DFB: „Phantomtor“ wird richtiges Tor

Phantomtor bleibt Tor, Fair Play bleibt für’n Arsch.

Diese Krankheit muss man sich einfach mal vorstellen. Ein Tor, von dem JEDER gesehen hat, dass es kein Tor war, wird offiziell zum Tor…

Wie muss sich ein Kießling jetzt eigentlich fühlen ? Warum bieten die Leverkusener nicht von sich aus ein Wiederholungsspiel an ? Der Image-Gewinn für den Pillenclub wäre nicht meßbar gewesen.

So aber könnte es am Ende der Saison richtig witzig werden, wenn Leverkusen mit einem oder zwei Punkten Vorsprung….

Sorry, aber wieder ist mir ein kleines Stückchen Spaß am Spiel verloren gegangen.

Von | 2013-10-28T13:27:06+01:00 28. Oktober 2013|Allgemein|32 Kommentare

32 Comments

  1. mitchi4711 28. Oktober 2013 um 13:41 Uhr

    nun ja, also alle haben es ja nicht gesehen – der Schiri eben wohl nicht… und dann haben wir eben die Tatsachenentscheidung, welche ja auch Abseitstore reglementiert und für gültig erklärt! Grundsätzlich ist es aber doch sinnvoll, an diesem Prozess festzuhalten, da wir sonst in den Bereich von Endlosdiskussionen am grünen tisch kommen, was gerade wir Fans wohl nicht wollen – alerdings sollte man die Schiris besser unterstützen, z.B. dadurch das der 4 Schiri nicht als Wachhund für die Trainer abgestellt wird, sondern auf der Tribüne am Monitor sitzt und dan via Funk mit dem Schiri kommentieren kann, wie er die Situation am Bildschirm bewertet! Oder halt die Torlinientechnik einsetzt, was m.E. in diesem Fall auch nicht viel gebracht hätte, und auch in keinem Verhältnis steht!

    Einzig Schuldiger ist auch nicht Kiessling, sondern wenn der Platzwart der Hoffenheimer, welche den Platz und auch eben die Netze ordnungsgemäß herzurichten hat…ok – der Schiri mit einer Teilschuld aufgrund seiner Kontrollfunktion! Kiessling jedoch hat gemeint, der Ball geht daneben ( ist er ja auch ) und hat sich gefrustet weggedreht – aber wenn der Ball auf einmal doch drin ist und alle jubeln, ja … dann kommen da wohl Selbstzweifel in einem hoch! Willste dann sagen, ich dachte aber der Ball geht vorbei und deswegen kann das gar kein reguläres Tor gewesen sein – lass uns mal die Maschen kontrollieren?

    Ich hab vom DFB nichts anderes erwartet – lag auf der Hand !

    • Heiliger Bimbam 28. Oktober 2013 um 21:31 Uhr

      Und ganz ehrlich – so ein Loch muss man auch erstmal treffen! 😀

  2. NeilYoung 28. Oktober 2013 um 14:00 Uhr

    Wer ernsthaft etwas anderes erwartet hatte, kennt die Rechtslage nicht. Wenn selbst die Hoffenheimer keinen Regelverstoß benennen können, und das Gericht auch nicht entsprechend auf einen solchen erkennt, bleibt es bei der Tatsachenentscheidung.

    Wie wäre z. B. über ein nicht gegebenes Tor zu entscheiden, wo „jeder“ im Stadion einschließlich der Fernsehkameras den Ball hinter der Linie gesehen haben?

    Das Ganze ist natürlich in höchstem Maße ungerecht, aber rechtens und damit ein zurzeit nicht aufzulösender Widerspruch.

    Die Tordiskussionen könnten sehr einfach durch die Torlinientechnik entschärft werden. Hier müsste angesetzt werden.

    • Heiliger Bimbam 28. Oktober 2013 um 21:26 Uhr

      Die Torlinientechnik hätte in diesem Fall aber nichts gebracht, das sie ein „seitliches Einfliegen“ nicht erkennen kann.

      • Daywalker 28. Oktober 2013 um 23:26 Uhr

        So wie ich das Prinzip verstehe, hätte die Torlinientechnik gerade in diesem Fall erkennen können ob es Tor war oder nicht. Wenn der Ball das gedachte Rechteck zwischen Torlinie, Pfosten und Latte nicht überquert, kann es gar kein reguläres Tor sein.

        • Heiliger Bimbam 29. Oktober 2013 um 06:48 Uhr

          Nee, so funktioniert das nicht. Im Gegenteil, auch und gerade diesen Ball hätte das System drin gesehen.

          • Daywalker 29. Oktober 2013 um 08:09 Uhr

            Aha, okay. Danke für die Info..
            Das ist dann aber ziemlich dämlich.
            Vielleicht sollte ich „mein“ System zum Patent anmelden und reich werden.
            Ich finde „mein“ System irgendwie besser, LOL.

  3. MrsMurphy 28. Oktober 2013 um 14:24 Uhr

    8. Dezember 2012, BVB gegen Wolfsburg
    Schiedsrichter Stark stellte Schmelzer vom Platz wegen eines angeblichen Handspiels. Der BVB verlor dieses Spiel. Hinterher gab der Schiedsrichter seinen Fehler zu, was dazu führte, dass Schmelzer nicht gesperrt wurde. Von einem Wiederholungsspiel war nie die Rede (oder trügt mich meine Erinnerung?).

    Will sagen: Man sollte nicht mit zweierlei Maß messen. Der Schiedsrichter hatte bis zum Wieder-Anpfiff Zeit, seine Entscheidung zu prüfen – keiner der Hoffenheimer machte ihn zu diesem Zeitpunkt (!) auf das Loch im Netz aufmerksam. Der Stadionsprecher hat, wenn ich das richtig erinnere, auch nicht sofort auf die Videowand verwiesen (wäre ja auch ne Idee gewesen). Kießling ist m.E. kein Vorwurf zu machen: Was sollte er denn tun – er dachte, der Ball ginge daneben, sah ihn dann im Tor liegen. Hand aufs Herz: Wer wäre auf die Idee gekommen, das Netz zu prüfen?

    So bleibt es bei einer Tatsachenentscheidung, die man akzeptieren muss, ohne das Fairplay zu Grabe tragen zu müssen. Wir wollen doch jetzt nicht jede (im Nachhinein nachweisbar falsche) Schiedsrichterentscheidung am grünen Tisch besprechen.

    • Daywalker 28. Oktober 2013 um 15:20 Uhr

      Naja, das ist aber auch wesentlich einfacher eine unberechtigte Rote Karte und die damit verbundene Sperre aufzuheben als ein irreguläres Tor.
      Interessant ist natürlich der Gedanke, warum Brych noch während des Spiels( z.B. in der Halbzeitpause) von niemanden auf seinen Fehler aufmerksam gemacht wurde. Ich weiß jedoch nicht ob das Regelwerk so eine Entscheidung überhaupt zuläßt, also noch im laufenden Spiel nachträglich ein irregulär gegebenes Tor zurückzunehmen. Ich meine das ist nicht möglich.
      Das muß ich heute Abend glatt mal gurgeln…
      So oder so ist dieses Tor wieder ein Argument für die Einführung der Torlinientechnik. Wembley läßt grüßen.

      • NeilYoung 28. Oktober 2013 um 16:31 Uhr

        Nach meinen Informationen wäre eine Rücknahme der Tatsachenentscheidung nur bis zum Wiederanpfiff nach der Torentscheidung möglich gewesen.

  4. Daywalker 28. Oktober 2013 um 15:02 Uhr

    Ich glaube im Stadion haben die wenigstens Leute gesehen, das diese absolute Ausnahmesituation kein Tor war. Der Linienrichter konnte es aus seiner Position defintiv nicht sehen , genauso wie der Schiri es nicht gesehen hat. Kiessling müßte es gesehen haben das er nicht das Tor trifft. Andernfalls hätte er sich wohl kaum weggedreht und die Hände vors Gesicht geschlagen. Meine Vermutung.
    Genauso müßten das weitere Leverkusener Spieler die aufs Tor focussiert waren gesehen haben, die anschließend ebenfalls abdrehten weil sie von Abstoß Hoffenheim ausgegangen sind. Eigentlich.
    Aber welcher Leverkusener Spieler konnte in diesem Moment zu 100% sagen, war kein Tor, wenn der Ball dann plötzlich doch im Tor liegt?
    Ich weiß es nicht.
    Kann man das diesen Spielern nun vorwerfen? Ich der das auch nur im TV gesehen hat, mit zig Zeitlupen wäre da vorsichtig.
    Wie weit dürfen diese Vorwürfe gehen? Den Spielern wird ständig eingebläut, Entscheidungenen der Schiedsrichter zu akzeptieren, am besten klaglos und ohne Diskussionen. Nun gibt der Schiri also dieses Tor und keiner weiß so wirklich warum. Die Hoffenheimer die es gesehen haben, vor allem der Torwart, regen sich selbstverständlich fürchterlich auf, aber darf man von den Leverkusener Spielern als Nutznießer dieser in diesem Moment unklaren Situation erwarten, das sie dann zum Schiri gehen und sagen: „War kein Tor“? Ich habe da so meine Zweifel. Wieviele Bundesligaspieler würden das wohl machen, im Haifischbecken Bundesliga wo es um so wahnsinnig viel geht und angeblich keiner wußte was nun eigentlich passiert ist. Wie würde man selbst reagieren?
    Finde ich schon schwierig. Vielleicht hätte sich der Verein Bayer anschließend anders verhalten sollen. Eines sollte aber klar sein, ohne das ich das jetzt aus dem Stehgreif mit dem passenden Paragraphen belegen kann: Ein Verein kann von sich aus kein Wiederholungsspiel anbieten oder ansetzen. Das obliegt einzig dem Sportgericht.
    Die Urteilsbegründung finde ich nachvollziehbar.
    Im Urteil darauf zu verweisen, „Wer defekte Materialien zur Verfügung stellt muss auch mit einem defekten Ergebnis rechnen.“, finde ich jedoch ziemlich billig.
    Erstens weiß keiner wann dieses dämliche Netz kaputt gegangen ist und zweitens, so wie sich das für mich liest, muß man dann nicht auch die Linienrichter ins Boot holen? Die prüfen schließlich vor Anpfiff abschließend das Netz und geben es für das Spiel frei. Die prüfen jedoch nur die korrekte Verankerung unten und seltenst mal mit ihrer Fahne das ganze Netz. Das habe ich schon ewig nicht mehr gesehen.
    Man kann ja auch nicht erwarten, das jeder Knoten geprüft wird.
    Das wäre wieder Aufgabe des Zeugwarts, bzw. des Heimvereins. Ich gehe davon aus, das diese Situation einmalig in der Geschichte der Bundesliga bleiben wird. Zum einen weil die Vereine die Netze ab sofort lieber zweimal überprüfen werden und zum anderen, weil es so einen Zufall wohl kaum ein zweites Mal geben wird. Ich sehe das Fair Play dadurch jedenfalls überhaupt nicht in Gefahr. Dafür sorgen die Spieler in ganz anderen und alltäglichen Situationen.

  5. Trapper Seitenberg 28. Oktober 2013 um 17:06 Uhr

    Warum bieten die Leverkusener nicht von sich aus ein Wiederholungsspiel an ?
    Ich kann dein Unbehagen absolut nachvollziehen, aber die Frage kannst Du doch unmöglich ernst meinen, oder etwa doch?
    Ein Verein kann nicht einfach in den Spielbetrieb eingreifen, denn der wird vom DFB, bzw. der DFL organisiert. Und jeder Verein (und auch jeder Funktionär, lizenzierter Berater und Spieler) muss sich im Zweifel etwaigen Entscheidungen der Sportgerichtsbarkeit grundsätzlich unterwerfen. Darüberhinaus haben die Leverkusener im Vorfeld audrücklich erklärt, dass sie nichts dagegen einzuwenden hätten, das Spiel ggf. ab dem fraglichen Zeitpunkt zu wiederholen und ggf. eine solche Entscheidung akzeptieren würden.

    Sicher bleibt ein unguter Beigeschmack. Der DFB/DFL ist jedoch als Mitglied der UEFA, bzw. der FIFA auch in seinen Entscheidungen an deren Vorgaben gebunden. Das ist allen Unzulänglichkeiten dort zum Trotz (z.B. die sinnlose Doppelbestrafung mit Strafstoß und roter Karte) grundsätzlich auch gut so. Denn es kann ja wohl nicht sein, dass jeder nationale Verband nur den Teil des für alle gültigen Regelwerks akzeptiert und umsetzt, der ihm gerade genehm ist.

    Wenn man an derartigen normativen Vorgaben etwas ändern will, dann geht das nur über die entsprechenden Gremien in den übergeordneten Verbänden, bzw. auf demokratischem Wege. Allerdings kann man den Eindruck gewinnen, dass der DFB, der meines Wissens nach der größe Einzelverband der Welt innerhalb der FIFA ist, nicht immer mit dem gebührenden Nachdruck seine Position dort vertritt.

    • Gravesen 28. Oktober 2013 um 17:14 Uhr

      Nun stell‘ dich doch nicht dusseliger als du bist. Ich weiß selbst, dass ein Angebot der Leverkusener keine Auswirkungen auf die Entscheidung des Sportgerichts gehabt hätt, aber man hätte mit einem zeitnahen Angebot ein Zeichen setzen und viel für das eigene Image tun können.

      Stattdessen wurde besonders von Herrn Völler rumgeeiert ohne Ende,

      • Trapper Seitenberg 28. Oktober 2013 um 17:35 Uhr

        Moment! Du hast die oben festgestellt, dass Dir ein kleines Stückchen Spaß am Spiel verloren gegangen sei. Soll ich das also dahingehend verstehen, dass Dir der Spaß am Fußball verloren geht, weil Herr Völler (oder wer auch immer) aus deiner Sicht die Chance verpasst hat, das Image des Pillenklubs zu verbessern?
        Es ist doch Latte, was die angeboten hätten, denn es hätte sportjuristisch nullkommanull Auswirkungen gehabt! Das Ergebnis des Verfahrens konnte im Grunde nur so ausfallen. Das wiederum bedeutet, dass die Ungerechtigkeit oder fatale Fehlentscheidung zu Ungunsten der Hoffenheimer auch bei keinem anderen Verhalten von Bayer04 aus der Welt geräumt worden wäre! Worum geht es Dir also? Die zweifellos groteske Fehlentscheidung, bzw. die sportliche Ungerechtigkeit – da wären wir einer Meinung. Oder geht es Dir um die Öffentlichkeitsarbeit der Leverkusener? Auch wenn Herr Völler imagefördernd sogar auf eine komplette Spielwiederholung bestanden hätte – es wäre letztlich wohlfeil, da ohne jede Konsequenzen geblieben.

  6. Conolly 28. Oktober 2013 um 17:07 Uhr

    Es sollte nicht über dieses Tor (oder viel mehr Nichttor) diskutiert werden, sondern über diesen unerträglichen Begriff „Tatsachenentscheidung“ …
    Es wird etwas fälschlicherweise entschieden, was eben nicht den Tatsachen entspricht! Im heutigen Medienzeitalter finde ich den Ansatz, den vierten (meinetwegen auch einen fünften) Schieri an einem Monitor zu platzieren längst überfällig!

    • Pascal 28. Oktober 2013 um 18:42 Uhr

      da gebe ich dir vollkommen recht. Leider ist dafür die FIFA zuständig. Mit glück haben wir ab 2015 die Torlinientechnik, sofern das ganze bei der WM gut läuft. Der Test bei Confed Cup war ja schon gut

  7. Christoph Nebgen 28. Oktober 2013 um 17:34 Uhr

    Nee, nee, nee Gravesen, diesmal nicht!

    Jedes Wochenende gibt es in der Bundesliga im Schnitt mindestens ein irreguläres Tor, das trotzdem zählt, und ein reguläres Tor, das trotzdem nicht zählt. Niemals wird über eine Wiederholung des Spieles diskutiert, warum hier?

    Weil ein Loch im Netz war? Wo ist der Unterschied zu Fällen, in denen der Torschütze (nicht) im Abseits oder Ball (nicht) hinter der Torlinie war? Den Unterschied gibt es nicht. Für das Loch im Netz waren zudem die Geschädigten selbst verantwortlich.

    • Pascal 28. Oktober 2013 um 18:43 Uhr

      ein Unterschied fällt mir ein (und das ist ein gravierender):

      in den anderen Fällen hat der geschädigte Verein kein Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt. In diesem Fall hat Hoffenheim dies getan (im Gegensatz zu den anderen)

  8. sebian 28. Oktober 2013 um 18:12 Uhr

    Man hätte hoffenheim auch während des Spiels einfach ein tor schießen lassen können

  9. oldiehamburg 28. Oktober 2013 um 18:33 Uhr

    Genau, so ist es!
    Welcher – nach Fernsehbeweis – offensichtliche Schiedsrichterirtum soll zu einer Spielwiederholung führen und welcher ist halt Pech für die betroffene Mannschaft? Wer soll das entscheiden? Wie lautet die Regel? Was passiert in den Klassen ohne TV?
    Es ist nicht toll, so wie es ist. Wer hat eine Lösung?

  10. Pascal 28. Oktober 2013 um 18:45 Uhr

    Ich kann dich und deine Meinung verstehen.

    aber:

    es gibt soo viele Regeln die ganz dringend überarbeitet werden müssen (Thema Tatsachenentscheidung, Doppelte Bestrafung, Technische Hilfsmittel) und man müsste überhaupt erstmal einen Anfang machen.

    Aber der DFB ist ja nicht mal in der Lage sich an Einigungen mit den Fans zu halten, wie kann man erwarten, dass sich der DFB für Regeländerungen auf FIFA-Ebene einsetzt

  11. Lusankya 28. Oktober 2013 um 20:43 Uhr

    Also zum Thema Phantomtor braucht mich echt keiner fragen. Es ist ein elendiges Thema, das in den Medien hoch und runter läuft. Es langweilt einfach nur noch. Selbst wenn wir, der HSV, betroffen wäre, irgendwann würde ich es auch so halten wie nun: Ist passiert, war eine Tatsachenentscheidung und gut.

    Bei aller Liebe, aber es nervt nur noch. Ich finde das so ähnlich wie nicht gegebene Tore, oder Abseitstore. Irgendwann gleicht sich alles aus. Das aber alle laut werden ist normal. Aber irgendwann sollte man mal ein Ding Ding sein lassen. Zum Thema ausgleichen: Man betrachte nur das Gelb/Rot von Mame. 😉

    Btw:
    @Daywalker sagte am 27. Oktober 2013 um 21:11

    Da bin ich bei dir, mein Schnulli 😉

    • Lusankya 28. Oktober 2013 um 20:46 Uhr

      Btw: Und das finde ich nicht unerheblich: 1899 ist doch auch mitschuldig, da der Platzwart den Defekt des Tornetzes doch auch auffallen muss und nicht nur den Schiedsrichtern.

      Klar gibt es eine Fehlerkette, aber diese fängt bei der 1899 TSG an und nicht bei den Schiedsrichtern.

      Demnach muss man sagen: Selber Schuld 1899!

      Denn eines können alle, wir besonders 😉 : Jammern 😀

  12. menke 28. Oktober 2013 um 21:09 Uhr

    Ein Tor/oder Nicht -Tor was mich (momentan) noch nicht wirklich interessiert.
    Klar, dumm gelaufen,Hoffenheim, aber Völler hat recht wenn er sagt: soviel Mill. für das neue Stadion aber keine 100 Euro für vernünftige Tornetze…Ich frage mich allerdings welchen Job der Linienrichter vor Spielbeginn verrichtet hat als er die Netze überprüft hat…Sei es drum, nicht unser Problem…
    Kiessling hätte ein Zeichen setzen können: er hätte zum Schiri gehen können und den Ball einfach auf den Abstoßpunkt legen können um so zu signalisieren: kein Tor…aber mal ehrlich: ist diese Ehrlichkeit in diesem Millionengeschäft angebracht und zeitgemäß?…ich bin hin und hergerissen, wenn es meinen HSV so wie die Hoppenheimer treffen würde, würde ich mir diese Ehrlichkeit und diesen Fairplay wünschen…wenn es zum Vorteil für den HSV sein würde, würde ich mir wie die Leverkusener jetzt nen Ast lachen … Sehr schwierig objektiv zu bleiben…am besten Haken dran und gut is, nur leider würde die Fairness laut DFB/FÍFA-Statuten mit Füßen getreten…
    Menke…HSV…alles andere ist nur Fußball

  13. Daywalker 28. Oktober 2013 um 23:15 Uhr

    Zu Conolly am 28. Oktober 2013 um 17:07 :

    Eine Tatsachenentscheidung beinhaltet ja nicht, das diese zwangsläufig auch auf den wahren Begebenheiten oder Tatsachen beruht. Im Prinzip ist jede Schiedsrichterentscheidung eine Tatsachenentscheidung.
    Wenn man sich nun die Fehlerquote der Bundesligaschiedsrichter anguckt, kann man denke ich grundsätzlich sehr zufrieden sein.
    Wenn es um eklatante Fehlentscheidungen geht, wie z.B. dem „Phantom-Tor“ von Kiessling, sollte man bedenken, das sowas die ABSOLUTE Ausnahme ist. Aber auch hier gibt es eklatante Unterschiede in der Qualität der Fehlentscheidungen. Man kann und muß vielleicht über den Einsatz von technischen Hilfsmitteln im Fußball diskutieren.
    Aber, wenn ich z.B. Trainer oder Spieler nach einem Abseitstor in der Nachbetrachtung höre, Zuschauer im Stadion oder am besten Wohnzimmerbundestrainer, die gaaanz genau gesehen haben das es Abseits war, der Trainer aus 40m schräg von hinten und die Spieler aus dem Spiel heraus und in der TV-Analyse stellt sich nach Betrachtung von 28 Zeitlupenwiederholungen heraus, das man mit der Fußspitze 5 cm im Abseits stand, dann lache ich mich tot.
    Und selbst wenn es ein ganzer Meter Abseits war. Nur mal zur Erinnerung: Schon bei 10 km/h legt man pro Sekunde (!) 2,78m zurück!
    10 km/h habe ich schon drauf wenn ich mit meiner Frau durch Ikea gehe.
    Allerdings muß ich auch alle 10 Meter für eine halbe Stunde warten.

    Dafür ist bei Abseits die Quote der Schiri finde ich ziemlich beachtlich. Wenn ich mir mal die „Spieltags-Analyse“ des Bayern-Fansenders anschauen kann, dann kann ich auch meistens nur mit dem Kopf schütteln. Da wird teilweise um Millimeter gefeilscht und nach übertrieben gesagt 10 Minuten gibt es trotzdem 3 verschiedene Meinungen.
    Wie soll das im Spielbetrieb umgesetzt werden?
    Habt Ihr Bock auf Verhältnisse wie in der NFL hoch zehn? Also ich nicht! Einem Einsatz z.B. von Torkameras, Torlinientechnik oder dem (NFL-ähnlichen) TV-Beweis zur Absicherung bei kritischen elementaren Entscheidungen wie zu Roten Karten oder Elfmetern, sollte sich die FIFA nicht verschließen. Das sind Ereignisse die eher selten im Spiel vorkommen und daher auch den Spielfluß und die Dynamik nicht großartig beeinflussen. Das muß dann aber auch ganz klar definiert und begrenzt werden, eben beispielsweise zu Roten Karten oder Elfmetern, wenn das Spiel ohnehin unterbrochen ist. Das Einsetzen solcher Technik zu kritischen Entscheidungen wie z.B. Abseits würde das Spiel zerstören. Das ist nicht im geringsten mit einem „offside“ im American Football oder der Überwachung der Strikezone im Baseball zu vergleichen, denn es würde nicht im geringsten bei einer Fehlentscheidung den verloren gegangenen Vorteil wiederherstellen. Oder soll es als Entschädigung dann einen Elfmeter für den „Geschädigten“ geben oder wie stellen sich die Technikfreaks eine Umsetzung der „totalen Überwachung“ vor, die meiner Meinung in Profiligen heute sicher problemlos möglich wäre?

    Eine Einbindung der Tortechnik stelle ich mir sogar ganz reizvoll vor.
    Wenn ähnlich wie im Eishockey nach einem Tor im Stadionrund die Laternen und die Sirenen angehen. Das könnte man durchaus sympathisch einbinden. Ein Problem sehe ich nur in der Kostenübernahme für mögliche Technik, da ich der Meinung bin, das in allen Profiligen die gleichen Regeln und Voraussetzungen gelten müssen. Hier sehe ich schon im „reichen“ Deutschland ein Problem und eine weltweit betriebene Sportart sollte auch überall die selben Standards haben. Wie gesagt, ich rede vom Profisport. Im Amateurbereich halte ich das für nicht notwendig.

  14. peschinho 29. Oktober 2013 um 05:34 Uhr

    Ich erinnere mich noch sehr gut an diese Episode unseres Dorfnachbarns:

    (Zitat: wiki.de) Am 10. April 2012 sorgte Marius Ebbers für ein außergewöhnliches Ereignis im Profi-Fußball: Als er ein Tor im Spiel gegen den 1. FC Union Berlin per Hand und Kopf erzielt hatte, gab er auf Nachfrage des Schiedsrichters Tobias Welz zu, den Ball auch mit der Hand berührt zu haben. Daraufhin wurde das Tor (es wäre der 2:1 Führungstreffer gewesen) zurückgenommen. St. Pauli gewann das Spiel dennoch durch ein Tor von Fin Bartels in der Nachspielzeit. Im Oktober 2012 wurde er für sein vorbildliches Verhalten vom DFB mit der DFB-Medaille Fair ist mehr ausgezeichnet.
    .
    Die Diskussion ging u.a. auch dahin, ob man einem Profi zumuten kann „zu ehrlich“ zu sein und gleichzeitig mit seiner Ehrlichkeit seinem Arbeitgeber zu schaden.. oder ob das nicht grundsaetzlich allein die Aufgabe des Schiris ist..

    Meine 2cts: Ebbers steht in meiner Achtung nach dieser Aktion sehr hoch (im Ggs. zu Kiessling).. auch wenn ich glauben mag, dass Kies sich abgedreht hat und nicht mitbekommen hat, dass der Ball durchs Aussennetz ging.. er wurde nicht mal vom Schiri befragt..

    • Daywalker 29. Oktober 2013 um 08:50 Uhr

      Die Aktion von Ebbers war sicher ganz großer Sport.
      Allerdings bin ich noch naiv genug zu glauben, das weitaus mehr Spieler auf so eine direkte Nachfrage des Schiedsrichters mit „Ja, ich habe den Ball mit der Hand berührt“ geantwortet hätten, als man denkt.
      Im Gegensatz zu Kiessling war sich Ebbers seines Handspiels ja auch völlig bewußt und das damit sein Tor irregulär war. Hätte er es nicht gemerkt das er den Ball mit der Hand geführt hat, hätte er es auch niemals zugegeben. Ich bin mir genauso sicher, das Ebbers im Leben nicht von alleine auf den Schiedsrichter zugegangen wäre, um sein Handspiel zuzugeben und den Treffer annullieren zu lassen. Warum auch? Ziel des Spiels ist immer noch zu gewinnen. Und wo kein Richter, da ist auch kein Henker.
      Ich will damit natürlich seine Aktion nicht im Geringsten schmälern, es gibt genug Fußballprofis die das Handspiel hartnäckig geleugnet hätten.
      Ich denke gerade an so´n kleinen dicken Argentinier…

      Und was das Phantom-Tor von Kiessling angeht: Wenn man jemandem Vorwürfe macht, dann dem Spieler Nr.3, Reinartz. So wie er stand MUSS er gesehen haben, das der Ball nicht den normalen Weg ins Tor gegangen ist.
      Vielleicht hat ihn im Anschluß auch deshalb sein schlechtes Gewissen in seine Verletzungspause getrieben 😉
      Aber welcher Profisportler rennt schon ungefragt zum Schiedsrichter um einen Vorteil für sich und seine Mannschaft zu zerstören.
      Ich muß ehrlich zugeben, das ich wohl nicht anders handeln würde.

  15. Bernd 29. Oktober 2013 um 10:13 Uhr

    Teil 1: Die FIFA
    Auch wenn die FIFA nach außen so tut als ob ist sie mitnichten für Regeländerungen zuständig. Das macht die IFAB.
    https://de.wikipedia.org/wiki/International_Football_Association_Board
    Bitte mal genau durchlesen um zu verstehen wieso da alles mit großer Zähigkeit abläuft.
    Vor einigen Jahren lief mal ein Beitrag über Korruption im Fußball und damit verbundene Schiedsrichterbestechungen. Der Bericht stand eine Zeitlang bei Youtube online, ist aber nicht mehr verfügbar.
    Niemand von der FIFA wollte in diesem Zusammenhang eine offizielle Stellungnahme zur Tatsachenentscheidung abgeben. Schließlich fand man aber doch jemande der mit Unkenntlichmachung und verstellter Stimme zur Aussage bereit war.
    „Ja selbstverständlich könne man wie im American Football mit bis zu 7 Schiedsrichtern auslaufen oder wie im Eishockey den Videobeweis einführen. Das ist aber ausdrücklich von der Werbung nicht gewünscht. Jede Schiedsrichterfehlentscheidung wird 100 mal mehr besprochen als das Tor des Jahres. Nirgendwo in der Gesellschaft sei der Emotionalisierungsfaktor höher als nach einem Schiedsrichterskandal. Und je höher der Kunde emotionalisiert umso besser sickern Werbebotschaften ein.“

    Teil 2: Stefan Kießling
    Jeder kennt das, man geht auf eine Party mit vielen unbekannten Leuten. In Sekundenbruchteilen schlagen unsere Vorurteile zu und der Laden ist unterteilt in sympathische Menschen und Fieslinge.
    So ging es mir mit Kießling. Einmal gesehen und schon unten durch. Als der dann zu Pillen wechselte war es endgültig aus.
    Aber dieses eine Mal ist der einfach unschuldig. Mit dem Kopfball dreht er sich enttäuscht weg, weil er weiß, daß er sich verschätzt hat.
    Dann auf einmal Riesengeschrei, Jubel, Ball im Netz, Schiri pfeift Tor.
    Dieser Vorgang dauert ungefähr 4-5 Sekunden. Der Typ hat nichts gesehen. Ja was soll er denn jetzt sagen außer: „Ich habe nichts gesehen.“

    Teil 3: Die Technik
    Wie in Teil 1 gelesen hat die FIFA gegen Fehlentscheidungen (auch mehr als offensichtlich) gar nichts einzuwenden.
    Deshalb wird wohl auch die schwächste Technik, die Torlinientechnik, eingeführt.
    Hätte man sich für die Alternative von Minikameras im Torpfosten entschieden wäre auch die Flugbahn des Balls zu verfolgen gewesen.
    So aber haben wir einen oder mehrere Chips im Ball, die im Verbund mit der Torlinie melden ob der Ball mit vollem Umfang die Linie überschritten hat.
    Tja, es gab von Anfang an Zweifel beim Phatomtor, nur nicht an der Frage ob er die Linie in vollem Umfang überschritten hatte.

    • Trapper Seitenberg 29. Oktober 2013 um 11:40 Uhr

      Zum Thema Korruption im Sport allgemein und bei der FIFA im Speziellen sollte man u.a. Jens Weinreichs Blog http://www.jensweinreich.de/
      lesen. Der recherchiert und schreibt zu dem Thema seit Jahren, übrigens auch für den SPIEGEL.
      Wenn ich den von Dir verlinkten WIKI-Artikel richtig verstehe, dann können allerdings die Vertreter der FIFA jede Änderung blockieren, da ja sechs Stimmen benötigt werden.

      So ärgerlich die Fehlentscheidung des Schiedsrichters in diesem Fall ist, so unbefriedigend und unverständlich man auch das ergangene Urteil empfinden mag – der wahre Skandal ist seit Jahrzehnten der Zustand der Sport-Weltverbände, allen voran der FIFA unter Blatter!

      Und eins sollte wir als Deutsche, die wir uns nur zu gern als Moralapostel gebärden, mal realisieren: Deutschland liegt beim Korruptionsindex seit Jahren auf einem Mittelfeldplatz. Das Günstlings- und Schmiergeldsystem
      bei IOC (Spötter übersetzten die Abkürzung mit „International Organized Crime“) und FIFA wurde damals vom Deutschen Dassler (ADIDAS) etabliert. Und Blatter hat seinerzeit bei ADIDAS angefangen.

      Wer glaubt, dass wir die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland allein der Lichtgestalt und guten Worten zu verdanken hatten, der glaubt wohl auch unbeirrt an den Weihnachtsmann. Da fragt kaum einer nach. So genau wollen wir das nicht wissen, oder? War doch Sommermärchen, also endgeil.

      Fehlentscheidungen der Schiedsrichter, so absurd sie auch erscheinen mögen, sind normalerweise einfache menschliche Fehlleistungen (sieht man mal von Spielen ab, die die Wettmafia manipuliert hat). Die lassen sich praktisch nicht gänzlich vermeiden, höchstens lässt sich die Häufigkeit verringern. Aber das FairPlay-Gebot der FIFA, man möchte meinen, ausgerechnet von der FIFA, ist und bleibt bigott! Wer es über viele Jahre zuließ, dass regelmäßig Abstimmungen manipuliert wurden, wer in Schmiergeldzahlungen von mehr als 120(!) Millionen Euro verwickelt war, der müsste über das Thema FairPlay gar nicht reden.

      Und vergessen wir nicht: der DFB, als größter Einzelverband, sitzt im Exekutivkomitee der FIFA, dort hat er sich seit Jahren wahrlich nicht mit Rum bekleckert Im Gegenteil! DAS ist tatsächlich peinlich und der tatsächliche Skandal!

      • Trapper Seitenberg 29. Oktober 2013 um 11:51 Uhr

        Ich weiß nicht, ob die DFB-Vertreter Rum trinken. Auszuschließen ist es nicht, auch nicht, dass sie sich dabei (nicht) bekleckern. Aber gemeint war natürlich RUHM.