Eine Zermürbungstaktik ist eine Vorgehensweise, bei der die Kraft, Geduld oder der Wille eines Gegners durch ständigen Druck, kleine Angriffe oder langanhaltenden Stress langsam gebrochen wird. Das Ziel ist es, den Widerstand des anderen ohne eine einzige große Entscheidungsschlacht zu beseitigen.
Der ehemalige Schach-Weltmeister Garry Kasparov hat über dieses, vorzugsweise über (soziale) Medien gespieltes Phänomen ein passendes Zitat verfasst – „Der Sinn moderner Propaganda ist nicht nur Fehlinformationen zu streuen oder eine Agenda voranzutreiben. Sie soll dein kritisches Denken erschöpfen und die Wahrheit vernichten.“ ebenso der frühere Trump-Berater Steve Bannon –„The Democrats don’t matter. The real opposition is the media. And the way to deal with them is to flood the zone with shit.“ Und es ist exakt das, was die gestörte MAGA-Bewegung mit ihren Helfeshelfern Fox news, Newsmax, OANN, Breitbart etc. in gleicher Weise betreibt wie die genauso gestörte KSV-Liebessekte mit ihren Hofberichterstattern Mopo, Kampagnenblatt, BILD und Kicker: Sie fluten die (Informations)-Zone mit Scheiße. Es vergeht kein Tag, eigentlich keine Stunde, in der der geneigte Konsument/Kunde nicht mit eindeutigen Botschaften bombardiert wird. In den USA sind es frei erfunden Märchen über die Ziele und Erfolge einer Regierung, die objektiv betrachtet keine Siege vorweisen kann, in St. Ellingen ist es die Legende von einem überaus erfolgreichen Fußballverein mit edlen Werten, ausgeklügelten Strategien und nachhaltigem Handeln. Problem ist nur: Bei genauerem Hinsehen lösen sich diese Lächerlichkeiten in Wohlgefallen auf nur – dieses „genauere Hinsehen“ findet häufig nicht mehr statt. Und warum nicht? Ganz einfach, weil die Konsumenten/Kunden durch das tägliche Bombardement an Sieges-Propaganda weidwund geschossen wurde.
In Washington D.C. könnte man Tausende von Recherche-Journalisten beschäftigen, sie würden gegen die Flut an Falschmeldungen, Fake News, Billig-Propaganda nicht mehr ankommen und irgendwann setzt dann halt das Phänomen ein, von dem Kasparov spricht: Das kritische Denken wird erschöpft, weil man es kaum noch schafft, die gequirlte Scheiße zu verarbeiten und ab einem bestimmten Zeitpunkt entscheiden sich viele für den inhaltlichen Ausstieg. „Ich weiß, dass das alles nur Käse ist, aber was soll ich dagegen tun? Ich tue mir das nicht mehr an, es beeinträchtigt mein körperliches und mentales Wohlbefinden und das ist es mir nicht wert“. Aussagen wie diese habe ich in den letzten Jahren unendlich oft gehört, auch und besonders von Menschen, die sich zuvor stündlich über den Irrsinn echauffiert hatten. Und genau in dem Moment hat der Irrsinn gewonnen, er hat den Gegner zermürbt. Nicht, weil das, was die Regierung tut, plötzlich richtig ist, sondern weil diejenigen, die den Schwachsinn durchschauen, erschöpft abwinken. Parallelen im Hamburger Volkspark?
Natürlich, denn hier passiert im Prinzip genau das Gleiche. Der Konsument/Kunde wird seit Jahren über absolut alle Kanäle mit Erfolgsgeschichten zugeschissen und irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem hört nicht nur das selbstständige Denken oder der eigene Faktencheck auf, an diesem Punkt resignieren die objektiven Beobachter und sagen sich: „Dann macht doch euren Scheiß. Dann lasst euch doch von Leuten wie Präsident Deoroller oder Selbstoptimierer Huwer verarschen. Glaubt doch den Käse von gekauften Hofschranzen wie Jacobs, Walther, Schiller und Co., ich bin müde“. Und an genau dem Punkt haben die Propagandisten und Populisten gewonnen. Ihr könnt mir glauben, es ist durchaus anstrengend, sich nicht nur täglich mit der dümmlichen Volkspark-PR auseinander zu setzen, sondern auch noch Spaß daran zu finden, sich jeden Tag von sedierten Sektierern beleidigen und bedrohen zu lassen, aber wenn mit HSV-Arena auch noch der allerletzte objektive Kanal ausfällt, gibt es absolut niemanden mehr, der die Dinge so benennt, wie sie sind. Im Moment stemmt sich mein Verständnis von Journalismus, Ehrlichkeit, Objektivität und Anstand noch dagegen, aber ich habe keine Ahnung, wie lange noch. Vor allem vor dem Hintergrund, dass ich absolut nichts davon habe.
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Erstaunlich 🙂
Erstaunlich, wie viele „Menschen“ nicht in der Lage sind, einen Text auch nur rudimentär zu erfassen.
Erstaunlich, in wie vielen Köpfen ich mietfrei wohne.
Ich wüsste doch furchtbar gerne einmal, aus welcher Quelle der eine oder andere User drüben seine Information bezieht, dass du ein Insolvenzverschlepper bist.
Wusstest du eigentlich auch schon, dass du in deinem Leben noch nie ein HSV-Spiel gesehen hast?
Daher kannst du als fieser Menschenfeind natürlich auch gar nicht beurteilen, was im Volkspark vor sich geht.
Ein echter und wahrer Fan jedenfalls supportet den Verein, anstatt ihn ständig zu diffamieren.
Falls ich in dieser beeindruckenden Beweisführung irgendetwas Wichtiges vergessen habe, möge man mich korrigieren.
Ansonsten lasse ich das einfach mal unkommentiert so stehen.
Wäre ich an deiner Stelle, würde ich ewig weitermachen. Allein schon, weil ich wüsste, dass diejenigen, die es angeht, beim Lesen – ausdrücklich nicht beim Verstehen – Schaum vor dem Mund bekommen.
Die eigene, sorgsam kultivierte Überlegenheit beginnt zu bröckeln. Zugeben kann man das natürlich nicht.
Also flüchtet man sich in die Verächtlichmachung des Gegenübers.
Vorzugsweise mit Varianten von: „Ich finde den ja lustig. Verbittert. Einsam. Nutz- und ahnungslos.“
Damit muss man sich praktischerweise weder mit seinen Argumenten noch mit den eigenen Widersprüchen beschäftigen.
Billig, aber vorhersehbar.
Das Muster ist schließlich immer dasselbe.
Ansonsten bleibt mir mal wieder nur, die überaus wunderbare, talentierte und einzigartige Agatha Christie zu konsultieren:
„Ich habe Journalisten nie gemocht. Ich habe sie alle in meinen Büchern sterben lassen.“
Man könnte auch Frau Arendt einmal zu Wort kommen lassen:
„Das ideale Subjekt totalitärer Herrschaft ist nicht der überzeugte Nazi oder der überzeugte Kommunist, sondern der Mensch, für den der Unterschied zwischen Tatsache und Fiktion und zwischen wahr und falsch nicht mehr existiert.“
— Hannah Arendt, The Origins of Totalitarianism
In diesem Sinne: Viel Spaß beim Konsumieren.
Und beim Sedierenlassen.
Brot und Spiele haben sich schließlich über Jahrtausende bewährt. Warum sollte man also heute darauf verzichten?
Man muss es nur sehen wollen.
Aber selbstverständlich ist mindestens die Hälfte davon Mumpitz, welche Hälfte bitte selbst aussuchen, und die Saison wird endgeil.
Original Nicki1887. Gruß an Dirk.
….. diese HSK Truppe arbeitet genau nach dem im Blog beschriebenen Muster unterstützt durch Account Sharing und Mehrfach-Accounts, die Beifall spenden. Der kleine Mann versucht ziemlich kläglich in diesem MoinVollspack Blog die Welt zu manipulieren. Da lach ich mir doch……
Ich habe heute morgen den Beitrag gelesen, da hat jemand die Vita vom Plattfisch 1:1 auf den hiesigen Blogbetreiber umgemünzt.
Habe da mal wieder reingeschaut, auch wenn es gar nicht gesund ist.
Alwaste gibt es scheinbar noch doppelt. ansonsten frag ich mich schon wer da wer ist.
Beim bloßen Überfliegen ist mir Hirnlosen nicht aufgefallen, schreibt er noch?
Oder haben sie den Schlüssel zur Tür vor ihn versteckt?
Ist eigentlich auch egal, anfangs war es mit den ganzen Doppelgängern noch lustig, inzwischen fühlt man sich da wieder an Zeiten vor dem Vollspäcklichen Urknall zurückversetzt.
Zur Seite selber: Die wirkt auf mich als hätte sie ein vierzehnjähriger Schüler zusammengebastelt.
Wobei ich nichts gegen Schüler sagen will, ich wette es gibt vierzehnjährige die kriegen das besser hin.
„Wusstest du eigentlich auch schon, dass du in deinem Leben noch nie ein HSV-Spiel gesehen hast?“
Vielleicht mal eine Idee, an 2-3 Blogs aus der Vergangenheit zu erinnern, bspw. das Interview mit Horst Hrubesch.
Habe mir heute zur Unterhaltung mal „Tausend Zeilen“ angesehen. Der Film soll Mediensatire sein, trifft aber ganz gut die Realität und ist so einfach erzählt, dass ihn sogar Hirnlosen verstehen könnte. Einmal kurz blinkte auch der Schriftzug „Münchhausen“ im Hintergrund auf und tatsächlich wird er jetzt in Hamburg vermutet. Der Film basiert auf dem 2019 erschienenen Buch Tausend Zeilen Lüge des Spiegel-Journalisten Juan Moreno, der 2018 den Fall Claas Relotius aufdeckte,