte die neuen Verantwortungsträger „doch erstmal machen lassen“, ein Ausdruck, den man in St.Ellingen seit Jahren bei jeder Gelegenheit um die Ohren gehauen bekommt und der nichts anderes ist, als der Versuch, sich Zeit zu erkaufen. Aber zurück zu den zugedrückten Augen, denn an dieser Stelle hat Jürgen Klopp offensichtlich verdrängt, wie er selbst während der abgelaufenen Weltmeisterschaft als „Experte“ alles andere tat, als irgendwelche Augen zuzudrücken.
„Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf, noch.“
Nehmen wir mal an, dass einer der anwesenden Journalisten demnächst einen vergleichbaren Spruch in Richtung Klopp raushaut, fängt der neue Bundes-Jürgen dann spontan an zu weinen? Oder ist dann vielleicht sogar „weg“? Nein, so wie sich Klopp das vorstellt, nämlich bundesweite Hamburger Verhältnisse, so geht es nicht, es ist nicht die Aufgabe von Journalisten, „Augen zuzudrücken“, auch nicht um des lieben Friedens willen. Wenn etwas nicht vernünftig läuft, wenn Fehler gemacht werden, dann ist es die Aufgabe der Presse, dies zu erkennen und werteneutral darüber zu berichten, denn nur so können Fehler in Zukunft minimiert werden.
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache – auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört.“ (Hans-Joachim Friedrichs)
Um es noch einmal ganz deutlich zu sagen, es ist nicht die Aufgabe der deutschen Presse, an der Verbesserung der Spiel-Performance der deutschen Nationalmannschaft mitzuwirken, ihre Aufgabe ist, darüber zu berichten. Wohin eine Verknüpfung zwischen Verein/Verband und Medien führt, kann man im Hamburger Volkspark beobachten, denn dort haben sich im Schutze der Medien die Selbstoptimierer, Abgreifer und Nullperformer häuslich eingerichtet und sie haben nichts zu befürchten, weil es keinerlei medialen Gegenwind mehr gibt. Nur so konnte es passieren, dass Berufsversager wie Bartfick Tom Walter, Chef-Intrigant Judas Boldt aber auch Schießbudenfiguren wie Bernhard Peters jahrelang versagen durften, nur so ist es möglich, dass ein Campus, der jählich € 13 Mio, verschlingt, ausschließlich Drittliga-Spieler produziert. Wer eine erfolgreiche Nationalmannschaft will, darf sich keine Hamburger Verhältnisse wünschen.
Ach so.
Daka (ab 34./bis 63.): Der Neuzugang war der Mann des Spiels. Für eine Torvorlage, ein Tor und einen herausgeholten Elfmeter benötigte er gerade einmal 30 Minuten. So kann er eine echte Verstärkung sein – und Poulsen seinen Stammplatz streitig machen. (Kampagnenblatt)
Ich wusste gar nicht, dass Ahmed Foulsen einen Stammplatz hat. Außer dem auf der Tribüne natürlich.
„Unabhängiger Sportjournalismus zeichnet sich aber auch durch kritische Distanz und Analyse aus, nicht durch das gefällige Mitklatschen aus dem medialen Fanblock heraus.“
https://www.sportschau.de/regional/swr/swr-dann-bin-ich-weg-juergen-klopps-irritierendes-medien-verstaendnis-100.html
Mit seinen Drohungen gegenüber unabhängigen Journalisten ist der neue Bundestrainer vom ersten Tag an bei mir unten durch.
Kloppo vs. Zeitgeist. Das wird spannend.🤠 ENDE
Ob einem der Journalisten jetzt auffällt, dass die Verhältnisse beim HSV genau so sind, wie Klopp sie sich möglicherweise vorstellt? Oder dringt das zu den Fanboys beim NDR und Kicker nicht vor…
Es gibt 80 Millionen Bundestrainer, aber nur einer wird bezahlt! Das ist ungerecht!
Wenn ich Bildzeitungschefredakteur wäre, dann wüsste ich was auf einer der nächsten Titelseiten zu landen hat.
Das Projekt Kloppo kann nur scheitern.
Schade.