Das Mysterium Klaus-Michael Kühne

Nein, ich kenne Herrn Kühne nicht persönlich und nein, ich habe noch nie mit Herrn Kühne geredet. Das hat zwei ganz plausible Gründe. Erstens redet ein Klaus-Michael Kühne nicht mit ranzigen Zwergen wie mir und zweitens redet ein Klaus-Michael Kühne nur aus zwei weiteren Gründen: Weil er es will und weil er es kann!

Männer wie Klaus-Michael Kühne leben ihre Unberechenbarkeit und sie lieben ihre Unberechenbarkeit, sie verleiht ihnen diese machtvolle Aura. Sie können mit einem Blick dafür sorgen, dass hochbezahlte Angestellte vor Angst im Boden versinken wollen und mit einem Wort dafür sorgen, dass mühsam aufgebaute Karrieren binnen sekundenfrist zerstäubt werden. Sie wissen das und sie leben das.

Wer tatsächlich glaubt, dass ein Mann wie Klaus-Michael Kühne auf einen Interview-Wunsch reagiert, der glaubt auch weiterhin, dass Zitronenfalter Zitronen falten. Kühne bittet auch nicht um ein Interview, Kühne lässt bitten. Sollte es einer der wenigen Auserwählten wagen, einen Audienz-Termin mit einem Mann wie Klaus-Michael Kühne zu verweigern oder zu ignorieren, so kann dieser Unglückliche getrost davon ausgehen, dass er Herrn Kühne in diesem Leben nicht mehr vor ein Mikrophon bekommt. Männer wie Kühne vergessen nicht und sollten sie es doch tun, haben sie unter Garantie jemanden, den sie dafür bezahlen, dass er nicht vergisst.

Männer wie Klaus-Michael-Kühne sind von frühester Kindheit umringt von Heuchlern, Speichelleckern und Hofschranzen, die verzweifelt hoffen, dass ein Stück vom riesengroßen Kuchen auch für sie abfällt. Wer hat noch nicht davon geträumt, dass ein vermenschlichter Milliardär in sein Leben tritt und einen von allen Sorgen befreit, in dem er einem großzügig einen winzigen Teil seines unfassbaren Vermögens überläßt, was für den Gönner lediglich ein müdes Grinsen bedeuten würde?

Er merkt das doch nicht mal und ich wäre aller Sorgen ledig

Das Problem ist nur: Von solchen Denkern gib es Millionen und Männer wie Klaus-Michael Kühne wissen das. Fast alle von ihnen sind in einem surrealen Umfeld aufgewachsen und fast allen wurde von frühester Kindheit an beigebracht, dass sie etwas Besonderes, etwas Besseres sind. Einige haben die Firmen, vielleicht sogar die Imperien, die ihnen vom Vater anvertraut wurden, verprasst oder verspielt. Diejenigen jedoch, die gelernt hatten, haben das ihnen Anvertraute vergrößert und der Familie Ehre gemacht.

Klaus-Michael Kühne gehört garantiert zur „Trainingsgruppe1“, denn er hat ein Imperium geschaffen. Er beschäftigt (oder hat beschäftigt) Zigtausende von Mitarbeiter und es ist überliefert, dass er seine leitende Angestellten dazu angehalten hat (nett formuliert, tatsächlich ist es eine dienstliche Anweisung, die einem Befehl gleicht), auf Dienstreisen Firmenpost zu befördern, um Portokosten zu sparen. Was auf den ersten Blick eventuell spleenig klingen mag, ist aber vielmehr das Geheimnis des Erfolges.

Männer wie Klaus-Michael Kühne sind so reich und mächtig geworden, wie sie sind, weil sie eben nicht spleening und verschroben sind, sondern weil sie kein Geld und keine Zeit verschwenden. Kühne will in Hamburg kein Hotel bauen, weil er es irgendwie witzig findet, in Hamburg ein Hotel zu bauen. Kühne will mit dem Hotel Geld verdienen, Punkt.

Kühne will auch nicht sinnlos Geld in einen Fußball-Verein investieren, damit dieser Verein irgendwann einmal, wenn er selbst möglicherweise längst ein Opfer der Würmer geworden ist, um das Halbfinale der Europa League mitspielen kann.

Klaus-Michael Kühne ist ein Mensch, der sich alles leisten kann, was er möchte und noch mehr. Für Männer wie ihn gelten größtenteils nicht einmal Gesetze in einem Ausmaß, wie sie für Lischen und Thomas Müller gelten. Er hat nichts zu befürchten, außer dem, was wir alle befürchten müssen, aber darüberhinaus gehen Sorgen, Ängste und Nöte, die andere Menschen tagtäglich empfinden, Menschen wie Kühne sonstwo vorbei.

Was also treibt einen Mann mit seiner Machtfülle an, der 77 Jahre alt ist und keine Erben besitzt? Welche Ziele kann ein Mann haben, der 97% seines Lebens hinter sich hat und alles gehabt und erreicht hat, was man haben und erreichen kann?

Es muss etwas sein, was man nicht kaufen kann. Es muss etwas sein, was man sich auf anderem Weg erwerben muss und wo Geld vorrangig keine Rolle zu spielen scheint. Dabei ist ein Engagement beim HSV vielleicht nett, aber es dient mehr als Mittel zum Zweck.

Die Hansestadt Hamburg nennt zur Zeit exakt 35 Menschen „Ehrenbürger der Stadt Hamburg“.  Zu ihnen gehören Männer wie Fürst Otto von Bismarck, Johannes Brahms, Paul von Hindenburg, Max Brauer und Helmut Schmidt. Zu ihnen gehören aber auch Frauen wie Ida Ehre, Marion Gräfin Dönhoff und Loki Schmidt. Und zu ihnen gehört ein Mann wie Uwe Seeler, der kein Bürgermeister, kein Bundeskanzler, kein Komponist oder Dichter war. Seeler war nie etwas anderes als ein Fußballer und hat es über den HSV geschafft, zur Ehrenbürger-Würde der Stadt Hamburg zu gelangen.

Mit einem Engagement beim HSV verschafft sich Kühne im Grunde nur zwei Dinge:

Ärger und finanziellen Verlust.  

Wie wenig man auf die Dankbarkeit von Fußball-Fans zählen kann, dürfte Kühne in den letzten Tagen aufgefallen sein. Ihm, der den Verein mit Zig-Millionen unterstützt und wenig bis nichts dafür bekommen hat, schlägt eine Welle des Unverständnisses entgegen. Für ihn absolut unverständlich, denn in seinem eigenen Mirko-Kosmos hat er nichts falsch gemacht. Kühne hat nur das gemacht, was er sein ganzes Leben gemacht hat, er hat das gesagt, was er denkt. Und dass der das kann, weiß er, weil er keinerlei Konsequenzen zu befüchten hat.

Auf die Meinungen anderer Menschen legt ein Mann wie Klaus-Michael Kühne ungefähr soviel Wert wie ich auf Fußpilz. Man kann ihn nicht unter Druck setzen oder erpressen, denn wenn einer unter Druck setzt, dann ist es jemand wie Kühne. Mit anderen Worten: Niemand kann ihm was und er weißt das.

Solche Menschen sind in Filmen vielleicht unterhaltsam, im realen Leben sind sie aber vor allem erstmal eines, nämlich nicht steuerbar. Nicht steuerbar von einem Verein, von einem Aufsichtsrat und auch nicht steuerbar von einem Karl Gernandt, einem Mann, dem Kühne übermorgen seine Zuneigung entziehen könnte, was Gernandt natürlich weiß. Und dann wäre es eventuell erstmal vorbei mit dem Monstergehalt, dem AUDI A8 in Langversion und Chaffeur und den anderen Annehmlichkeiten.

Klaus-Michael Kühne wird auch weiterhin machen, was er allein für richtig hält und er wird auch in Zukunft zu absoluten Unzeiten Interviews geben, wenn er meint, irgendetwas sagen zu müssen. Ob das dann Herr Gernandt, Herr Beiersdorfer und Donald Duck für zielführend halten, ist Herrn Kühne so unwichtig wie nichts Zweites.

Die auserwählten Medien, die zum Zwecke eines Gesprächs eine Audienz erhalten, werden dies mit großer Freude annehmen, eben weil garantiert ist, dass Kühne – als Privatperson natürlich – immer für mindestens 3 Kracher gut ist. Als Journalist kann und darf man sich das nicht entgehen lassen und jemand, der etwas anderes glaubt, sollte seine Kinder nach der Existenz des Weihnachtsmanns befragen.

Der HSV hat ein Problem und dieses Problem hatte der HSV bereits weit vor dem 25.05.2014. Der HSV hat sich in eine absolut Abhängigkeit eines Mannes begeben, der von keiner Person auf der Welt, außer vielleicht von Frau Kühne, gesteuert werden kann. Kühne hat bereits mehrere Millionen im HSV, Kühne hatte angeboten, für die Lizenz zu bürgen. Wenn Kühne morgen den Stecker zieht, steht sowohl der alte wie auch der neue HSV vor einem Riesenproblem. Kühne weiß das.

Klaus-Michael Kühne wird auch nie ein sogenannter strategischer Partner werden, denn egal, wie man es nennt und unter welchem Namen Kühne Anteile am HSV erwerben wird (Kühne&Nagel, Klaus-Michael Kühne Stiftung), wo Kühne draufsteht, ist Klaus Michael drin. Und wie KlauMi gestrickt ist, haben wir gerade gelernt.

Um mittel- und langfristig Ruhe in den Karton zu bekommen, bleibt dem HSV eigentlich nur eine Chance:

Man holt sich einen tatsächlichen strategischen Partner ins Boot (adidas, Telekom oder ähnliches), bedankt sich bei Kühne und zahlt Klaus-Michael aus. Nur – wer sollte das beschließen ? Ein Aufsichtsrat, der von einem Mann angeführt wird, der direkt am Kühne-Tropf hängt? Der seine eigene Existenz mit einem solchen Beschluss gefährden würde?

So richtig, wie die Strukturreform war, weil sie alternativlos war. So richtig und ehrenvoll die Absichten der Initiatoren von HSVPLUS waren, weil sie im Interesse des HSV und nicht im eigenen Interesse gehandelt haben. So falsch kommt mir jeden Tag mehr die Personal-Entscheidung vor, die den Adlatus eines Cäsaren an die Schaltzentrale des Vereins befördert hat.

P.S. Man könnte die Frage stellen, warum ich meinte, so viel über Menschen wie Klaus-Michael Kühne zu wissen. Ich habe fast 8 Jahre für einen Mann gearbeitet, der aus dem gleichen Regal kommt, der mit Sicherheit ebenso reich und ebenso mächtig ist, wie Kühne. Ich habe diesen Mann selbst erlebt und ich habe Hunderte von Stories über diesen Mann im Unternehmen gehört. Und sind auch nicht alle Milliardäre gleich, aber ähnlich sind ihre Verhaltensweise, ihre Ansichten über Macht und Druck, ihre Forderungen an Mitarbeiter, die sind mit einem Stirnrunzeln vernichten könnten.

 

 

 

Von | 2014-06-21T09:23:27+02:00 21. Juni 2014|Allgemein|36 Kommentare

36 Comments

  1. Oberberger 21. Juni 2014 um 11:01 Uhr

    Dein Artikel gefällt mir sehr gut, Grave. Männer wie KMK ticken genau so !
    Sie sind die Patriarchen, die es gewohnt sind dass die Welt um sie herum genau DAS tut was sie wollen.
    Ich nehme Herrn Kühne zu 100% ab, dass er dem HSV was Gutes will und er Fan ist.
    Allerdings steckt er kein Geld in Dinge die keinen „Return of Invest“ versprechen. Im Falle des HSV dürfte der Reiz weniger in der Geldvermehrung liegen, sondern eher in einem anderen Bereich (Stichwort Ehrenbürgerschaft).
    Mittel- bis langfristig halte ich es für geboten sich dem Einfluss eines einzelnen Geldgebers (ich sage bewußt nicht „Investor“) zu entziehen und sich finanziell breiter aufzustellen.
    Kurzfristig jedoch wird man sich mit Herrn Kühne arrangieren müssen. Das ist der Preis den der HSV für die Misswirtschaft der vergangenen Jahre bezahlen muss.
    Dass man sich trotz der Einflussnahme eines Einzelnen wirtschaftlich und sportlich entwickeln und auf gesunde Füße stellen kann sieht man am Beispiel von Hoffenheim.
    Dietmar Hopp hat immer betont, dass er nicht bereit ist ewig unendlich viel Geld in den Verein zu stecken, sondern dass dieser irgendwann auf eigenen Beinen stehen muss.
    Die Prognose für Hamburg sehe ich ähnlich und das macht mir trotz aller Tumulte rund um KMK Hoffnung.

  2. Zafirov 21. Juni 2014 um 13:30 Uhr

    Ich bin gespannt, wie zufrieden Kühne in, sagen wir mal, 12 Monaten mit der Arbeit von Beiersdorfer sein wird. Kann Kühne damit umgehen, wenn der sportliche Erfolg auf sich warten lässst? Wann wird er in Interviews wieder Magath ins Spiel bringen? Uns stehen in dieser Konstellation weiterhin unruhige Zeiten bevor. Leider.

    • Gravesen 21. Juni 2014 um 14:24 Uhr

      Ausgezeichnete Fragen. Und wie geht dann Beiersdorfer damit um, wenn Kühne im ersten „Kreuzer-Interview“ mal kurz die Namen austauscht?

      Aber – wer weiß? Vielleicht gibt es ja doch noch die Rückkehr eines Altbekannten 🙂

      • Sven 21. Juni 2014 um 17:48 Uhr

        Ist da was im Busch? Weisst Du (mal wieder:-) ) mehr als wir?

  3. Ralle Rothose 21. Juni 2014 um 14:44 Uhr

    Das mit dem auszahlen finde ich eine Gute Idee.
    Auch Herr Gernandt hat nur 1 Stimme im AR oder irre ich da?

  4. Moody 21. Juni 2014 um 16:46 Uhr

    Ich zitiere aus dem Blog-Eintrag „Es ist dieses Mißtrauen, das uns lähmt…“, vom 24.5.2014:

    „Es gibt sogar welche, die mißtrauen einem Klaus-Michael Kühne. Der alte Mann will den Verein übernehmen. Vielleicht will er ihn sogar kaufen und dann allein bestimmen?

    Kann es vielleicht sein, dass Kühne ein Fan ist wie Liebnau oder Markhardt ? Mit dem Unterschied, dass er sechsfacher Milliardär ist. Kann es vielleicht sein, dass Kühne einfach nur helfen will, sonst nichts ? Warum sind wir so mißtrauisch geworden, dass wird an solche Menschen nicht mehr glauben wollen ?“

    Ist es nicht eher so, das wir nicht misstrauisch genug waren?

    Ich habe damals diesen Eintrag kommentiert, in dem ich auf die Gefahren eines Aufsichtsratsvorsitzenden von Kühnes Gnaden hingewiesen habe. Das hat eigentlich nichts mit Misstrauen zu tun, sondern vielmehr mit gesundem Menschenverstand. Leider kam es zu keiner Diskussion darüber. Dabei gab und gibt es viel zu diskutieren, und das nicht erst seit den neuesten Interviews von Gernandt & Kühne. Wenn man zum Beispiel bedenkt, dass selbst Borussia Dortmund, als seriös geführter und sehr erfolgreicher Verein, Mühe hat, hochkarätige strategische Partner an Bord zu holen – glaubt dann wirklich jemand ernsthaft, dass der HSV mit diesem permanenten Kasperletheater da was reissen wird? Da lache ich mir doch den Arsch ab, um mal den Thomas Doll zu zitieren. HSV Plus war das Trojanische Pferd, in dem Kühne und Gernandt in die Schaltzentrale des HSV gerollt sind. Didi Beiersdorfer kann einem nur leid tun. Ist ja nur eine Frage der Zeit, bis Herr Kühne auch den neuen Vorstandsvorsitzenden anzählt, wenn er das Gefühl hat, dass es nicht so läuft wie er es gerne hätte. Das haben wir ja super hingekriegt! Der grosse HSV ist zum Spielzeug eines gelangweilten Milliardärs verkommen. Fortsetzung folgt. Leider.

    • Heidelberger 21. Juni 2014 um 18:26 Uhr

      Das hat ja schon paranoide Züge. Hätte er den Verein übernehmen wollen, dann hätte ein KMK nur alle Darlehen fällig stellen müssen.
      Der Verein wäre kurzfristig auf keinen grünen Zweig gekommen. Die Folgen für eine Lizenz mag man sich an dieser Stelle gar nicht ausmalen. Ich behaupte zu 99% hätte der Verein keine erhalten. Die Insolvenz wäre unausweichlich gewesen.
      Auf diesem Umweg hätte ein KMK locker alle Aktiva des Vereins für einen Spottpreis erwerben können. Gleichzeitig wäre der neue Verein dann schuldenfrei und ohne überteuerte Profis in den Amateurligen neu durchgestartet. Ein Red Bull Leipzig 2.0 wäre geboren gewesen.

      Das lieber Moody wäre eine Übernahme und sie wäre für ihn leicht zu stemmen gewesen. Ich behaupte aber weiter er ist ein Gönner mit einem natürlichen Kontrollzwang und vor allem mit eigenen Vorstellungen sowie einem klaren Meinungsbild.

      Übrigens den Umstand, dass wir auf einen KMK zu 1000% angewiesen und leider auch ausgeliefert sind, haben wir hauptsächlich den letzten 3,5 Jahren zu verdanken.

  5. profachpersonal 21. Juni 2014 um 17:19 Uhr

    Tja, eine Sünde der Vergangenheit, sich, gerade in Hochzeiten, langfristig vernünftige strategische Partner zu suchen. Weder unter Krohn, noch unter Klein oder Hoffmann gelungen, womit KMK alternativlos wurde.

    Mir persönlich aber trotzdem lieber als Liga 2. Wo uns die nächsten Jahre hinführen…Magath möchte ich nicht wieder haben, weder als Trainer, noch als Spodi. Aber wenn demjenigen, der die Musik bezahlt, nach einem neuen Dirigenten ist, wer weiß.

  6. Kai 21. Juni 2014 um 17:27 Uhr

    Genau das ist übrigens das Problem, wenn man nicht institutionelle Investoren mit relativ breiter Streuung (siehe Bayern) im Boot hat, sondern sich einen Mäzen ins Boot holt, der sich zudem gerne darstellt.

    Es war sportlich eine Katastrophe, einen van der Vaart zurückzuholen, der spielerisch nicht zum modernen Fußball passt und auch länger schon nicht mehr an seine eigenen Glanzzeiten anschließen kann. Der Verein konnte das damals zum Glück vor sich herschieben, weil die Ablöse illusorisch war – bis KMK das Portemonnaie für seinen Liebling geöffnet hat. Und dann musste der ehemalige Publikumsliebling natürlich spielen, weil das Volk es fordert. Für die sportliche Entwicklung der Mannschaft war und ist das IMHO eine große Katastrophe.

    Und jetzt kommt der Milliardär mit Kicker-Abo wieder um die Ecke und will wissen, ob der Trainer überhaupt geeignet ist und was hier sportlich passieren muss? Welchen Jahrgang hat Kühne denn an der Sporthochschule in Köln abgeschlossen, um das beurteilen zu können? Und sein Statthalter schlägt in die gleiche Kerbe?

    Ich sehe ganz ehrlich schwarz, wenn das so weitergeht.

    • Heidelberger 21. Juni 2014 um 18:55 Uhr

      Ich finde man muss nicht wirklich ein Fußballlehrer sein, um zu sehen, dass sich unter Slomka wirklich nichts verbessert hat.

      Trotzdem finde ich hat er eine Chance verdient. Schließlich stand sein Antritt beim HSV unter einem selten schlechten Stern. Das muss hier auch nicht weiter ausgeführt werden.

      Wenn man aber als Initiative angetreten ist einen Neuanfang auf ganzer Linie zu starten, dann gehört auch der Trainer auf den Prüfstand. Dieser hat bis dato nichts bewegt. Da muss man sich auch der Kritik stellen.

      Ich persönlich finde es immer dreist, dass man von einem Fan erwartet, dass er die gesamte Zeche finanziert und anstandslos bezahlt aber im Gegenzug keine kritischen Nachfragen und Bemerkungen erlaubt sind.
      Wenn dieser Fan und Gönner nun ein äußerst erfolgreicher Mensch und Milliardär ist, dann muss man – damit meine ich wir alle – eben auch mit dem Habitus dieses Menschenschlages leben. Grave hat es in seinem Blog ja schön beschrieben.

      • mazeman 21. Juni 2014 um 20:51 Uhr

        Lieber Heidelberger

        Ich schätze Deine Einwürfe, aber bitte welche Trainer-Lizenz hast Du und wie tief warst Du in den Trainingseinheiten drin, dass Du abseits der Statistik und Deines subjektiven Gefühls beurteilen
        Könntest, ob Slowakei etwas zum Guten oder Schlecht tun geändert hat?

        • mazeman 21. Juni 2014 um 20:52 Uhr

          Scheiß Autokorrektur

        • Heidelberger 22. Juni 2014 um 01:18 Uhr

          Ich denke nicht, dass es einer Trainerlizenz bedarf. Wenn du von subjektiven Eindrücken sprichst, dann gebe ich dir Recht.

          Allerdings die Wahrheit liegt immer noch auf dem Platz. Das hat mit Statistiken herzlich wenig zu tun. Allerdings sag ich auch, dass er eine Chance verdient hat die Mannschaft in der Vorbereitung zu formen und ihr Leben einzuhauchen.

          Allerdings wer wie er fast eine Halbserie lang nicht liefert, hat kaum Argumente auf seiner Seite. Da muss man sich auch Kritik gefallen lassen und sich dieser auch stellen. Aber genau das macht er und das rechne ich ihm hoch an.

          Die Sache mit dem Neuanfang mache ich persönlich viel mehr an anderen Personen fest. Ich wäre viel mehr enttäuscht, wenn zum Beispiel ein Kreuzer weiter werkeln dürfte. Auch von einem Hilke bin ich nicht begeistert.

  7. Joachim Gabriel 21. Juni 2014 um 18:03 Uhr

    Ich habe Dir mein lieber Grave etwas vorraus. Ich kenne Klaus Michael Kühne persönlich und habe sogar schon mit Ihm in Rahmen des 100 jährigen Jubiläum Spedition Kühne & Nagel feiern können. Und ich muß sagen, Er ist ein sehr geselliger Mensch der auch sehr menschliche Züge an sich hat. Aber egal in welchem Moment man Ihn erlebt, Er ist immer sehr kontrolliert und beherrscht. Ich habe eine große Hochachtung vor Ihm. Auch eine direkte Anfrage von Ihm, über eine Entscheidung die ich getroffen habe, konnte ich zu seiner vollsten Zufriedenheit beantworten und erklären. Bitte nicht falsch verstehen, Er hat mich nicht angerufen, sondern ist über meine direkten Vorgesetzten gekommen. Darum kann ich sagen, das auch vernünftige Entscheidungen, die gegen seine Anweisungen gehen, von Ohm durchaus akzeptiert werden. Man sollte beim HSV froh sein, so einen Gönner zu haben, denn viel haben wir ja ( noch ) nicht. Also laßt Ihn doch kritisieren und wenn wir ehrlich zu uns selber sind, hat Er nicht in vielen Dingen so was von recht ???

    • Waton 21. Juni 2014 um 19:36 Uhr

      Stimme voll mit Dir überein. Auch ich habe Herrn Kühne so kennen und schätzen gelernt. Sogar nach dem ich seit ein paar Jahren nicht mehr für sein Unternehmen tätig war, hat er trotzdem immer noch auf persönliche E-Mails von mir geantwortet, obwohl ich eigentlich meinte er würde mich gar nicht mehr kennen.

  8. Anthony Yeboah 21. Juni 2014 um 19:20 Uhr

    Man sollte nicht alle über einen Kamm scheren. Vielleicht ist er auch noch böser, als in dem Artikel. Trotzdem über einen Menschen zu urteilen, ohne diesen zu kennen ist nicht in Ordnung. Daher war dies sicherlich nett zu lesen, aber trotzdem werde ich nicht wie viele andere über diese Person urteilen ! Er leistet unglaublich vieles für meinen HSV und dafür ist Herr Kühne ein Held für mich. Und mir ist es egal, ob er sich zu Wort meldet und dadurch Unruhe reinbringt, denn wenn er es nicht tut, wird irgendwo anders Unruhe gestiftet. Gerade die Mopo mag sowas sehr gerne und hat leider noch zu viele Leser

  9. Kai 21. Juni 2014 um 20:06 Uhr

    An die anderen Kommentatoren nur mal so als Frage: Wer hat KMK denn beim HSV in irgendein Amt gewählt, das ihn berechtigen würde, für oder zum HSV zu sprechen? Oder darf das jeder, der genug bezahlt? Was ist dann mit den Sponsoren? Wird demnächst Imtech im MOPO Interview Wünsche zur neuen Saison und zum Training äußern dürfen?

    • Heidelberger 22. Juni 2014 um 01:32 Uhr

      Gegenfrage: Wer sind wir, die wir am liebsten sein ganzes Vermögen ohne Gegenleistung verprassen wollen? Gemäß dem Motto dein Geld darfst du geben aber deine Meinung wollen wir nicht… das ist doch abstrus.

      Ich denke, wenn man wie der HSV zu 1000% von dem Wohlwollen des einzigen Geldgebers abhängig ist, muss man auch immer ein wenig darauf eingehen, was der Gönner will. Das hat die HSV Führung in den letzten Jahren durch ihr beispielloses Versagen doch händeringend herbeigefleht.

      Wenn ich ehrlich bin, würde ich an seiner Stelle auch nicht vorbehaltlos mein hart verdientes Geld in den Verein pumpen. Jeder hat seine Vorstellungen und ein Herr Kühne eben auch. Das ist mehr als legitim.

      Wenn er jetzt sagt Geld gibt es nur bei einem richtigen Neuanfang, dann hat der HSV ja die Wahl. Hat er aber nicht.
      Aber wenn im schlimmsten Fall 3 von 4 der Versager in Amt und Würden bleiben, dann ist das allenfalls eine neue Struktur mit alten Drahtziehern. Wie kann man da dann ehrlich erwarten, das ganz große Geld für einen sportlichen Neuanfang zu erhalten?

  10. ky 22. Juni 2014 um 03:55 Uhr

    Grave, ich hatte das „Vergnügen“, für 3 dt. Milliardäre arbeiten zu dürfen.
    In der Wesensbeschreibung gebe ich Dir recht, in der Schlußfolgerung überhaupt nicht…

    Stell Dir mal vor, KMK – ohne ERben – will sich ein Denkmal in der Hansestadt Hamburg setzen.

    Er investiert 25% seines Privatvermögens in die HSV AG, und das sind knapp 2 Milliarden.
    In der maroden City Nord entsteht eine neue Arena für 80.000 Besucher (kostet 600-700 Mio.), die Bayern und Barca gerne hätten.
    Aus den verbleibenden 1.3 Milliarden wird eine Stiftung finanziert, die mit 5% Rendite (bei dem Anlagevermögen geht das immer) jährlich 65 Mill. on top in den Kader investiert. Dann spielen ab sofort Messi, Ronaldo, Neuer, Suarez, etc. bei uns.
    Merkst Du was?
    Wenn der Mann ernst machen würde, würde der HSV keinen Beiersdorfer mehr brauchen, dann kommen alle Spielerberater von allein zu O. Kreuzer…

    Also – ist Kühne Fan oder Bestie?

    • Gravesen 22. Juni 2014 um 06:58 Uhr

      Okay, stelle ich mir vor. Macht er aber nicht. Und nun? Ich habe Kühne weder als Gott noch als Satan beschreiben wollen, sondern als einen Mann, dessen Handlungen von niemandem steuerbar sind.

      Mit seinen Äußerungen (Thema Magath, Thema Kreuzer, Thema Slomka etc.) und seinen Handlungen und Forderungen (Thema van der Vaart) hat er dem Verein, dem er mit Sicherheit nur Gutes will, in der Vergangenheit desöfteren geschadet und wenn man in Zukunft besonderen Wert auf „Ruhe im Verein“ legen will, so wird Herr Kühne dabei immer ein Störfaktor sein.

      Eben, weil ihm völlig egal ist, was „der Verein“ will oder was die Fans wollen. Ihm wird immer egal sein, ob die Zeitpunkte seiner verbalen Ausbrüche die denkbar Ungünstigsten sind und was er damit anrichtet.

      Mit anderen Worten: So lange Kühne im Spiel ist, wird es beim HSV niemals Ruhe geben. Da spielt es auch überhaupt keine Rolle, ob die Inhalte seiner Interviews zum Teil nicht mal so falsch sind. Aber dann soll er das verdammt nochmal intern zur Sprache bingen, das fordern die Fans und Mitglieder doch von allen anderen auch. Nur bei Kühne ist es ok, weil er Geld gibt? Nein, eben nicht.

      • profachpersonal 22. Juni 2014 um 10:54 Uhr

        Ruhe…wenn ich dein anderweitig angesprochenes Medienkonzept aufgreife, könnte man KMK durchaus als „Frontman“ nutzen. Setzt voraus, daß man die eigenen sportlichen Planungen der Verantwortlichen clever an den Sponsor bringt (nach dem Motto: das mit der Namensgebung fürs Stadion war eine gute Idee von ihnen, Chef).

        Auf der anderen Seite entsprechend sachliche Kommentare auf Kritiken wie von Slomka gerade und somit wird nur in Foren diskutiert.
        Sicher noch nicht die optimale Außendarstellung, aber besser als die „Ruhe“ des noch VV.

      • Heidelberger 22. Juni 2014 um 17:10 Uhr

        Grave du hast ja im Kern Recht.
        Aber jetzt nehmen wir mal das Beispiel Fananleihe. Das Geld ist offensichtlich zweckentfremdet ausgegeben worden – wenn auch laut Prospekt legal.

        Ich kenne viele, die dort gezeichnet haben, und den verantwortlichen Herren gerne offen die Meinung gesagt hätten. Geht aber nicht, da diese Personen kein öffentliches Gehör finden.

        Was ich sagen will ist, dass jeder, der für ein Vorhaben Geld gibt, auch kontrolliert. Sollte ihm dabei etwas missfallen, dann will er das auch kundtun. An der Stelle ist es vollkommen egal, ob man nun 1000€ oder eben 20 Mio. Euro gegeben hat. Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass Hr. Kühne eben die Möglichkeiten hat, sich Gehör zu verschaffen.

        Und an diesem Punkt wäre es mir an seiner Stelle ebenfalls völlig egal was die anderen dazu wohl sagen werden.

        Unter dem Strich bleibt wer bezahlt, bestimmt zumindest in Maßen was gespielt wird. Wer sich daran nicht hält, braucht nicht auf neues Geld hoffen – denn das wäre vergebene Mühe.

        • Gravesen 22. Juni 2014 um 17:18 Uhr

          Ich bin mal gespannt, ob viele noch so reden werden, wenn Kühne im Oktober erste Kritik an Beiersdorfer äußern und indirekt Magath fordern wird. Ob es dann auch noch heißt: Wer die Musik bezahlt, bestimmt, was gespielt wird. (dämlicher Spruch übrigens).

          • Heidelberger 22. Juni 2014 um 17:55 Uhr

            So dumm finde ich diesen Spruch gar nicht. Wenn jemand Geld gibt, dann hat er doch auch immer seine persönlichen Vorstellungen.

            Das ist in meinen Augen immer der Unterschied zwischen einem Gönner und einem strategischen Partner. Gönner und Mäzene sind immer emotional und haben ihre persönlichen Wünsche/Vorstellungen. Sie geben Geld in der Regel zweckgebunden. Klappt etwas nicht wie gewünscht, gibt es Schelte oder eben zukünftig kein Geld mehr.

            Ich gebe dir ja Recht, dass das kontraproduktiv ist. Oftmals verschwendet das auch Ressourcen (siehe vdV). Aber der HSV hat sich aus der Not heraus erneut mit KMK ins Bett gelegt. Wenn man das alles nicht will, dann muss man auf Geld dieser Leute verzichten.

            Aktuell ist der Verein aber zu 1000% auf das Wohlwollen eines KMK angewiesen. Schuld haben in meinen Augen die alten Protagonisten. Insbesondere die Misswirtschaft der letzten 3,5 Jahre.

            Man wird also wohl oder übel noch sehr sehr lange die Kommentare und Wünsche eines KMK ertragen müssen.

  11. Gunkec 22. Juni 2014 um 10:23 Uhr

    Du hast vollkommen recht, Herr Kühne ist nicht steuerbar. Und deshalb glaube ich auch nicht, dass sich irgendetwas ändert, wenn man ihn „ausbezahlt“ und sich nach anderen Investoren umschaut. Dieser Mann wird weiterhin diese Art von Interviews geben. Und warum? Weil er es eben kann! Keine Sau interessiert sich dafür wenn ich ein Interview geben möchte. Wenn Herr Kühne ruft, stehen die Schmierfinken Schlange. Und das schnelle verweisen darauf, dass er dies ja dann bloß als einfacher Fan geäußert hat, wird die erneute Unruhe im Verein nicht verhindern. Ich denke, damit müssen wir beim HSV einfach leben. Ein ähnliches Problem haben wir ja mit Sorgen-Uwe. Und selbst die großen Bayern können nicht verhindern, dass der Kaiser regelmäßig irgendeinen Käse von sich gibt. Umso wichtiger ist es, dass sich zumindest die handelnden Personen medial zurückhalten! Das war und ist nach wie vor meine große Hoffnung beim „neuen“ HSV!

  12. MarkMessier11 22. Juni 2014 um 11:46 Uhr

    Wir können zu KMK unterschiedlicher Meinung sein, aber eins ist mit aller Gewissheit nicht zu leugnen: Wenn nur einer der Versager der letzten Jahre in irgendeiner Form ein Amt beim zukünftigen HSV bekleiden sollte, ist das Konzept HSV Plus gestorben, bevor es überhaupt begonnen hat. Aber dann hege ich auch erste Zweifel an K.G., den ich bisher als große Lichtgestalt am dunklen HSV-Himmel gesehen habe.

  13. heiko koch 22. Juni 2014 um 19:03 Uhr

    der hsv hat soeben gegen die weltauswahl von nordfriesland mit 16-0 gewonnen

  14. hamuburgmini 22. Juni 2014 um 21:53 Uhr

    Die Situation um den HSV ist doch grotesk.

    Ich kenne weder Hrn. Kühne, noch Hrn. Gernandt.
    Sicherlich ist ein Hr. Kühne ein unbequemer Mensch mit all den genannten Facetten. Wenn man in einer Position wie er befindet, braucht man wohl auch diese „Qualitäten“ (auf sein Unternehmen bezogen). Er wird auch weiterhin seine Meinung kundtun, dieses ob der Verein von ihm in Form eines Darlehens abhängig ist, oder er als „strategischer Partner“/“Investor“ Geld in den Verein pumpt. Die Einflussvariante ist hierbei nur Makulatur.
    Die Schlussfolgerung, bezogen auf Hrn. Gernandt, im Hinblick auf eine Abhängigkeit aufgrund eines bestimmten Arbeitsverhältnisses sehe ich aber nicht. Der Grund hierfür ist das bisher, ohne Hrn. Kühne erreichte sowie die menschliche Eigenschaft des Stolzes. Hr. Gernandt scheint weniger ein vor Hrn. Kühne kriechender Untergebener zu sein als es vielleicht den Anschein hat. Denn eines ist klar, wer an der Spitze eines solchen Unternehmens steht wie K&N steht (mehr als 30000Mitarbeiter und Mrd. Umsatz) braucht mehr als sympathische Züge. In einem Unternehmen zählen Ergebnisse, werden die nicht erreicht gerät man ins Schussfeld. Man kann davon ausgehen, das Hr. Gernandt aus bestimmten Gründen seine Position bei K&N innehat, es werden keine, in Kühne’s Sinne, „Social Skills“ sein.
    Der Fehler, einen wie Kühne mit ins Boot zu holen, wurde mit dem VdV-Transfer besiegelt. Betrachtet man die Hintergründe damals, hätte man es voraussehen müssen, daß dieser Weg einen schadhaften Abzweiger nimmt.
    Nach dem ersten Umbruch, noch unter Arnesen, wollte der „allgemeine HSV-Fan“ nicht noch so eine schlechte sportliche Situation e