Vorerst alles (bzw. das Meiste) gesagt…

Es gibt einen Zeitpunkt, da ist im Grunde alles gesagt. Oder zumindest das Meiste. An dieser Stelle wurde mehrfach (und vorzeitig) auf die Fehler hingewiesen, die dann trotzdem begangen wurden. Ok. An dieser Stelle wurde bereits so oft darüber aufgeklärt, was man hätte besser machen können und die Beweise dafür wurden angeführt. In diesem Blog wurden in den letzten 5 Jahren rechtzeitig Prognosen für zukünftige Handlungen oder Ereignisse aufgestellt, die dann zu 99% eingetreten sind und ab einem gewissen Zeitpunkt stellt man sich die Frage, warum man sich das eigentlich noch antun sollte. Diejenigen, die es begreifen wollen, haben es begriffen und die diejenigen, die zu dämlich oder zu verstrahlt sind, um es zu begreifen, werden es in diesem Leben nicht mehr raffen. Wozu also?

Nun, vielleicht, um das Richtige zu tun? In meiner Welt jedenfalls zeugt es von eklatanter Verblödung, wenn man Dinge oder Sachverhalte reklamiert, wenn sie für jeden erkennbar und nicht mehr umkehrbar sind, denn dann kann das jeder. Wer jedoch ein wenig Durchblick sein Eigen nennen kann und wer dann noch die Eier hat, die Dinge dann zu benennen, wenn sie passieren, der spricht. Und er spricht dann, wenn das Risiko, dass man auch mal falsch liegen könnte, durchaus vorhanden ist.

Den krassen Gegensatz erkennt man überdeutlich in diesen Tagen, es sind die Hosenscheißer, die plötzlich wieder auftauchen. Monatelang haben sie in ihren Kämmerchen gesessen und gezittert. Die besonders Bescheuerten haben sogar gegen diejenigen gestänkert, die die Wahrheiten benannt haben, sind dann aber, anonym wie sie sind, sofort wieder im Dunkel des Netzes verschwunden, wenn „ihr HSV“ die nächste Klatsche kassiert hatte. Jetzt sind sie wieder da und reißen die Fresse umso weiter auf. Das Schlimme ist: Sie merken gar nicht, wie peinlich und dämlich sie sind, denn sie werden in nicht allzu ferner Zukunft von den Ereignissen eingeholt werden.

Das, was der HSV zur Zeit spielt, hat sogar Tobias Escher von Spielverlagerung.de irgendwann einmal erkannt, dieser HSV ist ein „Spiel-Kultur-Zerstörer“ und ist deshalb in der Lage, besonders gegen spielstarke Mannschaften zu bestehen, weil man deren Matchplan zerstört. Nicht etwa deshalb, weil man besser Fußball spielt, sondern weil man besser im Zerstören ist. Das ist unansehnlich und für einen neutralen Fußball-Fan nur schwer zu ertragen, aber es ist wirkungsvoll und erfüllt den Zweck, jedenfalls zur Zeit. Ich bin sicher, dass es ein paar Schwachmaten gibt, die diese Saison, sollte man sie auf Tabellenplatz 15 beenden, als Erfolgs-Saison verbuchen werden, was für eine Ironie. Aber wahrscheinlich ist es einfach eine Frage des Anspruchs und zumindest ich habe einen anderen Anspruch an eine Mannschaft, die im Champions-League-Bereich verdient (knapp € 60 Mio. im Jahr) und die in den vergangenen Jahren für knappe € 110 Mio. „verstärkt“ wurde.

Diesen Anspruch teilen viele jedoch nicht und das muss man respektieren. Auf der anderen Seite möchte ich meinen Anspruch allerdings ebenfalls respektiert wissen.

Fast alle Mannschaften, die nach Hamburg kommen, wissen genau, was sie erwartet und dennoch waren Gladbach, Leverkusen, Hertha, Köln und Hoffenheim nicht in der Lage, ein Gegenmittel gegen die Spiel-Kultur-Zerstörung zu finden und das lag unter anderem an den HSV-Fans. Hat die Mannschaft einen Abstieg durchaus verdient, sie haben es nicht, denn sie haben dem eigenen Team Kraft gegeben und dem Gegner eine Emotionalität entzogen, die dieser für einen Sieg benötigt hätten. Ich bin zu 100% sicher, dass der HSV in diesem Jahr ohne seine Anhänger abgestiegen wäre, wobei – gerettet ist man noch nicht. Und genau hier liegt die Gefahr für die verbleibenden 6 Partien.

Die Mannschaft des HSV tendiert grundsätzlich zur Überheblichkeit und sollte der eine oder andere denken, man hätte mit dem Abstieg nichts mehr am Hut, könnte sich das in den nächsten 2 Wochen als fataler Irrtum erweisen. Denn plötzlich ist sogar der 17. und damit direkte Abstiegsplatz wieder möglich.

Ach ja. Angeblich (ich lese den Dreck grundsätzlich nicht) würden einigen Idioten behaupten, ich hätte resigniert oder wäre vor ihren Anfeindungen oder Drohungen in die Knie gegangen. Wie sagte doch Thomas Doll einmal so schön? „Da lache ich mir den Arsch ab“. Der Code der Zerstörung mag aktuell wirken, aber er wird entschlüsselt werden und dann muss Gisdol nachweisen, dass er auch einen Plan B in der Tasche hat.

Es gibt noch so viel zu schreiben – in der Zukunft 🙂

Für diejenigen, die glauben, ist kein Beweis nötig.

Für diejenigen, die nicht glauben, ist kein Beweis möglich.

[Stuart Case]

Von | 2017-04-11T13:36:49+02:00 11. April 2017|Allgemein|Kommentare deaktiviert für Vorerst alles (bzw. das Meiste) gesagt…

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