Träumer

Es geht also schon wieder los. Die sind noch nicht mal richtig abgestiegen und schon fängt die Spinnerei und Traumtänzerei wieder an.

„Sollte der Hamburger SV in diesem Jahr tatsächlich zum ersten Mal aus der Bundesliga absteigen, rechnet der Dino mit dem sofortigen Wiederaufstieg. Das geht aus den Unterlagen für die Zweitliga-Lizenz hervor, die der HSV bei der Deutschen Fußball Liga eingereicht hat. Clubboss Frank Wettstein wollte NDR 90,3 am Dienstag zwar keine Zahlen nennen, erklärte jedoch, dass den Berechnungen die direkte Bundesliga-Rückkehr zugrunde liege.“

Warum, in Gottes Namen, kann man nicht einmal realistisch bleiben? Natürlich strebt ein Verein den sofortigen Wiederaufstieg an, das haben Köln, Stuttgart etc. auch gemacht. Aber warum „rechnet man mit dem sofortigen Wiederaufstieg“? Warum geht man mal wieder dieses Risiko ein, Erwartungen zu schüren, denen man nicht gerecht werden kann? Warum meint man offenbar nach wie vor, dass man etwas Besseres wäre?

Bei aller Liebe, aber das ist ein Weg, den ich wiederum nicht mitgehen kann. Ambitionen ja, keine Frage. Aber warum muss man, unendlich verschuldet und zahlungs- wie handlungsunfähig schon wieder am großen Rad drehen? Einmal, nur ein einzige Mal, würde ich mir eine realistische Situations- und Selbsteinschätzung wünschen. Einmal nur die Dinge so sehen, wie sie sind und nicht so, wie man sie gern hätte.

Dabei muss man genau auf die Formulierung achten, denn man „rechnet“ mit dem sofortigen Wiederaufstieg. Das bedeutet, man ordnet diesem Ziel nicht nur alles unter. Nein, man richtet auch alle Kennziffern wie Zuschauerschnitt, TV-Einnahmen, Dauerkarten-Verkauf auf dieses Ziel aus. Hat man nicht erst in den letzten Jahren ein ums andere Mal ins Klo gegriffen, indem man optimistisch mit mindestens Tabellenplatz 12 gerechnet hatte? War man nicht von irgendwelchen Runden im DFB-Pokal ausgegangen, die dann nie erreicht wurden? Immer wieder wurde auch die immer größere werdende Verschuldung damit erklärt, dass man die ausgegebenen Ziele nicht erreicht hat. Hat man daraus gelernt? Offensichtlich nicht.

Es ist so, wie ich es befürchtet hatte, der Weg des HSV wird sich nicht verändern, er wird nur eine Nummer kleiner gespielt. Anstatt endlich einmal aus den Fehlern zu lernen und systematisch und nachhaltig aufzubauen, zu wirtschaften und zu entwickeln, wird wieder einmal die Brechstange rausgeholt und ich prophezeie bereits heute, dass dieses Vorhaben scheitern wird.

Eine andere Frist hat den HSV-Chefs rund um die Ostertage dagegen sehr viel größere Kopfschmerzen bereitet. Nach Abendblatt-Informationen haben fristgerecht zum 31. März rund 40 Prozent der VIP-Fans bei HSV-Vermarkter Lagardère gekündigt. „In einer sportlich schwierigen Situation ist es üblich, dass zunächst vom vertraglichen Kündigungsrecht Gebrauch gemacht wird“, beschwichtigt der HSV zwar auf Nachfrage. Was der Club allerdings nicht mitteilt: Noch nie zuvor war die Kündigungsquote derart hoch. (Quelle: Abendblatt.de)

Logische Folge, würde ich meinen. Katastrophale Vereins-Politik, jahrelanger Folterfußball, Personalien wie von Heesen und Wettstein und nun auch noch das Gelaber vom sofortigen Wiederaufstieg. Wann endlich begreifen die Abgreifer im Volkspark, dass es nicht nur die Nord-Tribüne gibt?

„Wir antizipieren, dass wir die Lizenz bekommen“, hatte Alleinvorstand Frank Wettstein bereits vor Wochen gesagt

Er „antizipiert“ also. Wer stoppt diesen Schwätzer? Sorry, aber wenn ich mir dieses „Rettungsteam“ angucke… Wettstein, Peters, von Heesen, Pletz. Warum muss ausgerechnet mein Verein grundsätzlich die größten Unsympathen holen?

 

Von | 2018-04-04T08:26:48+02:00 4. April 2018|Allgemein|45 Kommentare

45 Comments

  1. Kevin allein in Hamburg 4. April 2018 um 07:24 Uhr

    Wenn es alles nicht so traurig wäre müsste man eigentlich darüber lachen.
    Seht gut argumentiert Grave.
    Und eine Kündigungsquote von rund 40 % spricht für sich !

  2. Flanders 4. April 2018 um 07:38 Uhr

    Nach all dem, was bspw. kerberos hier vorgestellt hat, frage ich mich, ob der HSV überhaupt genug Masse hat, einen Haushalt für die zweite Liga aufzustellen. Eigentlich ist es ja kaum zu glauben.

    • Micha 4. April 2018 um 07:51 Uhr

      Gute Frage, die Kerberos vermutlich in näherer Zeit beantworten wird. Meine Frage vor allem an Kerberos: Gibt es Einsichtsmöglichkeiten in den aktuellen Lizenz-Antrag vom HSV. Zum Beispiel um nachzuprüfen, ob die DFL den HSV trotz windigster Finanzierungs-Konstrukte der Geschäftstätigkeit des HSV durchwinkt zur Lizenz zweite Liga??? Gibt es da eine Möglichkeit der Einsichtnahme und Kontrolle von außen, um Transparenz zu schaffen?

      • Flanders 4. April 2018 um 09:01 Uhr

        Ich glaube nicht, dass die DFL bei allem Wohlwollen für das Zugpferd HSV die Lizenz durchwinken wird. Ich habe die Bilanz des HSV nach einem Hinweis hier vor einiger Zeit auch einmal überflogen und erinnere mich, dass der HSV zum letzten Stichtag noch gut 20 Mio. Eigenkapital bis zur Überschuldung hatte. Es scheint doch ausgeschlossen, dass der Jahresabschluss dieser Saison die geplante schwarze Null treffen wird (Tabellenplatz, Zuschauerrückgang, Trainerwechsel, das Übliche) und es statt dessen wieder ein negatives Ergebnis geben wird. Und damit hätte der HSV bei massiv sinkenden Einnahmen doch eigentlich keinen Spielraum mehr. Das ist mehr als Frage gemeint und soll keinen Versuch einer laienhaften Analyse darstellen. Ich bin auf eine Analyse wirklich sehr gespannt.

  3. Micha 4. April 2018 um 07:42 Uhr

    Träumer gibt es nur noch in der HSV-Nordkurve und vereinzelt verstreut über die übrigen Bereiche, was immer noch eine Menge ausmacht – die man verarschen will.

    Warum hat Wettstein von Heesen geholt? Naturgemäß, um gemeinsam noch ein Mal sehr gute Gelder ab zu greifen, falls Kühne viele Millionen für den Wiederaufstieg raus haut. Der HSV-Vorstand hat sich dafür vorbereitet. Ich hoffe, dass Kühne diesen Verein fallen lässt, vermutlich, weil er nur Geld gibt, wenn er Transfers bestimmt, und das macht ihm in der zweiten Liga passend zu Titz Konzept vielleicht keinen Spaß mehr.

    Oder hat Hoffmann mit dem Wort „größere Lösung“ bereits eine Tür für Kühne geöffnet. Kühne hat aber kürzlich gesagt, dass der HSV für ihn keine Perle mehr ist in Hamburg. Abwarten, beobachten und kommentieren. Die Abzocker beim HSV interessiert das aber nicht, sie wollen abzocken, egal, ob das hier durchschaut, beschrieben und gebrandmarkt wird.

    Fakten werden niemals im Doppelpass thematisiert werden, es sei denn, dass es Insolvenz-Klagen gibt oder andere juristische Grätschen gefahren werden.

  4. llorc 4. April 2018 um 07:43 Uhr

    Das Foto im Abendblatt Online ist wirklich entlarvend.
    Fettstein und Peters triefen vor Arroganz;
    eine gruselige Ansicht…..

    llorc

  5. Julia 4. April 2018 um 08:03 Uhr

    Der HSV hat in den letzten Jahren regelmäßig einen zweistelligen Millionenbetrag verwirtschaftet. Nimmt man die Saison 2016/17 als Benchmark, wurde bei einem Umsatz von rund 122 Mio. ein Verlust von 13 Mio. ausgewiesen, nimmt man den unordentlichen Forderungsverzicht von 22 Mio. dazu, ergibt sich ein ordentlicher Jahresfehlbetrag von 35 Mio., bei 122 Mio Umsatz wohlgemerkt. Das sind start-up-Relationen, und das hat mit Nachhaltigkeit nun gar nicht zu tun, denn dafür braucht es ein Füllhorn, das das Fass ohne Boden voll hält.

    Für den Fall des Abstiegs gehen Verein und Öffentlichkeit von Einnahmeverlusten um 50 Mio. aus, d.h. der HSV müßte seine Kosten um round-about 70 Mio. reduzieren, um bei einer roten Null zu landen. Wie realistisch ist das? Und vor allem: Wie lange könnte der HSV das durchhalten? Dem Vernehmen nach eine ganze Saison, deshalb das Postulat vom sofortigen Wiederaufstieg, mit dem man um die Finanzierung dieser einen Saison bettelt, weil man danach ja wieder von selbst laufen kann. Wie realistisch ist das? Andererseits: Würde man um die Finanzierung einens nachhaltigen Aufbaus über mehrere Saisons in der 2. Liga buhlen, wen wollte man mit Verlusten >10-20 Mio/p.a. über mehrere Jahre und einem jetztigen Schuldenstand von schon längst über 100 Mio. davon überzeugen, daß der HSV ein lohnendes Investment ist, ohne daß dabei nicht mal eine Sperrminorität herauskommt? Rosinen picken in der Insolvenz käme günstiger…

    Aber selbst bei einem sofortigen Wiederaufstieg wären die Finanzen keineswegs gerettet, denn selbst eine schwarze Null reicht nicht ansatzweise für den Abbau des Schuldenbergs, z.B. die Rückzahlung der Fan-Anleihe. Es ist eine gesicherte Erkenntnis, daß der HSV aus eigener Kraft der Schuldenfalle nicht entrinnen kann, auch nicht bei einem sofortigen Wiederaufstieg oder sogar dem Klassenerhalt. Das ist eine Durchhalteparole, das Klammern an den letzten Strohhalm. Wir werden „alles“ tun, solange es noch rechnerisch möglich ist. Also eher nicht mehr lange…

  6. Olaf B. 4. April 2018 um 08:03 Uhr

    Zum Lizenzverfahren : „ Zunächst überprüft ein Lizenzmanager die Vollständigkeit und klärt eventuelle Unklarheiten mit den jeweiligen Clubs…..Die eingereichten Unterlagen werden nach den zu überprüfenden Kriterien aufgeteilt und von Experten beurteilt. Die Lizenzmanager erstellen eine Entscheidungsvorlage für die Geschäftsführung der DFL Deutsche Fußball Liga.“ (Quelle : Bundesliga.de)
    Na dann ist ja alles klar. Das wird durchgewunken, weil Wettstein denen, in der ihm eigenen Art, das Blaue vom Himmel erzählt.

  7. Kerberos 4. April 2018 um 09:23 Uhr

    .
    Es ist doch gar nicht notwendig, jedes Märchen von F. Wettstein gebetsmühlenartig zu replizieren. Es bleibt dabei: aus Sicht der Liquidität benötigt der HSV von dritter Seite adhoc € 50 Mio. (zzgl. € 20 Mio. im nächsten Jahr) im Rang von Eigenkapital (mgl. auch durch Genuss-Scheine bei entsprechender Ausgestaltung). Nur so kann der HSV die bereits aufgelaufenen kurzfristigen Verbindlichkeiten bedienen, das zu erwartende Liquiditäts-Defizit der nächsten Saison auffangen und die „drohende“ Fan-Anleihe zurückzahlen.
    .
    Mgl. Erlöse aus aktuellen Spieler-Transfers benötigt der HSV hingegen zwingend ausschließlich zur nachhaltigen Restrukturierung seines Spielerkaders und seiner überbordenden Administration.
    .
    Der Betrachtung von Gewinn & Verlust mit der entsprechenden Prognose von Julia ist nichts hinzuzufügen.
    .

  8. Hein Blöd 4. April 2018 um 09:52 Uhr

    Sie gehen den Weg des TSV 1860, und man überlege sich mal wer damals wohl vermutlich fleissig mitgespielt hat.
    Auch damals wurde dem Ziel Wiederaufstieg alles untergeordnet, das Ergebnis ist bekannt.

    • Wormfood 4. April 2018 um 15:44 Uhr

      Bei den Löwen sind die Verhältnisse anders. Beim TSV München 1860 hält der Investor Ismaik mit 60% die Mehrheit an der GmbH & Co. KGaA (allerdings nur 49% der Stimmrechte). Bis dahin ist es für die HSV AG noch ein weiter Weg.

  9. Ex-HSVer im Herzen 4. April 2018 um 10:49 Uhr

    Du triffst den Nagel auf den Kopf, oder besser: Du spaltest den Pfeil! Dieses Pack ist so unerträglich! Warum zur Hölle kann man nicht mal einfach die Schnauze halten und demütig sein. Warum muss eine Versager-Wurst wie Wettstein immer noch rumposaunen, wo er so viel Dreck am
    Stecken hat? Warum wird das Thema Wettstein/v.Heesen ausgessen? Das ist Skandal und die Wurst Hoffmann macht nix. Das ist alles so unerträglich!!!!! Dieser Verein ist so fertig und ich hoffe, die Gerechtigkeit siegt und die DFL reagiert knallhart. Allein durch die Kündigungsquote von 40% fehlen mehrere Millionen. Emirates wird auch kündigen oder massiv reduzieren. Und man kann doch generell nicht den Best Case ansetzen bei einer seriösen Betrachtung. Das hat glaube ich noch kein Verein. DFL bitte eingreifen!!!!

    Ich hoffe nur, dass Mainz und Wolfsburg am Wochenende gewinnen und Schalke den Sacknagel einschlägt. Dann ist Feuer unterm Dach.

    Mann, Mann, Mann!

    • Wormfood 4. April 2018 um 15:48 Uhr

      Es geht Wettstein darum, Zeit zu gewinnen und die Handlungsmöglichkeiten des Vereins in der Öffentlichkeit besser darzustellen, als sie tatsächlich sind. Betrachte es als Marketing.

  10. m0starr 4. April 2018 um 12:13 Uhr

    Moin moin,

    wie immer ein sehr gelungener Blog. Da ich angetrieben durch diesen Blog in meinem Freundeskreis oft Diskusionen führe habe ich da mal ne Frage :

    Stimmt es, das Herr Wettstein damals bei der konsolidierung vom BVB mit am Werk war ? Ich kann das nicht glauben, habe aber auch zu wenig Ahnung von diesen Vorständen, Chefs, Geldeinheimsern etc. um dies zu widerlegen. Vielleicht wisst ihr ja mehr ? Würde gerne am nächsten Samstag meinem Diskusionspartner kontra geben 🙂

    Und ja, ich gucke tatsächlich noch jedes Spiel meines Vereins – auch wenn ich selber nicht verstehe warum eigentlich. Ist halt wie eine Sucht, und das Sky-Abo läuft leider noch bis zum Ende dieses Jahres.

    Vielen Dank im voraus,

    schönen Tag euch allen.

    • Peter.Helm 4. April 2018 um 13:20 Uhr

      Das ist richtig. In seiner Zeit als Wirtschaftsprüfer bei BakerTilly hat er im Team von Thomas Treß (heute CFO BVB) unter anderem Dortmund bei der Restrukturierung beraten.

      • Kerberos 4. April 2018 um 13:43 Uhr

        .
        Das ist so nicht ganz richtig. Denn zu der Zeit war F. Wettstein als BWL-Absolvent noch Assistent (seit Ende 2000) bei BakerTilly und in der Ausbildung zum Steuerberater (2003) und Wirtschaftsprüfer (2006). Die BVB Sanierung war bereits durch Gläubigerbeschluss im Februar 2005 abgeschlossen. Vielleicht ist das ja „detail-verliebt“, aber beim BVB hat er vielleicht den Kaffee für T. Treß brühen dürfen – mehr aber auch nicht. Etikettenschwindel!
        .
        Hingegen darf er sich TSV 1860 München und Alemannia Aachen auf seine Fahne heften!
        .

        • Peter.Helm 4. April 2018 um 14:07 Uhr

          https://www.finance-magazin.de/finance-koepfe/cfos/frank-wettstein-hsv-fussball-ag/

          Du magst Recht haben, dann habe ich die Verlässlichkeit der obig verlinkten Quelle nicht sorgfältig geprüft. Absolut nicht Detail verliebt, sondern sehr aufmerksam. Als Steuerberater, dürfte er aber auch mehr als Kaffee kochen drinnen gewesen sein.

          Kerberos, warst du gestern anwesend, als Herr Wettstein im Rahmen einer Veranstaltung des Wirtschaftsclubs (Handelsblatt) rund 90 Gäste (Finanzen) in den Volkspark eingeladen hat?

          • Kerberos 4. April 2018 um 14:29 Uhr

            .
            Klar ist das Bild des „Kaffee brühens“ überspitzt zu verstehen. Aber glaubst Du ernsthaft, F. Wettstein könnte mich überhaupt „Einladen“ wollen?
            .
            Einem F. Wettstein zuzuhören ist überdies pure Zeitverschwendung. Für mich ist F. Wettstein ein notorischer Lügner mit pathologischen Zügen. Beschäftige Dich einfach mit der Insolvenz der Alemannia Aachen. Wie muss dieser F. Wettstein alleine die Stadt Aachen im Rahmen der Bürgschaftsübernahme hinters Licht geführt haben, dass die Stadt Aachen gegen den Wirtschaftprüfer F. Wettstein dann Strafanzeige gestellt hat. Eine Stadt gegen einen Wirtschaftsprüfer!
            .

          • Peter.Helm 4. April 2018 um 14:56 Uhr

            Ich hatte auch nicht wirklich mit einer positiven Antwort von Dir gerechnet, die Fragen die gestern gestellt wurden, konnten Frank W. nicht aus der Reserve locken. Ein Kerberos fehlte eben.

            Ja, aber Kerberos, genau das ist mein Problem. Das WP Examen ist eines der schwersten Beruf Examina. Frank W hat den StB WP Durchmarsch souverän geschafft (nehme ich an). Wie kann es sein, dass dieser Mann nun so handelt. Anscheinend auch den Eid, welchen er bei seiner Bestellung geschworen hat, vermutlich ignoriert. Die Erklärung wird wohl die berüchtigte Gier sein, die ja so oft in diesem netten Blog bei allen Protagonisten diagnostiziert wurde.

          • Ex-HSVer im Herzen 4. April 2018 um 15:25 Uhr

            Das kann ich Dir verraten: Mit Fleiß und Lernen lernen lernen. Mehr braucht es nicht. Bei den Posten danach ist zudem Empathie, Kreativitat, Aufrichtigkeit, soziale und emotionale Intelligenz gefordert.

            Alles geht dieser Pfeife ab.

          • Ex-HSVer im Herzen 4. April 2018 um 15:25 Uhr

            Kerberos: Wie ist das Strafverfahren ausgegangen?

          • Kerberos 4. April 2018 um 15:40 Uhr

            Genau, denn F. Wettstein ist keineswegs dumm im schulischen Sinn – eigentlich eher im Gegenteil. Es muss auch nicht zwingend die Gier einer persönlichen Bereicherung sein. Deshalb merkte ich „pathologisch“ an.

          • m0starr 5. April 2018 um 06:54 Uhr

            Vielen Dank für die aufschlussreichen Antworten – also als ich hörte “ der hat auch den BVB gerettet “ , hatte ich ja noch ein wenig Hoffnung das dieser Mann es auch beim HSV schafft. Leider wusste ich nichts von 1860 und AA …

            Wie kann man nur so einen Mann an Bord holen ? Es ist wirklich alles so traurig …

            Das ist ja ungefähr so als wenn ich mir Lothar Matthäus als Eheberater ins Haus hole, obwohl ich nicht gewillt bin mich scheiden zu lassen.
            Naja das Kind ist dann wohl in den Brunnen gefallen.

            Und am schlimmsten ist doch : Es geht hier schon lange lange nicht mehr um Fussball !
            Ich muss mir wohl einen Sucht-Therapeuten suchen der mir bei meiner „HSV-Krankheit“ hilft, und mich heilt… Ich kotze im Strahl.

  11. Heinrich 4. April 2018 um 12:17 Uhr

    Seit gut zwei Wochen muss Problem-Profi Walace nach seinem Mailand-Trip nun schon bei der U 21 des Hamburger SV mittrainieren. Vertragsrechtlich ist aber nicht sicher, ob der Brasilianer überhaupt bei der U 21, zu der zuletzt auch Verteidiger Mergim Mavraj abgeschoben wurde, trainieren muss. Denn: Der HSV verstößt gegen eine DFL-Richtlinie, die in den Profi-Verträgen verankert ist.

    Sportrechtler Gregor Reiter, der auch als Geschäftsführer der Spielervermittler-Vereinigung (DFVV) fungiert, sagt: „In den Musterarbeitsverträgen der DFL ist unter Ziffer D 1.2. geregelt, dass ein Fußball-Profi, sofern er zur 2. Mannschaft versetzt wurde, auch dort von einem Fußball-Lehrer trainiert werden muss.“ Walace hat so einen Muster-Vertrag. Nach der Beförderung von Christian Titz zu den Profis betreut Steffen Weiß die U 21 in der 4. Liga. Der verfügt nur über den A-Schein, nicht über die Fußballlehrer-Lizenz.

    • Libero 4. April 2018 um 14:24 Uhr

      Du hast Recht, aber der HSV hat darauf heute reagiert.

      Ex-HSVer Valid Hashemian (in seiner aktiven Fussballerzeit als „Hubschrauber“ bekannt) geht mit sofortiger Wirkung als lizensierter Fussballlehrer in den Trainerstab der U21

  12. Colonnaden-Jörni 4. April 2018 um 14:23 Uhr

    Heutiges Foto im Hamburger Abendblatt (Ausgabe 4.4.) der Herren Pächstein und Hockey-Peters sind leer, wirken ratlos und unsicher und jeder schaut woanders hin. Freut sich jeder Psychologe drüber.

  13. alterplusser 4. April 2018 um 16:16 Uhr

    Anforderungsprofil, die gute Trainer ausmachen!

    Einen guten Trainer zu finden ist häufig schwer.

    Klar ist, dass der Trainer „Mädchen für alles“ sein sollen und müssen: Sie müssen was vom Fach verstehen, Coachen können, abwechslungsreiches Training bieten, Psychologen sein, Mediziner, Motivatoren, alle Spieler bei Laune halten und und und…

    1. Gute Trainer verstehen was vom Fach

    Eine gute Ausbildung ist sicher eine wichtige Grundlage, um als Trainer erfolgreich zu arbeiten.

    Dazu gehören sicher Wissen über Trainingslehre, Anatomie, die Techniken und Taktiken, das Vermitteln von Spielkonzepten, medizinische Kenntnisse zur Vermeidung von Verletzung, aber auch das Coachen bei Ligaspielen. Trainer sollten mit know-how und Erfahrung überzeugen, dabei aber natürlich weiter offen für Innovationen und Tipps von außen sein.

    Dass nicht nur Lizenzen darüber entscheiden, ob ein qualifizierter Trainer auch ein guter Trainer ist, sollte logisch sein. Viel mehr als fachliche Dinge sind viel mehr auch menschliche Skills entscheidend, ob ein Trainer langfristig mit einem Team erfolgreich sein kann.

    Gute Trainer haben es fachlich drauf!

    2. Gute Trainer führen & sind ehrlich

    Erfüllt ein Trainer Punkt 1 unserer Liste, ist es aber mindestens genau so entscheidend, dass der Trainer ein Team führen kann und einen offenen und ehrlichen Umgang mit seinen Spielern und allen Menschen um das Team herum hat.

    Hierfür ist es sicher hilfreich, wenn ein Trainer weiß, was er möchte – und wie er seine Ziele erreichen will: Diese muss er straight verfolgen! Optimal ist aber, wenn er seinen Spielern erklärt und vermittelt, warum er wie handelt.
    Trainer sollten in allen Situationen authentisch sein, Schauspielerei wird spätestens in Drucksituationen durchschaut und bringt nicht weiter. Gerade in schwierigen Momenten, mit einer Menge Druck von außen und evtl. von innen, müssen sie diesem Druck auch standhalten können.

    Zum Führen gehört auch immer, Spielern „Strategien“ geben zu müssen: Nicht jeder kann in einem leistungsorientierten Team gleich viel spielen. Hier helfen nur ehrliche, offene und klare Ansagen weiter, um den heißen Brei reden hilft niemandem -selbst wenn es am Anfang schmerzen mag ist dies die einzige Art, mit Entscheidungen umzugehen. Dass jeder Spieler anders ist, macht es da nicht einfacher, individuell auf jeden einzugehen und ihn bestmöglich abzuholen und zu betreuen.

    Gute Trainer sind Führungspersönlichkeiten!

    3. Gute Trainer kommunizieren

    Probleme in der Kommunikation sind so alt wie die Menschheit selbst! Bestimmend für ein Team oder auch generell, wenn mehrere Menschen zusammen kommen, ist aber die Kommunikationsstärke. Als Trainer ist man hier besonders gefordert, steht man doch besonders im Fokus.

    Trainer (und natürlich auch alle anderen Team-Mitglieder) sollten möglichst immer offen ausdrücken können, was ihnen wichtig ist. Dies, gepaart mit weiteren sozialen Komponenten ermöglicht, Konflikte und Brände im Vorfeld klein zu halten und zu löschen.

    Bei Fragen oder Problemen sollte klar sein, dass Spieler und Trainer sich immer in Gesprächen unter vier Augen offen austauschen können, und sagen, was gesagt werden muss. Hierbei gelten für beide Seiten natürlich: In Ruhe aussprechen lassen und auf das Gegenüber eingehen. Fordert Feedback und Einschätzungen offen ein.
    So eine offene und ehrliche Kommunikation hilft dann auch schnell und effizient, Konflikte zu lösen und zwar bevor diese überhaupt groß werden können.

    Erkennen gute Trainer Konflikte, ist es ist ihre klare Aufgabe, diese Konflikte sofort zu lösen versuchen.
    Nur in einem möglichst konfliktfreien Team können Spieler auch an ihre Grenzen gehen. Das bedeutet nicht, dass immerzu Harmonie herrschen muss. Häufig kann ein Gewitter auch zur Klärung beitragen. Dass ein Trainer seine Spieler kennt und weiß, wie diese „ticken“, ist hierfür Voraussetzung.

    Gute Trainer vermeiden Eskalationen, sprechen lieber einmal zu viel als zu wenig. Manchmal scheut man sich davor, wegen einer vermeintlichen Nichtigkeit „ein Fass aufzumachen“.

    Gute Trainer haben Pläne, Pläne geben Struktur. Im modernen Trainingswesen haben Spieler durchaus Mitspracherecht. Eigene Ideen können mit mehr Energie und Bestimmtheit umgesetzt werden als von außen übergestülpt. Ideal ist, wenn die Ideen und Ziele von Team und Trainer möglichst deckungsgleich sind. Gute Trainer versuchen ihre Entscheidungen bis zu einem bestimmten Maß zu erklären, sind immer ansprechbar bei Fragen oder Nöten. Sie setzen aber auch klare Grenzen, formulieren ihre Erwartungen und fordern diese auch ein. Trainer, die nur im stillen Kämmerlein ihre Entscheidungen treffen und Konflikten aus dem Weg gehen können Gift für jedes Team sein. Gerade wenn es „brennt“ behalten gute Trainer einen kühlen Kopf und nehmen sich der Probleme an.

    Gute Trainer behalten den Überblick!

    4. Gute Trainer analysieren

    Trainer müssen planen, organisieren und analysieren: Trainingseinheiten, Spieltage, Auswärtsfahrten …, an vielen Stellen gehört eine gute Selbstorganisation dazu. Des weiteren ist es für gute Trainer unablässig, sich selbst zu hinterfragen und zu analysieren – sowie natürlich auch das Spiel des eigenen und des gegnerischen Teams. Nur dann kann sich Erfolg einstellen. Das meiste dieser Planungen und Analysen passiert in der Nicht-Trainingszeit und unterscheidet Hobby- von Vollbluttrainern (ganz gleich wie die jeweilige Bezahlung auch sein mag). Gute Trainer versuchen immer Verbesserungen zu suchen und zu finden.

    Gute Trainer haben immer alles im Griff!

    5. Gute Trainer sind konsequent

    Für den Erfolg ist es wichtig, dass Spieler und Trainer sich aufeinander verlassen können und wissen, woran sie gegenseitig sind. In Teams sollte es klare Regeln und Grenzen geben, an die sich alle halten. Formuliert Erwartungen und Regeln bei Verstößen. Das kann zu Beginn anstrengend sein, wird sich aber auf Dauer bezahlt machen. Haltet durch!

    Das Zauberwort heißt Konsequenz! Nur so können Trainer erfolgreich Teams an die Spitze führen und auch halten. Gute Trainer bleiben der eigenen Linie treu. Auch und gerade in schweren Zeiten gilt dies um so mehr. Bleibt bei allen Entscheidungen ihr selbst. Reflektieren des eigenen Ichs und der Entscheidungen gehört natürlich dennoch dazu.

    Trotz aller Empathie tut in aller Regel ein gewisser Abstand zwischen Spieler und Trainer gut. Nur so kann ein guter Trainer objektiv beurteilen und auch etwaige schwierige Situationen meistern. Steht ein Trainer einem Spieler nahe, können Entscheidungen noch schwerer getroffen werden. Und jeder Trainer wird mal schwere Entscheidungen treffen müssen – das gehört zum Anforderungsprofil! Des weiteren sollten gute Trainer aber auch sagen können: Mea culpa – da habe ich einen Fehler gemacht. Das macht authentischer, größer und natürlicher als schweigen. Spieler sind nicht perfekt – warum sollte dies ein Trainer oder sonst wer sein?

    Spielern ist nicht damit gedient, wenn sie nicht wissen, wie der Trainer sie sportlich einschätzt, deshalb muss ein Trainer klare (Personal)-Entscheidungen treffen, die auch mal weh tun können. Der Erfolg des Teams muss in einem Mannschaftssport über allem stehen.

    Zumindest in einigen Bereichen sollten Teams aber mitentscheiden können, dies fördert den Teamgeist. Gemeinsam formulierte Ziele werden eher erreicht als von außen bestimmte Ziele. Die grobe Richtung sollten aber Trainer oder Vereine vorgeben.

    Gute Trainer werden dann immer bis zum äußersten um diese Ziele für das Team kämpfen und alles tun, um erfolgreich zu sein.

    Gute Trainer wissen, was getan werden muss!

    6. Gute Trainer überraschen

    Scheinbar das Gegenteil von Punkt 5, aber nur scheinbar. Trainer müssen in Entscheidungen zwar immer verlässlich und konsequent sein, im Training aber auch gerne überraschende Elemente auspacken. In der Vorbereitung kann es schon mal zäh werden, da ist es perfekt, wenn der Trainer auch mal unerwartete und unorthodoxe Methoden aus dem Hut zaubern kann.

    Gute Trainer kennen keine Grenzen!

    7. Gute Trainer haben „Antennen“

    Für Trainer ist es unerlässlich, einschätzen zu können wir die eigenen Spieler „ticken“, aber auch gegnerische Spieler, Trainer und den Schiedsrichter einzuschätzen. Hierfür müssen sie ein feines Gespür haben und „Psychologe“ sein.

    Es kann immer mal zu Spannungen oder negativen Stimmungen kommen, hier ist es wichtig, dass ein Trainer diese schnell erkennt und entgegen wirken kann.

    So ist es als guter Trainer wichtig, auf sein (Bauch)-Gefühl zu hören und zu vertrauen, sowohl bei neuen Spielern, Spielerwechseln (Stichwort Joker und Trainertor/punkt) gehört ein guter Instinkt einfach dazu.

    Gute Trainer führen mit Gefühl: Nicht jeder Spieler ist gleich. Da bedarf es eines großen Gespürs und Feingefühls. Soziale Fähigkeiten werden als Trainer groß geschrieben.

    So ist jedes Mitglied eines Teams wichtig und erfüllt eine eigene Rolle im Teamgefüge. Auch (und gerade die stilleren Zeitgenossen oder Ersatzspieler) können sehr wichtig für die Balance eines Teams sein! Gute Trainer wissen das und handeln entsprechend.

    Gute Trainer haben den 7. Sinn!

    8. Gute Trainer motivieren mit Spaß

    Ob jemand mit vollem Herzen bei der Sache ist, merkt man in Bruchteilen von Sekunden. Als guter Trainer muss man zu jeder Sekunde konzentriert und mit Spaß bei der Sache sein. Selbst wenn der Druck hoch ist, bleibt es immer noch ein Spiel, und spielen muss Spaß machen. Nur Trainer, die Spaß an ihrem Job haben, können diesen auch an ihre Spieler vermitteln.

    Ein Scherz oder gemeinsames Lachen haben noch nie geschadet. Häufig kann Stimmung über ein mäßiges oder ein gutes Training, über Sieg und Niederlage entscheiden. Trainer müssen an manchen Situationen auch Entertainer sein, das kann helfen, Druck zu nehmen.

    Gute Trainer kennen keine Grenzen!

    9. Gute Trainer korrigieren

    Jeder Spieler möchte besser werden. Möglich ist dies nur mit Trainern, die korrigieren und Feedback geben. Schaffen es Trainer, ihre Kritik so zu verpacken, dass sie die Spieler erreicht und zu neuer Höchstleistung pusht, sind sie gute Trainer. Bei diesen stehen Lob und Kritik im Verhältnis 51:49 Prozent.

    Gute Trainer sind sich nicht zu schade und finden es zu mühsam, Dinge auch 12865 Mal zu sagen, genau so wie verschiedene Wege der Korrektur zu suchen und zu finden. Einige Spieler springen auf verbale Korrektur an, andere auf visuelle Hinweise, wieder andere auf taktile: Gute Trainer holen ihre Spieler individuell ab und korrigieren diese, wie sie es brauchen.

    Gute Trainer holen das Maximum aus ihren Spielern heraus!

    10. Gute Trainer sind Vorbilder

    Ein guter Trainer ist ein Vorbild. Punkt. Da dies so ist, verhält er sich so, dass das Team sich an ihm und seinen Vorgaben orientieren kann. Hierzu gehören auch Tugenden wie Zuverlässigkeit, Motivation, Pünktlichkeit und Begeisterungsfähigkeit. In einem Team muss man sich aufeinander verlassen können, sowohl auf als auch neben dem Feld. Hat ein Team das Gefühl, dass ein Trainer es hängen lässt, ist dies denkbar ungünstig. Gerade in kritischen Spiel- oder anderen emotionalen Situationen muss ein Trainer für Spieler berechenbar, gerecht und verlässlich sein.

    Ist der Trainer mit ganzem Herzen dabei – und steckt genau so viel in das Team wie er auch abfordert, dann wird es erfolgreich arbeiten!

    Gute Trainer gehen stets mit gutem Beispiel voran!

    Trainer, die all diese Anforderungen erfüllen, können sich beim Hamburger Sportverein bewerben !

    Gruss

    • Gravesen 4. April 2018 um 16:39 Uhr

      Und von wo hast du das kopiert?

      • alterplusser 5. April 2018 um 08:33 Uhr

        Insiderinformation, kennst Du doch !!!

        Gruß