Zusammenspiel – in diesem Verein stimmt überhaupt nichts mehr

Liebe Leser,

nach dem gestrigen Spiel gegen Schalke las ich einen Satz, der meines Erachtens das eigentliche Problem des HSV in wenigen Worten zusammenfasst:

Fußball ist ein Spiel das man zusammen spielt.

 

Exakt das ist es, was in diesem Verein seit Jahren fehlt – das Zusammenspiel. Damit meine ich nicht nur die 11 bis 14 Spieler, die in den anstehenden 16 Spielen versuchen sollen, den Klassenerhalt zu bewerkstelligen. Nein, damit meine ich den Verein.

Beim HSV spielt im Grunde niemand miteinander, im Gegenteil. Jeder spielt aus den unterschiedlichsten Gründen sein eigenes Spiel und ob man es glauben möchte oder nicht – das färbt durchaus auf die gesamte Mannschaft und jeden einzelnen Spieler ab. Oder glaubt irgendwer, dass die Vorgänge auf den Gängen der Führungsetage den kickenden Angstellten verborgen bleiben? Mitnichten.

Beim HSV herrscht Uneinigkeit auf allen Ebenen, teilweise hat man sich kriegsähnliche Zustände geschaffen.

Im „Kontrollgremium“ Aufsichtsrat herrscht eine vergiftete Atmosphäre, jeder mißtraut jedem. Mittlerweile werden Wetten auf die Anzahl der Räte angenommen, die sich bisher noch nicht mit Klagen gedroht haben. Spätestens seit der Mitgliederversammlung am 19.01. weiß nun auch der letzte Rat, dass man offenbar maximal ein Viertel der Mitgliedschaft vertritt. Konsequenzen ? Null ! Nicht mal Räte, die öffentlich ihren Rücktritt angekündigt hatten, ziehen die Konsequenzen.

Dieses Gremium ist ein Bild des Schreckens !

 

Im Vorstand herrschen zwischen Teilen der Führungsspitze ähnliche Verhältnisse. Während sich zwei Vorstände eindeutig pro Ausgliederung positioniert haben und ein weiteres Mitglied scheinbar gar nicht so genau weiß, worum es eigentlich geht, hat sich der Vorstand für Mitliederbelange in den letzten 6 Monaten sogar aktiv in den Wahlkampf eingemischt. Man stelle sich jetzt eine Sitzung vor, an der die Herren Jarchow, Hilke, Kreuzer und Scheel teilnehmen und über strukturelle Dinge diskutieren, wo über einschneidende Entscheidungen innerhalb des Vereins geredet wird. Natürlich wissen Jarchow und Hilke, dass Scheel diese Dinge ebenfalls hört.

Wer jetzt ein wenig weiterdenkt, könnte drauf kommen.

Wie soll in dieser Zusammensetzung vertrauensvoll zusammengearbeitet werden ?

 

Aber damit nicht genug. Nicht nur innerhalb der beiden Gremien herrscht Mißtrauen, auch zwischen Aufsichtsrat und Vorstand stimmt im Grunde nichts (mehr). Während Vorstandschef Jarchow einen Brief an den Vorstand schreibt und sich über die permanenten Indiskretionen beschwert (selbstverständlich gelangt eine Kopie dieses Briefes umgehend per Mail an den Springer-Verlag), verweist ein angeschossener Aufsichtsratsboss Ertel auf die Zuständigkeiten des Vorstandes und wird nicht müde zu betonen, dass am Ende der Vorstand zur Verantwortung gezogen wird.

Und dies von einem Gremium, welches jede Trainer-/Sportchefentlassung und jeden Spielertransfer jenseits der € 500.000 abgesegnet hat. Verantwortung hat man deshalb jedoch nicht. Großartig.

Man erkennt ohne Probleme: Zwischen Vorstand und Aufsichtsrat herrscht eine Mißtrauens-Stimmung, die auch in dieser Konstellation nicht mehr zu bereinigen ist.

Aber weiter. Das bereits erwähnte, ahnungsbefreite Vorstandsmitglied fuhrwerkt vom Tag seiner Ernennung im sportlichen Bereich herum wie in einem Steinbruch. Spieler werden bereits vor Saisonbeginn medial niedergemacht, Spieler werden degradiert, Spieler werden begnadigt, erneut degradiert. Man bekennt sich zu einem Trainer, den man als Freund bezeichnet, kurze Zeit später feuert man den „Freund“, weil er eben doch nur ein früherer Kollege war. Glaubwürdigkeit ? Minus 100 !!!

Da nützt es auch wenig, dass der Spottchef von den Medien in Watte gepackt wird. Bei den Spielern ist längst angekommen, wie sich Vielredner Kreuzer seinen medialen Schutz erkauft. Zusammenspiel ? Lächerlich.

Mit Bert „Bernd“ van Marwijk wurde ein Trainer von internationalem Renomee verpflichtet, eben ein Trainer, dessen Ruf als Vizeweltmeister zum (ehemaligen) Ruf des HSV passen sollte. Große Namen gehören zusammen. Aber ist van Marwijk auch der richtige Mann, um mit einer völlig verunsicherten Truppe und einem zerrissenen Verein den Klassenerhalt zu schaffen ? Zweifel dürften erlaubt sein. Mit einer Mannschaft aus Spielern wie Robben, van der Vaart, Huntelaar, van Persie, de Jong, Babel, Kuyt etc. kann man es durchaus schaffen, bei einer WM weit zu kommen. Zudem wirkt van Marwijk auf mich trotz aller trotzigen Bekenntnisse von Woche zu Woche disillusionierter, man bekommt den Eindruck, er begreift jede Woche besser, worauf er sich eingelassen hat.

Über das außerordentlich verkorkste Trainingslager während der Winterpause ist genug gesagt und geschrieben worden, Professionalität sieht anders aus. PR-Reisen kann man machen, wenn man Tabellen-6. ist, aber nicht in der aktuellen Lage.

Dann kommt das erste Spiel der Rückrunde, ein Heimspiel gegen den Champions League-Teilnehmer Schalke 04. Die Frage, warum der HSV in dieser Saison lediglich 2 Heimspiele gewonnen und 6 verloren hat, sollte man sich auch einmal fragen, denn hier sind wir beim nächsten Problem, den Fans. Allerspätestens seit der Mitgliederversammlung sollte jedem bewußt geworden sein: Auch die HSV-Fans pflegen kein Zusammenspiel. Nicht untereinander, nicht mit sich, aber auch nicht mit der Mannschaft.

Während die „Auswärtsfans“ in ganz Deutschland ob ihres überragenden Supports bewundert werden, hat man den Eindruck, dass bei Heimspielen völlig andere Personen das Spiel besuchen. Ein immerwährender Underground-Sound, der mich teilweise an ein Ork-Gestöhne erinnert, erfüllt die Arena 90 min lang, ohne auf irgendeine Spielsituation einzugehen. Zudem wird eine verunsicherte Truppe nicht angefeuert, sondern beim ersten Fehlpass setzt ein unzufriedenes Gemurmel ein.

Der Gipfel ist dann allerdings, wenn ein Spieler wie Heiko Westermann, der in jedem Spiel 100% in die Wagschale wirft, von den eigenen „Fans“ ausgepfiffen und lächerlich gemacht wird. Sowas gibt es nur bei Heimspielen in der Imtech-Arena.

Es kommt also Schalke, eine Mannschaft, die auch im nächsten Jahr wieder CL spielen will. Was stellt der HSV an Personal dagegen ?

Drobny: Ein Torwart, der zweifelsohne Qualitäten hat, der gestern aber sein 3. Saisonspiel machte und entsprechend keine Spielpraxis besitzt.

Lam: Ein Talent, welches nur spielt, weil Dennis Diekmeier nicht zu 100% fit ist und der während seiner sieben Einsätze in dieser Saison durchschnittliche 53 pro Spiel auf dem Platz stand

Westermann: 2 Monate wegen Knie-OP verletzt und machte gestern sein erstes Spiel seit Anfang Dezember

Tah: 17-Jähriges Talent in seiner 1. Saison

Jansen: Trainierte die ganze Woche wegen Erkältung nicht.

Hinzu kommt, dass die Innenverteidigung mit Westermann und Tah bisher so gut wie nie zusammengespielt hat, was man besonders bei Tor 1 erkennen konnte.

Arslan: Ohne Worte

Badelj: Hat mit Arslan einfach den falschen Mitspieler.

Das defensive Mittelfeld, das Herz der Mannschaft, der Teil, der den Takt vorgeben sollte, das Spiel aufbaut, das gegnerische Spiel vor der Viererkette zerstören soll. Diese defensive Mittelfeld besteht aus zwei „umgeschulten“ Spielern. Badelj ist eigentlich eine 8, Arslan war vorher ein 10er. Keiner von beiden ist auf der 6er-Position groß geworden und so wirkt die Defensive des HSV auch – provisorisch.

Dabei hat man reichlich gelernte 6er im Team. Ricon, Demirbay (leider erneut verletzt), Kacar, Jiracek, Steinmann. Warum jetzt auch van Marwijk mit zwei umgeschulten Spielern agiert und es ganz offenkundig nicht klappt, bleibt mir ein Rätsel.

Ilicevic: Dauerpatient mit bisher gerade 274 Bundesligaminuten in dieser Saison.

Calhanoglu: Verspieltes Talent in seiner 1. Bundesliga-Saison

van der Vaart: Führungsspieler, der mit der Rolle des alleinigen Führungsspielers sichtlich überfordert ist.

Lasogga: Sturmhoffnung, der große Teile der Vorbereitung aufgrund von Verletzungen verpasst hat und jetzt erneut verletzt ist.

Eine Offensive, die keine ist. Zuviele Schönspieler ohne Praxis oder Erfahrung.

Und diese Mannschaft sollte Schalke schlagen ???

 

Dies hätte durchaus klappen können, aber dazu braucht es etwas, was in der HSV-Mannschaft aufgrund der zuvor bschriebenen Gegebenheiten nicht vorhanden ist:

Mentalität.

 

Freiburgs Torhüter Oliver Baumann lieferte den Spruch des Spieltages:

Mentalität schlägt Qualität !

 

Mentalität kann aber nur in einem Verein wachsen und existieren, in dem man zusammenspielt. Wie soll in der Mannschaft des HSV eine Mentalität entstehen, wenn jeder Spieler sieht, wie es um das Zusammenspiel zwischen Aufsichtsrat, Vorstand, Sportchef, Trainer, Mannschaft, Fans bestellt ist.

Hamburg ist keine Einheit, der HSV ist ein Kriegsgebiet !

 

So weh es auch tut – in diesem Jahr sehe ich schwarz. Andere Verein holen in solchen Situationen erfahrene Spieler, die sich in ähnlichen Momenten bewährt haben. Herr Kreuzer leiht zwei 20-Jährige ohne Spielpraxis aus. Wahnsinn.

 

P.S. Immer wieder wird von besonders investigativen Medien die Frage gestellt, warum es ehemaligen HSV-Spielern und Trainern möglich ist, bei anderen Vereinen die Leistungen abzurufen, die man von ihnen auch in Hamburg erwartet hatte.

Erklärung – s.o.

Das nächste Problem:

goal: Haben Sie in Ihrer Laufbahn schon mal eine vergleichbare Situation erlebt?

Kreuzer: Nein, weder als Spieler noch als Trainer. Das kenne ich so nicht.

http://www.goal.com/de/news/1022/interview/2014/01/27/4573175/hsv-rutscht-in-die-abstiegszone-kreuzer-die-lage-ist?ICID=HP_BN_1

 

Von | 2014-01-27T08:55:01+01:00 27. Januar 2014|Allgemein|98 Kommentare

98 Comments

  1. Nordlicht 27. Januar 2014 um 08:53 Uhr

    Tja, das Spiel könnte man kaum besser zusammen fassen.

    Das wird wohl eine grausame Rückrunde…

    Woher sollen die Punkte für den Klassenerhalt. Die Mannschaften um uns herum Freiburg, Nürnberg und Frankfurt haben sich als „zusammenspielende“ Mannschaften präsentiert.

  2. Jürgen Wunderlich 27. Januar 2014 um 09:10 Uhr

    Das mit dem gegeneinander Arbeiten habe ich schon vor einpaar Monaten gesagt.Da weiß die linke Hand nicht was die rechte Hand macht.Hauptsache auf seinem Posten kleben bleiben und sich ja keinen Millimeter bewegen.Wie lange bleibt Hr.Marwijk noch bei uns??.

    • Rainer Zufall 27. Januar 2014 um 23:40 Uhr

      Ich hoffe, nicht zu lange. Alles 1zu1 von Fink übernommen und wundert sich über den ausbleibenden Erfolg.

  3. higokaltz 27. Januar 2014 um 09:58 Uhr

    1887 % richtige Analyse. Ich möchte an dieser Stelle nochmal auf ein Interview Auszug, zwischen HSV-ARENA und EOR verweisen. Meiner Meinung nach kommt dem immer größere Bedeutung zu…

    HSVArena: Was passiert mit HSVPLUS, wenn der HSV am 34. Spieltag abgestiegen ist ?

    EOR: Das ist kein Szenario, mit dem ich mich beschäftigen möchte. Auf der anderen Seite würde ich sagen: Dann noch schneller.

    HSVARENA: Zusammengefasst: Wäre der HSV im Mai dieses Jahres abgestiegen, würde es HSVPLUS am 30.06. trotzdem weiterhin geben ?

    EOR: Selbstverständlich.

    Vielleicht wäre ein Abstieg in Liga 2 auch eine Chance … ??

    • Inselstoffel 27. Januar 2014 um 10:53 Uhr

      Nein, ein Abstieg wäre keine Chance für den HSV und HSV+ hätte es umso schwerer durchzukommen: Es gibt einige „Fans“, die sich einen Abstieg wünschen, aus unterschiedlichen Gründen (zur Selbstreinigung des Vereins, als Abstrafung, damit die „Eventfans“ endlich wegbleiben und natürlich um den HSV für Investoren unattraktiv zu machen. Die Gefahr besteht dann, das bei der nächsten MV „nur“ 3000 Leute kommen – und davon kommt die Hälfte dann aus Hamburg mit DK für 22c oder 25… Dann ist die Satzungsänderung passe und so eine Chance wird nie wiederkommen. Deshalb bleibt bis zum Schluß nur Hoffen und Bangen! Ich habe keinen Bock auf Liga 2!

      • The_MaXX 27. Januar 2014 um 11:47 Uhr

        Abstieg wäre Mist. Der Wert für Investoren würde sinken. Der Dino wäre gestorben. Unsere Talente würden sehr wahrscheinlich weggehen etc.

  4. The_MaXX 27. Januar 2014 um 10:40 Uhr

    Hallo Grave, guter Beitrag.

    Ich fand Trappers „Analyse“ aus dem Vorblog sehr passend – dort hat er das fehlende taktische Zusammenspiel beschrieben.

    Ich hatte nicht mit einem Sieg gerechnet, trotzdem war ich geschockt angesichts der schlechten Manschaftsleistung. Ich bin ganz deiner Meinung, dass manche Heimfans ein Teil unseres Problems sind. Du bringst es mit dem dauernden Westermann-Bashing auf den Punkt. M.E. war er gestern mal wieder einer der Besseren. Es gibt Spieler beim HSV die gewinnen nicht einen Zweikampf in so einem Spiel. Anderer haben m.E. durchaus eine sympathische jugendliche Art neben dem Platz, zeigen im Spiel aber keinerlei positive Auswüchse dieser.

    Die überdurchschnittlichen Spielertypen bei uns agieren wie oben beschrieben kaum zusammen – einzig Einzelaktionen bringen kurzfristige Lichtblicke.

    • Pascal 27. Januar 2014 um 14:26 Uhr

      mit Westermann muss ich dir vollkommen recht geben!

  5. Jan-Peter 27. Januar 2014 um 10:44 Uhr

    Bei aller Ernsthaftigkeit der Situation, aber „Ein immerwährender Underground-Sound, der mich teilweise an ein Ork-Gestöhne erinnert, ….“ ist für mich der Satz der Woche 🙂

    Schlage diesen Satz für die TopTen der „Best-of-Grave“ vor 😉

    • The_MaXX 27. Januar 2014 um 11:38 Uhr

      Ob Orkgestöhne oder nicht – mir kommt es ähnlich wie Grave so vor, als ob besagte Fans ihr eigenes Ding machen, die feiern, beklatschen, feuern nach eigenem Gutdünken an. Ich würde sogar behaupten, dass die sich selber feiern.

  6. Jakob.K 27. Januar 2014 um 12:00 Uhr

    http://www.youtube.com/watch?v=RtmSLZk2Y-I

    Die Arena ist genauso gefüllt wie die unsere gestern in der 90Min 😀 Und Spalter gibts auch 😀

  7. Michael Greve 27. Januar 2014 um 12:01 Uhr

    Es ist unglaublich, welchen Selbstzerstörungsprozeß die Gremien des HSV in den letzten drei bis fünf Jahren geleistet haben. Und dieses Stückwerk sehen wir auch auf dem Platz.
    Ich hoffe, es gibt endlich einen Gruppenbildungsprozeß in der Mannschaft, denn manches kann zurzeit nur von Mannschaft und Trainern geleistet werden, selbst wenn die Ursachen andernorts zu suchen sind. Es gilt, das Ruder scharf herumzureißen. Und das heißt auch, daß die Fans und Mitglieder bedingungslos hinter der Mannschaft stehen, solange sie alles versucht.

    Jeder, der glaubt, es ginge dem HSV wirtschaftlich gut oder er könne sich in der 2. Liga regenerieren, täuscht sich massiv und betreibt Augenwischerei. Denn nicht nur, daß dann Einnahmen wegbrechen, sondern man wird gute Spieler nur billig los, weil sie von der Gehaltsliste heruntermüssen und behält schlechtere, weil sie in der 2. Liga beim HSV besser verdienen als andernorts. Abstieg heißt zwanzig Jahre Fahrstuhlmannschaft: siehe 1. FC Köln, siehe Eintracht Frankfurt, siehe 1. FC Kaiserslautern.

    Also: Alle Mann an Bord!

  8. EX-41 Jahre HSV 27. Januar 2014 um 12:29 Uhr

    Moin Grave,
    wirklich zutreffend zusammen gefasst. Da ich, bemüht um meinen Seelenfrieden und die Gewißheit, daß alles noch viel schlimmer kommen wird als erwartet, nur noch unregelmäßig Blogs und News zu diesem Trümmerverein lese, bin ich dankbar für jede tiefergehende Analyse.

    Was ich einfach noch anfügen möchte, ist ein seit Jahren andauerndes Grundproblem dieses „Vereins“, was Du auch oben ansprichst:
    Die Mentalität.
    Diese muß aber auch von übergeordneten Positionen (Vorstand/AR) glaubwürdig vorgelebt werden und mit allen Konsequenzen durchgesetzt werden. Wenn Vorstand und AR (mit Ausnahme von Rieckhoff) nur durch fachliche Inkompetenz und Sicherung der eigenen Interessen glänzen, muß man sich nicht wundern, wenn Mannschaft inkl. Trainer das ausnutzen. OK, um den Strukturmangel wissen wir alle.
    Verheerend sind hier nicht vorhandene Konsequenzen für Kader+Trainer nach solchen Nicht-Leistungen wie gestern gegen S04.
    Nach Fink wird ein weiterer Wochenendheimfahrer als Trainer verplichtet.
    So lebt man natürlich Leistungsbereitschaft vor!
    Dann wird auch noch einer der Einzigen (leistungswilligen) und mit bombiger Trefferquote behafteten Stürmer, der von Matz schon vor dem ersten Pflichtspiel vernichtete, Artjom Rudnevs mit KAUFOPTION nach H96 verliehen… Während man sich hier auf Leihe Lasogga (ohne Kaufoption) verläßt. Prompt kam ja auch die Quitttung.
    Als ich das mit der Verleihe Rudnevs las, konnte ich es kaum glauben.
    Anstatt den mit Gauklern und Söldnern überblähten Kader an vernünftigen Positionen zu säubern, werden hier die vom Hof gejagt welche in jedem Spiel immer Olic sind und alles geben.

    Wenn ich dann noch im Spatz ab Blog von einem Interview von Calhanoglu mit einer Schülerzeitung lese (wenns denn stimmt, aber es paßt), wird aber auch alles klar (zusammengefaßt):
    Meistens können wir bis 10-11 Uhr ausschlafen. Um 16.00 Uhr ist dann Training. Die Stadt gefällt mir, ich gehe auch gern shoppen.“
    Noch Fragen?
    Bei den Bayern ist um 08.00 Dienstbeginn. Es wird zusammen trainiert, geruht und gegessen. Und genau so wächst auch eine Mannschaft zusammen, so entwickeln sich Mentaltität, Gemeinschaftsgefühl und Spielverständnis (bei vernünftiger Trainingsarbeit).
    Das geht aber nur mit Trainern die sich täglich voll reinhängen, hier ihren Wohnsitz haben, und ihre Mentalität nicht nur vorleben, sondern auch durchsetzen.
    Und es geht nur mit sportlichen Vorständen, die Sachkompetenz beweisen und hart durchgreifen. Bestes Beispiel: Mandzukic.

    Zur Zeit gönne ich diesen Leistungsverweigerern das, was sie verdienen:
    Abstieg nach verlorener Relegation.

    Ich habe mit diesem Verein keine Gnade mehr, weil er es nicht besser verdient.
    Dieser Verein ist im Kern komplett verkommen, degeneriert und dekadent.
    Aufrichtige Anhänger mögen sich nicht angesprochen fühlen.

  9. frauweidi 27. Januar 2014 um 12:52 Uhr

    „….. Andere Verein holen in solchen Situationen erfahrene Spieler, die sich in ähnlichen Momenten bewährt haben. Herr Kreuzer leiht zwei 20-Jährige ohne Spielpraxis aus. Wahnsinn.“

    Wir hatten erfahrene Spieler: Paul Scharner kennt Abstiegskampf mit Wigan, und sicherlich ist er ein Mann, der Verantwortung übernehmen kann. Wahrscheinlich war er zu unbequem, weil er Zusammenhänge erkannt hat. Ein Rajkovic ist ein guter Mann, technisch vielleicht nicht der Beste, aber er langt auch mal hin, um ein Tor zu verhindern. Einige andere geben doch lieber Geleitschutz, damit sich der gegnerische Stürmer nicht verletzt.

    • Pascal 27. Januar 2014 um 14:30 Uhr

      da hast du recht. Aber von diesen Spielern haben wir auch jetzt noch welche. Was ist denn gerade mit Westermann ?`

      was ist mit Rincon, der Kampf in Person? oder Jiracek?

      • Thomas S. 27. Januar 2014 um 14:46 Uhr

        Man könntte außerdem Jarolim reaktivieren.

  10. DieSeeleSchmerzt 27. Januar 2014 um 15:17 Uhr

    In der jetzigen Situation kann es eigentlich nur noch eine Option geben:

    Die unerwarteten Mehreinnahmen aus dem DFB-Pokal ganz schnell in einen 6er investieren. bis zum 31. ist noch Zeit. Es könnte ruhig ein älterer Spieler sein, der mit Erfahrung und entsprechender Fußballvita
    dem Mannschaftskonstrukt auf die Beine hilft. Ein Mark Van Bommel wäre in der jetzigen Bredouille der optimale
    Spielertyp, allerdings zweifele ich an seinem derzeitigen Fitnesszustand.
    Der Markt würde bestimmt etwas her geben, wenn man denn will.

    Ich persönlich hätte auch nichts dagegen, wenn man Calhanoglu und VdV mal auf die Bank setzt, denn in der derzeitigen Lage und Verfassung, sind das für mich keine Spieler, die im Abstiegskamf großartig weiter helfen. Erstmal defensiv gut stehen und dann schnell mit Spielern wie Ola und Ivo in die Spitze spielen und hoffen, dass Lasogga schnell wieder fit wird, sonst besteht auf der Pos. auch noch kurzfritig Bedarf.

    Dass HSV+ wohl Geschichte sein dürfte, wenn der HSV absteigt ist für mich klar. Das würde den Verein auf Schlag 80 Mios kosten und viele Fans würden nicht mehr ins Stadion gehen wollen, und wohl auch nicht mehr zur nächsten MV.

    Also, Oli, du Lusche, besorg Kohle und mach mal was Vernünftiges!

  11. Gravesen 27. Januar 2014 um 15:23 Uhr

    Dann kann man sich heute Abend Matz Ab sparen 🙂

    Rafael van der Vaart, trotz einer intensiven Vorbereitung gab es gestern eine bittere 0:3-Niederlage gegen Schalke 04. Konntest du das Geschehene schon verarbeiten?

    van der Vaart: Ich muss zugeben, ich habe wenig geschlafen. Und natürlich ist die Enttäuschung sehr groß. Aber ehrlich gesagt, weiß ich nicht mehr, was ich noch sagen soll. Jedes Mal sind wir enttäuscht und stehen wieder hier und sagen das Gleiche – besonders nach Heimspielen. Das geht nicht.

    Stattdessen ist jetzt was gefordert?

    van der Vaart: Dass wir es auch endlich einmal umsetzen. Jedes Mal sagen wir, jetzt muss sich etwas ändern, aber es passiert nichts. Das nervt. Und ich sehe auch keine Verbesserung.

    Die muss es aber geben.

    Rafael van der Vaart legte gegen Schalke mit 11,42 Km die meiste Strecke aller HSV-Profis zurück.

    van der Vaart: Wir werden auch nicht aufhören, daran zu arbeiten. Die Hoffnung ist noch immer da, aber es muss schnell etwas besser werden, denn langsam wird es eng. Wenn wir weiter so spielen, dann steigen wir ab.

    Haben das denn alle verstanden?

    van der Vaart: Ich gehe immer davon aus, dass jeder unserer Spieler, der auf den Platz geht, auch hundert Prozent gibt und sein bestes Spiel abliefern will. Aber wenn man sieht, wie wir gestern wieder die Tore hergeschenkt haben, dann kann man kein Bundesligaspiel gewinnen. So schlecht waren wir nicht im Spiel, aber wenn du den Gegner so zum Toreschießen einlädst, geht das auf diesem Niveau nicht. Das ist zu wenig von uns allen.

    Woran liegt es denn, dass die Leistungen aus dem Training offensichtlich nicht umgesetzt werden können?

    van der Vaart: Das ist natürlich die schwerste Frage. Fußball ist ein komisches Spiel. Wenn kein Vertrauen da ist, dann macht man oft die leichtesten Fehler oder trifft die falschen Entscheidungen. Das hat man gestern wieder gesehen. Wir brauchen unbedingt einen Sieg, um vielleicht mal wieder bessere Stimmung zu bekommen und ein bisschen mehr Ruhe.

    Was können gerade die erfahrenen Spieler wie du tun, um mehr Einfluss zu nehmen?

    van der Vaart: Leistung bringen und Eier zeigen auf dem Platz. In der Kabine weiß es jeder besser. Doch Hinstellen und erzählen, wie es geht, reicht nicht mehr. Wir müssen es endlich auf dem Platz zeigen. Wenn jeder sich versteckt, dann kann man kein Fußball gewinnen. Mal wieder zu Null spielen und versuchen, wenigstens einen Punkt mitzunehmen wenn wir nicht gewinnen können, das muss jetzt erst mal unser Ziel sein

    Quelle: HSV.de

  12. Trapper Seitenberg 27. Januar 2014 um 15:56 Uhr

    Treffende Analyse, Grave, auch wenn ich Nuancen anders sehe.

    Erste Anmerkung: Ein kluger Mann sagte einmal zu mir: „das Amt ist immer größer als die Person, die es bekleidet.“ – über diesen Satz sollte der eine oder andere Mandatsträger des HSV einmal sehr gründlich nachdenken.

    Zweite Anmerkung: Über ehemalige Spieler zu räsonieren führt zu nichts. Ob zu recht oder unrecht, sie sind nicht mehr da. Fertig.

    Dritte Anmerkung: unproduktive Schönspielerei, mangelnde Geschlossenheit/Kompaktheit/Zusammenspiel müssten dringend schnellstmöglich abgestellt werden. Eine Situation spielerisch zu lösen kann nicht bedeuten, dass man die Grundvoraussetzungen vernachlässigt: Konzentration, klare, saubere Pässe, Zweikampfverhalten und taktisches Verständnis! Weitere neue und dann auch noch gestandene Spieler scheinen kaum vorstellbar, da nicht finanzierbar. Es kann nicht sein, dass man gegen den Abstieg fast körperlos spielt (nur 8 Fouls, keine gelbe Karte; Schalke: 22, 2). Das ist ein Mentalitäts- oder Einstellungsmangel. Ich hoffe daher, dass die sportliche Leitung dies intern(!) nicht nur schonungslos anspricht (Jetzt wäre das Donnerwetter angebracht, das Kreuzer leider, weil sich so etwas schnell abnutzt, bereits vor der Saison zu oft abrief).

    Ginge es nach mir, ich würde Arslan eine Denkpause von ein, zwei Spielen auf der Tribüne geben und Jiracek endlich auf der sechs einsetzen, wo er sich auch selbst sieht. Ersatz wäre dann zunächst Rincon. Mit diesem warnenden Beispiel vor Augen wird man zwar Ili und Hakan nicht zu Kampfmaschinen umerziehen (was auch nicht wirklich wünchenswert wäre), aber ihnen vielleicht nachdrücklich klarmachen, dass allein Hacke-Spitze-eins-zwei-drei keineswegs ausreicht!
    Man muss von Bundesligaspielern ganz einfach erwarten dürfen, dass sie mit dem Kopf spielen. Konkret: ich erwarte, nein, ich fordere von Bundesligaspielern, Talent hin oder her, jung oder alt, dass man darauf achtet, ob die Anbindung zwischen Defensive und Offensive gegeben ist oder verloren zu gehen droht. Das forderte ich prinzipiell von allen, würde aber hier dann vor allem Jiracek dann beauftragen, dies Richtung Abwehrreihe und von vdV es Richtung Mittelfeld zu sichern. Badelj würde dann eine zentrale Verbindungsrolle dort spielen. Aber auch wenn, sei es aus Unachtsamkeit oder spielsituationsbedingt ein Raum verweist sein sollte, dann muss eben der nächstpositionierte Spieler dort rein, ob er zugeteilt war oder nicht. Wie Klopp seinerzeit sagte: nicht der Spieler, der einen Fehler begeht, bekommt ein Problem (mit ihm), sondern der, der den Kollegen im Stich gelassen hat. Teamgeist entsteht nicht durch das Schwätzen darüber und kann auch nicht befohlen werden, denn er muss sich entwickeln. Diese Entwicklung kann man aber gezielt fördern, auch indem man Verstöße konsequent (angemessen!) sanktioniert.

    • Trapper Seitenberg 27. Januar 2014 um 16:30 Uhr

      Nachdem ich mir eben noch einmal den Blog durchgelesen habe, kam mir noch eine Frage:
      Neben dem Mentalitäts-/Einstellungsproblem könnte es möglicherweise ein Hierarchieproblem vor allem im Mittelfeld geben. Zu viele Häuptlinge, zu wenige Indianer?
      Ich bin kein Verfechter steiler Hierarchien, halte aber klare Verantwortlichkeiten und Zuordnungen für unverzichtbar. Beim HSV, scheint mir, sind einige (Hakan, Ili, Tolgay, vdV und evtl. auch John) zu sehr damit beschäftigt, das Besondere zu kreieren anstatt zunächst das Grundsätzliche zu erfüllen.

      • Michael Greve 27. Januar 2014 um 16:41 Uhr

        Trapper, Du sprichst etwas an, das einige umtreibt. Indessen scheint mir eine andere Klassifizierung angemessen. Ich glaube, persona-non-grata Sammer hat einmal drei Spielertypen umrissen: Führungsspieler (=Häuptlinge), Mannschaftsspieler (=Indianer) und Individualisten. Die von Dir genannten sind für mein Empfinden Individualisten, aber keine Anführer. Genuine Führungsspieler und, wie „Gravesen“ richtig angeführt hat, ein defensiver Organisator und Kopf auf der 6 fehlen. Ähnlich sieht das Problem in der Innenverteidigung in den bisher erprobten Besetzungen aus. Es ist kein Problem individueller Spieler, es ist eine Frage der Kaderzusammensetzung in punctis Positionen und Persönlichkeitstypen.

        • Trapper Seitenberg 27. Januar 2014 um 16:55 Uhr

          Interessanter Gedanke. Spontan würde ich mindestens in Teilen zustimmen. Ohnehin meine ich, dass man in Sachen Charakter beim HSV einige Dinge falsch bewertet (hat).
          Bspw. werden Nachwuchsspieler, die auch psychisch noch reifen müssen, bei Verstößen gegen die NLZ-politics vom Hof gejagt. Bei den Profis, die man zu sich transferierte, schien man desöfteren nicht so genau hingesehen zu haben.

          • Wolfgang Arens 27. Januar 2014 um 17:46 Uhr

            Nach der Arbeitsverweigerung gegen Schalke sollte die Mannschaft sich nicht nur schämen, sondern auch ihre dicken Autos verkaufen und mindestens 50 % ihres Gehaltes für soziale Einrichtungen spenden.

  13. MrsMurphy 27. Januar 2014 um 16:00 Uhr

    Dem Blogbeitrag gibt es inhaltlich nicht viel hinzuzufügen. Vielleicht zwei Dinge:

    Ich bringe noch einmal einen Mentaltrainer ins Gespräch (hatten wir hier ja schon öfter, Trapper hat das Mentale ja schon mehr sehr intensiv beleuchtet). Die Jungs haben doch nicht komplett das Fußballspielen verlernt. Dass es ein Mannschaftssport ist, wissen sie mit Sicherheit auch, so ein paar Mal blitzten doch ganz gute Ideen davon auf. Es muss eine Kopfsache sein, und ein entsprechend ausgebildeter Psychologe könnte bestimmt einiges erreichen.

    Dieser Idee läuft natürlich völlig zuwider, welches Bild der HSV in der Öffentlichkeit abgibt. Wenn ich lese, was Kreuzer den Reportern da so in die Blöcke diktiert (auf zugegeben zum Teil wirklich dümmliche Fragen), dann steigt mein Puls. So wird er u.a. damit zitiert, dass er „seine Schwiegermutter eher getötet“ hätte, „als ein Tor zuzulassen“. Dieser Spruch ist nicht nur selten dämlich, sondern zeigt auch das ganze Dilemma: Nur platte Sprüche, und dann auch noch teilweise auf Kosten der Spieler – erst traf es Jiracek, jetzt Jansen. Kreuzer glaubt doch nicht im Ernst, dass er so auch nur ein Jota mehr Leistung aus den Spielern kitzelt. Wenn einer am Boden liegt (und Jansen war nach seinem Infekt sicher nicht im Vollbesitz seiner Kräfte und musste eben mangels Alternativen spielen), dann trampele ich nicht auf ihm herum!

    Ich kann nur hoffen, dass es sehr bald eine verbindliche (professionelle) Stellenbeschreibung für den Vorstand Sport beim HSV gibt, die dann (auch) zeigt, dass Kreuzer diesem Anforderungsprofil schlicht nicht genügt.

    • The_MaXX 27. Januar 2014 um 16:10 Uhr

      Zustimmung! Sowohl was das Mentale angeht als auch was dieses wieder mal dümmlichen unter-dem-stammtisch-niveau laufenden Kreuzer Interview angeht.

  14. DieSeeleSchmerzt 27. Januar 2014 um 16:20 Uhr

    Dem obigen Kommentar widerspreche ich mal, wenn ich denn darf.

    Die Spieler haben kein mentales, sondern ein qualitatives Problem, zudem ist für mich die Mannschaft mit seinen einzelnen Mannschaftsteilen einfach ganz schlecht zusammen gestellt. Das ist das Resultat der letzten Jahre mit immer wieder anderen Trainern und einer konträren Einkaufspolitik.

    Die spieler haben kein mentales Problem, sie harmonieren nicht!
    Wenn jetzt noch ein „Psychodoc“ dazwischen funken würde, zeigt man den Spielern nur obendrein noch auf, dass sie unfähig sind!

    • Trapper Seitenberg 27. Januar 2014 um 16:40 Uhr

      Dass die permanten Kurswechsel nicht förderlich w