Die erschreckende Erkenntnis – BILD regiert den HSV

Für alle, die bisher gehofft hatten, dass der ruhmreiche Hamburger Sport Verein e.V. von einem Vorstand geleitet wird, für alle, die befürchtet hatten, dass der HSV von einem unfähigen und in sich zerstrittenden Aufsichtsrat regiert wird, für all diese Menschen ist es nun traurige Gewissheit geworden: Ihr liegt alle falsch.

Regiert, geführt, manipuliert, durch-intrigiert, zur Schau gestellt wird diese HSV nur von einer einzigen Instanz in diesem Land und das ist die BILD, die angeblich keiner liest.

Vor einigen Tagen nahm sich einer der letzten großen Manipulatoren der „Sache HSV“ an – Alfred Draxler, seines Zeichens stellv. Chefredakteur der BILD, Leiter der Sportredaktion der BILD am Sonntag. Der gebürtige Gelsenkirchner,  angeblicher Kenner der Schalker Szene und Intimus von Herrn Magath meinte, via Kolumne etwas von „Eklatanter Faulheit“ beim HSV in die Republik rotzen zu müssen.

Nun weiß im Grunde ein jeder, der mit einem IQ oberhalb der aktuellen Zimmertemperatur ausgestattet ist, was er von solchen Sprüchen grundsätzlich und von Herrn Draxler im Speziellen zu halten hat, aber die Lawine war losgetreten.

Volkes Zorn, von den letzten, schwachen Auftritten des HSV ohnehin schon entfacht, wurde jetzt mit BILD-Fakten untermauert.

„Kein Wunder, wenn die Laufleistungen nicht stimmen, wenn man trainiert wie ein Landesligist“

 

Nun ist Ekel-Alfred gänzlich unverdächtig, sich über die Details der modernen Trainingslehre im Klaren zu sein und sein letztes HSV-Training hat er wahrscheinlich im Sommer 97 besucht (ich jedenfalls habe ihn dort noch nie gesehen), aber er fand selbstverständlich umgehend namhafte Unterstützer und Claqueure, denn es scheint in diesem Land nichts schöneres zu geben, als bei passender Gelegenheit dem HSV einen zu verpassen.

Von erfolglosen Ex-Profis, über nörgelnde Volleyball-Trainer war alles dabei, was der Verein in diesen Zeiten gerade nicht braucht. Wie von Zauber (lehrlings)-Hand taucht auch der gescheiterte Handball-Manager Frank Rost wie Kai aus der Kiste auf und gibt Kreuzer-mäßig Interviews im Minutentakt.

Und als ob das alles noch nicht reichen würde, kommt dann auch noch Walter M. Straten unter seinem Stein hervorgekrochen. Der umtriebige BILD-Sportchef, der normalerweise nur durch extrem überhebliche Auftritte im Doppelpass bzw. durch mißlungene Twitter-Tweets auffällt, sprang aus purer Solidarität seinem Redaktionskumpel Draxler bei:

„Der große HSV ist einfach nur noch zum heulen. Die faulste Mannschaft der Liga mit dem dazu passenden Trainer.. Klartext in BamS…“

 

Diese an Rufmord und übelster Unterstellung reichende Meldung „zwitscherte“ der goldige Walter am 01.02.2014.

Irgendwie eigenartig. Was für Draxler gilt, gilt für Straten genauso. Auch er besitzt werder Trainer-Lizenz noch wurde er jemals bei einer Trainingseinheit im Volkspark gesichtet. Wie also kann jemand aus dem fernen Berlin beurteilen, wie intensiv oder nicht die Mannschaft des HSV trainiert oder nicht ?

Aber darum geht es doch im Grunde schon lange nicht mehr. Es geht nicht darum, ob man Fakten für seine unverschämten Behauptungen hinterlegen muss, es geht auch nicht darum, ob man von der Materie, die man so großspurig und herablassend bewertet, auch nur im Ansatz etwas versteht.

Es geht nur noch darum, aufzuzeigen, wer hier das Sagen hat !

 

Spätestens seit gestern, als Trainer van Marwijk auf Druck seines Sportchefs Kreuzer (welcher gerade dabei ist, mittels ungeschickter Interviews seinen Hintern zu retten) die (notwendigen) freien Tage strich und die HSV-Profis zum Dauertraining verdonnerte, sollte es wirklich jedem klar sein: BILD hat gesiegt.

Die Frage, ob der von allen Trainern der Welt praktizierte Regenerationstag zwei Tage nach dem Spiel auch aus medizinischer Sicht nicht nur nett, sondern extrem wichtig ist, stellt man sich in dieser Phase nicht mehr. Aus psychologischer Sicht betrachtet ist der gestrichene freie Tag als Bestrafung einzuordnen, womit man scheinbar panisch versucht, nicht nur das Volk, sondern auch die Presse ruhigzustellen.

Übersetzt für alle: Wenn Draxler schreibt, ihr seid zu faul, dann wird ab sofort mehr trainiert !

 

Als Trainer mit Profi-Lizenz, als Übungsleiter, der immerhin eine Vize-Weltmeisterschaft auf seiner Vita stehen hat, muss man sich vorkommen wie im Kaspertheater und ich bin der festen Überzeugung, dass es nicht van Marwijk gewesen ist, der auf diese Welt-Idee gekommen ist.

Apropos van Marwijk. Auf mich wirkt der Holländer nicht resigniert, er wirkt auch nicht so, als würde er bewußt darauf setzen, entlassen zu werden, um eine Abfindung kassieren zu wollen. Diese ungeheure Unterstellung, formuliert vom BILD-Unterstützerblättchen Hamburger Abendblatt ist im Grunde so unfassbar dummdreist, dass der HSV rechtlich dagegen vorgehen sollte.

Hat eigentlich irgendjemand schon einmal gehört oder gelesen, dass sich van Marwijk über das vollkommen verkorkste Trainingslager in Abu Dhabi bzw. die vorherige PR-Reise nach Indonesien beschwert hat ? Ich nicht. Tatsache ist aber, dass der HSV das Risiko eingegangen ist, für die Nettosumme von € 200.000 und in Zukunft eventuell zu erhaltende Gelder aus Asien den Klassenerhalt zu gefährden. Der Umstand, dass zahlreiche Spieler mit Erkältungen, Fieber und Muskelverletzungen aus Abu Dhabi zurückkehrten, ist u.a. der Tatsache geschuldet, dass solche Extremreisen für den Körper eines Leistungssportlers Gift sind.

Aber – hey – das sind Profis, die kassieren Millionen, die müssen das verkraften.

Ich hatte es schon mehrere Male geschrieben und ich wiederhole es aus aktuellem Anlass erneut:

So lange sich der HSV nicht unabhängiger bzw. im besten Fall gänzlich unabhängig von dem macht, was Blätter wie BILD oder Abendblatt zu manipulieren versuchen, kann der Verein umstrukturieren, bis ihnen Blut aus den Ohren läuft.

 

Mehr als eine wichtige Persönlichkeit innerhalb des Vereins hat mir in der Vergangenheit erklärt, dass man dies nicht machen könnte.

„Die schreiben uns jedes zweite Wochenende das Stadion voll…“

 

Bei aller Freundschaft, aber das glaube ich nicht. Ich glaube nicht, dass auch nur 100 Zuschauer weniger ins Stadion kommen, wenn sie keine Geschichten mehr über den HSV in der BILD lesen würden. Und wer davor Angst hat, dass die Pulitzerpreisträger im Falle eines Presse-Boykotts dazu übergehen würden, sich etwas aus den Fingern zu saugen, dem kann ich nur erwidern: Was machen sie denn heute ?

Von | 2014-02-03T09:36:36+01:00 3. Februar 2014|Allgemein|49 Kommentare

49 Comments

  1. McShire 3. Februar 2014 um 09:37 Uhr

    Ich kann deine Ausführungen nachvollziehen, Grave. Die Frage, die ich mir stelle ist: Was hat die Bild von einem Abstieg/Chaos beim HSV? Bringt ein HSV in der 2. Liga mehr Umsatz für die Schreiberlinge? Letztendlich geht es doch immer ums Geld und um nichts anderes. Oder ist die Bild so kurzfristig orientiert, dass ein halbes Jahr Abstiegskampf und Endzeitszenario ausreicht für diese fortgesetzte Einflussnahme und gesichterte Verkaufszahlen?
    (Wie Die Ärzte schon sangen besteht die Bild nur aus „Angst, Hass Ti..en und dem Wetterbericht.“)

    • Gravesen 3. Februar 2014 um 09:42 Uhr

      Eigentlich müsstest du das die Herren selbst fragen, aber als jemand, der seit mehr als 25 Jahren im Verlagsgeschäft arbeitet und mit Verlagsmarketing sein Geld verdient, kann ich dir sagen, dass es der Print-Branche schmutzig geht.
      Die BILD bespielsweise verlor zwischen Quartal III/13 und IV/13 nahezu 10% seiner verkauften Auflage und ist mittlerweile bei 2,3 Millionen Verkauften angekommen, das waren mal fast 6 Millionen.
      Man ist also gezwungen, immer kurzfristiger zu denken, als freier Redaktionsmitarbeiter einer Zeitungsredaktion weißt du nicht, ob du nächste Woche noch einen Job hast.
      Also: Melken wir die Kuh, so lange sie noch Milch hat

    • Forever Volkspark 3. Februar 2014 um 11:39 Uhr

      McShire…..der „Bild“ geht es nicht um Klassenerhalt und/oder Ab- bzw. Aufstieg.
      Die Redakteure / Journalisten / Tintenpisser der „Bild“ sind nur an ihrem eigene Ego und an ihrer Aussendarstellung interessiert.
      UM JEDEN PREIS!

      Für Autounfälle wie auch für sportliche Miseren gilt:

      Je martialischer, desto besser!

      Oder wie man früher kolportierte
      „Frau drehte Mann durch Fleischwolf – BILD sprach zuerst mit der Frikadelle“

      Nur darum geht es.
      Je fieser der Bericht, desto stärker der Orgasmus in der „Bild“-Redaktion…

    • Bernd 3. Februar 2014 um 10:08 Uhr

      Absolut lesenswerter Artikel. Und gleich im ersten Kommentar ein echtes Highlight:
      „Wenn man es mit Humor betrachten will: Der HSV ist das „Täglich grüßt das Murmeltier“ der Bundesliga – jede Saison fängt alles wieder bei Null an. “

      Unbedingt den Kommentar von User hensy25 lesen. 🙂

  2. Nordlicht 3. Februar 2014 um 09:47 Uhr

    In Bild und den assoziierten Blättern geht es seit kurzem nur noch um die „Abwicklung“ des Dinos – also Abschiebung in Liga 2. Es wird – mit viel Sinn und Verstand – das geschrieben, was die eigenen Leser befeuert. Schuldige für die HSV – Miserie sind klar – wenn es denn jetzt auch in allen Zeitungen steht…

    Aber vielleicht liegt daran auch eine kleine Hoffnung. Wenn schon alle den HSV tot geschrieben haben könnte, dies hoffentlich bei der Mannschaft eine „Jetzt erst recht“-Stimmung auslösen. Es sind noch 15 Spiele zu spielen…

  3. Gravesen 3. Februar 2014 um 10:22 Uhr

    Gerade im „Qualitätsblog“ gefunden, für mich der nächste Bundestrainer 😀

    Interessant ist aber hier z. B., dass der HSV viel Ballbesitz hatte und der Gegner trotzdem viel mehr und im Durchschnitt schneller gelaufen ist (und zwar über die ganze Mannschaft betrachtet). Dax zeigt ja ganz klar ein wichtiges Manko beim HSV: Beim Gegner passiert ohne Ball viel mehr, beim HSV bewegt sich v. A. der Spieler mit Ball. Stichwort fehlende Laufbereitschaft.

    Dieser Pfosten kann in seinem Leben maximal mit der Coladose auf dem Pausenhof gekickt haben. Eine Mannnschaft, die nicht im Ballbesitz ist, muss zwingend mehr laufen, um den Ball zu erobern, du Pfeife. Das ist ja nicht mehr zum Aushalten, soviel Dummheit.

    • ky 4. Februar 2014 um 09:52 Uhr

      Ich bin ja mit vielem sehr einverstanden, was Gravesen und die meisten Blogger hier mit Sachverstand und Leidenschaft schreiben, aber hier liegt Ihr falsch. Und zwar gänzlich. Wer das Trauerspiel gegen Hoffenheim gesehen hat, hat deutlich gesehen, dass das Gegenpressing der Hoffenheimer über fast 90 Minuten immer wieder das Aufbau-Spiel des HSV so erfolgreich störte, das entweder von Westermann oder Drobny aus Mangel an Anspielstationen dann der lange, unkontrollierte lange Ball in die Spitze gespielt wurde, der dann postwendend den Gegenzug einleitete. Der HSV hat die geringste Laufleistung über alle 19 Spiele aller Buli-Mannschaften. Und RVV 23 als 2.ältester Feldspieler dabei noch die meisten Kilometer aller HSV-Spieler. Und daran erkennt man Verzweiflung und System-Mangel. Es herrscht eben kein kollektives Bewusstsein, wann die Mannschaft sich im Kollektiv geschlossen bewegt und Anspielstationen bei Ballbesitz ermöglicht, wann im Kollektiv aggressives Gegenpressing die Balleroberung ermöglichen soll, und wann Phasen des kollektiven Verschnaufens die Regeneration ermöglichen. Und das ist Sache des Trainer-Teams und der Führungsspieler auf dem Platz, ein solches System allen zu vermitteln. Aber da es keine Hierachie auf dem Platz gibt, weil es kein Konzept der Kaderzusammenstellung in der sportlichen Führung gibt, haben wir eben Grüppchenbildung aller Orten, die zu einem kollektiven Abstieg führen wird, an dem am Ende nur die Fans leiden werden. Janssen geht nach Gladbach, BVM und RVV nach Holland, Adler nach England, Lasogga nach Dortmund via Berlin, etc. Nur der HSV geht zum Insolvenzrichter…

  4. MrsMurphy 3. Februar 2014 um 10:40 Uhr

    Um das mit der BILD mal zu illustrieren, hier mein Dialog auf Twitter, Matthias Müller ist stellv. Sportchef::

    Matthias Müller ‏@MuellerMatze
    Für jeden #HSV-Interessierten ein Muss. Auf den Punkt korrekt polemisch. http://bit.ly/1ehGFDM
    MrsCgn ‏@MrsCgn
    .@MuellerMatze Das ist nicht polemisch, das ist einfach nur billig. Und bedient die Stammtische. Soll’s ja auch, oder? // @waltermstraten
    Matthias Müller ‏@MuellerMatze
    @MrsCgn @waltermstraten Das ist die Wahrheit. Aber die gefällt ja oft nicht jedem.
    MrsCgn ‏@MrsCgn
    @MuellerMatze Ah, auf Stammtischniveau zu palavern ist die Wahrheit. Wenn ich sage: Bild ist blöd, ist das dann auch wahr? @waltermstraten
    Matthias Müller ‏@MuellerMatze
    @MrsCgn @waltermstraten Kann ich nicht beurteilen, da Sie sich am Stammtisch offenbar besser auskennen. So hat jeder seine Stärken.

    Diese Chuzpe muss man wirklich erst mal haben: Die Zeitung sagt nur die Wahrheit, nichts als die Wahrheit. Dazu fällt einem wirklich nichts mehr ein.

    Schlimmer finde ich jedoch, dass diese Masche zieht. Dass der HSV nichts entgegenzusetzen hat. Dass Kreuzer weiter in jedes Mikrofon labert, dass scheinbar nur dann was passiert, wenn öffentlich „Druck“ erzeugt wird. Und dass beim HSV einfach keine Konsequenzen gezogen werden. Der AR duckt sich weg, auch der Vorstand sieht sich offensichtlich nicht verantwortlich. Ich bin wie Grave der Ansicht, dass man sich von der angeblichen Abhängigkeit von den Medien mal lösen muss. Man hat doch alle Möglichkeiten: HSV-TV, hsv.de und social Media komplett – die muss man dann aber auch mal von sich aus (pro-aktiv) konsequent bespielen.

    • Gravesen 3. Februar 2014 um 10:49 Uhr

      Ich finde, ihre wahren Charakter und ihre unerträgliche Überheblichkeit offenbaren beide „Herren“ in dem Moment, als sei dir unterstellen, du würdest dich „an Stammtischen offenbar besser auskennen“. Diese Widerlinge meinen, sie stehen grundsätzlich über allem. Sie manipulieren die öffentliche Meinung und sind quasi aufgrund ihres Arbeitsvertrages mit dem Springer-Verlag unangreifbar.
      Hier mal ein Ausschnitt aus Wikipedia über Ekel-Alfred Draxler:

      Die Sport- und hier besonders die Fußballberichterstattung der Bild-Zeitung steht immer wieder in der Kritik, tendenziös zu sein. Kritik brachte Draxler hier zum Beispiel seine langjährige persönliche Verbundenheit mit Bild-Kolumnist Franz Beckenbauer ein, die laut Kritikern mit einer sehr schonenden Berichterstattung der BILD-Zeitung über die Person Beckenbauer verbunden ist.[2][3]. Die Nähe zu Lothar Matthäus, der deshalb stets im Verdacht stand, Interna an die Presse gegeben zu haben[4] und der (gescheiterte) Versuch, diesen nach dem Rücktritt von Rudi Völler als Nationaltrainer 2004 als Nachfolger ins Spiel zu bringen, deuten in eine ähnliche Richtung.

      Nationaltrainer Jürgen Klinsmann, der, entgegen jahrelangen Gepflogenheiten, der Bild-Zeitung keinen exklusiven Zugang zur Fußball-Nationalmannschaft ermöglichte, sah sich im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2006 massiver Kritik ausgesetzt („Grinsi-Klinsi“)[5], die sich nach dem erfolgreichen Sommermärchen schlagartig ins Gegenteil verkehren sollte.

      Draxler wird von Kritikern darüber hinaus auch immer wieder mit journalistischen Entgleisungen in Verbindung gebracht. So äußerte er in seiner Bild-Kolumne, Fußballspieler Benny Lauth müsse „doch eigentlich auf die Fr… kriegen, oder?“[6]. Den Fall des österreichischen Finanzministers Karl-Heinz Grasser, der in der BILD mit seiner Frau in einer Oralverkehr suggerierenden Pose abgebildet wurde, rechtfertigte Draxler mit dem Argument, Grasser und seine Gattin seien Teil des Jetsets und man habe „ja nicht behauptet, dass der Sex vollzogen wurde“[7].

      Im Jahr 2008 wurde ihm vorgeworfen, obwohl innerhalb der Zeitung hauptsächlich für den Sport zuständig, aus persönlichen Gründen an einer BILD-Kampagne gegen Anne Will beteiligt gewesen zu sein. Draxlers Ehefrau, die CDU-Politikerin Martina Krogmann, ist die Patentante des Sohnes von CDU-Politiker Friedbert Pflüger. Dieser hatte vehement Wills Rücktritt gefordert und war während dieser Zeit in BILD ausführlich zu Wort gekommen[1].

  5. Trapper Seitenberg 3. Februar 2014 um 10:52 Uhr

    Ich stimme grundsätzlich zu. Allerdings macht der Boulevard nicht nur Stimmung, sondern er nimmt bereits vorhandene Stimmungen auf, spiegelt sie und verstärkt sie durch diese Spiegelung. Es ist ein wechselseitiges Hochschaukeln und Profitieren. Auf der einen Seite ratlose Fans, die, meist vollkommen außerhalb jedes Leistungssportes stehend und daher fachlich weitestgehend unbeleckt, unbeirrt glauben, sie könnten Profifußball beurteilen, weil es spätestens nach ’54 zur deutschen Kultur gehört, dass man zum Fußball eine Meinung zu haben hat. Wem aber fachliche Qualifikation fehlt, der greift schnell auf seine eigene Lebenserfahrung zurück – worauf denn sonst?! Das führt dann z.B. zu der Behauptung, man müsse sich nur zusammenreißen, oder die (Profis) bräuchten nur einen Tritt in den Allerwertesten. Das knüpft z.T.auch an die alltäglichen Erfahrungen dieser Menschen an, die im Betrieb beständig erleben, dass der Vorarbeiter, Abteilungsleiter oder Chef mit Druck auf bestimmte Verhaltensweisen reagiert. Das man so keineswegs immer reagieren muss, dass das u.U. sogar kontraproduktiv sein kann – woher sollen sie das wissen?! Die Richtigkeit ihrer Einstellung sehen sie dann durch andere bestätigt. Wenn der das auch sagt, dann liege ich ja nicht falsch, ist die leichtfertige aber nachvollziehbare Schlussfolgerung. BILD nimmt jetzt doch „nur“ etwas auf, wofür bspw. auch Matz seit Monaten den Boden bereitet hat: Da wurde zu einem Zeitpunkt der finanzielle Abgrund behauptet, als z.B. das negative Eigenkapital noch deutlich geringer ausfiel. Dann wurde hysterisch die Verpflichtung von vdV gefordert, um hernach erneut die finanzielle Misere anzuprangern. Dann folgte jüngst erneut der inzwischen aberwitzige Schrei nach weiteren, namhaften Verstärkungen. Und wenn alles nichts hilft, dann fordert man eben „Köpfe“, was auch schon anklang.

    Wenn man auf jede Plausibilität verzichtet, dann hat dieses Vorgehen einen klaren Vorteil: Die ansonsten nur schwer auszuhaltende eigene Rat- und Hilflosigkeit wird umgehend aufgehoben, denn man wähnt sich ja bereits im Besitz einer Erklärung, bzw. einer Lösung.

    Ich wage mal die These, dass BILD es sich nicht auf Dauer(!) erlauben kann, an den eigenen Kunden vorbeizuschreiben. BILD fährt in Einzelfällen auch Kampagnen, aber die viel traurigere Wahrheit scheint mir zu sein, dass die Masse eben ziemlich schlicht gestrickt ist. Und auf dieser Feststellung beruht vor allem der Jahrzehnte anhaltende Erfolg der Boulevard-Medien: unterhalten, vereinfachen, (angebliche) Lösungen anbieten, dem s.g. kleinen Mann eine Stimme geben. Die Gleichung aus Sicht von BILD & Co dürfte daher lauten: Je besser dessen Stimmung getroffen ist, desto mehr Auflage, bzw Reichweite.

    • MrsMurphy 3. Februar 2014 um 11:28 Uhr

      Hm. Wenn ich als Medium eine Stimmung aufnehme, dann kennzeichne ich das auch so. Und ich schreibe nicht einfach hin: Die [Spieler] sind faul. Das kann man alles sehr viel sachlicher und plausibler verpacken. Darüber hinaus kotzt mich diese Hybris an: Wir sind die BILD, wir sind im Besitz der Wahrheit, die nun mal einfach ist und nicht jedem gefällt.

    • Jakob.K 3. Februar 2014 um 14:15 Uhr

      Sorry Vor-Blog:
      Du hast Recht!
      Das bestätigt auch die Aussage von Lars49 oder so oder Rotkäppchen, keine Hanung wers war. Er meinte, die Rufe gingen auch gegen Jojo.
      Frust. Entschuldige mich bei den Auswärtsfahrern und dem Blog für meine Entgleisung. Ernst gemeint.

  6. MrsMurphy 3. Februar 2014 um 10:59 Uhr

    Das war einfach billige Provokation und – um es mit dem geschätzten Trapper zu sagen – ein Statement im Sinne einer Selbstauskunft. Allein das „Sie“ plötzlich – auf Twitter ist man grundsätzlich per Du. Der Kommentar, auf den sich der Tweet bezieht, ist übrigens von Straten, ein echter Spaßvogel.

    Übrigens: Im HA meinte Kreuzer, dass es nichts bringe, verbal auf die Jungs einzuschlagen. Ich musste dann mal laut lachen – das ist ja wirklich mal eine bahnbrechende Erkenntnis des reinen Weltspottdirektors. Und der stellt den gestrichenen freien Tag auch noch so hin, als würde der Trainer gegen seine Überzeugungen handeln. Kann es nicht auch sein, dass der Trainer ein Trainingslager möchte, um die Spieler auch mental zu stärken? Um sie zusammen zu haben, am Teamgeist zu arbeiten, näher zusammenzurücken? Es gibt so viele Erklärungen dafür, aber den Trainer zum Gespött der Öffentlichkeit zu machen („der handelt ja nur, weil wir [die Fans] ihm das gesagt haben), finde ich wieder mal unsäglich!

    • Trapper Seitenberg 3. Februar 2014 um 11:15 Uhr

      War zu erwarten. Fakt ist doch, dass sich Jarchow mit der von ihm behaupteten Augenhöhe mit Schalke bereits heftigst in die Nesseln gesetzt hat. Auch seine Simpel-Schlussfolgerung, wer auf Platz 7 eingelaufen sei, der müsse schließlich Platz 6 anstreben, zeigte deutich an, dass er u.a. das „Wie“ auf dem Weg zu Platz 7 ungenügend analysiert hat. Zudem hatte auch er sich vollmundig für Kontinuität als anzustrebendes Ziel ausgesprochen, jedoch dann dennoch Finks Entlassung mindestens mitgetragen. Er muss daher, will er nicht seine ganzen (sportlichen) Fehleinschätzungen um die Ohren geknallt bekommen, auf die Mannschaft losgehen. Im Grunde Business as usual: Schuld sind immer die Anderen.

  7. Jopahi 3. Februar 2014 um 11:27 Uhr

    Ist mir gerade mal aufgefallen: Auf abendblatt.de -> „In den Nachrichten: NSU-Mordserie | HSV | Dschungelcamp“

    😀

  8. EX-41 Jahre HSV 3. Februar 2014 um 12:20 Uhr

    Lieber Grave,

    obwohl ich fast immer Deine scharfsinnigen Kommentare mit zustimmenden Kopfnicken lese, muß ich den letzten 2 Einträgen teilweise widersprechen.
    Was die Springerpresse angeht: Kein vernünftig denkender Mensch traut diesen Schmierenkomödianten.
    Allerdings können selbst diese miesen Schreiberlinge hin und wieder zufällig auf die Wahrheit stoßen.
    Man weiß aber mittlerweile gar nicht mehr, wo man das zentrale Übel ausmachen könnte.
    Ein unfähiger AR macht Schnarchow zum Interims-VV und verlängert kurz danach dessen Vertrag! Hallo? Klar, alles Zufall. Die Verpflichtung des ausgessenen Arnesens sitze ich mal aus: nur so viel, er hat nicht nur Schrott eingekauft. Dann kauft man einen Kreutzer für 1 Mio (!!!) aus der 3. Liga frei.
    An Trainern wurden Wochenend-Heimfahrer bevorzugt.
    Diese Mentalität schlägt auf Spieler durch.
    Trainingsfaulheit?
    Als ehemaliger Fußballer sieht man sofort, wo es beim HSV fehlt.
    An Arbeit. Erfolgreicher Fußball wird in intensiven Einheiten erarbeitet.
    Das sieht man in Braunschweig und Augsburg, Mannschaften denen ich den Abstieg nicht gönne, WEIL dort gehandelt wird und dort auch Profis spielen.
    Der HSV ist die faulste Mannschaft der Liga, und wenn man den Trainer erst durch öffentlichen Druck bekehren kann, hat man den Falschen verpflichtet.
    Wie kann man BvM (ich bin kein Typ, der aufgibt. EIGENTLICH, schon bei den dortmunder Fans als Wochenend-Heimfahrer berüchtigt, nur verpflichten?
    Die Entscheidung liegt bei wenigen im AR: Der Vorstand müßte komplett gefeuert werden und man müßte gleichzeitig Ersatz stellen.
    Ginge nur mit Felix Magath als Personalunion (VV,SD, TR)
    Anders gehts nicht.
    Der „Verein“ ist nur mit diktaorischen Mitteln zu retten.

    • Gravesen 3. Februar 2014 um 12:23 Uhr

      Ich verstehe. Wann warst du das letzte Mal beim Training im Volkspark, wann in Augsburg und wann in Braunschweig ?

  9. Gravesen 3. Februar 2014 um 12:31 Uhr

    Was bitte ???

    Thomas Müller
    Servus zusammen,

    gestern stand nie zur Debatte, wer als Sieger die Allianz Arena verlässt. Die Jungs haben die Frankfurter Eintracht in souveräner Art und Weise 5:0 nach Hause geschickt. Ich hab mir das Spiel zur Abwechslung mal auf unserer beheizten Auswechselbank angeschaut. Keine Sorge – mir gehts gut. Der Trainer hat mir einfach mal ne Pause gegönnt, da ich diese Saison schon wieder ein paar Spiele Buckel habe.

    Gerade haben wir an der Säbener Straße trainiert. Morgen ist trainingsfrei. Und ab Mittwoch gilt die Konzentration schon wieder dem Nürnberg-Spiel. Da wirds sicherlich nicht leicht.

    Viele Grüße und bis bald, euer Thomas

    (Thomas Müller via Facebook)

  10. EX-41 Jahre HSV 3. Februar 2014 um 12:42 Uhr

    Grave,
    beim HSV besteht seit Jahren eine Leistungsinkontigenz hoch 3.
    Wir können gern nach den Spielen gegen Augsburg und Braunschweig noch mal sprechen.
    Du legst gern den Finger in die Wunde. Stell Dich mal der Realität.
    Seit 83 gibt es diesen hier hochgehalteten HSV gar nicht mehr.
    Das ganze Geschwätz vom „großem Traditionsclub“ usw. kann man vergessen. Der Verein ist am Arsch.
    Da gehört er auch hin, wenn Du diese Strukturen noch verteidigst.
    Macht aber keinen Unterschied.
    Ich bin Fan vom HSV 80-83.
    Und ab heute Fan des guten Fußballs.
    In südlichen Vereinen scheint man zu oft zu trainieren.

    • Gravesen 3. Februar 2014 um 13:18 Uhr

      Darum geht es nicht. Du hast die Behauptung aufgestellt, der HSV sei „die faulste Mannschaft der Liga“. Jetzt möchte ich gern Beweise dafür lesen bzw. möchte ich wissen, wie du die Trainingsvolumina in Hamburg, Braunschweig und Augsburg beurteilen möchtest. Das kann man meiner Meinung nur, wenn man weiß,

      wie
      was
      wann
      warum
      mit welcher Intensität etc.
      trainiert wird bzw. wurde.

      Also bitte. Aber nicht diesen BILD/-Draxler-Stuss.

  11. jorgo 3. Februar 2014 um 12:57 Uhr

    @ ex-41 Jahre HSV v. 12.20h
    Deine Worte auf mich wirken so, daß Du von der BILD erreicht worden bist. Zum Wochenendheimfahrer möchte ich anmerken, daß mein bester Freund seine Familie unter der Woche in Stormarn alleine läßt, damit er sein -zugegebenermaßen gutes Geld- in Stuttgart für die Familie uns sich verdienen kann. Er ist sogar so dreist und macht Freitag früher frei und fährt, man wird es kaum glauben wollen, zu seiner Familie heim nach Norddeutschland. Mein Freund ist ein kluger, strebsamer Mann und Vater zweier pubertierender Kinder. Boh ey, ist der dreist der Kerl, nä!

  12. Thomas S. 3. Februar 2014 um 13:06 Uhr

    Der HSV steht mit dem Problem ja nicht allein. Innerhalb der Anhängerschaft des 1.FC Köln gibt es eine ganz ähnliche Diskussion – fast 1:1 übertragbar:
    https://www.facebook.com/FCKoeln/posts/504341419593374

  13. jorgo 3. Februar 2014 um 13:07 Uhr

    soeben konnte ich auf 106,8 vernehmen, daß der HSV ein Trainingslager in dieser Woche im Hamburger Umland plant. Dazu mein Frage an @ EX-41 JAHRE HSV: wurde BvM erst auf öffentlichen Druck hin dazu veranlasst ein Trainingslager abzuhalten?

  14. neuer 3. Februar 2014 um 13:21 Uhr

    @EX-41 Jahre HSV
    in einem total kaputten verein , nutzt kein trainerwechsel etwas.
    auch mit deiner trainingsforcierung würde wahrscheinlich das gegenteil ereicht werden. jeder spieler entscheidet im kopf und für sich selbst, was er macht und wie locker er im spiel ist. beim hsv herrscht angst und resignation.
    das kriegst du nicht mit ständigen trainerwechseln und ständigem konditionstraining geändert.
    spieler die in einem intakten verein spielen und sich weiterentwickeln können ,wachsen regelmässig über sich hinaus. alle ziehen an einem strang (das ist nicht nur eine metapher) nur so lassen sich die erfolge von augsburg ,mainz usw meiner meinung nach erklären .
    an keinem verein keiner mannschaft und keinem trainer, gehen jahrelange interne zerstrittenheit,inkompetenz und mediales harakiri einfach so vorbei.
    wie gravesen schrieb.. veh hat damals erkannt das beim hsv nicht mehr viel zusammen passt.
    der hsv ist da, wo die verantwortlichen die medien und teilweise die fans ihn hingebracht haben . nicht mehr und nicht weniger……

  15. braveheart 3. Februar 2014 um 13:22 Uhr

    Allen erschreckenden Hamburger Medienmanipulationen oä. zum Trotze, erinnere ich gerne an die Rede von Ex-AR Axel Formeysen auf der letzen MV (und an den Beitrag von User Raschi aus dem „anderen“ Blog 😉 ): Ohne eine grundlegende Reformierung des SC wird der HSV -egal ob Abstieg oder nicht und egal ob HSV plus oder nicht und egal ob nur Satzungskosmetik oder nicht- … nie mehr in die erfolgreiche Spur kommen. Aus HSV Hamburger Sport Verein mit „traditionell erstklassig“ hat eine Minderheit (das wissen wir seit der letzten MV ganz offiziell) zunehmend den „Change“ in den HSV Hamburger Supporters Verein geschafft … Sport als Selbstzweck (auch lt. unserer Satzung) war mMn gestern. Schade für den HSV, dass die besagten Medien hier nicht mal seriöser und beharrlicher nachforschen.

  16. neuer 3. Februar 2014 um 13:53 Uhr

    http://epub.uni-regensburg.de/28497/
    man kann daraus sicherlich erkennen, dass ein anstieg der trainingsintensität auch zu schwereren verletzungen f