Charaktertest bei Neuzugängen

Ist das nicht witzig? Kühnes Werte Verein gibt bekannt, dass ihm ab sofort die charakterliche Eignung seiner neuen Lizenzspieler wichtiger ist als die sportliche Leistungsfähigkeit. Mit anderen Worten: Ein Spieler, der das billige Propaganda-Spielchen mitspielen wird, der sich als sektenbildende Inklusionsfigur besser eignet denn als Rechtsverteidiger, wird ab sofort einem sportlich besseren Spieler vorgezeogen. Nur zu, schade nur, dass der Charaktertest offenbar nur auf das Personal in kurzen Hosen, nicht aber auf den Rest des Vereins angewendet wird, denn hier zeichnet sich der größte Betrug in der Geschichte des Vereins ab.

Manch ein Fan fragte sich verblüfft, wie dieser Henrik Köncke all das schaffen konnte und was er eigentlich beruflich macht. Die überraschende Antwort auf die letzte Frage hat er vor einigen Wochen bereits Vertrauten gegeben – und alle anderen an diesem Donnerstagmorgen via Linkedin offiziell eingeweiht: Köncke hat seine gut dotierte Managerposition bei Hapag-Lloyd aufgegeben, um mehr Zeit für den HSV zu haben. „Nach fast elf Jahren bei Hapag-Lloyd heißt es für mich, Abschied zu nehmen und einen neuen Weg zu gehen. Nicht, weil mich etwas vertrieben hätte, sondern weil ich das Gefühl hatte, dass ich woanders mehr gebraucht werde – und zwar mit vollem Fokus“, schreibt Köncke. (Kampagnenblatt)

Ach nein, wer hätten denn damit rechnen können? Hieß es doch erst, der vorbestrafte Gewalttäter Präsident Deoroller hätte sich bei seinem Arbeitgeber Hapag Lloyd lediglich zeitlich befristet freistellen lassen bzw. würde nur noch einen „halben Job“ machen? Aber klar, jemand, der bei jedem Trainingslager abhängt, kann schlecht als Sachbearbeiter bei einer Spedition werkeln.

Und weiter: „Rund ein Jahr habe ich versucht, zwei Welten zu verbinden: zwei Jobs, die weit mehr als reine Arbeit sind – vielmehr Leidenschaft und Identifikation. Doch wenn zwei Rollen gleichermaßen viel verlangen, bleibt am Ende kaum Raum für einen selbst.“ (Kampagnenblatt)

 

Was für eine unfassbare Lüge, Köncke hatte nicht eine Sekunde vor, an seinem Schreibtisch bei Hapag Lloyd zurückzukehren, der Plan war es von Anfang an, sich einen mehr als gut bezahlten Job beim KSV zu sichern, obwohl zu dem Zeitpunkt das Amt des e.V. Präsidenten ein Ehrenamt war und hoch-offiziell auch nichts anderes geplant war, jedenfalls in den Augen der Mitglieder und derjenigen, die zur Wahl angereist waren. Man erinnere sich bitte….

Doch der Vorschlag eines bezahlten Präsidiums birgt eine gewisse Brisanz, weil Könckes Haltung vor seiner Wahl zum Präsidenten noch eine andere war. Das Abendblatt hatte die drei damaligen Kandidaten (Köncke, Kai Esselsgroth und Frank Ockens) vor der entscheidenden Mitgliederversammlung ins Podcaststudio gebeten und alle drei Anwärter gefragt, ob ein zukünftiger HSV-Präsident bezahlt werden soll. Der Einzige, der diese Möglichkeit perspektivisch offengelassen hatte, war Ockens. Köncke war eher dagegen, Esselsgroth war strikt dagegen. (Kampagnenblatt)

Ach so läuft das. Den Mitgliedern erzählt man, man wolle das Ganzen ehrenhalber machen, man verzichtet für den Verein auf Geld und Luxus und hinter den Kulissen wird daran gebastelt, wie man sich an den Mitgliedsbeiträgen gesundstoßen kann. Das ist nicht mehr und nicht weniger als vollendeter Wahlbetrug und man stelle sich vor, ein Felix Magath hätte etwas Vergleichbares abgezogen. Doch all das ist erst der Anfang, denn demnächst will nicht nur Schläger Köncke abgreifen, sondern auch Grinsekatze Ludwig wird sich die Frage stellen, warum sie als Vize-Präsidentin in die Röhre gucken sollte. Und dann werden sich die ersten, bis dato ehrenamtlichen Helferlein aus den Kreisen des SC die gleiche Frage stellen. Ab dann ist der Weg zu seinem Ultra-druchsetzten und bezahlten Aufsichtsrat nicht mehr weit, die Rückabwicklung der Ausgliederung ist vollendet und das, was damals knapp 88% der Wählerschaft wollten, wird konterkariert. Möglich ist das alles nur, weil man die völlige und uneingeschränkte Unterstützung der Abteilung Hofbericht hat.

Knapp anderthalb Jahre ist es her, dass sich das Abendblatt in einem Kommentar das letzte Mal festgelegt hat: „Der Fehler im HSV-System: Präsident muss bezahlt werden“, stand über einem Meinungsbeitrag, in dem der Autor schlüssig begründete, warum der Präsident eines 116.000-Mitglieder-Vereins hauptamtlich seinen Job machen sollte – und dafür natürlich entsprechend entlohnt werden sollte. 17 Monate später hat sich an all dem wenig geändert, nur sind es mittlerweile sogar mehr als 150.000 Mitglieder beim HSV. Und der Präsident heißt nicht mehr Marcell Jansen, sondern Henrik Köncke. An der Richtigkeit der These von damals ändert das aber nichts: Ein HSV-Präsident sollte bezahlt werden. (Kampagnenblatt)

Die Transformation zur Ultra-gesteuerten Liebessekte ist somit abgeschlossen