„Tradition an sich ist nichts wert“

 

„..Ich drücke es mal etwas härter aus: Tradition an sich ist nichts wert. Es geht darum, dass sich Tradition entwickelt und die Menschen erreicht. Es hilft nicht, dass sich im Namen eines Vereins ein Jahr aus dem 19. Jahrhundert befindet. Der Wert der Bundesliga insgesamt steigt, wenn sehr viele Menschen aus verschiedensten Klubs die Stadien füllen oder sich vor den Fernseher setzen, um diesem Fußball zu folgen. Also befruchtet es mehr, wenn Klubs, die Menschenmassen bewegen, in der Bundesliga vertreten sind. Deshalb sollten die Klubs, die daran arbeiten, ihre eigene Marke zu entwickeln und dadurch zu einem gesteigerten Wert der Bundesliga beitragen, auch einen Nutzen davon haben. Wir wollen den sportlichen Erfolg nicht bei der Verteilung außen vor lassen, sondern die Marken- und Fanbildung miteinbeziehen..“

http://www.spox.com/de/sport/fussball/bundesliga/1312/Artikel/thomas-tress-interview-borussia-dortmund-bvb-cfo-geschaeftsfuehrung-hans-joachim-watzke-finanzen-organisation-financial-fairplay-bayern-muenchen.html

 

Ein super-interessanters Interview mit Thomas Treß, Chief Financial Officer (CFO) bei Borussia Dortmund, verantwortlich für die Bereiche Finanzen und Organisation.

Meiner Meinung nach exakt solche Leute sind notwendig, um auch den HSV für die Zukunft aufzustellen. Treß war vor seiner Tätigkeit weder Mitglied bei Borussia Dortmund, noch hatte er überhaupt eine Ahnung vom Fußball. Muss er auch nicht haben.

Gern verzichte ich nach einer Umstrukturierung in der dann neuen Geschäftsführung auf „Raute im Herzen“ oder Dauerkarten-Inhaber, wenn sich dort endlich einmal Profis tummeln würden.

 

Von | 2013-12-19T06:49:22+01:00 19. Dezember 2013|Allgemein|8 Kommentare

8 Comments

  1. Heiliger Bimbam 19. Dezember 2013 um 08:15 Uhr

    Vielleicht sehen wir ja in einem Monat unseren Bernd wieder.
    Oder sollte man das nicht zu laut wünschen, um nicht die SC-Kiddies zu triggern? 😀

  2. Neu-Ossi 19. Dezember 2013 um 10:43 Uhr

    Heiliger Bimbam – bloß nicht so laut! Vielleicht gibt es noch Bessere!

  3. Trapper Seitenberg 19. Dezember 2013 um 10:58 Uhr

    Man muss sich nur Herrn Huhnke anhören, der wortreich bejammerte, dass man den HSV eben nicht wie eine Firma führen könne, und der mehrfach die „von außen“ Gekommenen (einseitig) für die Turbulenzen der letzten Jahre verantwortlich zu machen versuchte, um zu erahnen, auf welchen Widerstand die Bestallung externer Fachleute treffen würde.

    Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass es einen eklatanten Widerspruch zwischen den sich in ihrem Selbstverständnis ach so liberal wähnenden Hamburgern und einem durchaus mit Einfluss agierenden
    Teil der Mitgliederschaft gibt. Hat der Kandidat wenigstens eine feste Wohnung in der Stadt (Hotelzimmer sind überaus verdächtig, wie wir gerade lernen sollen), besser ein Haus mit Grundbesitz? Liegt der Großvater auch in Ohlsdorf, oder ist man wenigstens in der Stadt geboren? Und schließlich wird dort noch ernsthaft die Frage als Kriterium aufgeworfen, seit wie vielen Jahren jemand den Mitgliedsausweis des Vereins besitzt. Sie haben noch keinen Grundbesitz in der Stadt? Sind Quiddje? Vom Fußball keine Ahnung? Und Sie sind auch noch nicht seit mindestens 25 Jahren Mitglied des Vereins? Danke für Ihre Bewerbung, wir rufen Sie an….

    Dieser Teil der Mitglieder ist in meinen Augen (erz)konservativ zu nennen. Man möchte unter sich bleiben. Man will überall mitreden, auch im Profifußball, selbst wenn man selbst eigentlich aus der Tennisabteilung kommt. Man möchte nicht wie eine Firma geführt werden, auch wenn der Verein ganz erhebliche Summen umsetzt und beträchtliche Risiken zu bewältigen sind. Man ist auf jeden Fall gegen (fast) alles, was die eigene Bauchpinselei in Frage stellen würde. Die ruhmreiche Tradition des Vereins wird beschworen und dient doch nur als Ausschlusskriterium. Die inzwischen ebenfalls tradierte Erfolglosigkeit (im absoluten Sinne möglicher Titel in den letzten dreißig Jahren), der offensichtliche Mangel an Kompetenz, der auch aus eben diesem engen Selbstverständnis resultiert, wird weitestgehend ignoriert. Ironischerweise wird sogar als vermeintlicher Beweis, dass man ja in den bestehenden Strukturen durchaus erfolgreich gewesen sei, exakt jene Periode genannt, als Beiersdorfer (stark vereinfacht gesagt) auch das Geld ausgeben konnte, was der „externe“ Beelzebub Hoffmann organisierte. (Wobei mir durchaus bewusst ist, dass Beiersdorfers selbst durch die seinerzeit verfolgte Transferstrategie ebenfalls erheblich Kapital u.a.in Form stiller Reserven und Transferüberschüssen generierte.) Es gehört wohl zu Hoffmanns Versäumnissen, dass er eben diesem Flügel des Vereins zu sehr vor den Kopf gestoßen hat. Durch den explosionsartigen Zuwachs der Mitgliederzahlen könnten sich allerdings die Kräfte entscheidend verschoben haben. Denn ein großer Teil der Mitglieder blickt eben nicht auf eine lebenslange Mitgliedschaft zurück, übt tatsächlich auch keine Sportart im Verein aus und hat ihren Wohnsitz außerhalb der Stadt. Deren Leidenschaft für den Verein gründet höchstwahrscheinlich allein auf der Profiabteilung. Die haben, möchte ich meinen, mit diesem elitären Selbstverständnis eines Karnickelzüchtervereins wenig bis nichts am Hut. Mag es auch bislang danach ausgesehen haben, dass durch die automatische SC-Aufwertung bei Vereinseintritt die konservativen Beharrungskräfte gestärkt wurden, so könnte, jedenfalls bliebe dies zu hoffen, die Revolution am Ende doch noch ihre Kinder fressen.

    Es wird höchste Zeit, dass in diesem piefigen, muffigen Laden namens HSV endlich gründlich durchgelüftet wird! Aber auch dann wird man zukünftig mit den Konservativen rechnen müssen. Im Interesse des Vereins täte ein zukünftige Vereinsführung gut daran, die diversen Strömungen des Vereins zu integrieren, anstatt einen (zu) einseitigen Kurs zu setzen. Es kann sogar überaus sinnvoll sein, die schärfsten Kritiker mit in die Verantwortung zu nehmen.

  4. MrsMurphy 19. Dezember 2013 um 11:24 Uhr

    An dem oben erwähnten Zitat wird für mich auch deutlich, welchen Wert die Marke HSV eigentlich hat: Mitgliederzahl, Zahl der Fanclubs, Stadionauslastung, Zahl der Auswärtsfans (hier dürfte der HSV wirklich zu den führenden Clubs gehören), Sympathie. Als Dino der Bundesliga hat der HSV noch mal einen gesteigerten Wert. Diesen Schatz zu heben und nachhaltig (!) zu pflegen, war in den vergangenen 30 Jahren offensichtlich niemand in der Lage. Das muss sich ändern!

    Neben diesem Ausschnitt aus dem Interview fand ich weitere Passagen interessant. U.a. den hier:

    Aus den bestehenden Kreditfazilitäten ist der letzte Euro 2026 zu zahlen. Das wird auch so lange dauern. Wir hätten zwar ab 2016 die rechtliche Möglichkeit, innerhalb von drei Monaten alles abzubezahlen…

    Es wird ja immer mal wieder vermutet, dass man bestehende Kredite nicht einfach so zurückzahlen könnte (Stichwort Vorfälligkeitsentschädigung, die es tatsächlich gibt, deren Berechnung übrigens in den vergangenen Jahren deutlich transparenter und damit in der Höhe geringer geworden ist). Es gibt in solchen Verträgen eben doch immer Klauseln, die Sonderzahlungen oder kostenfreie (oder auch kostenarme) vollständige Ablösungen ermöglichen. Und wieviel handlungsfähiger ist ein Verein/ein Unternehmen, das keine Kredite mit Zins und Tilgung bedienen muss?!

  5. Michael Greve 19. Dezember 2013 um 16:33 Uhr

    Ein thematisch gut passender Beitrag aus dem SC-Forum:
    http://www.hsv-forum.de/…post.php?p=1039061141&postcount=1

    • Gravesen 19. Dezember 2013 um 16:48 Uhr

      Interessanter Beitrag. Ich habe ebenfalls etwas zu den Supporter News geschrieben, kommt morgen Nachmittag

    • MrsMurphy 19. Dezember 2013 um 17:38 Uhr

      Fand ich sehr lesenswert.
      Es ist traurig, dass sich die beiden „Lager“ der Veränderer und Bewahrer so unversöhnlich, ja fast schon feindlich gegenüber zu stehen scheinen. :-/

  6. Gravesen 19. Dezember 2013 um 21:18 Uhr

    Ich könnte ja etwas zur Aufklärung beitragen, warum Dummschwätzer Muh aus Kuh beinahe etwas auf’s Maul bekommen hat, übrigens zu Recht. Aber es ist nicht wichtig genug

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