Die Nr.1 der Welt sind wir, zumindest beim Nörgeln

Wahrscheinlich ist es ein Zeichen, ich soll einfach nichts mehr zu dem Thema schreiben.

Den Text für diesen Blog hatte ich zu 80% fertig, denn schmierte mein Rechner ab und der gesamte Text war weg. Ganz sicher sogar ein Zeichen.

Im Grunde ist auch alles gesagt zum Thema „Gaucho-Gate“. Der deutsche Michel hat seine Bedenken angemeldet und der deutsche Fan hat angemessen reagiert.

Bei mir blieb gestern nach mehr als vier Wochen sensationeller Weltmeisterschaft, einem begeistertem Empfang und einer geilen Party am Ende des Tages nicht mehr als ein großes Kopfschütteln. Unverständnis und absolutes Befremden über Menschen (Deutsche), die sich deutscher als Deutsch aufzuführen gedenken. Die mit ihren völlig überzogenen Reaktionen mehr über ihre eigenen Einstellungen zu Ausländern, ausländischen Mitbürgern, Migranten, Schwarzen, Gelben, Roten und Grünen zu Erkennen gaben, als 6 Fußballer, die einfach nur Spaß haben und mit ihren Fans zusammen feiern wollten.

Dieses Land und seine „Bürger“ wird mir von Tag zu Tag fremder und das liegt nicht an den ausländischen Mitbürgern, sondern an den Ur-Deutschen, mit deren Einstellung ich einfach nicht mehr klarkomme.

Ein Land, in dem jemand, der es halt nicht so macht, wie alle anderen, binnen Sekundenfrist als „Querdenker“ bezeichnet wird.

Ein Land, in dem es keine drei Chinesen mit Kontrabassen und auch keine Negerküsse mehr geben darf.

Wie haben die 23 Jungs es unter diesen Umständen bloß geschafft, Fußball-Weltmeister zu werden?

 

Die deutsche Weltmeister-Mannschaft muss sich auf dem Rückflug aus Brasilien irgendwo über Spanien befunden haben, da schrieb Extrem-Experte Thomas Berthold bei Sport1 bereits: „Weltmeister – aber es gibt auch Baustellen“

Wie krank, kaputt, zutiefst unzufrieden, frustiert, gekauft und am Ende muss man eigentlich sein, damit man in der Lage ist, den deutschen Mahnfinger bereits dann schon wieder zu erheben, noch bevor die Jungs in Deutschland gelandet sind?

Vielleicht gib es demnächst eine Firma, die Schilder mit der Warn-Aufschrift:

„Vorsicht  – hier freuen sich Deutsche. Bitte nicht füttern“

produziert.

Ich kann das nicht verstehen und ich will es auch nicht mehr verstehen!

 

Jetzt wird alles gut 🙂

 

DFB_Reaktion

Von | 2014-07-16T10:11:23+02:00 16. Juli 2014|Allgemein|59 Kommentare

59 Comments

  1. Dina1887 16. Juli 2014 um 07:28 Uhr

    „menke sagte am 15. Juli 2014 um 20:56 :
    ….4 Wochen Glaube, Liebe, Hoffnung….und nun endlich der verdiente Lohn…Stern Nr.4…Wie Sie sich freuen vor ner halbe Mill. Fans in Berlin..Wir sind mehr als stolz auf euch….auf eure Leistung, auf euren Zusammenhalt, auf UNSER Team…Danke Jungs…“
    …. Und ne halbe Million Menschen in Berlin und Millionen am Fernseher haben den Auftritt „unserer“ Jungs gefeiert. Für uns alle war das einfach nur Freude pur, authentisch, fröhlich, lustig, …. Und diese Freude lass ich mir von ein paar Besserwissern mit erhobenem Zeigefinger nicht kaputtreden. Überall, wo es Sieger und Verlierer gibt, gibt es auch ein wenig Schadenfreude. Und die war hier sehr dezent. Jeder Kabarettist lebt von sowas. Die Kreativität und Spritzigkeit der Jungs nach einem solchen Fußball- und Feiermarathon fand ich super. Weiter so, Jungs!

  2. Martin D. 16. Juli 2014 um 07:34 Uhr

    Moin Grave,
    dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen…..
    Es immer wieder toll,mit anzusehen wie einige sogenannte Moralisten es schaffen,selbst bei dem größten Erfolg,irgendwelche HAARE in der Suppe zu finden…
    Das war doch schon direkt nach dem Finale und der totalen Feierexplosion im Anschluss daran.
    Da erdreistet sich doch tatsächlich eine Linke(!!!) Politikerin,uns zu sagen:“Wir sollten es mal nicht so übertreiben mit unserem Nationalstolz!“
    Das wäre doch nur eine Fussballmannschaft!
    ……
    Ich sehe das gerade nochmal bei Sky…….man man,Hauptsache man kann sich wichtig tun…

  3. jorgo 16. Juli 2014 um 07:44 Uhr

    die Nationalmannschaft hat Deutschland nicht nur sportlich gigantisch vertreten, sondern auch menschlich. Sympathisch und mit einer großen Portion Empathie. Und nun kommt eine Handvoll selbsternannter “Übergeordneter” und richtet den “Dududu”-Finger auf genau diese jungen Männer und will ihnen das Feiern und Benehmen erklären.

    Meine seit 28 Jahren in Deutschland lebende Nachbarin, gestern noch immer im Gaucho-Trikot und voller Stolz auf ihr Land (ooohhh Gott, wenn das ne Deutsche wäre, dann wäre die bestimmt böse) zu mir: Jorgo, wenn die Deutschen mal alle ihren Stock aus dem Arsch ziehen würden, dann ließe es sich bequemer feiern. Wir haben übrigens zusammen das Endspiel geschaut. Eine typische argentinische Asado hat sie und ihre Familie zubereitet. Die beiden Tamilen haben Leckereien mitgebracht und mein deutscher Nachbar und ich das leckere Bier einer Privatbrauerei, weil es ein geiles und urdeutsches Bier ist.

    Grave, ich habe meinen Text vorhin bereits im vorletzten Blog verewigt.
    Hier passt er besser hin.
    Beste Grüße
    J.

    • Gravesen 16. Juli 2014 um 07:48 Uhr

      Bitte WAS??? Du hast das deutscheste aller Endspiele zusammen mit Ausländern geguckt? Wie bist du denn drauf? Ich überlege ernsthaft, eine ur-deutsche Sperre zu verhängen.

      • jorgo 16. Juli 2014 um 07:50 Uhr

        ja, ich gestehe und habe zumindest Gewissensbisse!

  4. Gravesen 16. Juli 2014 um 07:53 Uhr

    Wir sind Weltmeister. Aber was bleibt von der WM 2014? Darüber diskutieren wir morgen im moma. (Quelle: Facebook)

    Ohne Worte. Absolut ohne Worte!

    • Pascal 16. Juli 2014 um 08:23 Uhr

      wenn man das ganze nun für die Brasilianer meinen würde (und damit mein ich nicht die Nationalmannschaft), könnte ich das ja verstehen … aber auf Deutschland bezogen – absolut unverständnis

  5. Bernd 16. Juli 2014 um 08:12 Uhr

    Ich persönlich interessiere mich für Nationalmannschaften nicht die Bohne.
    Warum?
    Ganz einfach, das Problem jeder Nationalmannschaft ist nun mal, das sie eben genau das ist. Egal ob Rechts, Mitte oder Links, jede politische Schmeißfliege versucht auf der Welle mitzusurfen. Das gilt weltweit.
    Immer sind Nationalmannschaften Beispiel für irgendwas, entweder dafür wie toll es doch in einem Land ist oder eben wie schlecht.
    Eben weil diese Mannschaften so extrem instrumentalisiert werden sind sie nicht mein Ding. Ich reagiere da einfach als erfolgsverwöhnter Schnittchenfan.
    Bei mir haben die maximal 15 Minuten für ein Tor. So habe ich nur die Spiele gegen Portugal, Frankreich und Brasilien in voller Länge gesehen.
    Beim Finale habe ich 15 min zugeschaut und weggezappt, in der 111. Minute wieder zugeschaltet und in der 115. wieder aus, war ja alles klar.
    Was mich jedoch immer wieder erstaunt ist die absolute Unfähigkeit vieler Menschen anderen ihren Spaß zu lassen.
    Mit Abpfiff ging hier dann ein Feuerwerk wie an Sylvester los und ein Hupkonzert sondergleichen.
    Warum können die Menschen dann nicht einmal denken: „Sollen sie doch feiern, sollen sie ihren Spaß haben ?!“
    Ich hab mir Ohropax reingesteckt und geschlafen wie ein Murmeltier.

  6. mitchi4711 16. Juli 2014 um 08:34 Uhr

    diese furchtbaren Gutmenschen, nie Fussball gespielt, feiern als Eventottos IHRE Weltmeisterschaft und haben vergessen wie 20jährige Jungs im Testosteronsiegsestaumel eben tickn! Ich schwöre kein Spieler der argentinischen Mannschaft bekommt dieses in einen falschen Hals – Jungs wissen das Sie es einfach verdient haben, weil sie niedergekämpft wurden – Verlorenverloren …das lernt Jung mit 7 Jahren bereits auf dem Bolzplatz – ausser diese Gutmenschen, die damals niemand in die Mannschaft gewählt hat, weil sie einfach zu schlecht waren!!! Jungs wissen damit umzugehen und nehmen es humoristisch, wertfrei und sehen das gar als Ansporn – Absolut lächerlich gerade unserer Multikultitruppe derartiges anzudichten und in eine derartige Richtung zu drücken!!! Unverschämt von den Pressefuzzis, sorry ( alle ausser Grave natürlich )! ES sind NUR Jungs, Fussballer … keine Politiker, keine Botschafter … dazu zweckentfremdet man sie – kümmert Euch lieber um Israel, Syrien, Ukraine & Co

  7. Lonewolf72 16. Juli 2014 um 08:47 Uhr

    Moin, Moin Gravesen,
    ich kann di nur 100%tig zustimmen. Als ich den Kommentar in der TAZ gelesen habe, bin ich fast vom Hocker gefallen. Was fällt diesen Schreiberlingen eigentlich noch ein. Wir sind nach 24 Jahren endlich wieder WELTMEISTER geworden, da lass die Jungs doch feiern. Sie haben niemanden beleidigt, sondern einfach nur Ihren großartigen Sieg mit uns Fans gefeiert. Und was passiert in meinem geliebten Deutschland? Diese pseudointellektuellen Gutmenschen, gescheiterte alt 68er, Mitglieder einer Stasipartei echauffieren sich über die Freude unserer Spieler über diesen großartigen Titelgewinn. Damit greifen Sie ja auch direkt die 400.000 Fans an, die bei diesem geilen „Gaucho-Dance“ mitgemacht haben. Da kann man wirklich nur den Kopf schütteln und diese Personen am besten komplett ignorieren. Ich bin auch weiterhin Stolz auf diese Mannschaft, die Fans und auch auf dieses Land und werde mir das bestimmt nicht durch diese A… verbieten lassen.

  8. Oberberger 16. Juli 2014 um 10:03 Uhr

    Ich habe über den Gaucho-Dance einfach nur gelacht. Ich fand das spitze.
    Alle Feuilletonisten dürfen natürlich ihre eigene Party mit Tofu-Bratlingen, Beethoven, Schweigeminute und einer Political-Correctness-Polizei feiern.

  9. Andymax 16. Juli 2014 um 10:35 Uhr

    Ein Großteil von diesen Gutmenschen aus der linken Ecke sagt kein Ton wenn Vermummte Chaoten Molotowcoctails auf Polizeibeamte werfen, im Gegenteil dann machen sie wahrscheinlich heimlich die Beckerfaust, aber sich über eine Feier bei Weltmeisterschaft aufregen „kopfschüttel“
    Das dritte Reich wird immer Teil unserer Geschichte sein, aber es ist auch mal an der Zeit das Kreuz von unseren Schultern zu nehmen und nicht bei jeder Geste, Wort, Lied…darüber nachzudenken, ob jetzt jeder Mensch auf der Welt damit einverstanden ist. Es sind meiner Meinung nach nicht die Ausländer die ein Problem damit haben, sondern von den verwirrten Gutmenschen, die politisch meistens aus einer Ecke kommen. deutsches Selbstbewusstsein und Nationalstolz sind für die wie Nationalsozialismus.

    • Andymax 16. Juli 2014 um 11:29 Uhr

      Ich geb die einfach meine Kontonummer, da kannst du mir deinen Gefallen einzahlen 🙂

      Geschmacklos
      6,32 %
      Lustig
      93,68 %
      Das ist eine Abstimmung bei Radio Hamburg über die Sache, Ergebnis spricht wohl für sich.

  10. Olly 16. Juli 2014 um 10:39 Uhr

    Ich finde diesen Kommnentar recht passend :

    Liebe taz. die tageszeitung , lieber SPIEGEL ONLINE, liebe Medien,

    oftmals seid ihr das fehlende Korrektiv in unserer Gesellschaft. Hilfreich, bedeutsam, mit einem guten Gespür dafür, was wichtig ist. Manchmal seid ihr jedoch auch Nörgler, Besserwisser und Kritiker an falscher Stelle. Denn, wenn Fußballer im Alter von Anfang 20 nach 36 Stunden Partymarathon nur für einen Moment ein Lied singen, welches Euch nicht in den Kram passt, schlägt nach Wochen der Euphorie Eure Stunde: Ihr schreit auf, sprecht von Häme gegen Argentinier, von Schmähgesten gegen Gauchos, von Respektlosigkeit im Siegestaumel. Ihr urteilt über junge Menschen, denen die ganze Welt eine Strophe zuvor noch zu Füßen lag.

    Lasst uns die Kirche im Dorf lassen. Lasst Euch nicht dazu hinreißen, Euch wie boulevardeske Klickoptimierer hinzustellen, die jeden Versuch nutzen, User zu erhaschen, um mangelnde Online-Profitabilitäten zu kompensieren, sondern konzentriert Euch auf Qualitätsjournalismus. Auf Objektivität statt subjektiver Empfindungen auf Schülerzeitungs-Niveau.

    Andernfalls geht ihr bald, wenn man das Lied zitieren möchte, wie die Argentinier nach Abpfiff des Endspiels. Vielleicht nicht gebückt, aber aus dem Sinn.

    Raphael Brinkert

  11. Dieter Schwatz 16. Juli 2014 um 11:00 Uhr

    Bin da voll auf Gravesens Seite, die angebliche ‚Posse‘ ist mal wieder an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Wenn man sich einmal anschaut, wie groß die Diskrepanz zwischen den Presseüberschriften und der allgemeinen Stimmungslage ist, wird einmal mehr deutlich, wie schnell aus Nichtigkeiten eine Story gemacht werden kann (auch wenn die Medien damit manchmal voll daneben liegen).

    Allerdings frage ich mich, ob hier einigen Foristen das „Deutschland, Deutschland“-Gegröhle nicht zu Kopf gestiegen ist. Wie kommt ihr denn darauf, hier den „Gaucho-Gate“ mit eurer Angstphantasie vor „bösen linken Gutmenschen“ zu vermengen? Ich würde mich ebenfalls als links bezeichnen, finde den Gaucho-Tanz allerdings höchst unterhaltsam – wie passt das denn in euer Weltbild?

    • Andymax 16. Juli 2014 um 11:34 Uhr

      Nicht jeder aus der Linken Ecke mag so denken, aber ein Großteil der Kritik kommt nun mal aus der Richtung, im Landser war jedenfalls keine Kritik zu lesen ( Ironie )

      • Dieter Schwatz 16. Juli 2014 um 11:56 Uhr

        Du hast meinen Punkt nicht verstanden. Dass die Kritik mehrheitlich in den „eher linken“ Medien artikuliert wird, ist ja offensichtlich und wird von mir nicht angezweifelt. Ich empfehle dir allerdings, dort einmal in die Foren zu gehen und dir die Kommentare anzusehen (z.B. http://www.taz.de/Weltmeister-Party-in-Berlin/!142470/). Vielleicht führt es ja dazu, einige liebgewonne Vourteile einmal grundlegend zu überdenken.

        • Andymax 16. Juli 2014 um 12:26 Uhr

          Wie du schon sagtest, die Vorurteile sind liebgewonnen und sowas gibt man ungern auf 😉
          umgekehrt fällt es denen ja auch schwer, bzw wird gar nicht erst in Betracht gezogen seine Meinung zu überdenken.

  12. HSV-1887-es-ist-liebe 16. Juli 2014 um 11:33 Uhr

    Ästhetisch gesehen ist der „Gaucho-Tanz“ sicher nicht grade das Beste im deutschen Repertoire deutscher Feierlaune. Die Performance um P. Lahm hat mir persönlich deutlich besser gefallen. Das ist sicher auch einfach Geschmackssache. Sich drüber aufzuregen und es als Humorlosigkeit zu bezeichnen, wie Herr Grave schreibt, komplett überflüssig. Wer mal was wirklich Abschreckendes sehen will, sollte mal am Ballermann Urlaub machen und „das Deutsche“ beim Feiern beobachten. Für Menschen die zum Fremdschämen neigen, ist das nichts. Aber sich jetzt andererseits über Leute aufzuregen, die sich über Leute aufregen und diesen wiederum den Humor abzusprechen, ist auch sowas von Urdeutsch und humorlos, dass ich mich fast drüber aufregen möchte.

  13. André 16. Juli 2014 um 13:57 Uhr

    Demnächst wird den Fußballern der Nationalelf dann auch das Mitsingen der deutschen Nationalhymne als rechtsextreme Haltung ausgelegt… ohne Worte!!!

    • Andymax 16. Juli 2014 um 14:10 Uhr

      Besonders Boateng, Klose, Khedira und Podolski wahrscheinlich und natürlich Kroos, der kommt aus dem Osten der Republik, das sind eh alles Rechte. ( Ironie )

    • jorgo 16. Juli 2014 um 14:32 Uhr

      …….und dann küsst noch zu allem Überfluss der bayrische Schlägertyp mit dem Cut unter dem Auge deutschen Boden…………

  14. rm2099 16. Juli 2014 um 18:40 Uhr

    Ich bin anderer Meinung. Klar ist manches vielleicht etwas überdramatisiert und wird etwas zu hoch gehängt. Und ja, man sollte die Kirche im Dorf lassen. Aber entscheidend ist bei der Sache nicht die Meinung von „Gutmenschen“ oder der Presse oder Moralisierern – sondern allein, wie das Ausland darüber denkt! Und es gab Stimmen in ausländischen Publikationen, die das in der Tat daneben fanden. In dem Moment, in dem man Weltmeister ist, ist man eben stärker unter Beobachtung als sonst. Und das Argument, der Song sei ja in Deutschen Stadien ganz normal und mache keinem was aus, finde ich schwach: Was hätte man gesagt, wenn die HSV-Spieler nach dem Relegationsspiel gegen Fürth vor laufenden Kameras „Die Fürther, die laufen so“ gesungen hätten. Oder: Was, wenn der HSV abgestiegen wäre, und die Fürther hätten das gesungen? Hätte sich da auch keiner aufregen dürfen? Alles ganz normal? Nur ein bisschen Feiern? Wir sind hier beim Thema Häme. Und hast du, Gravesen, nicht auch Herrn Ertel hier kritisiert, weil er sich auf Facebook ein bisschen hämisch über Uli Hoeneß geäußert hat? Das war doch auch nur ein harmloses Witzchen, oder?

    • Gravesen 16. Juli 2014 um 19:01 Uhr

      Ich stelle mal eine Gegenfrage: Warum muss uns als Deutsche eigentlich grundsätzlich interessieren, was einige wenige ausländische Medien über uns denken? Was meinst du, wie es die Engländer, Franzosen und Italiener juckt, ob die Mopo oder die taz irgendwas in Leeds, Nancy oder Bologna unlustig findet? Es kratzt sie einen feuchten Feudel und womit? Mit Recht!

      Wir aber sollen immer ängstlich nach links und rechts gucken und es bloß jedem Recht machen. Nur uns nicht. Am Arsch geleckt!

    • hamuburgmini 16. Juli 2014 um 20:18 Uhr

      Man muss aufpassen, daß man verschiedene Situationen nicht miteinander vermischt.
      Der Fast-Abstieg ist nicht mit einer Meisterschaft vergleichbar. Eine solche Situation in Fürth wäre in keiner Weise angebracht gewesen, das haben die Spieler bewusst mit Demut aufgenommen. Der Vergleich mit Ertel passt ebenso wenig da sich ein Aufsichtsratvorsitzender entsprechend falsch verhalten hat.
      Es wird sehr hochgekocht und bedarf eigentlich keiner weiteren Äußerung. Viele Länder / auch in der Presse haben sich positiv über das auftreten während der WM geäußert, die Feier danach ist für das Ausland eher redundant.
      Das sich die Argentinier echauffieren (die die Brasilianer mit einer Neymar-Wirbelsäule schadenfroh wirbelten) und gleich wieder mit der Geschichtsstunde kommen sollte man nicht zu hoch bewerten. Ich arbeite auch mit Argentiniern in Übersee zusammen und sehe das eher als kurzfristiges Aufflackern der Mentalität. Es wird jemand gebraucht um den Frust zu entladen und sich abzureagieren. Das lenkt von eigenen Problemen erstmal ab, aber wird sich spätestens zum nächsten Länderspiel (falls Argentinien gewinnen sollte) beruhigt haben, wenn nicht schon vorher. Die deutsche Presse macht leider den Fehler dieses noch weiter zu berücksichtigen.
      Ich bin weder rechts noch links und bin mir der Geschichte / Verbrechen vollends bewusst. Gehe wählen und engagiere mich hier und da.. Es war ein Ausdruck von purer Freude, ohne groß sich Gedanken zu machen und ohne das soetwas ernst genommen werden müsste..Fussball verbindet, 6 Spieler mit Migrationshintergrund daß ist doch Toll. Wir sollten uns freuen und kein Wort mehr darüber verlieren…

    • Hesssenlöwe 16. Juli 2014 um 21:32 Uhr

      Jaaaa, bin ganz stark dafür, dass wir „Deutschen“ in Zukunft unseren Humor nur noch im Luftschutzbunker ausleben. Möglichst so, dass es keiner sieht… Mann oh Mann, und wenn es in den englischen Gazetten steht, dass die „deutschen Panzer rollen“, wir uns darüber aufregen, steht am nächsten Tag in den gleichen Zeitungen, die „Deutschen“ haben keinen Humor, man merkt es daran, dass die „Königstiger wieder rollen…“.. Irgendwann ist gut, andere Länder verunglimpfen unsere „Bundesmutti“ mit „Hitlerbärtchen“ usw… eine Randnotiz, wenn überhaupt für die einschlägige Journalie erwähnenswert! Verpisst euch doch, ihr elenden Nestbeschmutzer aus den „Springer und Konsorten Verlagen“. Und die öffentlich-rechtlichen Sender driften auch immer mehr in Richtung der „Schlamm- und Dreckberichterstattung“ der privaten Sender ab! DAS IST NICHT MEHR LUSTIG!!!!!

  15. Heiliger Bimbam 16. Juli 2014 um 18:47 Uhr

    Genau wegen so einem geheucheltem Affentheater sind die selbsternannten „Qualitäts“medien auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit.
    Bevormundung würde ich mir mir nicht mal dann gefallen lassen, wenn die Medien ansonsten ihrem Informationsauftrag nachkommen würden.
    Stattdessen kommt da nur noch Desinformation (NSA, NSU, Krim, Syrien, TTIP etc…) und Meinungsmache.

    Irgendwann werden sie es geschafft haben, dass sich ALLE angewidert abgewendet haben werden. 😉

  16. HugoM 16. Juli 2014 um 19:12 Uhr

    Gott schütze die guten Menschen vor den Gutmenschen!

  17. Zaungast 16. Juli 2014 um 19:58 Uhr

    Die erhobenen Zeigefinger Schreiber ( als Journalisten kann man sie wahrlich nicht bezeichnen ) haben doch die ganze WM auf so was gewartet .
    Mit den Fähnchen konnten sie nicht schon wieder kommen, in campo de bahia haben sich die Jungs auch nicht wie Herren Menschen benommen,
    also blieb halt nur der Gaucho – Tanz an dem man ( Frau ) seinen Frust freien lauf lassen konnte.

    Ich kann ja verstehen das es ( Elitereh ) Leute gibt die mit Fußball und seinen Randerscheinungen so gar nichts mit anfangen können.
    Sie sollten aber akzeptieren das der Fußball mehr ist als nur Kommerz und Korruption ( FIFA ). Meistens die erste Liebe die einen das Ganze Leben begleitet Länger als Eltern , Partner oder auch Freunde.

    Skeptikern empfehle ich immer von Nick Hornby „Fever Pitch“ zu Lesen.

    Die anderen sollten ´sich lieber beim Asiaten ihres Vertrauens auf eine Soja Wurst treffen und über die Einwirkungen der Sonnenstrahlen auf das Liebesleben der Pflastersteine philosophieren.

  18. Provinzsuperstar 16. Juli 2014 um 20:36 Uhr

    Bin kein Gutmensch, nicht deutscher als deutsch plus inkl. sonstiger Bezeichnungen hier in den Kommentaren.
    Ich fand den Tanz nicht besonders … . Nicht mehr und nicht weniger.
    Manche Kommentare entlarven die Schreiberlinge inkl. Gravesen der sonst und überall political correctness einfordert.
    P.S. Gerne lesen ich diesen HSV Blog und finde mich bestens aufgehoben.

    • Gravesen 16. Juli 2014 um 20:39 Uhr

      Das hätte ich jetzt gern näher erklärt. Bei welchen Kommentaren entlarve ich mich und wenn, als was?

      • Provinzsuperstar 16. Juli 2014 um 20:58 Uhr

        Hallo Grave,
        ich habe nur eine andere Meinung zu dieser Tanzposse. Ich finde deinen 2 Absatz im Blog überzogen und finde ihn zu deiner sonstigen Einstellung im Bereich Menschenführung und Achtung nicht passend. Entlarvend ist nicht das richtige Wort, den ich schätze deine Einstellung, Haltung und Sichtweisen vor allem in Bezug auf den HSV und dem Umgang mit seinen Spielern. Vielleicht hat mich der Blog geärgert und die User Kommentare mit den linken Spinner etc. geärgert.

  19. rm2099 16. Juli 2014 um 20:48 Uhr

    Ich wiederhole mich ungern, aber: wenn Bayern oder Fürth oder Frankfurt oder wer auch immer den HSV in die 2. Liga schießt, und danach seh ich ein Video, in dem die Spieler (!) diese Performance machen – dann reg ich mich auf und denke, was für arschlöcher. Und womit – mit Recht! Es geht hier nicht um irgendwelche nationalen befindlichkeiten, sondern um verhöhnung des verlierers. Und das gehört sich im Sport nicht.

    • Provinzsuperstar 16. Juli 2014 um 20:59 Uhr

      Stimme dem zu.

    • hamuburgmini 16. Juli 2014 um 22:40 Uhr

      Ist bisher noch nicht passiert,
      aber bei den letzten Meisterschaften zwischen Bayern und Dortmund… Und? Wenn der HSV abgestiegen wäre hätte ich mich mehr über Trainer, Spieler, Führung aufgeregt, nicht über die Gesänge die man als Fan von seinem Verein „ertragen“ muss…
      Verhöhnung des Verlierers? Das war doch keine Verhöhnung, das war ein emotionaler Ausdruck der eigenen Freude!

  20. Zaungast 16. Juli 2014 um 20:56 Uhr
  21. Janosch 16. Juli 2014 um 22:28 Uhr

    Meine Güte, was haben einige Deutsche doch für’n Stock im Arsch! Sie echauffieren sich über die „Choreo“ von partytrunkenen Jungs, die gerade den grössten Titel ever gewonnen haben! Solche Gesänge gehören im Fussball dazu, darüber regt sich auch kein Gegner der Welt auf! Statt einfach mal schmunzelnd zu g