Vor fast exakt 2 1/2 Monaten endete die Saison 2025/25 und bereits Wochen zuvor Stand der Klassenerhalt für Kühnes Werte Verein fest. Man hatte also knapp 3 Monate Zeit, auf die bevorstehenden (und zumeist) ablösefreien Abgänge zu reagieren, vor allem vor dem Hintergrund, dass man bekanntlich in der Lage und bereit ist, Kleinkinder zu scouten und deren Entwicklung vorherzusagen. Doch was passiert ist, ist eine Kombination aus purem Aktionismus (arbeitslose Spieler verpflichten, die über Berater angepriesen wurden), einen zuvor ausgeliehenen Spieler zu den vereinbarten Konditionen zu kaufen (wer glaubt bitte immer noch an das Märchen von einem Klaus Kroster, der jede Forderung runterhandelt?) und eine Wundertüte von einem Fast-Absteiger aus der 2. Liga zu holen und blanker Verzweiflung, denn anders kann man diese unsägliche Hängepartie um einen überschätzten Vieiria nicht bezeichnen. Dieses „Transferziel“ wird vom KSV derart gestört inszeniert, in seinen Fähigkeiten und seinen charakterlichen Eigenschaften derart überhöht („große Persönlichkeit“), um davon abzulenken, dass man nicht nur gepennt hat, sondern dass man schlicht unfähig ist. 

Ein normaler Vorgang bei einem professionell geführten Verein läuft diametral anders als in St. Ellingen. Man weiß, welcher Spieler den Verein verlassen wird, man weiß, welche Baustellen man schließen muss und natürlich muss man diese Baustellen nicht nur mit gleicher, sondern im Idealfall mit besserer Qualität füllen, denn wie sonst will man sich im Vergleich zur Vorsaison steigern? Man wusste beispielsweise, dass man Vuskovic jr. zu 1888% verlieren würde, also hätte man sich bereits im Winter nach einem adäquaten Ersatz umgucken und diesen dann unmittelbar nach Ende der alten Saison präsentieren sollen. Aber der KSV macht es „anders“, weil bei diesem Verein weder die Leistungsbereitschaft noch die qualitative Entwicklung im Vordergrund steht, sondern die eigen-PR, die gesteuerte Emotion, die Manipulation der Sekte. Anstatt sich frühzeitig um einen neuen Abwehrchef umzugucken, hat man lieber die Hoffnung der Sektenhüpfer auf einen Verbleib des Spielers gefüttert, man hat ihnen über die Abteilung Hofbericht Gerüchte und Hoffnungsmärchen verkauft, um sie bei der Stange zu halten und das alles, obwohl man selbst genau wusste, dass der Junge weg ist. Was jetzt kommt, wird irgendein willkürlicher Ersatz sein, den man weder gescoutet noch gesichtet hat, sondern irgendein Söldner, der ihnen von irgendeinem Berater angedreht wird.

Im Grunde das Gleiche passiert mit Schwalbenkönig Vieiria. Auch hier liegt die Chance auf einen Transfer bei unter 5%, aber das sagt man nicht und man lässt es auch nicht schreiben. Stattdessen inszeniert man sich als ein Verein, der bis an seine Grenzen gehen wird, als ein Verein, der wirklich alles dafür tut, damit diese „große Persönlichkeit“ nach Hamburg zurückkehren kann. Die Sekte soll sehen, wir verzweifelt Selbstoptimierer J. Edgar Huwer kämpft, um den Fans den Traum zu verwirklichen und wenn es dann am Ende nicht klappen sollte, dann hat es an den fiesen Briten gelegen. Natürlich werden die aktuellen Verpflichtungen von der Schmierenpresse als zukünftige Ballon d’Or-Gewinner zelebriert, denn die Frage, warum diese Spieler arbeitslos waren bzw. bei ihren vorherigen Vereinen keinen Anschlussvertrag bekommen haben, diese Frage stellt niemand. Wie sieht es eigentlich mit den geplanten Abgängen aus? Wie sieht es mit Baldè, mit Elfadli, mit Dompteur, mit Agyekum, mit FairEi, mit Tahiti aus? Alles Spieler, bei denen man klar kommuniziert hatte, dass man mit ihnen nicht plant. Was passiert, wenn es keine Angebote gibt, will man diese Spieler dann wieder integrieren oder stellt sie Doofy Gilmore, der ja so bekannt für seine klaren Ansagen ist, in die Trainingsgruppe 2? 

Stand jetzt, fast Anfang August, ist der Kader des KSV ein Trümmerhaufen. Deutlich schlechter als ein Kader, der in der letzten Saison nur wegen Vieiria und Vuskovic jr. die Klasse halten konnte. Ein Kader, in dem ein Invalider immer noch den Kapitän spielen darf und ein untauglicher Stolperjochen die rechte Seite rauf- und runterhecheln soll. Man hat nicht gescoutet, man hat nicht regiert, man hat Propaganda-Sand in die Augen gestreut, aber dafür hat zum Glück einen neuen Sportvorstand, der in seinem Leben noch nicht einen Transfer abgewickelt hat.