DFB: “Phantomtor” wird richtiges Tor

Phantomtor bleibt Tor, Fair Play bleibt für’n Arsch.

Diese Krankheit muss man sich einfach mal vorstellen. Ein Tor, von dem JEDER gesehen hat, dass es kein Tor war, wird offiziell zum Tor…

Wie muss sich ein Kießling jetzt eigentlich fühlen ? Warum bieten die Leverkusener nicht von sich aus ein Wiederholungsspiel an ? Der Image-Gewinn für den Pillenclub wäre nicht meßbar gewesen.

So aber könnte es am Ende der Saison richtig witzig werden, wenn Leverkusen mit einem oder zwei Punkten Vorsprung….

Sorry, aber wieder ist mir ein kleines Stückchen Spaß am Spiel verloren gegangen.

Von | 2013-10-28T13:27:06+01:00 28. Oktober 2013|Allgemein|32 Kommentare

32 Comments

  1. mitchi4711 28. Oktober 2013 um 13:41 Uhr - Antworten

    nun ja, also alle haben es ja nicht gesehen – der Schiri eben wohl nicht… und dann haben wir eben die Tatsachenentscheidung, welche ja auch Abseitstore reglementiert und für gültig erklärt! Grundsätzlich ist es aber doch sinnvoll, an diesem Prozess festzuhalten, da wir sonst in den Bereich von Endlosdiskussionen am grünen tisch kommen, was gerade wir Fans wohl nicht wollen – alerdings sollte man die Schiris besser unterstützen, z.B. dadurch das der 4 Schiri nicht als Wachhund für die Trainer abgestellt wird, sondern auf der Tribüne am Monitor sitzt und dan via Funk mit dem Schiri kommentieren kann, wie er die Situation am Bildschirm bewertet! Oder halt die Torlinientechnik einsetzt, was m.E. in diesem Fall auch nicht viel gebracht hätte, und auch in keinem Verhältnis steht!

    Einzig Schuldiger ist auch nicht Kiessling, sondern wenn der Platzwart der Hoffenheimer, welche den Platz und auch eben die Netze ordnungsgemäß herzurichten hat…ok – der Schiri mit einer Teilschuld aufgrund seiner Kontrollfunktion! Kiessling jedoch hat gemeint, der Ball geht daneben ( ist er ja auch ) und hat sich gefrustet weggedreht – aber wenn der Ball auf einmal doch drin ist und alle jubeln, ja … dann kommen da wohl Selbstzweifel in einem hoch! Willste dann sagen, ich dachte aber der Ball geht vorbei und deswegen kann das gar kein reguläres Tor gewesen sein – lass uns mal die Maschen kontrollieren?

    Ich hab vom DFB nichts anderes erwartet – lag auf der Hand !

    • Heiliger Bimbam 28. Oktober 2013 um 21:31 Uhr - Antworten

      Und ganz ehrlich – so ein Loch muss man auch erstmal treffen! 😀

  2. NeilYoung 28. Oktober 2013 um 14:00 Uhr - Antworten

    Wer ernsthaft etwas anderes erwartet hatte, kennt die Rechtslage nicht. Wenn selbst die Hoffenheimer keinen Regelverstoß benennen können, und das Gericht auch nicht entsprechend auf einen solchen erkennt, bleibt es bei der Tatsachenentscheidung.

    Wie wäre z. B. über ein nicht gegebenes Tor zu entscheiden, wo „jeder“ im Stadion einschließlich der Fernsehkameras den Ball hinter der Linie gesehen haben?

    Das Ganze ist natürlich in höchstem Maße ungerecht, aber rechtens und damit ein zurzeit nicht aufzulösender Widerspruch.

    Die Tordiskussionen könnten sehr einfach durch die Torlinientechnik entschärft werden. Hier müsste angesetzt werden.

    • Heiliger Bimbam 28. Oktober 2013 um 21:26 Uhr - Antworten

      Die Torlinientechnik hätte in diesem Fall aber nichts gebracht, das sie ein “seitliches Einfliegen” nicht erkennen kann.

      • Daywalker 28. Oktober 2013 um 23:26 Uhr - Antworten

        So wie ich das Prinzip verstehe, hätte die Torlinientechnik gerade in diesem Fall erkennen können ob es Tor war oder nicht. Wenn der Ball das gedachte Rechteck zwischen Torlinie, Pfosten und Latte nicht überquert, kann es gar kein reguläres Tor sein.

        • Heiliger Bimbam 29. Oktober 2013 um 06:48 Uhr - Antworten

          Nee, so funktioniert das nicht. Im Gegenteil, auch und gerade diesen Ball hätte das System drin gesehen.

          • Daywalker 29. Oktober 2013 um 08:09 Uhr

            Aha, okay. Danke für die Info..
            Das ist dann aber ziemlich dämlich.
            Vielleicht sollte ich “mein” System zum Patent anmelden und reich werden.
            Ich finde “mein” System irgendwie besser, LOL.

  3. MrsMurphy 28. Oktober 2013 um 14:24 Uhr - Antworten

    8. Dezember 2012, BVB gegen Wolfsburg
    Schiedsrichter Stark stellte Schmelzer vom Platz wegen eines angeblichen Handspiels. Der BVB verlor dieses Spiel. Hinterher gab der Schiedsrichter seinen Fehler zu, was dazu führte, dass Schmelzer nicht gesperrt wurde. Von einem Wiederholungsspiel war nie die Rede (oder trügt mich meine Erinnerung?).

    Will sagen: Man sollte nicht mit zweierlei Maß messen. Der Schiedsrichter hatte bis zum Wieder-Anpfiff Zeit, seine Entscheidung zu prüfen – keiner der Hoffenheimer machte ihn zu diesem Zeitpunkt (!) auf das Loch im Netz aufmerksam. Der Stadionsprecher hat, wenn ich das richtig erinnere, auch nicht sofort auf die Videowand verwiesen (wäre ja auch ne Idee gewesen). Kießling ist m.E. kein Vorwurf zu machen: Was sollte er denn tun – er dachte, der Ball ginge daneben, sah ihn dann im Tor liegen. Hand aufs Herz: Wer wäre auf die Idee gekommen, das Netz zu prüfen?

    So bleibt es bei einer Tatsachenentscheidung, die man akzeptieren muss, ohne das Fairplay zu Grabe tragen zu müssen. Wir wollen doch jetzt nicht jede (im Nachhinein nachweisbar falsche) Schiedsrichterentscheidung am grünen Tisch besprechen.

    • Daywalker 28. Oktober 2013 um 15:20 Uhr - Antworten

      Naja, das ist aber auch wesentlich einfacher eine unberechtigte Rote Karte und die damit verbundene Sperre aufzuheben als ein irreguläres Tor.
      Interessant ist natürlich der Gedanke, warum Brych noch während des Spiels( z.B. in der Halbzeitpause) von niemanden auf seinen Fehler aufmerksam gemacht wurde. Ich weiß jedoch nicht ob das Regelwerk so eine Entscheidung überhaupt zuläßt, also noch im laufenden Spiel nachträglich ein irregulär gegebenes Tor zurückzunehmen. Ich meine das ist nicht möglich.
      Das muß ich heute Abend glatt mal gurgeln…
      So oder so ist dieses Tor wieder ein Argument für die Einführung der Torlinientechnik. Wembley läßt grüßen.

      • NeilYoung 28. Oktober 2013 um 16:31 Uhr - Antworten

        Nach meinen Informationen wäre eine Rücknahme der Tatsachenentscheidung nur bis zum Wiederanpfiff nach der Torentscheidung möglich gewesen.

  4. Daywalker 28. Oktober 2013 um 15:02 Uhr - Antworten

    Ich glaube im Stadion haben die wenigstens Leute gesehen, das diese absolute Ausnahmesituation kein Tor war. Der Linienrichter konnte es aus seiner Position defintiv nicht sehen , genauso wie der Schiri es nicht gesehen hat. Kiessling müßte es gesehen haben das er nicht das Tor trifft. Andernfalls hätte er sich wohl kaum weggedreht und die Hände vors Gesicht geschlagen. Meine Vermutung.
    Genauso müßten das weitere Leverkusener Spieler die aufs Tor focussiert waren gesehen haben, die anschließend ebenfalls abdrehten weil sie von Abstoß Hoffenheim ausgegangen sind. Eigentlich.
    Aber welcher Leverkusener Spieler konnte in diesem Moment zu 100% sagen, war kein Tor, wenn der Ball dann plötzlich doch im Tor liegt?
    Ich weiß es nicht.
    Kann man das diesen Spielern nun vorwerfen? Ich der das auch nur im TV gesehen hat, mit zig Zeitlupen wäre da vorsichtig.
    Wie weit dürfen diese Vorwürfe gehen? Den Spielern wird ständig eingebläut, Entscheidungenen der Schiedsrichter zu akzeptieren, am besten klaglos und ohne Diskussionen. Nun gibt der Schiri also dieses Tor und keiner weiß so wirklich warum. Die Hoffenheimer die es gesehen haben, vor allem der Torwart, regen sich selbstverständlich fürchterlich auf, aber darf man von den Leverkusener Spielern als Nutznießer dieser in diesem Moment unklaren Situation erwarten, das sie dann zum Schiri gehen und sagen: “War kein Tor”? Ich habe da so meine Zweifel. Wieviele Bundesligaspieler würden das wohl machen, im Haifischbecken Bundesliga wo es um so wahnsinnig viel geht und angeblich keiner wußte was nun eigentlich passiert ist. Wie würde man selbst reagieren?
    Finde ich schon schwierig. Vielleicht hätte sich der Verein Bayer anschließend anders verhalten sollen. Eines sollte aber klar sein, ohne das ich das jetzt aus dem Stehgreif mit dem passenden Paragraphen belegen kann: Ein Verein kann von sich aus kein Wiederholungsspiel anbieten oder ansetzen. Das obliegt einzig dem Sportgericht.
    Die Urteilsbegründung finde ich nachvollziehbar.
    Im Urteil darauf zu verweisen, “Wer defekte Materialien zur Verfügung stellt muss auch mit einem defekten Ergebnis rechnen.”, finde ich jedoch ziemlich billig.
    Erstens weiß keiner wann dieses dämliche Netz kaputt gegangen ist und zweitens, so wie sich das für mich liest, muß man dann nicht auch die Linienrichter ins Boot holen? Die prüfen schließlich vor Anpfiff abschließend das Netz und geben es für das Spiel frei. Die prüfen jedoch nur die korrekte Verankerung unten und seltenst mal mit ihrer Fahne das ganze Netz. Das habe ich schon ewig nicht mehr gesehen.
    Man kann ja auch nicht erwarten, das jeder Knoten geprüft wird.
    Das wäre wieder Aufgabe des Zeugwarts, bzw. des Heimvereins. Ich gehe davon aus, das diese Situation einmalig in der Geschichte der Bundesliga bleiben wird. Zum einen weil die Vereine die Netze ab sofort lieber zweimal überprüfen werden und zum anderen, weil es so einen Zufall wohl kaum ein zweites Mal geben wird. Ich sehe das Fair Play dadurch jedenfalls überhaupt nicht in Gefahr. Dafür sorgen die Spieler in ganz anderen und alltäglichen Situationen.

  5. Trapper Seitenberg 28. Oktober 2013 um 17:06 Uhr - Antworten

    Warum bieten die Leverkusener nicht von sich aus ein Wiederholungsspiel an ?
    Ich kann dein Unbehagen absolut nachvollziehen, aber die Frage kannst Du doch unmöglich ernst meinen, oder etwa doch?
    Ein Verein kann nicht einfach in den Spielbetrieb eingreifen, denn der wird vom DFB, bzw. der DFL organisiert. Und jeder Verein (und auch jeder Funktionär, lizenzierter Berater und Spieler) muss sich im Zweifel etwaigen Entscheidungen der Sportgerichtsbarkeit grundsätzlich unterwerfen. Darüberhinaus haben die Leverkusener im Vorfeld audrücklich erklärt, dass sie nichts dagegen einzuwenden hätten, das Spiel ggf. ab dem fraglichen Zeitpunkt zu wiederholen und ggf. eine solche Entscheidung akzeptieren würden.

    Sicher bleibt ein unguter Beigeschmack. Der DFB/DFL ist jedoch als Mitglied der UEFA, bzw. der FIFA auch in seinen Entscheidungen an deren Vorgaben gebunden. Das ist allen Unzulänglichkeiten dort zum Trotz (z.B. die sinnlose Doppelbestrafung mit Strafstoß und roter Karte) grundsätzlich auch gut so. Denn es kann ja wohl nicht sein, dass jeder nationale Verband nur den Teil des für alle gültigen Regelwerks akzeptiert und umsetzt, der ihm gerade genehm ist.

    Wenn man an derartigen normativen Vorgaben etwas ändern will, dann geht das nur über die entsprechenden Gremien in den übergeordneten Verbänden, bzw. auf demokratischem Wege. Allerdings kann man den Eindruck gewinnen, dass der DFB, der meines Wissens nach der größe Einzelverband der Welt innerhalb der FIFA ist, nicht immer mit dem gebührenden Nachdruck seine Position dort vertritt.

    • Gravesen 28. Oktober 2013 um 17:14 Uhr - Antworten

      Nun stell’ dich doch nicht dusseliger als du bist. Ich weiß selbst, dass ein Angebot der Leverkusener keine Auswirkungen auf die Entscheidung des Sportgerichts gehabt hätt, aber man hätte mit einem zeitnahen Angebot ein Zeichen setzen und viel für das eigene Image tun können.

      Stattdessen wurde besonders von Herrn Völler rumgeeiert ohne Ende,

      • Trapper Seitenberg 28. Oktober 2013 um 17:35 Uhr - Antworten

        Moment! Du hast die oben festgestellt, dass Dir ein kleines Stückchen Spaß am Spiel verloren gegangen sei. Soll ich das also dahingehend verstehen, dass Dir der Spaß am Fußball verloren geht, weil Herr Völler (oder wer auch immer) aus deiner Sicht die Chance verpasst hat, das Image des Pillenklubs zu verbessern?
        Es ist doch Latte, was die angeboten hätten, denn es hätte sportjuristisch nullkommanull Auswirkungen gehabt! Das Ergebnis des Verfahrens konnte im Grunde nur so ausfallen. Das wiederum bedeutet, dass die Ungerechtigkeit oder fatale Fehlentscheidung zu Ungunsten der Hoffenheimer auch bei keinem anderen Verhalten von Bayer04 aus der Welt geräumt worden wäre! Worum geht es Dir also? Die zweifellos groteske Fehlentscheidung, bzw. die sportliche Ungerechtigkeit – da wären wir einer Meinung. Oder geht es Dir um die Öffentlichkeitsarbeit der Leverkusener? Auch wenn Herr Völler imagefördernd sogar auf eine komplette Spielwiederholung bestanden hätte – es wäre letztlich wohlfeil, da ohne jede Konsequenzen geblieben.

  6. Conolly 28. Oktober 2013 um 17:07 Uhr - Antworten

    Es sollte nicht über dieses Tor (oder viel mehr Nichttor) diskutiert werden, sondern über diesen unerträglichen Begriff “Tatsachenentscheidung” …
    Es wird etwas fälschlicherweise entschieden, was eben nicht den Tatsachen entspricht! Im heutigen Medienzeitalter finde ich den Ansatz, den vierten (meinetwegen auch einen fünften) Schieri an einem Monitor zu platzieren längst überfällig!

    • Pascal 28. Oktober 2013 um 18:42 Uhr - Antworten

      da gebe ich dir vollkommen recht. Leider ist dafür die FIFA zuständig. Mit glück haben wir ab 2015 die Torlinientechnik, sofern das ganze bei der WM gut läuft. Der Test bei Confed Cup war ja schon gut

  7. Christoph Nebgen 28. Oktober 2013 um 17:34 Uhr - Antworten

    Nee, nee, nee Gravesen, diesmal nicht!

    Jedes Wochenende gibt es in der Bundesliga im Schnitt mindestens ein irreguläres Tor, das trotzdem zählt, und ein reguläres Tor, das trotzdem nicht zählt. Niemals wird über eine Wiederholung des Spieles diskutiert, warum hier?

    Weil ein Loch im Netz war? Wo ist der Unterschied zu Fällen, in denen der Torschütze (nicht) im Abseits oder Ball (nicht) hinter der Torlinie war? Den Unterschied gibt es nicht. Für das Loch im Netz waren zudem die Geschädigten selbst verantwortlich.

    • Pascal 28. Oktober 2013 um 18:43 Uhr - Antworten

      ein Unterschied fällt mir ein (und das ist ein gravierender):

      in den anderen Fällen hat der geschädigte Verein kein Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt. In diesem Fall hat Hoffenheim dies getan (im Gegensatz zu den anderen)

  8. sebian 28. Oktober 2013 um 18:12 Uhr - Antworten

    Man hätte hoffenheim auch während des Spiels einfach ein tor schießen lassen können

  9. oldiehamburg 28. Oktober 2013 um 18:33 Uhr - Antworten

    Genau, so ist es!
    Welcher – nach Fernsehbeweis – offensichtliche Schiedsrichterirtum soll zu einer Spielwiederholung führen und welcher ist halt Pech für die betroffene Mannschaft? Wer soll das entscheiden? Wie lautet die Regel? Was passiert in den Klassen ohne TV?
    Es ist nicht toll, so wie es ist. Wer hat eine Lösung?

  10. Pascal 28. Oktober 2013 um 18:45 Uhr - Antworten

    Ich kann dich und deine Meinung verstehen.

    aber:

    es gibt soo viele Regeln die ganz dringend überarbeitet werden müssen (Thema Tatsachenentscheidung, Doppelte Bestrafung, Technische Hilfsmittel) und man müsste überhaupt erstmal einen Anfang machen.

    Aber der DFB ist ja nicht mal in der Lage sich an Einigungen mit den Fans zu halten, wie kann man erwarten, dass sich der DFB für Regeländerungen auf FIFA-Ebene einsetzt

  11. Lusankya 28. Oktober 2013 um 20:43 Uhr - Antworten

    Also zum Thema Phantomtor braucht mich echt keiner fragen. Es ist ein elendiges Thema, das in den Medien hoch und runter läuft. Es langweilt einfach nur noch. Selbst wenn wir, der HSV, betroffen wäre, irgendwann würde ich es auch so halten wie nun: Ist passiert, war eine Tatsachenentscheidung und gut.

    Bei aller Liebe, aber es nervt nur noch. Ich finde das so ähnlich wie nicht gegebene Tore, oder Abseitstore. Irgendwann gleicht