Es gibt Tage, die sind einfach größer als andere. Wer erinnert sich nicht (ich rede jetzt ausdrücklich nicht von den unterbelichteten Sektierern aus St. Ellingen) an Neil Armstrong (nicht Lance) als erstem Mensch auf dem Mond, den Fall der Berliner Mauer, die „I have a dream-Rede“ von Dr. Martin Luther King, den 11. September oder das Ende der Daily Soap „Unter uns“? In der Geschichte der Menschheit gab es einige dieser Tage, die sich Zeitzeugen ins Gedächtnis gebrannt und ihr Leben für immer verändert haben, aber keiner dieser Tage war auch nur annähernd so groß, so bedeutend und so herzzerreißend wie der 15. September 2026, ein Tag, den nicht einer der mehr als 8,5 Milliarden Erdbewohner je vergessen wird. Die Uhr schlug 15.18 Uhr (und 21 Sekunden) als im Volkspark eine neue Zeitrechnung begann, denn zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins wurde ein überführter, verurteilter und gesperrter Dopingsünder wieder in den Trainingsbetrieb integriert. In der extra von den Zeugen Yehovas dafür gereinigten AOL-Arena begrüßten 5.000 (Bild), 6.000 (Mopo), 8.000 (Kampagnenblatt) oder 65.000 (Donald Trump) den Heiland, in Hamburg veränderte sich für Minuten das Klima. Unbeschreibliche Szenen auf der Nordtribüne, wildfremde Menschen fielen sich weinend in die Arme, Kinder wurden gezeugt, Geschlechtsteile tätowiert, selbst der extra für den Augenblick angereiste und normalerweise Kamera-scheue Schatzmeister J. Edgar Huwer musste sich frisch frisiert die eine oder andere Träne wegwischen.

 

 

(In Hannover scheint man unter dem Einfluss des sensiblen Regenjoggers auch nicht mehr ganz bei sich zu sein)

 

Als Mario (oder Luka oder wer auch immer) um exakt 15.21 Uhr seine erste Ballberührung in einem Training, in dem wie üblich Zug ohne Ende herrschte, verzeichnen konnte, brachen alle Dämme und dies nicht nur in St. Ellingen, sondern weltweit. Aus Berlin wurde vermeldet, dass Bundeskanzler Merz sein Gespräch mit dem französischen Staatspräsidenten Macron für 45 Minuten unterbrach, um Zeuge des historischen Moments werden zu können, aus Moskau wurde vermeldet, dass Diktator Putin angesichts des geschichtlichen Moments ein Ende des Ukraine-Krieges befohlen hatte. Auch aus dem Nahen Osten gab es positive Meldungen, so verkündeten die Huthi, sie hätten sich allein wegen Vuskovic’s Rückkehr in den Trainingsbetrieb entschlossen, sich entwaffnen zu lassen, aus Neu-Dehli wurde gemeldet, dass sich Indien und Pakistan vereinigt hätten. Besonders ergreifend war die Nachricht aus Rom, Papst Leo XIV. schließt eine Heiligsprechung nicht mehr aus, in Kansas City erklärte Star-Quarterback Patrick Mahomes („Etwas Größeres als diesen Moment werde ich nie erreichen können“) spontan seinen Rücktritt. Eine besondere Ehre wird Euch-Mario in Washington DC zuteil, Donald J. Dumb (mit „B“) erklärte, er würde den geplanten Triumphbogen als „Arc de Mario Vuskovic“ taufen wollen. Besonders spektakulär auch die Nachricht aus München, nach der sich die Bundes-AfD aufgelöst hätte und Alice Weidel Marcus Söder einen Heiratsantrag gemacht hätte, Söder hätte angenommen. Um das Ganze zu toppen, wurde der Lachs wieder HSV Fan – nein, das geht jetzt wirklich zu weit. Und das Sportliche?

 

Er kam relativ schnell in die Abläufe, fiel weder bei Passqualität noch bei der Übersicht negativ auf. Im Gegenteil: Er spielte einige sehr starke Pässe durch enge Passfenster mit guter Passschärfe. Auch auf engem Raum lief das alles gut ab, hinzu kamen zwei Momente, in denen Vuskovic wie zu alten Zeiten pressende Spieler mit einem Trick aussteigen ließ. (Mongo-Tom, der Erfinder der linken Halbspur)

 

Hach, ich weiß gar nicht, wohin mit meinen Gefühlen, wenn ich daran denke, dass Mario jetzt auch noch daheim kehrt. Wen interessieren dann jetzt noch 0 Punkte und 0:12 Tore? Sorry, aber das ist nur noch eine einzige große Freakshow. Aber dann gibt es sie doch noch, die tatsächlichen Journalisten (nicht zu verwechseln mit den KSV-Journalisten-Simulanten), allerdings müssen sie unglücklicherweise aus dem Radsport kommen und dürfen nicht zur bezahlten Abteilung Hofbericht gehören – schlimm genug.

 

Aber dass jetzt in Hamburg ein Dopingsünder nach Ablauf seiner Sperre mit einer Art Party gefeiert wurde, ist schon maximal verwirrend. Es ist sehr schwer, ein gesundes Mittelmaß zu treffen. Der HSV und seine Anhänger sind davon allerdings zu weit entfernt. (Quelle: https://www.ndr.de/sport/fussball/kommentar-zu-mario-vuskovic-beim-hsv-party-fuer-einen-dopingsuender,kommentar-hsv-vuskovic-100.html)

 

Der krasse Kontrast dazu, natürlich das widerliche Kampagnenblatt, inzwischen nicht mehr und nicht weniger als der verlängerte Arm der KSV-Medienabteilung:

 

  • Tausende Fans, viele Emotionen: So lief das Vuskovic-Comeback beim HSV
  • Neue Vuskovic-Details: Welche Vorgaben gelten und wie sein Gehalt geregelt ist
  • Warum Mario Vuskovic mit HSV-Chefin Kathleen Krüger unter einem Dach wohnt
  • HSV-Boss verrät rührende Kühlschrank-Anekdote um Mario Vuskovic

 

Das alles nur an einem einzigen Tag. Von den grauenvollen drei Spielen in der Bundesliga, von 0 Punkten, katastrophalen Lauf- und Zweikampfwerten, von 0:12 Toren – keine Silbe mehr.

 

 

Jetzt wieder möglich – spenden via Paypal

 

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