Das Kühne-Paradoxum

„Beim HSV wird herumgewurstelt wie eh und je, im vorigen Jahr setzte man auf ältere Spieler, die aus unterschiedlichen Gründen nach einem Jahr wieder abgewandert sind, jetzt will man der Jugend den Vorrang geben und verpflichtet zusammengewürfelte unbeschriebene Blätter – ich kann es nicht fassen und möchte keine weiteren Kommentare abgeben.. Das ist schon erstaunlich. St. Pauli tickt da anders. Dem HSV klebt das Pech und das Unvermögen an den Hacken.“ 

Nun ist es nicht ungewöhnlich, dass sich jemand, auch durchaus Prominente, am HSV abarbeiten und zu recht die Millionen von Fehlern und Katastrophen benennen, aber wenn es Klaus-Michael Kühne tut, ist es immer noch etwas Besonderes. Sollte es auch sein, denn er allein trägt eine gehörige Portion Mitschuld an der aktuellen Situation und es ist mehr als paradox, wenn er immer wieder so tut, als hätte er mit all dem nichts am Hut. Erinnern wir uns…

2014 kam ein Vorstandsvorsitzender (Beiersdorfer) nur deshalb an die Macht, weil Kühne es wollte. Flankiert wurde das Ganze mit einem Aufsichtsratsvorsitzenden (Gernandt) aus Kühnes eigenem Stall. Der gleiche Gernandt übrigens, der gerade sein HSV-Comeback plant. Weitere Personen von Kühnes Gnaden (Goedhart, Becken, von Heesen) saßen nur in diesem Aufsichtsrat, weil Kühne es wollte. Vor der Ausgliederung (van der Vaart statt Eriksen) und danach (Wood, Hahn etc.) wurden zahlreiche Spieler für unfassbare Summen und noch unfassbarerer Gehälter nur deshalb geholt, weil Kühne dies im Zusammenspiel mit seinen Buddies Struth und Calmund so wollte. Man kann es auch kurz zusammenfassen: Spätestens seit 2014 bekam niemand in diesem Verein mehr ein Amt, wenn Kühne den Daumen gesenkt hätte. So einfach ist das. 

Und heute: Heute ist ein Präsident Pinselreiniger Chef des e.V., weil Kühne es gestattet. Im Rat der Durchwinker aka Aufsichtsrat sitzt mit Ausnahme von Krall kein Mitglied mehr, welches Kühnes Interessen nicht proaktiv vertritt. Im Vorstand der AG sitzt Wettstein nur deshalb seit 7 Jahren, weil Kühne die schützende Hand über ihn hält, Boldt wäre ohne Kühnes Support schon längst Geschichte. Demnächst kann man mit Frömming auch wieder einen Vorstandsvorsitzende begrüßen, der jede freie Minute in Schindellegi verbringt und direkt an seinen Herrn und Meister berichtet. Anders ausgedrückt: Dies ist bereits seit Jahren Kühnes HSV oder wer hätte wohl in den letzten Jahren heimlich die Rechnungen bezahlt, die der Verein selbst nicht begleichen konnte? 

Und nun stellt sich derjenige, der all die Flachpfeifen in die Ämter gehoben hat, der mit seinen Personalentscheidungen maßgeblich dazu beigetragen hat, dass der Verein sportlich da steht, wo er steht, hin und kritisiert die Geister, die er rief? Sorry, aber das ist doch Comedy. Bernd Hoffmann musste gehen, weil er den Verein von diesem Mann emanzipieren und unabhängiger machen wollte und Kühne erklärt nun, dass die von ihm installierten Versager „herumwursteln wie eh und je“? 

 Nicht selten waren Trainer (Mirko Slomka, Bruno Labbadia) oder Manager (Oliver Kreuzer, Peter Knäbel) kurze Zeit später ihren Job los, nachdem Kühne sie öffentlich in Frage stellte.

Wer erinnert sich nicht an die legendäre Aussage von Verbrennungs-Schlumpf Düdü Beiersdorfer, als er gefragt wurde, was passiert, wenn Kühne die ausgesuchten Neuverpflichtungen nicht abnicken würde: „Dann holen wir eben andere“. Fakt ist: Kühne hat durch die Bank ein extrem schlechtes Händchen für HSV-Personal gehabt. Seien es nun Funktionäre (Gernandt, Wettstein) oder Spieler (der alte van der Verrat, Hahn etc.), für den Verein wäre es besser gewesen, Kühne hätte sich vom Verein ferngehalten. Letzter Beweis?

 Intern hat man sich im Volkspark zum Ziel gesetzt, spätestens in zwei Jahren einen neuen Sponsor für das Stadion gefunden zu haben.

Damit wäre der Verein dann 4 Jahre ohne Namenssponsor für das Volksparkstadion!!! Jeder Feld-, Wald- und Wiesenverein hat einen Stadionsponsor, die Stadt Hamburg nicht. Aber immerhin setzten sich die Weltmanager Boldt und Wetzstein in Zusammenarbeit mit Business-Devil Bass Jansen das Ziel, diesen Fehler in den nächsten 2 Jahren 😀 😀 zu beheben. Dieser Verein ist eine rauchende, kaputte, zum Himmel stinkende Ruine. Sonst nichts! 

 

Von | 2021-09-09T02:15:36+02:00 8. September 2021|Allgemein|5 Kommentare

5 Comments

  1. Hein Blöd 8. September 2021 um 11:12 Uhr

    Zum Thema „Struth und Calmund“ passt sehr gut der folgende Blog des heutigen Tages.
    Auch das sind Berater welche sich am halbtoten Fussballclub noch weiter mästen.

  2. Ralf Schulz 8. September 2021 um 11:35 Uhr

    Es hat mich eigentlich schon gewundert wie lange jetzt Ruhe war und keine Kommentare aus Schindellegi kamen, war längst wieder überfällig. Der Mann hat im Bezug auf seine sportlichen Interessen leider immer noch keine guten Berater und sollte doch einfach nur ruhig sein.
    Er ist mit seinen Entscheidungen und seinem Beraterstab definitiv mitschuldig an der Misswirtschaft der letzten Jahre, auch die heute leider immer noch agierenden Witzfiguren in der Vorstandschaft und sportlichen Leitung sind nur dank Kühne’s Gnaden noch in Amt und Würden.
    Die Geschichte mit dem Stadionnamen ist für mich der allergrößte Witz der letzten Jahre, man muss sich das mal vorstellen, die „Hohen Herren“ hoffen in 2 Jahren einen neuen Sponsor gefunden zu haben, hätten dann tatsächlich 4 Jahre gebraucht um einen neuen Sponsor zu finden, eigentlich muss man ja sagen 8 Jahre, die letzten 4 Jahre hatte Ihnen ja Kühne die Arbeit mit dem Stadionsponsor noch großzügigerweise abgenommen. Ich stelle mir da echt die Frage was auf dieser Geschäftsstelle(mit immerhin 300 Angestellten) gearbeitet wird, zumal ja noch diverse Agenturen in Sachen Marketing/Vertrieb für den Verein arbeiten.
    Fazit: ein abermaliges Paradebeispiel für das totale Versagen in diesem Verein und eine Schande für jeden einigermaßen vernünftig arbeitenden Kaufmann!!!!!!!!

    • Fernsehsportler 8. September 2021 um 12:00 Uhr

      Kommt sicher davon, dass er derzeit von den Verantwortlichen wenig hört.
      Der meldet durch die Presse sicher Gesprächsbedarf

  3. Gravesen 8. September 2021 um 14:43 Uhr

    Kühnes Engagement beim HSV kann man mit dem eines Drogendealers vergleichen. Ich fixt einen Süchtigen an, in dem er ihm etwas kostenlos zum probieren gibt. Wenn der Süchtige dann den Stoff braucht, muss er bei seinem Dealer kaufen. Immer wieder. Natürlich könnte man sagen, dass der Süchtige ohne den Dealer längst fertig wäre, aber ohne ihn wäre er nie süchtig geworden.

  4. captain-b 8. September 2021 um 16:59 Uhr

    Das sich Kühne mit seinen Aussagen so hinstellt, als hätte er mit der ganzen Situation nichts zu tun, ist einfach lächerlich.
    Er zieht mit seinen Gefolgsleuten und deren NON-PERFORMANCE massgeblich die Fäden! Aus meiner Sicht ist Schindellegi-Klaus der Einzige, der über seinen Einfluss eine Änderung herbeiführen könnte. Da er dadurch seinen Einfluss auf die Marionette HSV verlieren würde, macht er es nicht und so wird es weiter die Elbe heruntergehen bis das lecke Theater-Schiff MS „KSV“ in absehbarer Zeit in der deutschen Bucht SOS funken muss.

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