Die nächste Stufe der Hexenjagd

Liebe Leser,

wieviel Spaß macht es eigentlich, Lizenzspieler beim Hamburger Sport Verein in den Jahren zwischen 1988 bis 2014 zu sein ?

Aufgrund einer völlig unangebrachten Erwartungshaltung seitens der Fans, die irgendwie immer noch denken, dass sie für einen besonderen Verein jubeln oder vielmehr pöbeln und Pappbecher werfen.

Aufgrund der durchtriebenen Inquisitoren mit den Laptops und der fehlenden Fachkenntnis, die sich ein perverses Vergnügen daraus machen, jedes Fünkchen Selbstbewußtsein im Keim zu erdrosseln, sich selbst aber wie zum Hohn „HSV-Fans“ schimpfen.

Aufgrund einer instabilen, intriganten, interessiert-vereins-extern-gesteuerten Möchtegern-Führung, die keine ist und keine mehr werden  wird.

Aufgrund eines Sportchefs, dessen einzige Fähigkeit es ist, zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt das denkbar Falscheste zu tun und zu sagen.

Aufgrund des gefühlt 252. Trainers in 15 Jahren, dessen Fähigkeiten im Grunde sowas von scheißegal sind und der in dem Bewußtsein, spätesten nach der 1. Niederlage sturmreif geschossen zu werden, seinen ersten Arbeitstag beginnen muss.

Kurz – aufgrund einer äußeren und inneren Darstellung eines Vereins, die mehr einer Pestgaleere als einem Kreuzfahrtschiff gleicht, ist eine Anstellung beim HSV garantiert nicht Vergnügungssteuerpflichtig.

Anerkennung als Motivation

Nun wird der eine oder andere aufgeklärte Klugscheißer einwenden:

„Die sollen sich nicht vergnügen, die sollen was tun für ihre Millionen. Ich muss auch jeden Tag zur Arbeit gehen, selbst dann, wenn ich keine Lust habe“

 

Stimmt absolut. Das muss wohl jeder von uns. Und trotzdem: Wem von uns macht das Arbeiten denn nicht mehr Spaß, wenn man das, wofür man sein Gehalt bezieht, mit Freude an der Sache ausübt ? Was gibt es mehr an Motivation, als wenn man das, was man zu tun hat, gern macht ? Das gilt für den Klempner genauso wie für den Investment-Banker. Geld spielt dabei eine untergeordnete Rolle, Geld motiviert nur temporär.

Das Beste, was einem Gehaltsempfänger passieren kann, ist Lob und Anerkennung für das, was er tut. Wer strebt nicht nach Bestätigung seines Vorgesetzten, seines Partners, seines Chefs oder seiner Eltern ? Richtig, keiner.

Anerkennung oder Lob für das, was sie tun, kennen HSV-Spieler im Grunde nur noch als Gerücht, aber damit könnten sie wohl noch einigermaßen leben. Was sich seit gestern im Hamburger Blätter- und Internetwald abspielt, ist jedoch der vorläufige Höhepunkt einer wiederwärtigen Hexenjagd, die leider Gottes eine gewissen Anzahl an dünn-angerührten Möchtegern-Fans tatsächlich erreicht hat. Besonders Kapitän Rafael van der Vaart sieht sich einem Shitstorm gegenüber und er ist in diesem Fall vollkommen unschuldig.

Eine neue Stufe der Eskalation

Was war passiert ? Der HSV hatte wie angekündigt eine Trauerfeier zum Tod des kürzlich verstorbenen Hermann Rieger organsisiert. Am Sonntag, den 02.03. fanden sich ca. 3.000 Trauergäste in der Arena ein, um dem Vereinsidol zu gedenken, die tatsächliche Beerdigung sollte im engsten Familienkreis stattfinden.

Was macht nun ein tief trauernder, investigativer Hamburger Sportjournalist ? Richtig, er zählt. Er zählt die Trauergäste und bemerkt, dass von 70.000 Mitgliedern (davon ca. 80% aus dem Hamburger Umland) gerade mal 3.000 Trauergäste in der Arena anwesend waren.

3.000 von ca. 55.000 ? Hermann wäre stolz und erfreut gewesen und hätte sich überschwänglich bei allen 3.000 bedankt. Nicht so der Hamburger Sportjournalist, der denkt weiter.

Und blitzschnell, wie er nun mal ist, kommt er auf die rettenden Idee. Wen interessieren denn schon die Mitglieder, wir suchen flugs nach den Promis. Ex-Präsidenten, Ex-Spieler, Ex-Trainer etc.

Wollen wir doch mal gucken, wer sich alles gedrückt hat.

Horst Hrubesch war da, Stig Töfting aus Dänemark war da, Jimmy „Calypso“ Hartwig, Hieronymus, Kargus, Wehmeyer.

An dieser Stelle hätte man jetzt auf die wilde Idee kommen und bemerken können, dass beispielsweise Felix Magath nicht anwesend war. Magath hatte immerhin noch die Laudatio zu Riegers Wahl zum Hamburger des Jahres gehalten. Manni Kaltz war auch nicht da, es waren eine ganze Menge ehemaliger Weggefährten nicht da.

Aber das schreibt sich in diesen Tagen nicht so gut, also guckt man, welche Spieler der aktuellen Mannschaft anwesend waren. Und dann – SCHOCK – gerade mal vier Spieler bequemten sich zu dieser „Pflichtveranstaltung“ (die keine war). Das schlägt ja dem Fass den Boden aus.

Vergesst die 55.000 Mitglieder, vergesst die Dutzenden von Weggefährten. Diese miesen Söldner haben keinen Anstand, wie Herr Sonnenberg in seinem Kommentar in der BILD zu berichten wußte.

Die HSV-Profis benötigten knapp 100 Meter, um aus der Kabine zur Trauerfeier in die Arena zu gehen. Genau vier (!) Profis gingen diesen Weg. Und die anderen? Kapitän Rafael van der Vaart düste nach Hause, Führungsspieler wie René Adler oder Heiko Westermann waren nicht zu sehen.​

Die Teilnahme an der Trauerfeier war für die Spieler freiwillig. Aber wenn nur vier Spieler bereit sind, sich von einem Menschen zu verabschieden, dem der HSV ein Denkmal setzen will, sagt das ALLES über den Charakter dieser Mannschaft.​

 

Hermann Rieger beendete seine aktive Karriere als Masseur (nicht als Physio, Hermann war immer Masseur) beim HSV im Jahr 2004. 2004 war Jonathan Tah 8 Jahre alt. Jacques Zoua war 14 und lebte in Kamerun. Tomas Ricon bolzte als 16-Jähriger auf den Straßen von San Christobal und Rene Adler schaffte den Aufstieg von der zweiten Mannschaft der Leverkusener in den Profikader der Werkself.

Aber selbst wenn diese Spieler zum Ende von Hermann Riegers „Amtszeit“ alle jenseits der 30 gewesen wären, wer bitte nimmt sich das Recht, für einen anderen Menschen entscheiden zu wollen, wie er zu trauern hat ? Was bilden sich Gestalten wie Sonnenberg, Matz und Genossen überhaupt ein ?

Woher wissen die selbsternannten Scharfrichter eigentlich, wer von den nicht anwesenden HSV-Spielern was gemacht hat ? Vielleicht hat Maxi Beister zuhause gesessen und vor sich hingestarrt. Vielleicht war Michael Mancienne in der Kirche und hat eine Kerze angezündet. Ich weiß es nicht, aber die Schmierlappen, die sich Journalisten nennen, wissen es auch nicht. Weil sie nicht fragen. Das Stilmittel der Frage kommt in ihrem begrenzten Repertoire scheinbar nicht mehr vor oder ist es noch schlimmer ? Haben sie vielleicht gefragt und eine logische Antwort erhalten, diese jedoch schlichtweg ignoriert, weil sie nicht ins Konzept passt ?

Ins Konzept passt zur Zeit auf jeden Fall das Einknüppeln auf Rafael van der Vaart. Spätestens, seit medial-entlohnte Dampfplauderer wie Matthäus oder Effenberg den Holländer als Archillesferse des Hamburger Spiels ausgemacht haben, ist die Jagd eröffnet. Alles, aber auch wirklich alles wird auf den Schultern des Kapitäns abgeladen, dann interessiert es auch niemanden, dass van der Vaart neben dem Training Sonderschichten schiebt, um fitter zu werden.

Es interessiert sich auch niemand für den Grund, warum van der Vaart tatsächlich nicht in der Arena anwesend war, als sich die versammelte Hamburger Sportpresse von Trauer zerrieben weinend in den Armen gelegen hatte.

van der Vaart war kurzfristig für das Länderspiel der holländischen Nationalmannschaft nachnominiert worden und muss direkt nach am Sonntagmorgen anreisen, da ein Fototermin mit Sponsor und Ausrüster Nike angesetzt war. Der Kapitän konnte als gar nicht an der Trauerfeier teilnehmen, selbst wenn er gewollt hätte. Um dies zu erfahren, hätte man einfach nur Mediendirektor Wolf in der Arena ansprechen müssen, zumindest hätte dies ein Journalist gemacht.

Leider hat das, was mittlerweile seit vielen Jahren medial in Hamburg passiert, mit Journalismus nichts zu tun. Hier wird lieber vermutet, als gewußt. Hier ist das Scheißhausgerücht wertvoller als die Wahrheit und die Lust an Intrige und Zersetzung ist offenbar Einstellungsvoraussetzung Nr. 1.

Was damit bezweckt wird ? Relativ einfach zu durchschauen, oder ?

Nicht die Spieler entscheiden, was sie tun. Nicht der Verein entscheidet, was Spieler und Verein tun. Die Presse entscheidet, was getan wird und wann was getan wird.

Das gilt für Einstellung von Managern und Entlassungen von Trainern mindestens genauso für die Trauer von Vereins-Angestellten. Herr Laux entscheidet zusammen mit Herrn Schiller, wer wie zu trauern hat und Herr Sonnenberg entscheidet zusammen mit Herrn Hesse, wer richtig und wer falsch getrauert hat. Und hat einer nicht „Bild-korrekt“ getrauert, hat er keinen Anstand. So einfach ist die Welt, sorry die Bild.

Ich war auch nicht in der Arena, obwohl ich Hermann Rieger kannte. So, wie ich Hermann kennengelernt habe, hätte er von niemandem verlangt oder erwartet, dass er in die Arena gekommen wäre, aber er hätte sich aufrichtig gefreut, selbst wenn es nur 20 Leute gewesen wären.

Hermann Riegers größte Tugend war seine Bescheidenheit, sein Hang, sich selbst überhaupt nicht wichtig zu nehmen. Leider Gottes hat diese Tugend auf die selbsternannten Sittenwächter nicht im Mindesten abgefärbt, im Gegenteil. Sie sind wichtiger als alles, worüber sie neutral berichten sollen. Hermann würde im besten Fall über euch lachen, im Schlimmsten würde er euch verachten.

 

 

 

 

 

Von | 2014-03-03T20:20:16+01:00 3. März 2014|Allgemein|49 Kommentare

49 Comments

  1. Hessenlöwe 3. März 2014 um 19:59 Uhr

    Danke! Mitten aus meinem Herzen! Unfassbar, was sich hier die Schmierfinken erlauben. Kontraproduktiv ohne Ende!
    Anstatt Eintracht zu leben, wird Zwietracht gesät.

  2. Sylvia Kaal 3. März 2014 um 20:03 Uhr

    Super geschrieben und sehr wahre Worte, Grave.

  3. mendikant 3. März 2014 um 20:19 Uhr

    Wenn ich darf, setz ich mal folgendes ein.
    Tipps für Journalisten, würde denen (da drüben)bestimmt helfen:

    http://www.journalismustipps.de/

  4. Onkel Lumpi 3. März 2014 um 20:19 Uhr

    Fragt doch mal Milani, warum er in seiner Zeit als Angestellter des HSV auf den Dachverband zugegangen ist und was seine Intension damals war….
    Fragt ihn mal, warum er nicht beim HSV als Angestellter geblieben ist….
    Fragt ihn mal, wie der Dachverband seinerzeit reagiert hat….
    Grave: ich kann dir dieses beantworten und das auch eidesstattlich versichern !!! Und nicht nur ich…..
    Die Antwort wird dir der Brandstifter Milani nicht geben – aber ich dir gerne per Mail….!

    • Gravesen 3. März 2014 um 20:25 Uhr

      Dann mal her damit

      • Onkel Lumpi 3. März 2014 um 20:26 Uhr

        Kontaktiere mich doch mal per email…..!

        • Gravesen 3. März 2014 um 20:42 Uhr

          Erledigt

          • Onkel Lumpi 3. März 2014 um 20:55 Uhr

            U got Mail…. 😉

  5. Helmut Matthies 3. März 2014 um 20:26 Uhr

    Danke Gravesen, besser kann man es nicht beschreiben.

  6. Stephan Thamm 3. März 2014 um 21:15 Uhr

    Leider sehr, sehr wahr. Die Schmierfinken sind (auch) ein Spiegelbild der Gesellschaft. Voyeurismus, Effekthascherei, Ansprechen der dumpfen Masse mit Stammtischparolen und -niveau. Man kann nur hoffen, dass hier ein rasantes Umdenken einsetzt damit sich Ereignisse, wie z.b. das Drama um Robert Enke nicht wiederholen!!

    • Jottkah1887 3. März 2014 um 21:27 Uhr

      …und die ‚B***‘ wäre in einem solchen, für mich leider nicht undenkbaren Fall die erste Zeitung, die dann einen betroffenen Kommentar schalten würde.
      Bigotterie alléz!

      • Stephan Thamm 3. März 2014 um 21:35 Uhr

        Ja, so würde es wohl sein. Perverse Zeit, perverse Menschen… Halali, auf zur Jagd.

  7. Jottkah1887 3. März 2014 um 21:20 Uhr

    Ich habe den Eindruck, dass die Eskalation von Woche-zu-Woche widerlicher wird. Sind die Macher der Printmedien derart verzweifelt, dass es nur noch mit journalistischem ‚Dschungelcamp‘ versucht wird?
    Schlimm.

  8. dittel 4. März 2014 um 00:02 Uhr

    Ich konsumiere den Dreck einfach nicht mehr. Geht mir zumindest besser, seit ich Matz nicht mehr lese. Die Bild wird nicht mehr gekauft. Sollte jeder HSVer so machen!

    • AA 4. März 2014 um 00:08 Uhr

      So ist es.
      Danke für den Artikel.

  9. Jakob.K 4. März 2014 um 00:08 Uhr

    Nicht sehr geehrt Herr Matz,

    was ihr da treibt ist krank. Nein, ich habe versucht Verständnis für Euch aufzubringen. Inzwischen widert ihr mich und mein mein Umfeld richtig an.

    Völlig zu Recht und hoffentlich sehr schnell gehen Abendblatt und die Blöd pleite.

    Also ich an Stelle von VdV, zum Beispiel, hätte mir Euch vorgeknöpft. Der Mann hat vor einigen Monaten ungeborenes Kind verloren. Aber das scheint in Eure Gehirne nicht reinzupassen. Was das beutetet. Dieses Eindreschen ist krankhaft.

    Was für perverse Art Geld zu verdienen. Wenn einer der HSV Jungs Depression hat und sich wie Enke das Leben nimmt, werden Ihr HEUCHLER wieder die Hände in Unschuld waschen. Was geht es Euch eigentlich an wer wohin geht? Wer hat Euch auserwählt über andere so zu urteilen?

    Ich gehe so weit, dass Typen wie Matz Scholz und Co auch für den „Stürmer“ geschrieben hätten. Schön auf die die sich nicht wehren können eindreschen. Ihr seid keine Fans. Ihr seid Medien-Faschos. Wo bleibt Eure Empörung über Volksverhetzung Randale und Gewalt aus 22c???? Na? Tja kein Rückgrat.

    Stalking und perverse Neigungen. Das passt zu dem was ihr da treibt. Inzwischen weiß man nicht wer dümmer ist. Die Verfasser von Matzab oder die „Kommentatoren“.

    Eckelhaft!

    Und das auch noch „auf dem Rücken“ von einem Mann wie Hermann Rieger. Unfassbar.

    Sparen Sie sich jede Reaktion. Ich hoffe nur dass sich keiner der Hsv-Jungs etwas antut.

  10. Jakob.K 4. März 2014 um 00:22 Uhr

    Man muss doch diese Amokläufer doch irgendwie stoppen. Ich habe das Gefühl diese Schwachköpfe versuchen sich von Woche zu Woche mit Dummheit und Ekel zu überbieten.
    Warum HSV diese Typen noch erlaubt in die Arena zu kommen ist mir schleierhaft. 1 Monat ohne Infos vom HSV und dann kommen sie auf Knien und betteln um Infos. Sonst sind sie die Jobs ganz schnell los.

  11. HugoMeiser 4. März 2014 um 00:36 Uhr

    Tscha, das Blöde ist, dass die auf einander angewiesen sind. Wie sonst als mit Fotos und Werbung an prominenter Stelle soll die breite Masse erfahren, dass es mal wieder ein neues Leibchen mit der 23 in XXXL zu kaufen gibt? Oder dass es noch 3000 Restkarten für’s nächste Spiel gibt?
    Sonst wäre die Akkreditierung ganz schnell weg – hoffentlich.
    (Ich habe als Student auch mal für ein paar Monate in so einem Laden gejobbt. Gab allerdings damals nur Print)

  12. Waton 4. März 2014 um 00:48 Uhr

    Habe dies vor ungefähr einer Stunde auf dem Qulitäts-Blog geschrieben und dies wird mein letzter Beitrag dort sein:
    Quote
    Mein lieber Herr Scholl,
    nach diesen und dem gestrigen Blog von Herrn Matz, kommt es mir vor, als wollten sie beide nur wüschen, das der HSV absteigt um dann im AB, Blog, etc., nur weiter zu berichten, dass man (sie beide) immer recht hatte, was immer dies auch meint, um dann eben weiter grosse Artikel schreiben zu können.
    Ich unterstelle ihnen beiden hiermit:
    Es geht ihnen nicht um den HSV sondern nur um sich selbst!!!!
    Unquote

  13. Jorgo 4. März 2014 um 07:02 Uhr

    Ich übe in meinem Haus auf meinem Grund u,a, folg. Recht aus:
    Wer rauchen möchte hat mein Haus und Grund zu verlassen.
    (schlimm genug, daß ich in der Öffentlichkeit angequalmt werde). Damit habe ich einigen Menschen auf den Schlips getreten. Aber das ist nicht mein Schlips. Andere Nichtraucher und Raucher kamen dann auf mich zu und gaben mir zu verstehen, daß meine Handlungsweise ungewöhnlich aber nachvollziehbar ist. Aus unterschiedlichen Gründen!
    Das war mein OFF-Topic zu meinem Hausrecht.

    Gravesen, Du bist doch recht dicht am Verein dran. Warum übt der HSV nicht sein Hausrecht aus. Warum gibt der HSV Individuen in den eigenen Wänden die Möglichkeit mit Dreck zu werfen?

    • Gravesen 4. März 2014 um 07:17 Uhr

      Das ist so einfach nicht zu beantworten. Zuerst einmal unterliegt der HSV wie jeder andere Verein in der 1. und 2. Liga selbstverständlich den Vorgaben der DFL, der Sponsoren (eigener und übergeordneter) etc. Das bedeutet, dass sich der Verein verpflichten muss, ganz bestimmte Dinge einzuhalten. Hierzu gehören Pressekonferenzen vor jedem Spiel, eine gewissen „Verfügbarkeit“ nach dem Spiel usw.
      Darüber hinaus jedoch ist der HSV in seinen Entscheidungen weitgehend frei. Kein Spieler, kein Trainer, kein Manager, kein Vorstand und schon gar kein Aufsichtsrat ist gezwungen, mit den Herren zu reden.
      Gutes Beispiel ist für mich an dieser Stelle Drobny, der monatelang kein Wort mit der Presse gesprochen hat, nachdem sie ihn am Anfang einer Saison übelst malträtiert hatten. Und ? Was lernen wir daraus ? Drobny lebt immer noch, oder ?

      Ich weiß, dass es einige Personen im Umfeld des Vereins und auch im Verein selbst gibt, die der Auffassung sind, dass der HSV die Presse braucht. Zitate wie „Die schreiben uns jeden zweiten Samstag das Stadion voll“ habe ich von mehr als einer Person gehört.

      Ich denke, dass eben genau das nicht stimmt. Ich denke, dass die Zuschauer ohnehin in die Arena kommen, wenn die Leistung der Mannschaft stimmt.

      Wenn sie nicht stimmt und die Medien berichten in ihrer bewährten Art und Weise darüber, dann schreiben sie eher das Stadion leer. Ich jedenfalls kenne nicht einen Menschen, der aufgrund von Zeitungsartikeln ins Stadion geht oder nicht.

      Meiner Auffassung nach muss der HSV für die Zukunft umdenken und ich weiß auch, dass dieses Umdenken geplant ist.

      Denn Tatsache ist, dass die Presse den HSV braucht, nicht umgekehrt. Und es wird dringend Zeit, den Herren dies in aller Deutlichkeit zu demonstrieren. Passiert dies nicht, kann man umstrukturieren, bis die Nase blutet. Man könnte Bierhoff als Vorstand, Sammer als Sporchef und Mourinho als Trainer verpflichten. Solange beispielsweise Herren wie Hesse und Schiller dort nach Belieben fuhrwerken können, würde sich nichts ändern. Anbsolut nichts.

      • Susy Sonnenschein 4. März 2014 um 09:24 Uhr

        „Ich denke, dass die Zuschauer ohnehin in die Arena kommen, wenn die Leistung der Mannschaft stimmt.“

        Vielleicht ist es Ihrer Aufmerksamkeit entgangen, dass die Fans sogar kommen, wenn die Leistung der Mannschaft nicht stimmt. Soviel zur Motivationsbereitschaft vieler Fans. Dass Sie enttäuschten Fans jedoch eine in der derzeitigen Situation sicherlich angebrachte kritische Betrachtungsweise absprechen möchten finde ich lächerlich! Ein sicherlich nicht liebenswert gemeinter Nickname des FC Bayern „FC Hollywood“ u.a. hat einen Triple-Gewinn auch nicht verhindert!

        • Gravesen 4. März 2014 um 09:31 Uhr

          Werte Frau Sonnenschein, was sie lächerlich finden oder nicht ist für mich nicht wirklich maßgeblich. Allerdings denke ich, dass uns „Äppel mit Birnen-Vergleiche“ (HSV/Bayern) ganz entscheidend nach vorn bringen werden.

          • Susy Sonnenschein 4. März 2014 um 10:13 Uhr

            Sehr geehrter Herr Grevensen, ich möchte Sie mit meiner getätigten Aussage auch keinesfalls missionieren, gleichwohl sollte die emotionale Befindlicheit (Enttäuschung) der Fans auch innerhalb des Vereins wahrgenommen werden, wobei selbstverständlich sämtliche Formen agressiver Natur als unangebracht und unendschulbar einzustufen sind! Darüber hinaus bitte ich um Aufklärung, warum ich „Äppel mit Birnen“ verglichen habe, meines Erachtens handelt sich um zwei Bundesliga-Vereine.

  14. @dentrelesmorts 4. März 2014 um 07:32 Uhr

    Moin Gravesen,

    wie immer ein superguter Bericht von Dir.
    Aber weißt Du was?

    Seitdem Slomka in HH ist, habe ich mir abgewöhnt die Berichte der hiesigen Presse zu studieren – unglaublich wie befreit man sich dann fühlen kann.
    Und man läßt sich mental nicht mit in diesen Sumpf ziehen und vermeidet Aufregung,

    Laß die Flitzpiepen doch ihren unqualifizierten Dreck schreiben – ohne diese Heinis und deren negative Stimmung sehe ich viel positiver in die Zukunft unseres HSV

    In dem Sinne

    • Gravesen 4. März 2014 um 07:36 Uhr

      Moin. Für dich ist dies sicherlich die richtige Vorgehensweise und ich weiß auch, dass mittlerweile viele andere es ebenso handhaben. Nicht umsonst verliert die BILD innerhalb von 3 Monaten 10% ihrer verkauften Auflage, nicht umsonst wird das Abendblatt an Funke Media verkauft.
      Wir befinden uns in einer extrem spannenden Zeit medialer Umwälzungen und Veränderungen und diejenigen, die dies als Erste begreifen, werden davon profitieren.

      Unglücklicherweise gibt es aber immer noch zuviele, den den Mist ungefiltert konsumieren und glauben.

      • Ole 4. März 2014 um 09:38 Uhr

        Kann man nicht zum Boykott der Print Medien aufrufen ?

        Die Aktion der Wunderlandmenschen hat sich doch auch rasant verbreitet .

        Und ich denke ein Großteil ist nicht so blöd um zu kapieren was da abgeht .
        So werden vielleicht auch die nicht so hellen Leute aufgeklärt .

        Soll sich der Umgang mit der Presse mit HSV plus ändern oder was hast du da angedeutet ?

        Gruß

        • Gravesen 4. März 2014 um 09:49 Uhr

          Können kann man alles.

          Ansonsten – ich deute nichts an 😉

  15. Jorgo 4. März 2014 um 07:39 Uhr

    Danke Gravesen,

    im Fall vom HSV kann man derzeit davon ausgehen, daß der schreibenden Zunft alle sechs Tage die Möglichkeit gegeben wird Fragen zu stellen. Der Dreck würde sich rechnerisch um ca.85% verringern. Nicht schlecht für den Anfang.

  16. Gravesen 4. März 2014 um 07:44 Uhr
    • Jorgo 4. März 2014 um 08:08 Uhr

      es geht auch anders. Ausgezeichnet. Jovanov habe ich auch erst wahrgenommen, seit dem ich Deinen Blog verfolge. Über die Stadionuhr lässt sich streiten. Ich mag sie, obwohl sie ein alter Zopf ist.

  17. Tiamat_1887 4. März 2014 um 07:53 Uhr

    1887% agree. Wieder alles genau auf den Punkt gebracht, Gravesen. Das waren zum Teil genau meine Gedankengaenge nach den Sonntagsblog von Matz, von dir sehr treffend und wortgewaltig ausgedrueckt.

    Besonders verbluefft war ich ebenfalls ueber die geringe Anwesenheit von Hermann’s „echten“ Weggefaehrten aus den letzten 30 Jahren, die, die von Hermann physisch und psychisch betreut worden sind. Will jetzt nichts in den Raum stellen, aber zumindest wurden auch keine Hollerbachs, Steins, Fischers, Kobers, Beierdorfers, Spoerls, Meijers, Jusufis etc. erwaehnt.

    Uns und dem altuellen Team steht der wichtigste Monat der Vereinsgeschichte bevor – fuer den Klassenerhalt haette Hermann alles gegeben, inkl seiner Trauerfeier! Jetzt fokussieren!!

  18. Chris Kappertes 4. März 2014 um 12:21 Uhr

    Das hingt doch wirklich sehr. Geht es denn wirklich um Trauer für Hermann, obwohl dieser schon vor einer Woche starb? Nein, es ging auch um den „guten Ton“ den man abgibt, wenn man erscheint und genau deshalb hätten mehr Spieler vom HSV da sein müssen!
    Das vdV zur Nationalelf MUSS kann ich auch nicht verstehen, in so einem Fall hätte man auch mal „nein“ sagen können!

    • mazeman 4. März 2014 um 14:16 Uhr

      @Chris

      genau – mit einer WM vor der Brust, sag ich meinem Nati-Trainer, bei dem ich eh schon ob meiner momentanen Leistung auf der Kippe stehe, ab.

      Im Q-Blog ist doch schon alles gesagt worden – ausser natürlich, warum so wenige 83er und vor allem Sorgen-Uwe nicht dabei war!
      können ja gerne mal darüber diskutieren.

  19. Martin D. 4. März 2014 um 13:10 Uhr

    Lieber Gravesen,
    da ich ja nicht so oft hier lesen kann(Beruflich viel unterwegs),muß ich dir trotzdem ein großes Lob aussprechen.
    Zu dem aktuellen Thema haben ich noch nirgends was besseres gelesen!
    So lange ich hier reinschaue,ist das dein mit Abstand wohl bester Kommentar.
    Jedes Wort ist ein Keulenschlag……und sowas von Realität…..
    Mach weiter so…….

  20. Thorsten 4. März 2014 um 18:19 Uhr

    Moin, Moin!
    Zunächst stellt sich doch die Frage, warum der HSV als Arbeitgeber die Anwesenheit nicht zur dienstlichen Pflicht erklärt hat. Dann hätte es das Problem nicht gegeben.
    .
    Das Nicht erscheinen den Spielern als charakterliche Schwäche darzustellen ist ersichtlich Niveau der Hüpfer-Presse. NAtürlich wäre es schön gewesen, wenn mehr Spieler anwesend gewesen wären. Kein Grund ein Faß aufzumachen.
    .
    Das DM jetzt bereits beginnt den Trainer nach zwei Spieltagen anzuzählen ist derart obskur, dass man das mir dazu noch nicht mal mehr Kopfschütteln, sondern nur Fassungslosigkeit einfällt. Das schöne ist, dass er sich spätestens jetzt demaskiert hat. Wie war das noch? Labbadia war der schlechteste Trainer, den der HSV je hatte. Wie gerne würde ich noch mal so ein Spiel wie gegen Wolfsburg sehen.
    .
    Das es in der Presse nicht mehr um Berichterstattung, sondern der Befriedigu