„Rein wirtschaftlich betrachtet, ist der HSV die schlechteste Investitionsentscheidung meines Lebens. Noch vor einem Jahr hätte ich gesagt: Hamburg hat drei Perlen — die Elbphilharmonie, unser neues Hotel und den HSV. Jetzt hat es leider nur zwei Perlen.“

 

 

Vieles von dem, was Klaus-Michael Kühne für den KSV, vor allem aber für sich getan hat, wäre zu verhindern gewesen. Ich kann mich gut an eine Mail-Kommunikation zwischen uns erinnern, es war meines Wissens nach kurz nach der Ausgliederung. Ich hatte Kühne in einer persönlichen Mail auf verschiedene Dinge hingewiesen, er bedankte sich und bekundete, dass er an weiteren Informationen interessiert sein. Ich willigte ein, machte aber zur Bedingung, dass dieses „Gespräch“ ausschließlich zwischen uns Beiden zu bleiben hätte, Kühne willigte ein. Kurze Zeit später erfuhr ich, dass er bereits meine erste Mail (und alle weiteren) unmittelbar an die Herren Beiersdorfer, Hilke und Gernandt weitergeleitet hatte. Ich schrieb ihm daraufhin, dass ich diese Kommunikation ab sofort und auf Dauer abbrechen würde, das war unser letzter Kontakt, aber unglücklicherweise ist genau dies bei mir hängengeblieben. Ein Mann, der wahrscheinlich gute Absichten gehabt hatte, der aber weder verläßlich noch zuverlässig war, für mich ein absolutes No-go. (Ist übrigens alles im Buch nachzulesen). Nun, ich könnte nun einen endlosen Blog verfassen, in dem all die Katastrophen der Jahre erneut aufgezählt werden würden, all die Anekdoten und Zitate, aber das spare ich mir, denn all das ist wohlbekannt. Nun ein Zitat noch und das fand ich überaus verstörend.

 

 

Die Realität – ein Abstiegskampf nach dem nächsten, sportliche Enttäuschungen und letztlich der Abstieg in die Zweite Liga – traf Kühne hart. Er schimpfte nach Niederlagen, drohte mit Liebes- und Geldentzug und ließ manchen Vorstand und sportlich Verantwortlichen lesen und hören, was er von dem eingeschlagenen Weg mit viel zu langer Verweildauer in Liga zwei hielt. Was viele nicht wussten: Kühne verfolgte auch nach den schmerzlichsten Pleiten jedes nächste HSV-Spiel voller Leidenschaft, mit Daumendrücken und Siegeshoffnung. Außerdem bescherte er dem HSV mit dem Kauf des Stadionnamensrechts einen Imagebooster der besonderen Art. Ausgerechnet er gab der mehrfach umbenannten Heimspielstätte ihren ursprünglichen Namen zurück: Volksparkstadion. Er ermöglichte diesen Schritt. „KMK“ war für den HSV stets da, wenn dieser ihn brauchte. Der HSV wird Klaus-Michael Kühne in Ehren behalten. (Quelle: HSV.de)

 

Wow. Das ist die Art und Weise wie man jemanden verabschiedet, ohne den es diesen Verein, zumindest im bezahlten Fußball, nicht mehr geben würde? Aber wahrscheinlich muss man inzwischen bei allen Vereins-Verlautbarungen Rücksicht auf die empfindlichen Seelen der herrschenden Ultras nehmen und diese haben Kühne gehasst wie der Teufel das Weihwasser. Insofern – bloß nicht zu emotional, sondern eher kühl wie bei Cunts, aber zumindest nicht so verhasst wie bei Reis. Wäre der KSV ohne Kühne respektive ohne Kühnes Geld heute ein anderer Verein oder würde er besser oder schlechter darstehen? Nun, mit Sicherheit nicht besser, aber er wäre wahrscheinlich ein ehrlicherer Verein geworden, ein Verein, der gewaltätige Schläger an den Schaltstellen nicht nötig gehabt hätte.

 

Hau rein, Klau-Mi