Immer-wieder-die-gleiche-Geschichte…

Manchmal fragt man sich, was eigentlich lächerlicher ist: Die Murmeltier-haften Fehler des Vereins oder die unerklärliche Verblödung der Anhänger, die es einfach nicht verstehen werden. Oder wollen. Ich kann mich erinnern, als wäre es gestern gewesen. Da kristallisierte sich heraus, dass sich ein ehemaliger, verletzungsanfälliger Kicker des HSV für die Präsidentschaft des HSV e.V. interessieren würde. Wenn man fragte, welche Qualifikation Herr Jansen denn für dieses Amt, welches ihm unmittelbar einen Sitz im Aufsichtsrat der AG einbringen würde, vorweisen könne, bekam man als Antwort bestensfalls: Bester Mann. Ehrenmann. Immerhin sitzt der Vogel ja auch zwischen Oktober und April mit einem HSV-Schal behängt auf der Ehrentribüne, das muss reichen. Und als ich und einige wenige Andere geschrieben haben, dass dies erst der Anfang der Vereinskarriere für „Cello“ sein würde, wurden wir niedergebrüllt. Was für eine Frechheit, wie kann man sowas behaupten? Jansen ginge es nur und einzig um das Wohl der Dartspieler und der Federball-Akteure. Ne, ist klar. Das Irre ist nur: Jetzt, wo sich all das zu bewahrheiten scheint, ist es plötzlich gar nicht schlimm, im Gegenteil. Und genau die, die mir damals Schwarzmalerei unterstellten, sind plötzlich der Auffassung, dass Jansen doch ohnehin der beste Kandidat für das Amt wäre. Wahnsinn. 

Nächste Baustelle. Monatelang konnte man in Blogs und Foren, bei Facebook und Twitter lesen, dass endlich das Hauptziel erreicht sei, denn „es dringt ja nichts mehr nach außen“. Wenn man das Gegenteil behauptete, war man wie üblich wahlweise Hater oder Pester. Nun tagt der Aufsichtsrat im Campus und am nächsten Tag wissen nicht nur Mopo, Bild und Abendblatt, was jeder Rat wortwörtlich von sich gegeben hat, nein, auch Ober-Hofschranze und Auftragsschreiber Münchhausen Scholz erklärt stolz, er hätte nach der Sitzung „mit einigen Räten“ telefoniert. Dazu eine bescheidene Frage: SIND DIE EIGENTLICH ALLE GEISTESGESTÖRT??? Oder warum machen sie es in Zukunft nicht einfach und streamen die Sitzung live via Facebook. Dann bleibt kein Platz mehr für Interpretationen, dann kann sich jeder in Echtzeit ein Urteil bilden. Aber, wie von Zauberhand, plötzlich ist es gar nicht mehr schlimm, dass „alles nach außen dringt“. Ich jedenfalls lese nirgendwo, dass sich jemand darüber beschwert, dass der Aufsichtsrat offenbar labert, als gebe es kein Morgen und dass jedes Vorstandsmitglied sein eigenes Hof-Medium zu haben scheint. Doppelmoral in Reinkultur. 

Und dann der vorläufige Höhepunkt, Bernd Paul Hoffmann. Als er zusammen mit dem lächerlichen „Team Hoffmann“ (was für ein Lachschlager) antrat, um die Präsidentschaft des e.V. zu übernehmen, warnte ich davor, dass dies nur ein Zwischenschritt zur Rückkehr ins Büro des Vorstandsvorsitzenden sei. „So ein Blödsinn, er hat doch selbst gesagt, er will nicht in den Vorstand“. Ja genau, und die Renten sind sicher. Als er vom Aufsichtsrat zum neuen Vorstandsvorsitzenden ernannt wurde, habe ich geschrieben, dass ein Vorsitz, der auf einer Lüge aufgebaut ist, nie und nimmer funktionieren kann. Antwort: „Hoffmann ist der Beste für den Job, er kann Gelder generieren, die kein Zweiter holt und er ist eine Führungsfigur“. Heute nun ist all das eingetreten, was ich prophezeit hatte und zwar nicht, weil ich schlauer bin als andere, sondern weil es die logische Folge ist. Und was kommt jetzt? Genau die gleichen Vollpfosten, die Punkt 1 (Absicht) und Punkt 2 (Machtübernahme) ins Reich der Fabel verbannen wollte, pöbeln heute um die Wette und ihr Hauptziel ist Hoffmann. Heute plötzlich war es ja abzusehen, was passieren würde, wenn man sich auf den Mann einlässt. „Hoffmann war immer ein Quertreiber und Intrigant. Widerlicher Machtmensch.“ Ach so, jetzt auf einmal? Vor zwei Jahren nicht?

Kerndeppen!

Ich glaube, das ist es, was mich an diesem Verein und an den hohlen Lemmingen am meisten abstösst – ihre Doppelmoral. Wenn sie etwas nicht glauben wollen, was ihnen nicht in ihr Weltbild passt, dann ist es gelogen und erfunden, um ihrem Verein zu schaden oder eines ihrer Götzenbilder zu enttarnen. Entpuppt sich die Sache dann später als wahr, und das ist in den letzten 15 Jahren dutzende Male passiert, ist es plötzlich gar nicht mehr schlimm. Im Gegenteil. Dann wird es beklatscht. Man kann sich die Welt aber nicht immer so hindrehen, wie es einem passt. Es sei denn, man möchte so enden wie dieser Verein. 

 

Von | 2020-03-23T10:46:09+01:00 22. März 2020|Allgemein|3 Kommentare

3 Comments

  1. Sven 22. März 2020 um 08:59 Uhr

    Die Lemminge gibt es überall. Siehe Corona. Erst war es absolut verpönt, Grenzen zu schließen, jetzt ist der Schengen-Raum auf Eis gelegt. Dagegen sind Deine Lemminge Waisenknaben.

    Die Lemminge des HSV wollen auch gar nicht aufwachen, Du schreibst Dir schließlich seit Jahren die Finger wund. Sie wollen Spiele und da bleiben naturgemäß immer ein.paar Gladiatoren auf der Strecke. Es wird ohne den großen Knall nicht gehen. Wenn zu Ostern festseht, dass diese Saison kein Spiel mehr stattfindet und auch im August keine neue Saison angepfiffen wird (siehe Link zur Nationalakademie), dann ist Schluß. Es gibt dann nichts mehr, wovon man Aufsichtsrat oder Vorstand sein könnte.

    Die Bundesliga als Ganzes steht dann zur Disposition.

    https://www.leopoldina.org/uploads/tx_leopublication/2020-03-21_Leopoldina_Coronavirus-Pandemie_in_Deutschland.pdf

  2. Walti 22. März 2020 um 17:01 Uhr

    Es ist ja schon lustig…

    Während man von anderen Vereinen aktuell in der „Zeit der Vernunft“ nix hört und liest, ist beim HSV „vor lauter Professionalität“ wieder mal die „Kacke gehörig am dampfen“… 😉

  3. Gravesen 22. März 2020 um 17:43 Uhr

    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. (Albert Einstein)
    .

    Es gibt selbst in Zeiten wie diesen noch genügend Vollidioten, die sich diesen Schuh bequem anziehen können.

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