Man kommt näher…

Nein, nicht was ihr denkt.  Nicht Hoffmann und Kühne nähern sich an, wenn es um eine Bürgschaft geht. Auch Titz und Mavraj nähern sich nicht an, wenn es darum geht, einen degradierten Innenverteidiger zu reaktivieren. Nein, Daten nähern sich an. Der HSV hat es geschafft, den Marktwert seiner Losertruppe auf nunmehr € 71,50 Mio. herunter zu wirtschaften und nähert sich mit Riesenschritten einem anderen Wert, nämlich der jährlichen Kaderkosten, die bei ungefähr € 55 Mio. liegen dürften. Nicht nur, dass der HSV damit erstmals in seiner Bundesliga-Geschichte den Kader mit dem niedrigsten Wert der Liga sein Eigen nennen kann (Mainz ist 17. mit einem Wert von € 78,78 Mio.), man bezahlt auch seinen Blinzen demnächst genauso viel, wie sie wert sind.

https://www.transfermarkt.de/1-bundesliga/marktwerteverein/wettbewerb/L1/plus/?stichtag=2010-11-01

Primus der Liga sind natürlich die Bayern mit einem Kaderwert von € 779,00 Mio., also mehr als das Zehnfache des HSV.  Blenden wir doch kurz zurück ins Jahr 2010, in dem Jahr lag der Wert des Kaders des FC Bayern bei € 295,85 Mio.,  der des HSV bei € 134,80 Mio., damals die Nummer 5 in der Liga. Der Wert des Kaders von Borussia Dortmund lag 2010 bei € 125,25 Mio., der von RB Leipzig bei € 5,8 Mio. Heute sind die Spieler der Dortmunder zusammen € 404,94 Mio. wert, die der Leipziger € 351,55 Mio. Mehr muss man über die systematische Geldverbrennung, die dilettantische Vorstandsarbeit, das nicht vorhandene Marketing, die üble Kommunikationspolitik, das Scouting und die Vetternwirtschaft nicht mehr wissen. Wer immer noch nicht versteht, warum dieser Verein endlich über den Jordan geht, hier kann er es ablesen.

Und das Ganze hat mitnichten etwas mit „Pech“ oder irgendeiner fiesen DFL-Verschwörung oder Sonnenflecken zu tun, es ist das Resultat von globaler Unfähigkeit. Nimmt man dann noch hinzu, dass dieser Verein seit Jahren einen sogenannten „Gönner“ in der Hinterhand hat, der reinbuttert, wenn andere sich abwenden, wird das Bild noch dunkler. Nicht nur, dass man selbst erwirtschaftetes Geld verbrannt hat, man hat auch fremdes, geliehenes Geld verbrannt. Und Einer macht seit 2014 kräftig dabei mit:

Der letzte Mohikaner, Interims-Oberboss, „Mann ohne Gedächnis“ und Meister der Alleingänge – Frank Wettstein. 

Als Ursachen für die Misere des Vereins, der auf dem letzten Tabellenplatz der Ersten Bundesliga steht, machte er einen wesentlichen Faktor aus: „falsche Kaderpolitik“. „Wenn wir beispielsweise am Anfang der Saison mit Platz 8 planen, dann aber nur Platz 16 erreichen, fehlen uns 20 Millionen Euro in der Kasse“, sagte er. Mit ausbleibendem sportlichen Erfolg blieben die Kosten hoch, die Erlöse aber fehlten.

Ach so. Falsche Kaderpolitik.

Frank Wettstein (Vorstand Finanzen)

Darf ich sie, Wettstein, darauf hinweisen, dass sie seit 2014 Mitglied des Vorstandes sind, zuerst unter Beiersdorfer, dann unter Bruchhagen, jetzt allein. Und dass sie jedes einzelne Dokument als Vorstand Finanzen mit unterzeichnet haben? Tun sie doch nicht so, als hätten sie die letzten 4 Jahre ahnungslos in einer Einzelzelle gelebt und hätten vor drei Wochen erstmals einen Blick auf die Unterlagen werfen dürfen. Sie sind kein unbeteiligtes Opfer, sie sind maßgeblicher Mittäter und als solcher sollten sie endlich behandelt werden. HSV-Sanierer, was für ein beschissener Treppenwitz.

„Vielleicht kommen ja mal drei bis vier Top-Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, die nach oben schießen und so den Club sanieren“, hoffte er

Ach so, das ist jetzt das Konzept für die nächsten Jahre im Unterhaus. „Vielleicht kommen ja mal drei bis vier Spieler….“. Ja, vielleicht gewinne ich auch morgen im Lotto und vielleicht fällt übermorgen ein Meteorit auf Dallas. Das kann doch nur ein mieser Gag eines Nichtsblickers sein.

Um die Organisationsstruktur des HSV kam es beim Handelsblatt-Clubgespräch zu einem Disput. Wettstein bemängelte, bei der Ausgliederung der HSV Fußball AG aus dem Verein im Jahr 2014 sei es zu Versäumnissen gekommen. Damals habe eine „Medienkampagne“ die Ausgliederung, die auf hohe Zustimmung gestoßen war, befeuert. Inhaltlich hätten die meisten Vereinsmitglieder das Vorhaben jedoch nicht durchschaut.

Der Werber Stephan Rebbe, der die Kampagne HSV Plus mitgestaltetet hatte, hielt als Mitglied im Handelsblatt-Club dagegen: „Ich könnte heulen, es macht mich wahnsinnig – hier waren 10.000 Leute und haben für die Ausgliederung gestimmt“, sagte er. Die Chancen der Ausgliederung seien nicht genutzt worden. Das Management habe keine Führung gezeigt, den Klub nicht professionalisiert und entschuldet.

Das stimmt, Wettstein. Es ist zu Versäumnissen gekommen, zu gravierenden Versäumnissen sogar. Eines der größten Versäumnisse war es, Versager wie sie und Beiersdorfer von diesem Verein fernzuhalten. Verlassen sie sich nicht allzu sehr auf die Rückendeckung durch Herrn Kühne, damit könnte es demnächst schneller aus sein, als sie denken.

Wettstein dagegen meinte, die Schulden seien im Griff. Bei einem möglichen Abstieg werde das Mannschaftsbudget auf gut 27 Millionen Euro gedeckelt. Um die Rückzahlung einer 2019 fälligen Fananleihe über 17,5 Millionen Euro zu gewährleisten, müsse in den kommenden zwölf Monaten ein Plan entwickelt werden.

Das ist doch der absolute Wahnsinn. Dieser Vollfposten war seit 2014 dabei und hat mitgeholfen, dass die Kaderkosten bis auf € 55 Mio. gestiegen sind. Wo hat er in seiner Funktion als Vorstand Finanzen eingegriffen, wo hat er reguliert oder saniert? Und jetzt, im Jahr 2018, fällt ihm ein, dass eine Fan-Anleihe aus dem Jahr 2012 nächstes Jahr zurückgezahlt werden muss und JETZT will er einen Plan entwickeln? Was macht diese Pfeife den ganzen Tag?

Denkbar sei, eine neue Fananleihe aufzulegen, die sowohl für Fans als auch für professionelle Investoren interessant sei

Oh Gott, ja. Bitte. Die nächste Fananleihe. Eine Fananleihe, um die letzte Fananleihe zu bezahlen. Und womit wollen sie die neue Fananleihe bezahlen? Mit der nächsten Fananleihe? Oder mit dem Verkauf der Spieler, die „vielleicht in den nächsten Jahren..“. Wettstein, sie sind Vorstand in diesem Verein und kein Betreiber einer Würstchenbude. Sie beziehen ein Gehalt im Mehrere-Hundertausend-Bereich und das ist alles, was ihnen einfällt? Und dann schämen sie sich nicht, sich von der BILD als „HSV-Sanierer“ abfeiern zu lassen?

Dabei sei er mit Kühne in eher losem Kontakt – beide sähen sich vielleicht vier Mal im Jahr und telefonierten ebenso selten.

Das können sie verdammt nochmal ihrer Großmutter erzählen, Wettstein!

Wir haben 120 Legenden, die alle erfolgreicher Fußball gespielt haben als wir in den letzten zehn Jahren“, sagte er. Allerdings kritisierten diese Legenden regelmäßig öffentlich den Verein – und verfolgten dabei häufig die Absicht, einen Berater-Job für sich herauszuschlagen. Dazu komme die „Medienlandschaft in Hamburg“, die sich am HSV abarbeite. Zudem habe der Verein in den vergangenen Jahren zu viele Unternehmens- und Steuerberater gehabt. „Der Klub war völlig fremdgesteuert“, kritisierte Wettstein.

Bei aller Liebe, aber der Mann ist doch nicht zurechnungsfähig. Vielleicht könnte er anfangen, mir 15 der von ihm angegeben 120 „Legenden“ zu nennen, mir fallen keine ein. Aber natürlich wollen alle einen Job und erst die fiese Medienlandschaft.

(Quelle: http://app.handelsblatt.com/sport/fussball/handelsblatt-club-gespraech-der-hsv-ist-bereit-fuer-den-abstieg/21141142.html)

Fazit: Zu so viel Dummdreistigkeit fällt mir nichts mehr ein. Dieser Mann hätte bereits vor Beiersdorfer und Bruchhagen gefeuert werden müssen, aber er ist halt die Bedingung des Herrn Kühne. Noch. Aber wartet nochmal eine kurze Woche, dann werden wir sehen, wohin der Weg dieses Versagers geht.

Von | 2018-06-02T17:34:08+02:00 5. April 2018|Allgemein|19 Kommentare

19 Comments

  1. Frostie 5. April 2018 um 08:44 Uhr

    Steht denn ein neuer VV von Hoffmann (also Aufsichtsrat) und Kühne(?) in den Startlöchern?
    Ich verstehe immer noch nicht, das jemand wie von Heesen nach all den Enthüllungen noch in Funktion für den HSV auf das Gelände darf !?!?

    • Ex-HSVer im Herzen 5. April 2018 um 10:34 Uhr

      Genauso ist es!! Hätte man ihn auf dem Klo beim Lesen eines Kinderpornoheftes gesehen, wäre er sofort weg (auch wenn es widerlich ist, wäre das Privatsache). Aber so wird getan als wenn gar nichts passiert sei, obwohl er sich Vereinsgelder in die Tasche stecken wollte. Was für ein Saftladen!!!

  2. Mosche 5. April 2018 um 08:45 Uhr

    und verfolgten dabei häufig die Absicht, einen Berater-Job für sich herauszuschlagen …
    Deshalb lieber Herr Wettstein haben Sie Thomas v. Heesen verpflichtet, …

    Widersprüchlicher kann man nicht argumentieren, als Herr Wettstein in diesen Zeilen

  3. Saschas Alte Liebe 5. April 2018 um 08:57 Uhr

    Allein die Tatsache, dass dieser Mann mit dem gründlichen Abwirtschaften bei 1860 und Aachen in der Reputation zu einer derartigen Stellung beim HSV kommen konnte, spricht schon Bände.
    Seine früheren Protegierer sind aus dem Weg geräumt, der Trickser selbst steht plötzlich oben, ganz alleine, und lässt sich „HSV-Sanierer“ und „der Fußball-Manager Frank Wettstein“ nennen, obwohl der Preis im sportlich wie wirtschaftlich unerreicht katastrophalen Niedergang in aller Öffentlichkeit quasi im Wiederholungs-Slow Motion Modus betrachtet werden kann.
    Bei Star Wars hätte er wohl eine durchaus erfolgreiche Sith-Karriere hingelegt.
    .
    Das ist nicht zuletzt für die Vereinsgremien, die Fußballöffentlichkeit und alle Fach- und Kontrollinstanzen ein Offenbarungseid ihrer Rolle, sie haben allesamt totalversagt und tun es immer weiter.
    Das spricht nicht für den Fußball insgesamt und grundsätzlich, es ist ein weiteres Symptom qualitativen Niedergangs.

  4. Sven 5. April 2018 um 09:00 Uhr

    Wettstein scheint gockelnd die letzten Tage medialen Sonnenscheins über seiner HSV-Karriere zu genießen.

    Das würde auch die nach außen hin merkwürdige Ruhe um BH erklären. Da tut sich was im Maschinenraum….

    Ändert aber nichts daran, dass DIESER HSV in Liga 1 nichts verloren hat.

  5. NochNieDerHSV 5. April 2018 um 09:09 Uhr

    Schon bemerkenswert, wie Wettstein den Eindruck zu vermitteln versucht, er habe keinen Anteil an der „Misere“ des HSV. Worte und Wirken stehen bei ihm absolut nicht im Einklang.
    Im Übrigen frage ich mich, ob es so einfach ist, eine alte durch eine neue Anleihe abzulösen. Für die neue müssen sich ja erst einmal Abnehmer finden, und da habe ich meine Zweifel, ob es genug Anleger gibt, die dem HSV ausreichend Vertrauen entgegen bringen, die Rückzahlung der Anleihe auch stemmen zu können.
    Der Satz von Wettstein, in den kommenden zwölf Monaten einen Plan für die Rückzahlung der bestehenden Anleihe zu entwickeln, ist ein entlarvender Offenbarungseid.

  6. Thomas S. 5. April 2018 um 09:16 Uhr

    Was ich mich ja frage ist, wie Herr Kühne mit so einem „Händchen“ für Spitzenpersonal eine Weltfirma über Jahrzehnte führen konnte. Ein Mindestmaß an Menschenkenntnis sollte doch das A und O sein.

  7. Kerberos 5. April 2018 um 09:19 Uhr

    .
    Und nicht zu vergessen: der Märchenonkel Wettstein hatte bei dem Schuldscheindarlehen über € 40 Mio bereits versichert. dass mit € 25 Mio der Stadionkredit abgelöst werde und die verbleibenden € 15 Mio zur Rückzahlung der Fan-Anleihe dienen werden. Nun hat er diese € 15 Mio also auch bereits wieder für nichts und wieder nichts verbraten. Dieses Subjekt ist einfach unerträglich und für den HSV nicht tragbar.
    .
    Ceterum censeo HSV esse delendam – ab in die 4.te Liga!

    • Ex-HSVer im Herzen 5. April 2018 um 10:36 Uhr

      Was ist mit den 50 Mio Eigenkapital? Wieviel ist es wirklich?

      • Kerberos 5. April 2018 um 10:46 Uhr

        .
        Ha, Ha, Ha… da ist der imaginäre Markenwert „HSV“ doch mit € 42 Mio eingerechnet – dafür kann man sich aber nichts kaufen. Das war doch damals die größte Luftnummer von HSV+ bei der ganzen Ausgliederung. Stichwort: „Teilweise Hebung von stillen Reserven“. Ansonsten wäre doch die AG bereits am Tage der Ausgliederung mit Eintragung in das Handelsregister überschuldet gewesen.
        .
        Es gab auch schon vor F. Wettstein echte Bilanz-Akrobaten beim HSV – da setzt der Märchenonkel nur eine alte Tradition fort. Und diese „Aktion“ ist bis heute ein Alleinstellungsmerkmal des HSV unter allen 36 Bundesligavereinen, eben „nur der HSV“.
        .

  8. jakob 5. April 2018 um 09:33 Uhr

    Bei alle dem Wettstein raus etc sollte jedem klar sein, dass die Heuschrecken schon längst ihre Schäfchen im trockenen haben und jetzt geht es darum so schnell wie möglich einen Auflösungsverlag zu erhalten natürlich mit einer saftigen Abfindung. Mit Köln steht der nächste Verein bereit von den Heuschrecken Wettstein und Beiersdorfer geentert zu werden. Die Typen haben ein klassisches System. Weder werden sie sich vor Gericht verantworten noch werden sie aufgehalten. Warum nur?

    • Wormfood 5. April 2018 um 10:16 Uhr

      „Mit Köln steht der nächste Verein bereit von den Heuschrecken Wettstein und Beiersdorfer geentert zu werden.“

      Meinst Du vielleicht Viktoria Köln? Übrigens auch so ein Gönner-Spielzeug, der dortige Kühne heißt Franz-Josef Wernze. Der FC hingegen ist mit Alexander Wehrle und Armin Veh nicht schlecht aufgestellt.

  9. Ex-HSVer im Herzen 5. April 2018 um 10:39 Uhr

    Geil! Grave at its best! Bämm Bämm! Jeder Satz wie eine geschleuderte Feuerkugel!

    Was für eine Freakshow! Und wenn ich dann auf dem Foto im Handelsblatt sehe wie alle lachen und sich gegenseitig auf die Schulter klopfen könnte ich einfach nur kotzen! Was sind das eigentlich alles für Waschlappen, die so einem Versager auch noch zuprosten. Das ist seit mindestens zehn Jahren das große Problem beim HSV. Kaum einer hat den Sack in der Hose etwas nachhaltig zu kritisieren und somit den Blendern die Hosen runter zu lassen. Alles perlt an ihnen ab, bis sie die siebenstellige Abfindung einstecken.

    ??

  10. Oberberger 5. April 2018 um 12:01 Uhr

    Wettstein ist der Typus „Luftpumpe“ mit großer Klappe. Einer der gerne was wäre, den Boss spielt, sich im Kreise von Unternehmern abfeiern läßt und „groß“ denkt. Klein, klein, Tagesgeschäft ist nicht sein Ding. Erst wenn mindestens sechs Nullen an der Zahl kleben widmet er ihr seine Aufmerksamkeit. Drunter macht es ein „Macher“ wie er nicht.
    Fananleihe zurückzahlen? Na und…pumpen wir uns die Kohle. Bezahlen wir halt Schulden mit neuen Schulden.
    Aufgeblähter Kader und Etat? Scheiss drauf…..ich mach bei Opa Kühne den Enkeltrick
    Latschen Bernie und ich schmeisssen den Laden schon.
    Und wenn´s eng wird seilen wir uns halt rechtzeitig durch´s Klofenster ab, nachdem wir „abgefunden“ wurden.
    .
    Ein Jahr später wird „Sanierer“ Wettstein ein Exklusiv-Interview geben in dem er betont wirklich alles getan zu haben um den Verein zu retten, aber die Medienlandschaft, der geizige Speditions-Opa und das unverantwortliche Verhalten seiner Vorgänger habe eine Rettung unmöglich gemacht.

  11. alterplusser 5. April 2018 um 13:49 Uhr

    @ Gravesen

    Ist die Sklaverei ein Relikt aus der Vergangenheit ? Wir wissen beide, dass das nicht so ist.

    Die letzte Gewissheit darüber hat uns das Buch „Football Leaks“ gezeigt.

    Schon immer wurden Kinder zum Betteln und Stehlen gezwungen, Frauen zur Prostitution gezwungen und Männer als Arbeitssklaven verkauft ! Also ist der Fußballspieler nur weitere Gattung des Sklaven.
    Und die Sklavenhändler sind Spielervermittler, Berater und …………… .

    Diesen Satz könnte man beliebig fortführen. In erster Linie geht es doch um den eigenen Profit.

    Und solange der Rubel im Fußballzirkus rollt, solange es aus irgendwelchen Quellen etwas zu holen gibt,
    solange wird uns dieses Phänomen begleiten. Erst wenn dieser Zirkus keinen Profit mehr ausspuckt,
    erst dann werden sich andere Ziele ausgesucht.

    Das dies kein Alleinstellungsmerkmal des Hamburger SV darstellt, ist dem Buch ja zur Genüge zu entnehmen. Wenn der HSV nächste Saison in der 2. Liga spielt – wenn sie diese denn bekommen – werden sich halt einige Protagonisten etwas einschränken müssen .

    Aber die Fragen aller Fragen ist doch, wie reagieren Finanzämter, die Politiker auf diese modernen Menschenhändler ? Oder haben diese gar kein Interesse daran, weil auch sie bei diesem Spiel ….. .

    Eine weitere Frage ist außerdem, warum es Menschen, wie hier zu Beispiel Herr Kühne gibt, die immer
    wieder mit großem eigenen Vermögen zur Belebung eines klinisch toten Patienten verhelfen ?

    Einen Menschen, der als kleiner Speditionskaufmann bei seinem Vater angefangen hat, und der zu den reichsten Erdbewohnern zählt. Der nur den Weg nach oben kennt. Für den Erfolg das wichtigste ist – oder war.

    Nun denn, das Showgeschäft geht weiter ….. .

    Gruß

  12. Micha 5. April 2018 um 16:06 Uhr

    Sehr guter Blog, am besten gefällt mir der Satz am Schluss:

    „Aber wartet nochmal eine kurze Woche, dann werden wir sehen, wohin der Weg dieses Versagers geht.“

    @GRAVE: Wenn du derzeit dein Buch noch nicht schreiben willst – Material ist ja in überwältigender Menge und in guten Formen da -, dann mach doch zunächst mal ein E-Book im Selbstverlag mit Porträts ‚aller‘ HSV-Versager und Abzocker bzw. begrenzt auf 10 Top-Versager des HSV, 50 Seiten, bietest du dann für z.B. 3 Euro an – Wettstein ist einer davon.

    WARUM? – Die Totengräber des HSV verschwinden wie die Ratten vom sinkenden Schiff – da wäre es sinnvoll, deren Negativ-Verdienste in Stein zu meißeln. Da du ein Schreiber bist, halt in E-Book-Form. Später hoffentlich ein starkes Buch, das alles auswertet und strukturiert, die ganze Verfalls-Gechichte des HSV. Wird ein Longseller!

  13. Kevin allein in Hamburg 5. April 2018 um 17:48 Uhr

    Vor Kurzem war Uwe Seeler wieder bei einem Heimspiel des HSV im Stadion. Wie war’s? „Gut“, sagt er, „bis das Spiel kam…
    ?????

  14. ausgegliedert 5. April 2018 um 20:13 Uhr

    Was ein Glück, daß wir mit Insolwettstein den Fachmann zur Abwicklung der Reste bereits an Bord haben und nicht noch eine Ablöse samt hohem Gehalt….. obwohl…
    Vermutlich braucht man ein derart hohes Schmerzensgeld, um morgens noch in den Spiegel schauen zu können. Oder einen Helm zu kaufen, wegen der sich biegenden Balken.

  15. Raschi 6. April 2018 um 06:38 Uhr

    „Damit der Umbruch gelinge, brauche der HSV Spieler, die sich mehr mit dem Traditionsverein identifizierten. Bislang seien zwar die Mitarbeiter große Fans, viele Spieler aber kurzfristig zugekauft. Wettstein verwies darauf, auch der hochprofessionelle Bayern München habe mit dem Spieler Thomas Müller einen Anführer, für den es unvorstellbar sei, bei einem anderen Verein anzutreten.“ (Quelle: Handelsblatt)
    Alleine in dieser Aussage Wettsteins sind alle Gründe des HSV-Absturzes komprimiert und anschaulich beschrieben. Die Fußball-Welt ist mit dem Bosman-Urteil eine andere geworden. Da dieses nicht erst gestern gefällt wurde, hätte man sich durchaus auf diese „neue Zeit“ einstellen und ihre Herausforderungen annehmen und meistern können. Wer 2018 davon träumt, eine Profifußballmannschaft aus kickenden, vereinstreuen Fans aufbauen zu können, der hört wahrscheinlich auch noch die NDR2-Bundesligakonferenz. Wer solche realitätsfremden Manager hat, der muss, kann und darf sich über einen Absturz nicht wundern. Träumereien und Schuldzuweisungen sind keine Führungsstärke und der FC Bayern ist für Spieler wie Müller nicht nur aus Heimatverbundenheit attraktiv, sondern, und das hat sogar Wettstein erkannt, weil er hochprofessionell geführt wurde und wird, und das dazu noch mit einem unverwechselbaren familiären Touch, für den vor allem Uli Hoeneß steht.
    Wenn der HSV jemals die Chance haben will, für Spieler wieder attraktiv zu sein, wenn er will, dass sich Spieler mit dem HSV identifizieren, dann muss er in erster Linie eins werden: professionell. Und das fängt u.a. damit an, dass der Finanzvorstand nach Jahren im Abstiegskampf mit Platz 16 kalkuliert und es nicht zulässt, dass der übliche Platz 16 ein weiteres 20-Millionen-Loch in die Kassen reißen kann. Luftschlösser und -buchungen sind weder seriös noch professionell. Professionalität aber ist die Grundvoraussetzung. Der Rest, die Nische, die der HSV dann im Profifußball-Business ausfüllen und mit der er sich von anderen Fußballunternehmen abgrenzen kann, kann nur dann folgen. Solange aber Träumern wie Wettstein nichts anderes einfällt, als längst vergangenen Zeiten nachzuhängen und über das moderne Milliardenspiel Fußball zu zetern, ist der HSV in dieser Branche eine Lachnummer, die man gut ausnehmen aber ganz bestimmt nicht ernst nehmen kann. Wenn ein Fußball“manager“ wie Wettstein von einer Profimannschaft aus Fans träumt, die sich mit dem HSV identifizieren, dann ist das Reichert-Niveau, der als Fan-Ideologe und Kommerzfußball-Hasser den HSV von der Entwicklung der Außenwelt abkoppeln und eine Mannschaft aus elf Hamburgern aufbauen wollte. Es ist also kein Wunder, dass sich mit der Ausgliederung nichts geändert hat, wenn den Verantwortlichen in der Führungsetage weiterhin nicht mehr einfällt, als die Rahmenbedingungen und Gesetzmäßigkeiten der Branche, in der sie (un)tätig sind, zu verdammen. Mimimi ist weder anziehend noch sonstwie attraktiv – und damit stehen Wettstein (und wie sie alle hießen und heißen) jeglicher Identifikation selbst im Weg. Wenn Wettstein also fehlende Identifikation beklagt, dann beschwert er sich eigentlich über sich selbst.

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