Die zweite Chance

Vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach hätten wohl die meisten HSV-Fans einen Punkt mitgenommen, gerade auch deshalb, weil man sich in der Woche vorher in München demütigen lassen musste und weil die Gladbacher im Europa League-Spiel beim Titelverteidiger aus Sevilla einen bärenstarken Eindruck hinterließen.

Nach dem Abpfiff kam einem das 1:1 wie eine gefühlte Niederlage vor, denn bist auf die ersten 15 Minuten bekam Gladbach während des gesamten Spiels so gut wie gar nichts gebacken. Dies lag auf der einen Seite wohl an der mentalen und körperlichen (Reise) Erschöpfung, auf der anderen Seite aber auch an einem HSV, der zum ersten Mal in der Rückserie zumindest zum Teil sowas wie Fußball spielte. Am Ende standen 121,1 gelaufene Kilometer (Gladbach 118,6 km), die beweisen, dass die Mannschaft dieses Spiel unbedingt gewinnen und nicht nur nicht verlieren wollte.

Trainer Zinnbauer stellte das Team auf insgesamt 7!!! Positionen gegenüber dem Bayern-Desaster um, ein Punkt, auf den ich später noch intensiver eingehen möchte. Für van der Vaart, Westermann, Diaz, Rudnevs, Jansen, Götz und Marcos kamen gegen Gladbach Kacar, Rajkovic, Diekmeier, Jiracek, Ostrzolek, N. Müller und Gouaida in die Startelf, ein Zeichen für die Zukunft des Vereins, wie ich hoffe.

Nach einer kurzen Drangphase der Gladbacher zu Beginn, musste der ohnehin schon angeschlagen ins Spiel gegangene Ivica Olic mit erneuten muskulären Problemen im Oberschenkel vom Platz, für mich ist nicht nur diese erneute Verletzung des Kroaten ein Anzeichen dafür, dass dieser Transfer in seiner Überflüssigkeit kaum zu toppen war.

Das Spiel selbst haben wohl die Meisten selbst gesehen und die Analysen darüber mittlerweile gelesen. Was mich vielmehr beschäftigt als die bloße Betrachtung der 90 Minuten ist das Zeichen, welches in diesem Match hoffentlich nachhaltig gesetzt werden sollte, wenn ich auch denke, dass die Massiv-Rotation sowas wie Zinnbauers letzte Patrone darstellte, die fast schon übertriebene Konsequenz der Herausnahmen von etablierten Spielern erinnerte ein wenig an das letzte Spiel unter Mirko Slomka, als sich dieser bemüssigt fühlte, dem Druck der Öffentlichkeit und der Vereinsführung nachzugeben und nahezu alle Neuzugänge in die Startelf zu beordern. Damals ging es schief und Slomka musste gehen. Diesmal klappt es und es kann, nein im Grunde muss es der Beginn von etwas sein, was man eigentlich schon zu Saisonbeginn hätte starten müssen.

Mal angenommen, der HSV hätte auch diesmal nicht auf die Forderungen der Öffentlichkeit gehört und erneut die „bewährten“ Stammkräfte aufgeboten bzw. die verletzten Jansen, Behrami und Diaz wären an Bord gewesen. In diesem Fall hätte die Mannschaft auch gestern wieder ein Durchschnittsalter von 29,6 Jahren gehabt. Durch die, auch den Verletzungen geschuldeten, Umstellungen, betrug das Durchschnittsalter der Mannschaft gestern nach der Herausnahme von Olic 26,8 Jahre.

Aber, was noch viel wichtiger ist: Diese Mannschaft hat nachgewiesen, dass sie es kann. Und sie kann es ohne van der Vaart, Jansen, Westermann und auch ohne Behrami und Olic. Besonders die oft gescholtenen Kacar und Jiracek (bester Mann auf dem Platz) konnten zeigen, zu welchen Leistungen sie in der Lage sein können, wenn man sie denn mal lässt. Besonders für Gojko Kacar freut es mich besonders, denn der Serbe ist in Hamburg viele Jahre lang extrem mies behandelt worden. Ähnliches gilt für Artjoms Rudnevs, der für meine Begriffe der Mannschaft nicht weniger helfen kann, als ein überteuerter Olic.

Wichtig ist halt nur, dass man diesen Spielern über einen längeren Zeitraum das Vertrauen ausspricht und nicht nach einem verloren Spiel nächste Woche in Frankfurt erneut auf den Westermann-, Jansen-, oder van der Vaart-Zug aufspringt. Dieses Spiel gegen Gladbach kann für den HSV, für seine Vereinsführung aber auch für Joe Zinnbauer die zweite Chance dafür sein, dass man das, was man zu Saisonbeginn ankündigte, endlich in die Tat umsetzt.

Mal ehrlich, es kann doch langsam keine Frage mehr sein, wessen Vertrag man (zu verringerten Bezügen) verlängern muss, den von Westermann oder den von Rajkovic. Ebenso sollten eventuelle Verhandlungen mit van der Vaart und auch Jansen abgebrochen werden, diese Spieler sollten in Hamburg keine Zukunft mehr haben, über Ilicevic braucht man ohnehin nicht zu reden.

Vielleicht ist an diesem Spiel auch etwas anderes deutlich geworden. Einige Spieler, die in der Vergangenheit ob ihres Gehaltes, ihres Rufes oder was auch immer gesetzt waren, haben offenbar die Entwicklung anderer Akteure behindert. Wohl möglich hätten man sich den Kauf eines Halbinvaliden wie Valon Behrami sparen können, hätte man einem nahezu kompletten Fußballer wie Kacar das Vertrauen einmal über mehr als 2 Spiele ausgesprochen. Während Behrami ein reiner Zerstörer und fast untauglich für den Spielaufbau ist, beherrscht Kacar die gesamte Klaviatur der 6. Zweikampf, Kopfballspiel, Pass-Spiel, Übersicht. Aber man muss den Mann auch mal lassen. Das Gleiche gilt für Boban Rajkovic im Verhältnis zu Heiko Westermann.

Lewis Holtby wird meiner Meinung nach aufblühen, wenn ihn der Schatten vdV nicht mehr behindert und Matthias Ostrzolek wird stabiler werden und einen verletzungsanfälligen Jansen vergessen machen.

Nur – der HSV muss diesen Weg jetzt auch konsequent zu Ende gehen und nicht nach dem kleinsten Gegenwind wieder einknicken. Man muss diesen Jungs auch mal über mehrere Spiele das Vertrauen aussprechen, denn was Vertrauen bedeutet, kann man seit Beginn der Rückrunde am Wolfsburger Bas Dost erkennen. Von Felix Magath geholt, stand dieser erst im Schatten von Patrick Helmes, dann in dem von Ivica Olic. Erst als dieser den Verein Richtung Hamburg verließ (und hier jetzt den Platz für einen jungen Stürmer besetzt), drehte Dost auf, auch deshalb, weil er endlich durfte.

Man kann nur hoffen, dass die traditionsgeile Vereinsführung endlich die Zeichen der Zeit erkennt und nicht die nächste rückwärtsgewandte Aktion fährt. van der Vaart, Beiersdorfer, Volksparkstadion und Olic müssen jetzt endlich reichen, man kann alte Zeiten nun mal nicht zurückholen und man behindert mit diesem Versuch die möglichen Erfolge der Zukunft.

Zum gestrigen Spiel noch eine kurze Anmerkung: Auf die Leistung kann man stolz sein und sie verdient Respekt. Dass einige „Fans“ bereits jetzt die grottigen Auftritte gegen Köln, Paderborn, Hannover und besonders München vergessen zu haben scheinen, gehört scheinbar zum Geschäft dazu und ist ein Kennzeichen der gewohnten Hamburger Überheblichkeit, die der Entwicklung der Mannschaft mindestens genauso im Weg steht, wie die Leistungen einige Spieler.

Noch was. Ganz wichtig ist mir, im Zusammenhang mit Spielern meines Vereins nicht von „Altlasten“, Resterampe“ oder Ähnlichem zu reden. Diese Art des Respektlosigkeit gegenüber Menschen überlasse ich gern den üblichen Facebook- oder MatzAb-Schwachköpfen, die sich in ihrer Anonymität verstecken und niemals einem Spieler diese Dinge ins Gesicht sagen würden.

Von | 2015-02-23T08:34:10+01:00 23. Februar 2015|Allgemein|38 Kommentare

38 Comments

  1. Tayfun 23. Februar 2015 um 08:46 Uhr

    Nice, Kaffee mit Karamellshot zum Morgenbloglesen, der perfekt ausgewogen zwischen Lob zum aktuellen Spiel und kritischem Rückblick ist.

    Hatte schon befürchtet, dass, wie bei den „Facebook- oder MatzAb-Schwachköpfen“ die Perücke in der Suppe gesucht wird.

    Starken Start in die Woche, forza HSV!

  2. Marco 23. Februar 2015 um 09:10 Uhr

    Ein starker Auftritt eines HSV, mit einem 1:1 gegen einen CL-Platz-Aspiranten, das sich wie eine Niederlage anfühlt. Mit der Aufstellung hat JZ so ziemlich alles richtig gemacht und neben Jiracek und Kacar hat mir Stieber, nicht nur wegen des Tores, sehr gut gefallen.
    Allerdings hatte ich gehofft dass JZ Beister für Gouaida bringen würde, denn das hätte meiner Meinung nach die Chance eine der zahlreichen Konter erfolgreich abzuschließen erhöht.

    Jetzt darf man auf die beiden kommenden schweren Partien gegen „Wundertüte“ Frankfurt und „Lieblingsgner“ Dortmund gespannt sein. Holt man vier Punkte, dürfte das ein großer Schritt in Richtung Klassenerhalt sein. Wenn nicht dann steckt man richtig dicke drin.

  3. Holger Jortzik 23. Februar 2015 um 09:21 Uhr

    Chapeau! Vollste Zustimmung zum heutigen Blog. Ich hoffe sehr das JZ jetzt beim eingeschlagenen Weg bleibt und dem gestrigen Team über einen längeren Zeitraum Vertrauen schenkt. Ein Beispiel: Mit breiter Brust macht Rudnevs gestern zwei Dinger, wir fahren den Dreier nachhause und holen „Big Points“. Rudnevs kann das! Er ist schnell in Kopf und Beinen, technisch angemessen bestückt und laufstark. Was im fehlt ist Selbstvertauen um die Dinger dann auch zu machen. Also bitte bitte auf diesem Weg bleiben und frühzeitig die Weichen in Richtung zukünftigem Kader stellen….

  4. Sven 23. Februar 2015 um 09:25 Uhr

    Volle Zustimmung – wie fast immer 🙂
    Zum letzten Absatz: In diese Reihe gehört auch das gerne verwendete „Ausmisten“ – ein Begriff, der im Zusammenhang mit Menschen eine absolute Frechheit ist. Nichtsdestotrotz findet man dieses Wort stets, wenn ein erfolgloses Team auf dem Prüfstand steht. Einer meiner Lieblingsaufreger.

    • Gravesen 23. Februar 2015 um 09:27 Uhr

      Ex-Journalist und Rechtsfahrer Matz hatte neulich mal etwas von „Säuberungswelle“ geschrieben, ein erneuter Ausrutscher, der aber wie immer vom HSV ignoriert wurde.

  5. Nils 23. Februar 2015 um 09:41 Uhr

    Sehr spannend fand ich auch das system von Zinnbauer. So wie ich es (als Laie) gesehen habe, war es nahezu das gleiche System wie bei Bayern nur dass das nachrücken und verschieben (was JZ wohl unter der Woche zu genüge trainiert hat) besser geklappt hat.
    Ich finde das flachere System steht dem HSV sehr gut und finde dass JZ da (zumindest in der Vorbereitung auf Gladbach) sehr gute Arbeit geleistet hat.
    Ein 4-2-3-1 passt einfach nicht zum HSV, weil zum einen kein 10er stark genug ist dieses system zu spielen und was noch schwerwiegender ist keine dominanten flügelspieler wie beim FCB mit Robben und Ribéry. Das beste 4-2-3-1 was es meiner Meinung nach gab, war Bayern unter Heynckes. Jeder Angriff wurde über die Flügel vorgetragen.
    Der HSV wollte auch mit Müller mehr geschwindigkeit auf die Flügel bringen, aber zum einen erfüllt Müller die Erwartung nicht vollends, zum anderen haben wir auf der linken Seite mit Jansen (oder wem auch immer) keinen guten offensiven LM. Von daher lieber ein flaches 4-4-2 mit verteidigenden stürmern und dann kollektiv nach vorne nachrücken.

    So hab ich es als Taktik-Laie zumindest gesehen. Schreib doch auch mal was dazu!

    • Gravesen 23. Februar 2015 um 09:44 Uhr

      Von Taktik verstehe ich nichts, ich sehe ständig irgendwelche ankippenden Halbräume und breite Innenverteidiger, die mir die Sicht aufs Wesentliche versperren 🙂

  6. Karsten 23. Februar 2015 um 09:45 Uhr

    Tja da haben wir unverdienter Weise einen Punkt aus Hamburg mitgenommen. Grausames gekicke von uns, Sevilla darf da nicht als Ausrede herhalten, wir kriseln etwas. Einige Spieler sind nicht in Form und das können wir nicht kompensieren. Aber alles keine Entschuldigung für diesen Blutleeren auftritt.

  7. Jorgo 23. Februar 2015 um 09:47 Uhr

    Für Kacar und Raikovic habe ich mich besonders gefreut. Ohne es zu wissen und rein aus dem Gefühl heraus gehe ich bei Kacar von einem sehr sensiblen Menschen aus. Ich möchte ihn gerne in mehreren Spielen hintereinander sehen. Dann kommt zu dem Allrounder, den er zweifellos verkörpert, noch die ganz breite Brust der Selbstsicherheit hinzu. Das ist dann ein legales Doping. Zu Raikovic braucht man nichts zu sagen. Auch er hat gelitten unter den Verunglimpfungen gegenüber seiner Person. Seine Verletzungen kamen dann noch erschwerend hinzu. Nun ist er voll da und überzeugt mich. Es verbietet sich eigentlich einen Vergleich zwischen ihm und HW4 herzustellen. Die Krone aber setzt m.M.n. Jiracek auf. Meiner Unkenntnis geschuldet, daß ich ihn gerne überall gesehen habe; nur nicht mehr im Trikot vom HSV. Er spielt so genial wie in seiner Nationalmannschaft vor der Verpflichtung nach WOB/HH.

    Kurzum, mein Wunsch ist es, daß Vertrauen in Spieler gesetzt wird. Sie sollen selbst einmal eine Serie spielen. V.d.V steht nicht mehr im Weg. Es funktioniert ohne ihn und ohne auf Rafael eindreschen zu wollen. Ich spreche ihm den Willen nicht ab Leistung zu erbringen. Es reicht leider nicht mehr. Es muß einfach möglich sein in dieser Saison über dem Abstiegsstrich bis zum Saisonende zu spielen. Die Mannschaft kann es, wofür sie den Beweis erbracht hat. Sie kann aber auch nichts, wenn die Mannschaft mit 2-3 Fremdkörpern garniert wird. Auf Holtby´s Rückkehr bin ich sehr gespannt.

  8. gereon 23. Februar 2015 um 10:01 Uhr

    Vielleicht ist JZ aber auch noch schlauer als man denkt und es steckt hinter der Aufstellung von München Absicht anderer Art. Dass man da mit der Aufstellung untergeht, hat er vielleicht kalkuliert und er konnte nun die von der Presse nicht so beleumundeten Spieler gerechtfertigt aufstellen – und ebenso VdV, Westermann usw draußen lassen.
    Ich bin jedenfalls ganz froh, dass es so herum gelaufen ist und wir nicht mit Kacar und Rakovic in München 0:3 verloren haben. Zynisch vielleicht, aber so kommen wir vielleicht zu der Aufstellung, die wenigstens ein bißchen die Leistungsrealitäten
    widerspiegelt.

    • Gravesen 23. Februar 2015 um 10:09 Uhr

      Interessante Idee. Ein Trainer, der möchte, dass sich Teile der Mannschaft blamieren, damit er sie aussortieren kann. Wäre da nicht dieser ekelhafte Klassenerhalt.. 😉

      • Andi Pie 23. Februar 2015 um 12:05 Uhr

        Hi, und ja, Diese Idee hatte ich auch schon, direkt zu Beginn des Spiels bei den Bauern.
        Macht auch Sinn, denn wie sonst kann ich mich gegen die Monarchie im HSV durchsetzen.
        UND: die Saison wird nicht durch ein Spiel gegen die Bauern entschieden… War nur leider sehr, sehr ärgerlich für die Tordifferenz. Auf der anderen Seite aber mal gut für die Unterhaltung der gesamten Fussballgemeinde in DE. 😉

  9. TErxleben 23. Februar 2015 um 10:15 Uhr

    Tatsächlich ein wirklich ansehnliches Spiel des HSV. BMG hat tatsächlich kein Bein auf die Erde bekommen. Warum allerdings HW4 in der 85. idiotischerweise eingewechselt wurde, erschließt sich mir überhaupt nicht. Prompt gab es dann ja auch den Ausgleichstreffer 🙁

    • Gravesen 23. Februar 2015 um 10:18 Uhr

      Also, den Ausgleich jetzt an Westermann festmachen zu wollen, geht dann doch wohl ein wenig zu weit. Man kann es mit der Hetze auch übertreiben, von diesen Gestalten laufen auf bestimmten Seiten schon genug rum.

      • TErxleben 23. Februar 2015 um 10:43 Uhr

        Ich wollte den Ausgleich auch keinesfalls an der Person HW4 festmachen. Die Auswechselung an sich verstehe ich eben überhaupt nicht, denn Kacar sah nicht so aus, als ob er auf dem Zahnfleisch kroch. Und eine Auswechselung bringt für ein paar Minuten auch immer Unruhe in die Mannschaft. Das Ergebnis sahen wir dann leider in der 92. Minute.

        • Gravesen 23. Februar 2015 um 10:48 Uhr

          Kacar hatte Krämpfe, insofern war es absolut vernünftig, einen weiteren kopfballstarken Abwehrspieler zu bringen.

      • Andi Pie 23. Februar 2015 um 12:09 Uhr

        Nunja, ich habe direkt gedacht: na da hat der Joe ja das Gegentor mit HW4 wingewechselt. Und promt passiert. HW4 war bei Hrgota, und ist dann ins Nichts weggelaufen, wodurch Hrgota frei war und zum Kopfball kam. Also: ich sehe da einen hohen Schuldanteil von seiten HW4 bei der Gegentor.
        Btw. anstatt HW4 hätte ich dann doch eher Rafa eingewechselt. In der Hoffnung, dass der mal den Ball vorne hält…Ich hoffe jetzt mal, dass Kacar sich nicht verletzt hat vor der Auswechselung.

  10. Gravesen 23. Februar 2015 um 10:27 Uhr

    Am allergeilste fand ich allerdings gestern Matz vor einem Millionenpublikum in der Freakshow „Stammel-TV“.

    „Ich bin ein Zinnbauer-Befürworter und ich werde ihn bis zum letzten Blutstropfen verteidigen..“

    Ne, ist klar, Matz. Davor warst du ein Fink-Befürworter, ein van Marwjik-Befürworter, ein Slomka-Befürworter und und und. Schade nur, dass die Fürworte immer an dem Tag verschwinden, an dem der Befürwortete entlassen wird, dann wird nämlich nach getreten, bis die Fußsohle blutet. Aber – das kennen wir ja alle schon und das wird auch bei „Magic Joe“ wieder so sein. Einige lernen es halt nie…

    • Andi Pie 23. Februar 2015 um 12:10 Uhr

      Kommentar von Matz dazu: Wieso jetzt dieses? Ich habe doch keinen der Trainer entlassen… 😉 Ironie-aus

  11. Rostein 23. Februar 2015 um 10:40 Uhr

    Heute will ich Deinem Blog gar nicht viel hinzufügen. Die Leistung war über weite Strecken sehr ansehnlich und wenn der HSV aus massierter Defensive schnell umschaltet, werden sich die Ergebnisse einstellen, wenn Leistungen und Einstellungen auf diesem Niveau bleiben.
    Besonders freue ich mich für den von mir vom ersten Hamburger Tag an fußballerisch und menschlich hochgeschätzten Rajkovic, der hier einfach so unfaßbar miserabel, ja teils niederträchtig behandelt wurde, und Jiracek, der nun endlich zeigen darf, was er kann. Warum die beiden das bisher nicht oder nur in geringem Umfang konnten, habe ich in den vorangegangenen Blogs aus meiner Warte dargestellt.
    Auch Kacar darf nun hoffentlich bis zum Saisonende zeigen, wozu er in der Lage ist, wenn man ihm vertraut.

    Ich hoffe, Zinnbauer hat auch in solchen (ja durchaus delikaten) Situationen nun eine und seine Linie gefunden und vertraut der Achse, die ich eigentlich schon zum ersten Rückrundenspiel erwartet hatte als Grundgerüst. Modifikationen auf den Seiten personell oder taktisch mag es immer mal wieder geben, aber die Grundidee dichter Defensivstaffelung und schnellen Umschaltens passt am besten zu diesem Kader, der noch nicht zusammengewachsen und ausgereift ist. Allerdings wird es noch ein überzeugendes Konzept für Spiele, in denen der HSV in Rückstand gerät, brauchen.

  12. Hessenlöwe 23. Februar 2015 um 10:48 Uhr

    Zitat: Noch was. Ganz wichtig ist mir, im Zusammenhang mit Spielern meines Vereins nicht von “Altlasten”, Resterampe” oder Ähnlichem zu reden. Diese Art des Respektlosigkeit gegenüber Menschen überlasse ich gern den üblichen Facebook- oder MatzAb-Schwachköpfen, die sich in ihrer Anonymität verstecken und niemals einem Spieler diese Dinge ins Gesicht sagen würden. Zitat Ende

    Sorry Grave, aber wenn du hier die Respektlosigkeit dieser Menschen anprangerst, solltest du deine eigene Respektlosigkeit ebenfalls einstellen. Du möchtest mit Respekt behandelt werden, wenn dich jemand als „Schwachkopf“ bezeichnet, ist keine Palme hoch genug für dich, auf die du gehst. Diese einseitige Genehmigung deinerseits, beleidigend werden zu dürfen, geht gar nicht.

    Und jetzt zu deiner Analyse: treffend. Das sind Tadel und Kritik, wie sie sicherlich eine größere „Schnittmenge“ der „Schwachköpfe“ mit dir teilen würden. Ich zum Beispiel!

    • Gravesen 23. Februar 2015 um 11:05 Uhr

      Wenn einer ein Schwachkopf ist, bezeichne ich ihn mit Sicherheit nicht als „wenig belesen“, sondern als Schwachkopf. Was du davon hälst, ist eher nicht so wichtig für mich, denn deine Äußerungen über mich und das, was ich schreibe, habe ich noch sehr gut in Erinnerung.

  13. Oli 23. Februar 2015 um 10:48 Uhr

    Guter Blog!

    • Volker 23. Februar 2015 um 11:51 Uhr

      Stimmt absolut! Manchmal muss man nicht mehr dazu schreiben: Top Blog!!

  14. Andi Pie 23. Februar 2015 um 12:13 Uhr

    Und jetzt sollte noch Djourou durch Cleber ersetzt werden, und der HSV hat eine gute IV. Djourou ist als IV zwar ganz passabel, aber vor dem 16er geht sogut wie (mein Gefühl!) jeder Pass oder Kopfball direkt in die Füsse des Gegners. Aber vielleicht sind das noch die HW4-Überbleibsel, die er sich unnötigerweise abgeguckt hat. 😉

  15. ausgegliedert 23. Februar 2015 um 12:42 Uhr

    Einerseits ein unglückliches Ausgleichstor kurz vor Schluss, andererseits hätte man nach 5 Min. schon im Rückstand liegen können und damit den Fohlen in die Karten gespielt, unterm Strich in Ordnung. Und sollte auch Hosiana-Wellen reduzieren, die nach einem Sieg (samt dann Platz 11) wieder über diverse Medien und Foren geschwappt wären.
    Mögen viele deiner Worte auf fruchtbaren Boden fallen (und sich das Thema Verletzungen nicht fortsetzen). Djourou ist für mich auch noch eine Wackelposition, wie gestern bei unnötig verursachten Freistößen am Strafraum.
    Bei Rudnevs habe ich insofern ein Verständnisproblem, daß in seiner BuLizeit anscheinend kein Trainer in der Lage war, seine Basics etwas auszufeilen. Fußballtennis á la Fink kanns doch nicht gewesen sein?

  16. RDS 23. Februar 2015 um 13:24 Uhr

    Hallo Grave,

    ich lese nicht täglich Deinen Blog, daher weiß ich nicht, ob Du zu diesem Thema schon in der Vergangenheit etwas geschrieben hast.

    Was sind eigentlich die Hintergründe dafür, dass Kacar beim HSV aus meiner SIcht nie eine faire Chance bekommen hat. Als er damals vom HSV verpflichtet wurde, hielt ich den Transfer für absolut top. Ich habe das Gefühl, dass er nicht wirklich fair behandelt wurde. Allerdings hat er es ja auch bei sehr vielen (unterschiedlichen) Trainern nie gepackt.

    • Gravesen 23. Februar 2015 um 13:30 Uhr

      Schwer zu sagen. Kacar verbindet meiner Meinung nach eine ähnliche Historie (Google-Könige können jetzt locker bleiben) wie Marcus Berg. Für viel Geld als sehr junger Spieler nach Hamburg gekommen, oft und dann lange verletzt, verliehen, gedemütigt. Dazu diverseste Trainer. Im Grunde (mein Gefühl), hat nie einer dieser Trainer zu 100% auf ihn gesetzt und so, wie ich den Spieler einmal kurz kennen lernen durfte, ist er ein ruhiger, introvertierter Mann, der Vertrauen benötigt. Für Fußballer besonders vom Balkan ist der Sport immer etwas, was mit Ehre, Vertrauen etc. zu tun hat. Wenn sie das Vertrauen nicht spüren, fangen sie an zu welken. Andererseits reden sie in Interviews oft davon, sich aufopfern und für ihren Verein sterben zu wollen, wenn es denn notwendig sein sollte.

  17. ausgegliedert 23. Februar 2015 um 15:39 Uhr

    Gojko hat nebenbei auch das Manko, dass KMK damals Geld für vdV gab, wenn ich mich recht erinnere. Zu allem Überfluss dann, als gerade wieder auf dem Sprung, länger verletzt. Alles ein wenig getreu dem Motto Shit happens verbunden mit fürstlichem Gehalt und Wechselgerüchten….ein rundes Sümmchen für den Boulevard… 🙁

  18. Sassen 23. Februar 2015 um 15:42 Uhr

    jau, Kacar und Rajkovic, denen wäre es wirklich mal zu gönnen. ich halte beide für sehr excellente kicker. Rajkovic wurde nicht umsonst als 16 jähriger für viel geld von chelsea verpflichtet.

  19. Goldfather 23. Februar 2015 um 16:27 Uhr

    Gojko Kacar und Valon Behrami könnten als kongeniales 6er-Paar in die Clubhistorie des HSV eingehen, wenn sie nicht permanent verletzt wären. Und so wird aus zwei potenziellen defensiven Mittelfeldakteuren höchstwahrscheinlich noch nicht einmal ein vollständiger Sechser.
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    Dass Kacar das Spielverständnis und die Ballbehandlung besitzt, steht ausser Frage und das Behrami den absoluten Willen ein Spiel zu gewinnen besitzt, steht ebenfalls außer Frage, doch was nützt das alles, wenn die Jungs sich in der Reha heimischer fühlen, als im traditionsschillernden Volksparkstadion.
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    Zur Erinnerung:
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    Achillessehnenreizung
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    Rückenprobleme
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    Knieprobleme
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    Knieprobleme
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    Bänderriss Sprunggelenk
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    Oberschenkelprobleme
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    Nasenbeinbruch
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    Knöchelverletzung
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    Knöchelbruch
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    OP am Knöchel
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    Innenbandriss Knie
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    Gojkos Körper hat fertig mit der Liga. Mögen die Knochen und Bänder ihn in einer Art letztem Aufbäumen im Kampf um einen neuen Vertrag bis zum Klassenerhalt des HSV tragen.
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    Meniskusschaden
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    Zehenbruch
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    Knie-OP
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    Im Gegensatz zu Kacar liest sich die Krankenakte Behramis, als sei er einem Jungbrunnen entstiegen. Allerdings scheint sich sein Knieproblem mitlerweile auf den Bereich zu beziehen, mit dem bereits Air Bäron den gemeinen HSV-Fan von einem Hoffnungsschimmer zum nächsten trieb, bevor die totale Kapitulation sämtlicher medizinischer Koriphäen vor der unleugbaren Tatsache der Sportinvalidität erfolgte.
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    Nun ist Behrami freilich aus einem gänzlich anderen Holz gestrickt als Kacar oder Bäron, so dass von einem gnadenlosen Blowout der letzten halbwegs schmerzlos belastbaren Flächen von Behramis Gelenkknorpel ausgegangen werden kann.
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    Bei allem Sozialneid, wie ihn ein bekanntes Schmierblatt vor der Partie gegen Gladbach mit der Erwähnung der Luxus-Fahrzeuge wieder einmal auf der Titelseite zelebrierte, sollte allen Beteiligten klar sein, dass der diesjährige Klassenerhalt des HSV derartig an die Substanz gehen wird, dass für einige Spieler ein schmerzfreies Alltagsleben nicht mehr möglich ist.
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    Sollte Kacar bis zum Saisonende ohne große Verletzungen durchhalten und der HSV die Klasse halten, käme höchstens ein stark einsatzbezogener Vertrag in Frage, doch eigentlich kann es für den HSV nur darum gehen Spieler zu verpflichten, die einsatzfähig sind und dem Trainer die Möglichkeit geben ein Team anhand fußballerischer Fragestellungen zu entwickeln und nicht anhand von Reha-Terminen.
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    Dass Beiersdorfer ein Fan von angeschlagenen Spielern ist, weil sie „preiswert“ erscheinen, ist bekannt, doch mitlerweile sollte allen Beteiligten klar sein, dass ein jüngerer Spieler mit Entwicklungspotenzial dem Club langfristig weiterhilft, als ein alter Haudegen, der keine kontinuierliche spielerische Kaderentwicklung zulässt, weil er ständig verletzt ist. Ihr Einsatz Herr Knäbel.
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    Lediglich in besonderen Zeiten, wie dem aktuellen Abstiegskampf, halte ich Verpflichtungen wie die von Olic für sinnvoll, zumal er nach seiner Karriere dem HSV erhalten bleiben wird.

    • neuer 23. Februar 2015 um 18:08 Uhr

      ich finde es nicht zielführend Verletzungen einem Spieler anzulasten, die durch Einwirkung eines Gegenspielers entstanden sind .
      das problem an solch langwierigen Verletzungen ist, dass meist der ganze bewegungsapparat in Mitleidenschaft gezogen wird und muskuläre probleme nach überstandenen Verletzungen häufig vorkommen.

  20. Thomas S. 23. Februar 2015 um 18:07 Uhr

    Jau, das war ein Akt der Selbstbefreiung, den ich der Mannschaft gar nicht mehr unbedingt zugetraut hätte. Weiter so!