Seniorentreff mit Horst Hrubesch

Ein Gastblog von Abräumer

 

Am 04.10.2021 habe ich eine Veranstaltung der Senioren mit dem Gast Horst Hrubesch besucht, weil ich ein großer Hrubesch-Fan bin.

Zu meiner Überraschung begann es aber nicht mit Horst Hrubesch, sondern mit Frauenfußball. Auffällig intensiv wurde der Frauenfußball vorgestellt. Die sympathische Koordinatorin der HSV-Fußball-Frauen erläuterte ausgiebig das Konzept des Frauenfußballs beim HSV, oder besser gesagt, das, was man beim HSV für ein Konzept hält.

Interessant war die Frage nach dem Budget der Frauenmannschaft. Die Koordinatorin war verunsichert und fragte Hrubesch, ob sie es sagen dürfte. Nachdem Hrubesch nickte, erklärte sie 0,2 Mio., genauso viel wie die Oberligamannschaft der Herren bekommen würde. Sie erzählte, dass die Frauenmannschaft zum e.V. gehören würde, sie selbst und die Physiotherapeutin aber bei der AG angestellt seien.

Mir stellten sich danach die folgenden Fragen:

  1. Sind 0,2 Mio. für eine Regionalliga-Mannschaft der Frauen vor dem Hintergrund unserer Finanzen angemessen?
  2. Stimmt der Betrag von 0,2 Mio. überhaupt, wenn die Frauenmannschaft zum Verein gehört, die Betreuer aber bei der AG angestellt sind? Immer mehr begegnet mir in diesem Zusammenhang der Satz, dass AG und eV zusammenwachsen sollen. Aus meiner Sicht ist dieses ein einziges Chaos, denn Verein und AG müssten beide streng voneinander getrennt werden.
  3. Muss der HSV e.V. 0,2 Mio. für die Herren-Oberligamannschaft ausgeben?

Jetzt dachte ich, dass es endlich mit Horst Hrubesch losgehen würde. Aber da hatte ich mich getäuscht, denn jetzt griff der Seniorenrats-Vorsitzende, Heiko Frank, ein. Obwohl alle Fragen abgearbeitet waren, forderte er die Teilnehmer auf, weitere Fragen zu stellen. Der Höhepunkt war jemand, der dann einfach drauf los gesabbelt  hat, bis er daran erinnert wurde, dass er eine Frage stellen müsse. Er hat dann ernsthaft gefragt, ob es nicht für die Frauen besser sei, mit einem kleineren Ball zu spielen.  

Dann kam Horst und hat ein paar Anekdoten erzählt (auch ich höre Anekdoten gern, aber interessanter war für mich seine Einschätzung zur aktuellen Lage). Er erzählte von seiner Wette um 5 DM mit Kevin Keegan die Löcher in den Zäunen des Trainingsgeländes zu treffen und von Happel, der trotz seines Alters der Beste beim Cola-Dosen-Schießen von der Latte war.

Jeder Verein hat eine bestimmte Kultur. Abgesehen davon, dass eine Seniorenveranstaltung bis auf wenige Ausnahmen viel von einem Kaninchenzüchterverein nur mit höherem Altersdurchschnitt hat, zeigte sich auch hier wieder einmal die Kultur des HSV. Es war eine Stimmung wie auf der Mitgliederversammlung: Friede-Freude-Eierkuchen. Man findet sich mit seinem Schicksal ab, mit der zweiten Liga ist man “fein”, Bier und Bratwurst schmecken auch in der zweiten Liga und ansonsten schwelgt man in alten Erinnerungen.

Nachdem Horst Hrubesch dann zur Gegenwart überging und uns erzählen wollte, dass die Junioren alle gute, charakterlich einwandfreie Jungs seien, war endlich die Gelegenheit gekommen, diesen ganzen unwirklichen Harmonie-Zirkus zu unterbrechen. Ich erzählte ihm, dass sich nach dem Norderstedt-Spiel zwei Spieler der zweiten Mannschaft angeschrien und kurz vor einer Prügelei gestanden hätten. Hrubesch kannte diesen Vorfall nicht und führte an, dass er es eigentlich gut finden würde, wenn die Jungs nach einer Niederlage (das Spiel gegen Norderstedt wurde 2:3 verloren) nicht lachen würden. Ich stimmte ihm grundsätzlich zu, aber nicht lachen und sich fast prügeln sei für mich ein Unterschied. Ich legte nach und erzählte ihm, dass nach dem Norderstedt-Spiel jemand neben mir stand, der mir nach diesem Vorfall erzählte, dass er einen der Spieler gut kennen würde und dieser immer ein netter Junge gewesen sei, bis er in die zweite Mannschaft gekommen sei. In dieser Truppe würden unterirdische Umgangsformen herrschen.

Jetzt wurde es endlich eine bessere Diskussion und Hrubesch wurde gnadenlos mit der Gegenwart konfrontiert. Die Arroganz der Verantwortlichen mit den Folgen für das HSV-Image wurden hinterfragt. Schließlich wurde das Verhältnis zu Boldt hinterfragt und wie man mit dem Charakter von Hrubesch dabei mitmachen könne. Hrubesch führte loyal aus, dass er gut mit Boldt klarkommen würde und er ihn schon damals zum DFB holen wollte.

Hrubesch erklärte, dass es das große Manko in den Nachwuchsmannschaften sei, dass sie nicht über Führungsspieler verfügen würden. Man hätte es im letzten Jahr mit älteren Spielern als Führungsspielern versucht, aber die jüngeren Spieler hätten sich in der letzten Saison hinter den älteren Spielern versteckt. Er erzählte, dass er bei einer U19-WM als DFB-Trainer den jungen Kimmich mitgenommen hätte, obwohl dieser mit 17 eigentlich zwei Jahre zu jung war. Er hätte dann versucht, den Jungs zu erklären, was sie machen sollten und Kimmich hätte zu ihm gesagt, dass er nichts sagen bräuchte, denn er, Kimmich, würde es schon machen. Hrubesch hätte über den „Kleinen“ nur gestaunt und Kimmich hätte ein Riesenturnier gespielt. Hrubesch führte weiter aus, dass diese jungen Anführer schwer zu verpflichten seien. Jeder Verein würde alle guten Spieler heutzutage kennen. Er sei zwei Tage in Aalborg gewesen wäre, aber junge dänische Spieler würden schon 5 Mio. kosten. Auch wenn ich Hrubesch und seine Analysen sehr schätze, widerspreche ich hier ihm, dass jeder Verein alle Talente kennt und dass junge, gute Dänen 5 Mio. kosten. Junge Dänen kosten mit 21 Jahren 5 Mio., aber nicht mit 17. Und dieses ewige Totschlagargument, dass alle Vereine alle Talente kennen, stimmt aus meiner Sicht auch nicht. Denn wenn der HSV alle Talente kennen würde, wäre unsere Erfolgsquote deutlich höher. Die Kunst ist es nicht, wie jeder Verein von jedem Talent die Daten und Videos zu haben, sondern die Kunst ist es, aus diesem Material die herauszufiltern, die den Durchbruch schaffen.

Hrubesch beschrieb in diesem Zusammenhang, dass Vuskovic bei seinem einem Einsatz bis auf die Szene, die zum Elfmeter führte, ein gutes Spiel gemacht hätte. Darüber kann man sicherlich geteilter Meinung sein. Aber die Frage muss doch sein, ob es auf diesem Planeten, nicht auch günstigere und bessere Spieler wie Vuskovic gegeben hätte. Beim HSV gucken sie sich die U21 EM an und “entdecken” Vuskovic. Also genau zu dem Zeitpunkt, in dem die ganze Welt im öffentlichen Fernsehen zuschaut und jeder Spieler teuer wird. Das erinnert an die Geschichte von Berg als schwedischer Torschützenkönig bei der damaligen U21 EM. Auch wenn es nicht mit den damaligen 10 Mio. für Berg vergleichbar ist, ist die jährliche Leihgebühr von 0,75 Mio. für einen Ersatzinnenverteidiger für die zweite Liga in Pandemiezeiten für unseren klammen Verein Wahnsinn.

Hrubesch erzählte, dass es das grundsätzliche Ziel sei, mit der zweiten Mannschaft in die dritte Liga aufzusteigen. Wohl aufgrund der schlechten Ergebnisse reduzierte Hrubesch das Ziel für diese Saison auf das Erreichen der Aufstiegsrunde, also unter die ersten Fünf zu kommen. Er stellte dar, dass im Nachwuchsbereich professionelle Strukturen geschaffen wurden und meinte damit wohl die vielen Trainer, Assistenten und Physiotherapeuten. Aber man hätte bei Bayern II gesehen, dass man auch wieder absteigen könne. Hrubesch erzählte, dass alles finanziell eng gestrickt sei. Ob dieses richtig ist, kann ich nicht beurteilen, ich befürchte aber, dass der Aufwand für den Nachwuchs, ähnlich wie unter Bernhard Peters, wieder ca. 8 Mio. beträgt. Der Ertrag mit der zweiten Mannschaft als 8er der Regionalliga und der U19 und U17, die auf Platz 12 und Platz 10 in ihren Ligen stehen, ist dagegen überschaubar.

Das ist für mich der Punkt, wo man insgesamt den Weg der Nachwuchsarbeit hinterfragen muss.  Bayern II ist abgestiegen, weil sie viele Spieler verliehen haben, damit sie in höheren Ligen den nächsten Schritt gehen. Daher muss man sich aus meiner Sicht überlegen, ob man nicht von vornherein mit einem Farmteam arbeitet oder mit anderen Vereinen zusammenarbeitet und gezielt die Talente, ohne den Umweg Regionalliga oder dritte Liga, verleiht. Viele Wege führen nach Rom, was aber aus meiner Sicht klar sein muss, dass man mit einer zweiten Mannschaft, die im Gegensatz zu ihren Gegnern unter Profibedingungen arbeitet, nicht in der Abstiegsrunde der Regionalliga herumdümpeln darf. Die Frage ist für mich, ob es nicht besser wäre, wie Leipzig und Leverkusen, die zweite Mannschaft abzuschaffen und mit dem eingesparten Geld eine Granaten-U19 zusammenzustellen, anstatt eine teure zweite Mannschaft, die bei einem Aufstieg in die dritte Liga noch höhere Beträge verschlingen würde, zu finanzieren.

Gern hätte ich mit Hrubesch weiter diskutiert, aber solche Diskussionen sind beim HSV, wie auch im Kreis der Senioren, erschwert. Auch auf dieser Veranstaltung hat sich diese ewig alles unterdrückende, gespielt harmonische Kultur des HSV gezeigt. Es hat beim HSV immer etwas vom Orchester auf der Titanic. Diesem ganzen Verein würde ein loyaler, aber sachlich-kritischer Dialog so unendlich gut tun.

 

Von | 2021-10-31T08:00:19+01:00 30. Oktober 2021|Allgemein|23 Kommentare

23 Comments

  1. Revi22 30. Oktober 2021 um 08:23 Uhr

    Danke Abräumer,
    ein toller informativer Beitrag!
    Die Vielfalt und das Niveau dieses Blogs steigt stetig….

  2. Demosthenes 30. Oktober 2021 um 10:03 Uhr

    Danke Abräumer, für den informativen Blog.
    Schade, dass sich keiner der Verantwortlichen einem offenen Dialog stellen will, auch Hotte nicht.

  3. Leonadomitcabrio 30. Oktober 2021 um 10:25 Uhr

    Guten Morgen zusammen

    Schon gestern blieb mir die Spucke weg, auch heute wieder ein Klasse Thema, so geht Blog, wenn man mich fragt !

    Klasse !!!

    Auf der anderen Seite zeigt es immer besser auf, was für ein Gurkenverein der HSV mittlerweile ist. Zu was ist dieser Verein blos verkommen. Was für Machenschaften tun sich da blos auf.

    Mach einen echt traurig

  4. Gravesen 30. Oktober 2021 um 10:40 Uhr

    Ergänzung zum gestrigen Blog

    Investor Klaus-Michael Kühne trennt sich von rund einem Viertel seiner Anteile an der HSV Fußball AG. Wie die Holding des 84 Jahre alten Milliardärs mitteilte, verkauft Kühne 5,11 Prozent seiner AG-Anteile an die Hamburger „Calejo GmbH“. Das entspreche etwa 230.000 seiner gut 945.000 HSV-Aktien, meldete das „Hamburger Abendblatt“. Zuerst hatte der Blog „HSV-Arena“ berichtet. Bisher hielt Kühne 20,44 Prozent der Anteile.

    https://www.transfermarkt.de/investor-kuhne-verkauft-erste-hsv-anteile-bdquo-war-schon-seit-langerer-zeit-unser-wunsch-ldquo-/view/news/394642

    230.000 von 945.000 sind übrigens keine 5,11%, aber wen interessiert das schon?

    • jandpunkt 30. Oktober 2021 um 12:19 Uhr

      Die 5,11% beziehen sich ja auch auf die gesamten 100% Aktien ☝️🤓

      • Gravesen 30. Oktober 2021 um 13:37 Uhr

        Das ist mir schon klar, aber offenbar nicht der BILD und denjenigen, die ungefiltert von denen abschreiben.

  5. Ostseesamurai 30. Oktober 2021 um 11:59 Uhr

    Guten Morgen liebe Arenaisten,

    es ist ein Wahnsinn und eine helle Freude, wie sich dieser Blog mit der Union von Grave, Alex und Demo entwickelt hat.

    Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass der Blog noch eine weitere Steigerung an fundierten, hervorragend recherchierten Informationen, Hintergründen und Schweinerei des HVV erfährt.

    Das was hier, mittlerweile und täglich, (ab)geliefert wird, ist echt klasse und es wird Zeit, das ich: “vielen Dank.” sage, bzw. schreibe für die immer spannenden und gut aufbereitete Themen.

    Das Auftragsblatt hat selbst, die HSV-Arena in ihrem Artikel von Kühne erwähnt und das ist die beste Publikation und Reputation, denn damit ist die HSV-Arena nicht mehr der “Hater-Blog”, sondern ist Artikelvorlagenlieferant für die hiesige Presse.

    “Vielen Dank für euren unermüdlichen Einsatz und Engagement.”

  6. Boxer 30. Oktober 2021 um 11:59 Uhr

    Sehr interessanter Blog Abräumer, vielen Dank.
    Wenn Hrubesch wirklich an seine Aussagen glaubt, dann besteht für den Bereich auch sehr wenig Hoffnung.

  7. Ostseesamurai 30. Oktober 2021 um 12:22 Uhr

    *Sorry*

    Leider habe ich vergessen, mich bei den Gastbloggern für die interessanten und wertvollen Beiträge zu bedanken.

    “Vielen Dank für eure Beiträge, Erfahrungen und Sichtweisen.”

  8. Hein Blöd 30. Oktober 2021 um 12:55 Uhr

    Moin und vielen Dank für die informativen und interessanten Blogs!
    Das habt Ihr klasse geschrieben und recherchiert.

    Hab auch brav den Spendenbutton gedrückt, weil: Das ist mir der Blog wert.
    Auch einen Riesendank für den Gastblog heute!

    “Hrubesch besucht ein Altersheim”, das hat was von “Opa erzählt vom Krieg”.
    Da würde ich normalerweise nicht soviel interessantes erwarten, und es kam auch nur
    das von Horst was ohnehin bekannt war. Aber trotzdem schön wenn ihn mal jemand
    auf den Zahn fühlt was er so denkt.

    Was die Geschichte mit den Aktienverkauf betrifft:
    Ich denke das ist die selbe Geschichte wie vom Ippenverlag in Sachen Reichelt:
    Die wirtschaftlichen Interessen überwiegen, also werden Nachrichten zurückgehalten
    sobald sie diesen Interessen zuwiderlaufen.
    Da wartet man dann lieber bis sich jemand aus der Deckung traut, in diesem Fall war
    es die HSV- Arena welche die Meldung als erste brachte.
    Toller Scoop! Herzlichen Glückwunsch dafür!

  9. Alex 30. Oktober 2021 um 13:27 Uhr

    Schöner Beitrag, Abräumer! Ich bin im Zuge meiner investigativen Recherchen der letzten drei Jahre auch mehrmals beim Montagstreff der Senioren gelandet. Die Veranstaltung findet regelmäßig im altehrwürdigen Grand Elysée am Dammtor statt, dem sogenannten Mannschaftshotel des HSV, was bekanntlich dem HSV-Mitglied, Sponsor und selbsternannten Edel-Fan Eugen Block gehört. Zunächst ist es befremdlich, wenn man sich in einer Runde von Menschen einfindet, in der man mit Abstand der jüngste ist 🙈, obwohl sich das eigene Alter schon bedrohlich dem Jahrgang annähert…🤭 Andererseits bietet diese Veranstaltung die einfachste Möglichkeit, mit den handelnden Personen direkt ins Gespräch zu kommen und bei mir haben vier Präsenzen ausgereicht, um die Gäste Bernd Hoffmann, Ralf Becker, Jonas Boldt, Frank Wetzstein und Marcell Jansen aus nächster Nähe zu erleben. Es ist allerdings auch nicht jedermanns Sache, der dunklen Seite der Macht so nahe zu kommen. 😱 Dass man dabei kurzzeitig den toxischen Einfluss des Seniorenrats zu spüren bekommt, der gemeinsam mit Beirat und Ehrenrat die Gremien des Grauens darstellt, ist jedesmal eine schwere Prüfung. Im Übrigen findet am kommenden Montag die Wahl des neuen Seniorenrats statt. Horrido!

    https://www.hsv-ev.de/news/kandidatinnen-fuer-den-seniorenrat-stellen-sich-vor

    • Saschas Alte Liebe 30. Oktober 2021 um 16:18 Uhr

      👌 👍 🤭

  10. Saschas Alte Liebe 30. Oktober 2021 um 16:28 Uhr

    Eine wirklich sehr gute Mischung inzwischen hier! Unterhaltsam, informativ mit Niveau. 👏
    Lese ich oft und gerne.

    • Alex 30. Oktober 2021 um 20:11 Uhr

      Bedankt!👋

  11. Goldfather 30. Oktober 2021 um 18:03 Uhr

    @Abräumer

    ” Auch wenn ich Hrubesch und seine Analysen sehr schätze, widerspreche ich hier ihm, dass jeder Verein alle Talente kennt und dass junge, gute Dänen 5 Mio. kosten. Junge Dänen kosten mit 21 Jahren 5 Mio., aber nicht mit 17. Und dieses ewige Totschlagargument, dass alle Vereine alle Talente kennen, stimmt aus meiner Sicht auch nicht.” (Abräumer)
    .
    Ja, Abräumer so sehe ich das auch. Und bei Ajax Amsterdam, dem erfolgreichsten Ausbildungsclub der Welt, sieht man das genauso.
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    Und deswegen gibt es bei Ajax verschiedene Wege, um in die Ausbildungsakademie aufgenommen zu werden. Bei Ajax Amsterdam arbeiten 60 Scouts weltweit, 50 Scouts arbeiten in den Niederlanden und 5 Scouts arbeiten auf europäischer Ebene. Die Scouts werden von Ajax bezahlt und arbeiten exklusiv für Ajax. Die meisten Scouts sind älter als 60 Jahre und verfügen neben sportlichem Sachverstand über reichlich Lebenserfahrung.
    .
    Es gibt Talente die über Jahre hinweg beobachtet werden und erst nach eingehender Prüfung den Brief zugestellt bekommen. Und dann gibt es die Ajax Talenttage die in verschiedenen Provinzen in den Niederlanden mehrmals im Jahr stattfinden. Dort können sich interessierte Kinder und Jugendliche vorstellen und sich von den Ajaxtrainern und Scouts anhand klar festgelegter Kriterien beurteilen lassen.
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    https://www.youtube.com/watch?v=V6cqGX0Mjrc
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    Allein in den Niederlanden gibt es immer wieder Talente die erst nach Jahren bei Ajax landen, weil sie keinem Scout oder Trainer irgendeines Clubs wirklich aufgefallen sind. Zudem gibt es Ajax-Spieler die bereits seit ihrem achten Lebensjahr bei Ajax ausgebildet wurden und den Sprung bis in die niederländische Nationalelf geschafft haben.
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    Einer dem dies gelang heißt Ryan Gravenberch. Der Spieler ist 19 Jahre alt und besitzt bereits Fähigkeiten die erahnen lassen, dass er ein zukünftiger Weltstar werden könnte.
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    https://www.youtube.com/watch?v=fjNMxRE-xHE
    .
    Wenn mir jemand erzählt, dass diese Entwicklung in Hamburg nicht möglich wäre, weiß ich das derjenige keine Ahnung von der Ausbildung junger Sportler hat. Horst Hrubesch mag ein begnadeter Jugendcoach sein, aber das Argument, dass alle Talente bereits bekannt sind und die guten Jungs 5 Millionen € kosten ist das was man beim HSV seit jeher erzählt und weshalb es dem Club so geht wie es ihm geht.
    .
    Ich würde jede Summe wetten, dass die Ajax-Scouts und Trainer in Hamburg innerhalb von 20 Jahren einen Club aufbauen könnten der nur mit Hamburger Talenten in der ersten Liga spielt. Um mehr zu erreichen müsste das Scoutinggebiet selbstverständlich vergrößert werden.
    .
    Der größte Unterschied zwischen Ajax und dem HSV sind die Interessen der handelnden Personen und der brachiale Unterschied bezüglich des Fachwissens zum Thema Ausbildung und Entwicklung.

  12. jusufi 30. Oktober 2021 um 19:06 Uhr

    Toller Beitrag, Abräumer!

  13. atari 30. Oktober 2021 um 21:03 Uhr

    Sehr guter Blog heute. Am besten solche guten Beiträge in Zukunft nicht mehr bei TschüssVolkspark als Perlen vor die Säue werfen. Hier liest sich das erheblich besser als im Insolvenzblog.

    • Alex 30. Oktober 2021 um 22:48 Uhr

      Daran arbeiten wir!☝️

  14. Bidriovo 30. Oktober 2021 um 23:19 Uhr

    Ein sehr lebendiges Spiel heute gegen Kiel. Aber typisch HSV ist in der 2. Liga der Tabellen-3. Nürnberg genauso wie der Tabellen-15 auf Augenhöhe mit dem HSV. Irgendwie schafft es die Mannschaft sich immer dem Niveau des Gegners anzupassen.
    Interessiert hat mich das Spiel heute vor allem deswegen, weil doch einige ehemalige HSV-“Perlen”, -“Stars” , “-Versager”… auf Kieler Seite mitgewirkt haben. Und siehe da. Holtby ist immer noch der nutzlose Brummkreisel auf dem Spielfeld, wie schon zu HSV-Zeiten. Arp ist einfach ein normaler Stürmer ohne erkennbare Merkmale, dass er für höheres Berufen ist. Und Porath spielte auch mit und hätte mit seiner Leistung jeden derzeitigen HSV-Feldspieler 1 zu 1 ersetzen können – ohne das es den HSV besser oder schlechter gestellt hätte. Problem dabei: Er hätte keine Ablöse gekostet, weil er aus der eigenen Jugend gekommen wäre und dann hätte Wettstein nichts zu tun, wenn er keine Zahlen für nutzlose Transfers frisieren muss.

    Insgesamt ist es aber in meinen Augen erfreulich, dass der HSV noch in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen ist. Das hätte ich vor der Saison schlimmer erwartet und bewahrt für mich noch ein Restinteresse an dieser Spielzeit.

  15. RautenDevil 30. Oktober 2021 um 23:42 Uhr

    Schönes Spiel heute wieder einmal! Wir sind auf einem guten Weg!

  16. Stellingen 88 30. Oktober 2021 um 23:59 Uhr

    Im Scholz Blog hat einer geschrieben: „ Zwei wichtige Siege in Folge, die Konkurrenz strauchelt in den Freitagsspielen und wir haben eine schwächelnde Mannschaft aus dem unteren Tabellendrittel zu Gast. Jeder, wirklich jeder HSVer weiß also, was morgen passieren wird“

    Und was soll man sagen, genauso ist es gekommen. Aus meiner Sicht total vercoacht heute. Jatta, Kaufmann, kein Doyle…

    Naja, wie gesagt. Es war zu erwarten…

  17. ottensener 31. Oktober 2021 um 04:54 Uhr

    “Hrubesch führte loyal aus, dass er gut mit Boldt klarkommen würde und er ihn schon damals zum DFB holen wollte.” 😵

  18. Gravesen 31. Oktober 2021 um 06:45 Uhr

    Hab gerade gelesen, dass der HIV gestern gespielt hat. Ist wohl nicht so gut gelaufen 😀 😀

    BÄÄÄMM, in your face, ihre verdreckten Arschlöcher

    Wenn ich höre, dass das Proleten-Pack die Ex-HIVer Arp und Holtby niedergepfiffen hat, wünsche ich denen gleich den nächsten Kreuzbandriss. Nirgendwo gibt es asozialere “Fans” als im Volkspackstadion

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