Woher kommt nur dieser Hass ?

„…Jetzt wird den Heiopeis auch noch Zucker in den Arsch geblasen.
Die haben gefälligst etwas für uns zu tun – nicht umgekehrt!….“

 

 

„…Sorry, den Mimosen sollte man (im übertragenen Sinne) kräftig in den Hintern treten, wenn sie noch mal so einen emotionslosen, unmotivierten und leblosen Auftritt wie am Sonntag hinlegen…“

 

„…Die Spieler lachen sich doch ’nen Ast…“

 

„…Dieser Brief an das Spielermaterial ist nichts weiter als provinzieller und armseliger Gammel…“

 

„…Beim HSV wird überdurchschnittlich gut verdient und pünktlich überwiesen. Darum fühlen sich ja viele Spieler so pudelwohl…“

 

„…Die sollen laufen, bis sie kotzen. Ich muss für einen Bruchteil ihres Gehaltes auch jeden Tag zur Arbeit fahren…“

 

Scheiß-Millionäre, Drecks-Söldner, Verpisser, faule Schweine, Absahner.

Diese „Zitate“ stammen einzig und allein vom gestrigen Tag !

Die Liste der freundlichen Bezeichnungen für die Hauptdarsteller des Schauspiels, welche der geneigte Fan jedes Wochenende zu bejubeln wünscht, ist lang und wird täglich länger.

Angeheizt von einer Hetz-Presse,bei der Lebensversager wie Schnitgerhans, Draxler und Lakaien unerwünschte Akteure  als „Altlasten“, „Ladenhüter“ oder sogar „Dreck“ bezeichnen können, kreischt sich sich der frustrierte „Fan“ den Ärger von der geschundenen Seele.

Immer drauf, immer nochmal zutreten. Es ist Mode, es macht Spaß und in der finsteren Anonymität des Internet oder der großen Masse im Stadion leben einige offensichtlich das aus, was sie sich in 1000 Jahren nicht trauen würden, wenn ihnen die Wurzel des Übels gegenüberstehen würde.

Die Fragen, die ich mir an dieser Stelle immer wieder stelle:

Wie macht man das ? Wie kriegt man das hin ? Wie kann man das, was man eigentlich liebt und wofür man Unkosten, Reisestrapazen, Unannehmlichkeiten in Kauf nimmt, derart niedermachen ?

Wie kann man von sich behaupten, man würden seinen Verein lieben, man hätte „die Raute im Herzen“ und dann bezeichnet und bepobelt man (natürlich anonym) eben diejenigen, die diesen Verein repräsentieren mit Begriffen, für die man in anderen Ländern mit mindestens einem längeren Krankenhaus-Aufenthalt belohnt weden würde ?

Wie kann man eigentlich davon sprechen, dass „wir gewinnen“, wenn man die Spieler, die das bewerkstelligen sollen, dermaßen verachtet ?

Wie kann man im Zusammenhang mit dem Verein von „uns“ sprechen, wenn man wirklich alles an genau diesem Verein komplett Scheiße findet ?

Um nicht falsch verstanden zu werden – Kritik ist notwendig und muss sein. Wenn etwas nicht stimmt, muss es angesprochen werden, damit kann auch jeder Trainer und Spieler umgehen.

Aber mit Kritik hat das Ganze nicht im Entferntesten zu tun, hier geht es nur noch um den privaten Frustabbau.

Gern, oft und im Grunde jedes Mal wird die Einkommens-Karte gespielt. Die“Scheiß-Millionäre“ würden einen Teil ihres Gehaltes bekanntlich als eine Art Schmerzensgeld kassieren und müssten sich deshalb alles gefallen lassen, jede Schmähung, jede Beleidigung muss an ihnen abprallen.

„Das sind Profis, die müssen das abkönnen..“

 

Ich frage mich dann immer, ob es die Brüllfrösche im täglichen Leben, außerhalb der Bühne Bundesliga, ebenso halten. Wird der erfolgreiche Nachbar, der sein Geld als Anwalt verdient, auch in der anonymen Schlange beim Bäcker diskreditiert ? Wahrscheinlich schon.

Wird der Unternehmer, der vor seinem Einzelhaus einen Porsche geparkt hat, in der Dorfkneipe als „Geldsack“ verpöhnt, der zuwenig für die Gemeinde tut. Schließlich “ hat er es ja“, dann könnte er ruhig mehr geben.

Ganz ehrlich ? Eurer Neid kotzt mich an !

 

Für mich sind Typen, die sich in dieser Form über Spieler äußern, der wahre Dreck.

Ich möchte gar nicht über die Millionen von Aushilfs-Bundestrainern reden, die in „Qualitäts-Foren“ 18 Stunden am Tag erklären wollen, dass sie von Trainingslehre mehr verstehen als ein Übungsleiter mit A-Lizenz. Diese Trottel machen sich tagtäglich lächerlich und brauchen mich nicht .

Wie machen diese Internet-Brüller das eigentlich mit ihren Frauen, wenn sie denn eine haben ? Was passiert, wenn die Frau mehr verdient als der Bierbauch im „Fly Emirates-Trikot“ ? Wird die dann auch als Geldschlampe bezeichnet, wenn sie nicht dabei ist ? Muss die für ihr Geld auch“arbeiten“, bis das Blut aus den Ohren läuft ?

In anderen Ländern wird ebenfalls professioneller Sport betrieben und auch dort sind die Fans nicht immer glücklich mit den Leistungen ihrer „Lieblinge“. Aber dieser teils abgrundtiefe Hass, diese schäumende Wut und dieser unverhohlende Neid, den gibt es in dieser Form nur in Deutschland.

In Australien wird u.a. Footy gespielt, so nennen die Aussies ihre Lieblingssportart (neben Cricket und Rugby) den Australian Rules Football. Eine Mischung aus American Football, Fußball und Rugby, ohne Schutzkleidung, ohne Helme, in ärmellosen Shirts.

Die Spieler sind im Normalfall Hünen, die auch richtig gutes Geld verdienen. Ich habe noch nicht einmal erlebt, dass ein Australier einen Spieler seines Clubs nach einer Niederlage beleidigt oder bepöbelt hätte. Das Gehalt der Spieler ist dort einfach kein Thema. Man akzeptiert, dass die Jungs etwas können, was nicht viele können und deshalb dafür entsprechend bezahlt werden.

Für ein Verhalten, wie es deutsche „Fans“ an den Tag legen, hat man dort nicht nur kein Verständnis, man empfindet das Verhalten schlichtweg als krank.

Meine Meinung: Ihr, die ihr die Spieler „eures“ Vereins bepöbelt, beschimpft, beleidigt, bedroht und niedermacht – ihr habt keine Raute im Herzen, ihr habt ein Vakuum zwischen den Ohren.

 

Von | 2014-01-31T07:16:40+01:00 31. Januar 2014|Allgemein|30 Kommentare

30 Comments

  1. cmulbrich 31. Januar 2014 um 08:12 Uhr

    Die Fußballfans waren, sind und bleiben ein Spiegelbild der deutschen (Neid)Gesellschaft.

    Ein anderes Beispiel – warum dieser verbitterte Kampf gegen die Ausgliederung? Das Hauptmotiv, wenngleich auch stets verleugnet, ist meiner Meinung nach vorrangig, dass den Ausgliederungsgegnern (zumindest der breiten Masse letzterer) der Gedanke gefällt, auch und nur das eine Mal im Leben „was zu melden“ zu haben.

  2. Jottkah1887 31. Januar 2014 um 08:23 Uhr

    Ich bin kein Psychologe, aber mir fällt hier oft das Wort ‚Stellvertreterkrieg‘ ein, wenn die Gutverdiener auf dem Rasen Unzufriedenheit mit der eigenen Situation und der eigenen Unzulänglichkeit doch bitteschön verlässlich (!) zu kompensieren haben.
    Panem et circenses.
    Wenn dieser Reflex dann die explosive Mischung mit der deutschen Neidkultur eingeht, erhalten wir das, was Du sehr treffend beschreibst.

  3. Nordlicht 31. Januar 2014 um 08:32 Uhr

    Die heutigen Sportgroßveranstaltungen – und da gehört der Fussball mit seiner überbordenden Medienpräsenz natürlich dazu – sind m.M. nach direkte Nachfolger der „Brot und Spiele“ in der Antike. Dort wurden halt, wenn man den Überlieferungen Glauben schenken will, die Gladiatoren, die nicht mehr funktionierten, den Löwen zum Fraß vorgeworfen… Dies ist zwar keine Rechtfertigung für das „Fehlverhalten“ der einzelnen Fans, aber vielleicht ein Erklärungsansatz.

    Weiterhin – wie hier im Blog ja auch immer ein zentrales Thema – wird die Medienschelte der „Millionarios“ gerne ohne Hinterfragung vom leicht alkoholisierten Fan aufgenommen und in der anonymisierten Menge im Stadion gerne mal mit dem Diffamieren der eigenen Mannschaft raus gelassen. Was im Volkspark allerdings besonders ist, dass extrem von den eigenen Fans auf die eigene Mannschaft draufgehauen wird. Bin in sehr vielen Stadien schon unterwegs gewesen und habe dann auch häufiger bei den heimischen Fans gestanden. So – sagen wir’s mal vornehm – kritisch wie bei uns, geht man in anderen Stadien nicht mit der eigenen Mannschaft um.

    Überhaupt ist die Fussballkultur in Hamburg nicht sehr hoch. Ich verstehe nicht, warum bei der Begrüßung der Gästefans große Teile des Nordens immer pfeifen müssen, warum, wenn Mannschaften zu Gast sind, die nicht unsympatsch sind (z.B. Mainz) von den „auserwählten wenigen“ immer angestimmt wird: St.Pauli / Werder ist beschi…… Ich bin nicht gegen eine gute Stimmung im Stadion. Aber dies bitte nicht auf Kosten der Gäste. Die eingene Mannschaft anzufeuern ist das eine, die Gäste zu beschimpfen und verbal zu attakieren gehört sich einfach nicht. In anderen Stadien wird für die Gäste auch das Vereinslied gespielt (Beispiele: Augsburg und Mainz). Warum ist diese freundschaftliche Geste bei uns nicht möglich. Soweit ich mich entsinnen kann, wurde das Lied der Gäste in den 90er auch in Hamburg noch gespielt.

    • Trapper Seitenberg 31. Januar 2014 um 10:38 Uhr

      Auch wenn es den HSV-Fan schmerzt, aber beim FC St. Pauli wird die eigene Mannschaft fast nie, bzw. kaum ausgepfiffen. Und mindestens bei befreundeten Vereinen, z.B. dem FC Union Berlin, wird auch deren Lied vor dem Spiel gespielt.

      • Pascal 31. Januar 2014 um 12:36 Uhr

        ich finde bei Derbys gehört das dazu aber auch bei anderen Spielen wird das vollkommen überzogen. Muss da also zustimmen

  4. Marc 31. Januar 2014 um 09:08 Uhr

    Gut zusammengefaßt. Das ganze ist natürlich zum einen ein gesellschaftliches Problem, das sich nicht nur auf den Fußball beschränkt. So kann ich anhand der Schlagzeile in der MOPO oder Bild schon genau sagen, was darunter wieder für Kommentare stehen. Warum ich die immer noch lese und mich anschließend darüber aufrege, weiß ich auch nicht.
    Beim Fußball allerdings ist es extrem. Sobald auf Facebook ein Artikel auf einer Fußballseite erscheint, kommen nach wenigen Sekunden die übelsten Beschimpfungen. Dabei ist es völlig egal, was der Inhalt des Artikels ist. Und es ist auch zu beobachten, dass scheinbar ein direkter Zusammenhang zwischen der Rechtschreibung bzw Grammatik der „Autoren“ und dem Grad der Beleidigungen vorhanden ist

  5. Thorsten 31. Januar 2014 um 09:20 Uhr

    100 % d’accord, Grave. Ich ertappe mich auch gerne mal bei Beschimpfungen der Spieler, wenn es nicht gut läuft. Bei mir hilft dann aber schlagartig, wenn ich an meine Sportniederlagen denke. Ich verliere nie gerne. Ich versuche immer alles zu geben. Und es gibt Tage, da kann man als außenstehender den Eincrukc gewinnen, dass ich völlig lustlos bin und abschenke.
    Einfach mal den Focus auf sich selbst richten und nicht immer mit dem Finger auf andere zeigen. Aber das ist wohl ein gesellschaftliches Problem und kein fußballspezifisches. Halt die in diesem Lande häufig anzutreffende Blockwartmentalität.

  6. frauweidi 31. Januar 2014 um 09:20 Uhr

    Jetzt die Mannschaft, einzelne Spieler, den Trainer oder Sportchef zu bepöbeln wird die einzelnen wohl unheimlich motivieren, sich für uns Fans den Hintern aufzureissen.
    Wenn ich so etwas lese, bekomme ich Brechreiz.
    Ja, wir alle müssen unseren Job machen, die Arbeiter, Angestellten, Vorgesetzten. Und ja, wir alle sind nicht immer in Bestform. Was passiert denn, wenn wir dann angebrüllt werden? Nee, nicht vom Boss, von Freunden, die dich unterstützen sollten in dieser Situation. Motiviert uns unheimlich, oder? Ich würde eher denken: Wer bist du, dass du mich fertigmachen willst / darfst? Für dich tue ich nie wieder etwas. Ich suche mir neue Freunde.
    Münzt das mal auf unseren Verein um!

    Dazu passt ein Spruch, den ich gerade vor zwei Stunden klas:
    Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören.
    Epheser 4,29

    • Pascal 31. Januar 2014 um 12:37 Uhr

      gut getroffen 🙂

  7. Michel 31. Januar 2014 um 09:55 Uhr

    Der „Fan“ ist nun mal das Spiegelbild der Gesellschaft und es ist sehr gut zu erkennen, warum wir in Deutschland in vielen Gebieten nicht den Arsch hoch bekommen!!!
    Es ist eben einfacher auf die Leute zu schimpfen, die es aufgrund ihres Fleißes und Willen geschafft haben, als selbst was zu bewegen

  8. Trapper Seitenberg 31. Januar 2014 um 10:13 Uhr

    Ich finde gut, Grave, dass Du das immer wieder thematisierst. Und es ist schon in den vorherigen Kommentaren Kluges Und Richtiges dazu festgestellt worden.

    Hass ist der dunkle Bruder der Liebe, ist deren negatives Zerr- oder Spiegelbild. Oft hasst man diejenigen am meisten, die man zuvor am glühensten zu lieben glaubte. Hass ist eine mögliche, überschießende Reaktion des Menschen auf Zurückweisung, schwerste Enttäuschungen oder tiefe Kränkungen. Er ist vermutlich Ausdruck des Versuchs, sich selbst von dem Geliebten abzugrenzen, sich zu distanzieren, zurück ins Gleichgewicht zu finden und zeigt in seinem Übermaß doch an, dass das nicht gelingen will.

    Verein und Spieler sind Projektionsflächen, auf die eigene Sehnsüchte und Fantasien übertragen werden. „Mein“ Verein soll groß sein, „mein“ Verein soll besser als die anderen sein, „wir“ schlagen die Anderen, die Fremden am WE, das ist „unser“ Spieler, der den von denen da gerade nass gemacht hat, der das Traumtor schoss! – das wird inständig erhofft und erwartet. Werden diese Sehnsüchte auf Dauer nicht erfüllt, das Subjekt enttäuscht und gekränkt, dann kann diese Leidenschaft ins Gegenteil umschlagen. Dann ist „der“ nicht mehr meiner/unser, sondern der muss (angeblich) weg. Beachte: Fast nie wird die Frage gestellt, ob zuvor die eigene Erwartungshaltung völlig unrealistisch und unangemessen gewesen ist. Nein, der (vermeintlich) Schuldige ist viel leichter außerhalb (auch meiner selbst) zu verorten. Das ist die leichtere Lösung, den sie stellt mir keine unangenehmen Fragen. Der Dorn im Auge des Anderen, das steht bereits in der Bibel, ist allzeit augenfällig, das Brett vor dem eigenen Kopf nicht.

    Viele Menschen sind schlechte Verlierer. Das kann man bei schon bei einem simplen, harmlosen Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel beobachten.
    Die da (die Profis) sind „Stars“, sie werden permanent überhöht und auch deswegen verdienen sie bizarr viel. Alles strebt aber auf Dauer zu einem Gleichgewicht. Der Podestplatz ist stets nur auf Zeit geliehen. Seine Berechtigung bedarf permanenter Bestätigung. Erfüllt der Star auf Dauer nicht die Erwartungen, so wird er ebenso lustvoll überschießend vom Sockel gestoßen und der (kollektiven) Verachtung ausgeliefert.

    Die Frage nach dem warum sollte also bei mir selbst beginnen. Nur wenn ich dem anderen bereits ungesund und zu viel Macht eingeräumt habe, z.B. auch über meine Emotionen, meine Gedanken, mein Leben, muss ich mich u.U. in dieser Form distanzieren. Wer mir gleichgültig ist, den hasse ich nie. Und damit schließt sich der Kreis zur (verschmähten) Liebe.

    • Trapper Seitenberg 31. Januar 2014 um 10:18 Uhr

      Edit: (verschmähten) – treffender wäre (unerfüllten)

      • Trapper Seitenberg 31. Januar 2014 um 11:45 Uhr

        Edit 2: ich hätte besser geschrieben, dass die Spieler bizarr viel Geld erhalten. Ob jemand auch derart viel Geld für eine Leistung X tatsächlich verdient, diese Frage ist eine grundsätzlich wichtige, gesellschaftliche Frage. Sie weist auf das aberwitzige Verhältnis zwischen arm und reich und das krasse Missverhältnis in der Bezahlung von gesellschaftlich absolut unverzichtbaren Leistungen (stellvertretend für vieles seien hier nur Pflegekräfte im Gesundheitssystem genannt) und jenen hin, die z.B. auf der Arbeit anderer an der Börse draufsatteln und ggf. unanständige Summen erlösen. Gleichzeitig bilden u.a. Gewinnstreben und ganz persönliches Glücksversprechen Motor und zugleich Rechtfertigung für unser aller Verhalten in diesem Wirtschaftssystem. Dieses z.T. eklatante Missverhältnis und dieser Widerspruch wird mehrheitlich beständig ignoriert, sofern die Erwartungen erfüllt werden. Fehlt die Erfüllung, dann wird plötzlich das thematisiert, was die wenigsten ansonsten grundsätzlich in Frage stellen wollen. Insofern ist der Begriff des Neides in meinen Augen irreführend, denn er verschiebt einen eigentlich überfälligen, notwendigerweise zu führenden gesellschaftlichen Diskurs einseitig auf das einzelne Individuum, das angeblich nur von einem geächteten Motiv angetrieben ist.

    • HSV Bayer 31. Januar 2014 um 11:09 Uhr

      Angst! Wut! Zorn! Aggressive Gefühle!
      Die dunkle Seite der Macht sind sie!
      Sie strömen leicht….
      Stellen sich schnell zum Kampf….
      Nimm dich in acht davor!
      Für die Kraft, die sie bringen,
      Ein hoher Preis wird gefordert!

      Angst führt zu Wut,
      Wut führt zu Hass,
      Hass führt zu unermesslichem Leid!

      Die dunkle Seite lockt und verführt.
      Betrittst du einmal den dunklen Weg,
      Für immer wird er bestimmen dein Geschick!
      Verzehren wird er dich!

      🙂

      • Pascal 31. Januar 2014 um 12:42 Uhr

        Sehr gut Yoda zitiert du hast 🙂

  9. Hase 31. Januar 2014 um 10:33 Uhr

    @Nordlicht:

    Zum letzten Absatz deiner Ausführungen. Weil es Fußball und nicht Rugby ist (oder Footy 😉 )

    • Trapper Seitenberg 31. Januar 2014 um 10:51 Uhr

      Im angelsächsischem Raum, bzw. Ländern des Commonwealth of Nations ist der Begriff des Fairplay anders gesellschaftlich verankert. Es wird als ein elementarer Baustein dessen betrachtet, was das eigene Selbst und die eigene Gesellschaft angeblich definiert und ausmacht. Auch wenn man dies z.B. angesichts der Praktiken der englischen Massenmedien (SUN) mindestens zum Teil heftigst anzweifeln könnte.

      • Jottkah1887 31. Januar 2014 um 10:59 Uhr

        So ist es, Trapper.
        Ich mag in diesem Zusammenhang den Begriff ’sportsmanship‘ sehr gern, der sich mit ‚Sportsgeist‘ zwar einigermaßen übersetzen lässt, m.E. aber nicht vollständig den größeren Kontext widergibt.

        • Hase 31. Januar 2014 um 14:38 Uhr

          Sportmanlike Conduct! Rugby – die Schule des Lebens 😉 Hat auch etwas mit der Herkunft des Sports zu tun: Fußball war je her ein Arbeitersport, Rugby ein universitärer Sport. In Frankreich und Wales ist Rugby eher ein Sport der Landarbeiter (F) und der Minenarbeiter (W) gewesen, ist aber den selben sozialen Regeln unterworfen. Die Dritte Halbzeit“ ist im Rugby dann doch eher feucht-fröhlich …

          • Hase 31. Januar 2014 um 14:45 Uhr

            Btw. Rugby ist die drittälteste Sparte im HSV. Gegründet 1925 von Leichtathleten, der zweitältesten Abteilung.

  10. Felix 31. Januar 2014 um 11:13 Uhr

    Grave, du hast natürlich Recht und auch ich wünsche mir eine andere Einstellung mancher Fans. Besonders den hier erwähnten Ansatz die gegnerischen Fans nicht bedingungslos auszupfeifen und vielleicht die Mannschaften mal differenziert zu sehen, wäre ein prima Ansatz. Dies aber als Alleinstellungsmerkmal der Hamburger-Fans zu sehen ist nicht ganz richtig. Ich war beruflich über 11 Jahre in Köln und habe dort die letzten drei Abstiege „live“ mitverfolgen dürfen. Was dort medial und auch von Fanseite passiert – und das immer wieder – erinnert mich doch sehr an die Situation hier. Die Ansprüche, ob nun gerechtfertigt oder nicht, dieser Traditionsclubs wie Köln oder Hamburg, sind einfach andere. „Qua Amt“, bzw. Geschichte der Clubs, denkt man immer noch anders als bei Mainz oder Augsburg. Ich denke auch, dass man das so leicht nicht aus den Köpfen bekommen wird. In Köln allerdings – so weit ich das jetzt aus der Ferne beurteilen kann – hat sich da etwas getan. Overath ist weg, ein für Köln völlig untypischer, ruhiger Trainer und ein guter Sportchef (den wir auch hätten haben können!!!) machen anscheinend die Wende zur Wirklichkeit. Und lustigerweise hat es dort auch die Presse kapiert – oder musste es durch die neuen Funktionäre kapieren.
    Vielleicht vollziehen wir ja auch, mit HSV+, mittelfristig diesen Wandel.
    Ich weiß, dass hilft jetzt nicht in dieser prekären Lage… und das ist auch nur meine unqualifizierte Meinung….

  11. Jan-Peter 31. Januar 2014 um 11:38 Uhr

    „Wie macht man das ? Wie kriegt man das hin ? Wie kann man das, was man eigentlich liebt und wofür man Unkosten, Reisestrapazen, Unannehmlichkeiten in Kauf nimmt, derart niedermachen ?“
    Mangelnde Selbstidentifikation führt imho sehr schnell zu einer intensiven Fremdidentifikation; bedeutet: je weniger ich mit mir selber klar komme (mangelndes Bewusstsein meiner Selbst), desto eher projiziere ich auf andere.

  12. Michael 31. Januar 2014 um 11:59 Uhr

    Dies liegt eindeutig in der „Fan-Struktur“ des HSV begründet. Ich bin der Überzeugung, dass der HSV die schlechtesten sog. Fans der Liga, resp. Liga-übergreifend des deutschen bezahlten Fussballs hat. Steht es nach 20 Minuten noch 0:0, wird gepfiffen. Ab der 60sten Minute verlassen die Zuschauer in Regimentsstärke das Stadion. Mit der Eintrittskarte erkauft sich der Fan aus Uelzen, Pinneberg, Bad Segeberg und letztlich Mümmelmannsberg und Steilshoop offensichtlich einen Freibrief um das eigene, unbedeutende kleine Leben mit primitivsten Beschimpfungen zu kompensieren. Dies fügt sich gut in die desolate Situation des Vereins ein und ist daher nicht weiter verwunderlich. Der Meteorit ist inzwischen eingeschlagen, der Dino wird verenden.

  13. MrsMurphy 31. Januar 2014 um 12:02 Uhr

    Es sieht etwas anders aus bei den Fans, die auswärts vor Ort sind. Ich bin das auch öfter, und ich habe da auch manch bittere Niederlage erlebt (Leverkusen und Stuttgart) – die Mannschaft wurde dort nicht ausgepfiffen. In Dortmund (Saison-Auftaktspiel, das der HSV leider verlor) haben wir die Mannschaft sogar gefeiert, weil sie wirklich gebissen hat. Der Gästeblock stand während der Schlussphase Kopf! Der Support ist einfach ein anderer.

    Was mich zu der Frage treibt: Wodurch unterscheiden sich die Fans, die in HH ins Stadion gehen, von jenen, die auswärts vor Ort sind?

    • Pascal 31. Januar 2014 um 12:47 Uhr

      das kann ich dir Sagen: die Allesfahrer/Auswärtsfahrer (ich pack die mal beide zusammen in einen Topf) Pfeifen auch in der Regel zu Hause nicht und sorgen trotzdem für den Support. Die anderen Fans sind nicht so Tolerant mit den Leistungen der eigenen Mannschaft und denken gar nicht nach, ob das Gepfeife die Spieler vielleicht mehr demotiviert.

      Im Stadion wird von einigen Fans einfach der Kopf abgeschaltet, Alkohol vor und während des Spiels hilft allgemein.

  14. Marek 31. Januar 2014 um 13:37 Uhr

    Dieser Hassneid, diese ewige Suche nach dem Sündenbock ist auch für mich nicht so recht nachvollziehbar. Es ist wohl ein menschlicher Instinkt Probleme zu personifizieren und negative Gefühle bei eben jenen abzuladen… ich kann und will aber nicht verstehen, wie ein zivilisierter Mensch sich dem instinktiven Verlangen einfach ergibt.

    Und auch wenn ich den meisten Blogeinträgen inhaltlich zustimme, könnten sich viele (auch der Autor) auch mal hinterfragen, ob im Zuge der Strukturdebatte nicht in ähnlicher Form gegen Vereinsfunktionäre gewettert wurde…

  15. HSV Bayer 31. Januar 2014 um 14:06 Uhr

    So, so die Hertha holt einen Investor an Bord! Wer die Schüsse so langsam nicht hört, muss sich nicht wundern, wenn der HSV dauerhaft verschwindet!

    • The_MaXX 31. Januar 2014 um 14:41 Uhr

      … und Herr Kreuzer ist nach wie vor zuversichtlich, dass der Herr Lasogga in Hamburg bleibt…

      *lacht*

  16. Gravesen 31. Januar 2014 um 14:48 Uhr

    Interessant, dass 10% der „Marke Hertha BSC Berlin“ mit einem Wert von € 60 Millionen bewertet wurden. Und das von einem Investor, der nicht nur die Marke nutzen, sondern mit den Berlinern Geld verdienen will.

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