Bewegend

Seit einigen Tagen „fliegt“ diese 26-minütige Reportage durch’s Netz und ich habe sie nun gestern das erste Mal in voller Länge gesehen.

Auch wenn die WM jetzt schon mehr als eine Woche vorbei ist und wir uns alle bereits wenige Stunden nach Spielende an das Gefühl, Weltmeister zu sein, gewöhnt haben und dies in bewährter deutscher Art und Weise als selbstverständlich hinnehmen, hat mich dieses Video zutiefst bewegt und ich möchte auch erklären, warum.

Man sieht Menschen, von denen ich bisher nicht gewußt habe, dass sie sich überhaupt für Fußball interessieren. Man sieht Menschen aus Indien, Japan und den USA, die mit zwei Mannschaften mitfiebern, mit denen sie im Grunde nichts am Hut haben.

Kleine Jungs in Delhi bemalen ihre Gesichter mit schwarz-rot-goldenen Farben und feiern ihre deutschen Helden.

Ich habe mich gefragt, wie sich ein Mario Götze fühlen muss, wenn er diese Reportage sieht.

Sicherlich kann man sich die deutschen Tore immer und immer wieder angucken und man ist immer wieder erneut begeistert. Die wahre Begeisterung kam für mich allerdings erst, als ich begriffen hatte, welche Dimensionen die ganze Geschichte hat.

Nehmt euch die Zeit, es lohnt sich.

Von | 2014-07-23T08:41:31+02:00 23. Juli 2014|Allgemein|9 Kommentare

9 Comments

  1. hamuburgmini 23. Juli 2014 um 11:41 Uhr

    Das Video ist sehr bewegend, in der Tat.
    Fußball verbindet die Menschen, ganz gleich welcher Kontinent, welche Hautfarbe, fernab von religiösen und politischen Einstellungen. Es eint alle dieses Runde Ding, die ehrliche Austragung, den sportlichen Wettkampf. Fußball verbindet. Einfach schön!

  2. basti1303 23. Juli 2014 um 12:21 Uhr

    Hi Grave,
    als Dauerleser der ersten Stunden und durch dich vom anderen Blog ab“bekehrter“ (das Wort git es nicht, aber du weisst, was ich meine) HSV Fan möchte ich Dir erst einmal meinen herzlichen Dank und Lob aussprechen, für all die Zeit, die Du hier investierst, sowie der stets aufrechten und gerade aus getätigten Kommentar. Bitte weiter so.

    Ja, die WM war einfach nur grossartig und wenn man so wie ich täglich mit ganz vielen Südamerikanern zu tun hat, merkt man auch, wie sehr „unser“ deutscher Fussball und die Nationalmannschaft überall geachtet und bewundert werden. Und das schon seit mehreren Jahren!
    Für die Brasilianer und Chilenen zählten wir schon bei der letzten WM 10 zu den Top Kandidaten, natürlich auch bei dieser. Nur die Deutschen lieben die Skepsis. Ist wohl einfacher, dann mit Niederlagen umzugehen als anders herum. Ausserdem ist man nicht so angreifbar, als wenn man die ganze Zeit (wie die Brasilianer bei ihrer WM) vom Titel trompetet…

    Auch ich schaue mir die letzten Tage immer wieder Videos und Berichte vom 7:1, 4:0 und Finale an (hört bald auch auf….). Besonders gefallen mir die Kommentare der engl. Presse (insb. The Guardian + BBC ), sowie Mitschnitte der argent. und brasil. Live-Kommentare.
    Das absolute Highlight auf YT ist allerdings in meinen Augen der Radio Live Mitschnitt vom SWR1 (reingestllt durch ‚felcity‘). Das geht absolut unter die Haut…
    Liebe Grüsse an die Blog-Gemeinde
    Basti

  3. Papa Pollinho 23. Juli 2014 um 12:43 Uhr

    Der russische Taxifahrer, der japanische Imbiss-Betreiber, die indischen Kinder – das ist eine solch wunderbare Zusammenstellung, dass mir fast die Tränen gekommen sind. Und in dem argentinischen Barista, der von der Finalniederlage 90 erzählt, erkannte ich mich wieder, wie enttäuscht ich 82 war. Als ich dann seine Trauer sah, wurde mir bewusst, dass es für uns auch anders hätte laufen können.

    Aber der schönste Satz, der den Fußball nach vier Wochen Ausnahmezustand wieder zwischen anderen Lebensereignissen richtig einordnet, war für mich: „Wenn Deutschland gewinnt, gehe ich noch in die Stadt – wenn nicht, gehe ich surfen.“ Wunderbar!

    • yamo 23. Juli 2014 um 14:22 Uhr

      Ich habe es auch so empfunden. Als der englische Reporter einsetzte, hatte ich Gänsehaut. Und später Tränen in den Augen.
      Unsere Jungs waren nach 2006, 2010, 2014 DIE Botschafter unserer Nation: positiv, humorvoll, bescheiden aber immer kämpferisch. Götze´s Traumtor im Finale ist eigentlich das Schönste, was ich je gesehen habe (im WM-Finale).
      Das war brasilianisch!
      Sie haben es verdient.
      Dank an Grave fürs verlinken.

  4. Jorgo 23. Juli 2014 um 14:31 Uhr

    die Welt schaute zu. Das wird mir erst jetzt durch den Film lebhaft vor Augen geführt. Die besten Botschafter, die Deutschland je aufbieten konnte, sind auch begnadete Fußballer. Ich habe den Beitrag zu Freunden nach Milano verlinkt. „Ja, so war es“ bekam ich als Antwort.

  5. yamo 23. Juli 2014 um 15:03 Uhr

    Wundervoll. Und ich bin einfach so stolz, das noch mit zu erleben.
    Früher hatten die wirklich Angst vor uns, jetzt erspielt sich die DFB-N11 ziemlich brasilianisch den Titel.
    Selbst der Daily Mirror verleiht „uns“ den Worldcup of Cool, weil die Mannschaft einfach Humor und Demut beweißt und die Fans einfach feiern.

  6. Nico Hess 23. Juli 2014 um 22:17 Uhr

    Der Hammer !!! Weltklasse !!! Danke für die wahnsinns-Reportage geht unter die Haut und noch mehr. Wie kann man dem Zauber von Fußball widerstehen???

  7. Heiliger Bimbam 23. Juli 2014 um 23:31 Uhr

    Als user „menke“ den Link zum Video vorgestern hier gepostet hatte, hatte ich auch gleich draufgeklickt.
    Und war genauso Baff wie ihr.

    Bisher kannte ich das auch nur (noch von früher) so, dass alle Anderen immer GEGEN uns waren. Die ausländische Presse beschimpfte die Spieler als „Panzer“, es wurden oft hämische Vergleiche zur Nazizeit gezogen usw usf.
    Am schlimmsten die WM 82, während der wir in Jugoslawien im Urlaub waren. Kaum kam raus, dass wir Deutsche waren, bereiteten uns Einige der anderen auländischen Hotelgäste mit geradezu orgiastischer Niedertracht einen regelrechten Spiessrutenlauf, besonders einige Italiener. Als dann auch noch unser Auto verkratzt wurde, fuhren wir 4 Tage vorzeitig zurück, mit einer Pause in den österreichischen Alpen.

    Tja, das Alles hat sich offenbar zwischenzeitlich geändert. Sehr schön.

  8. Goldfather 24. Juli 2014 um 20:58 Uhr

    Sehr interessant zu lesender Blog über die Situation von Profispielern. Betrachtet man den Beruf des Profifußballers weltweit ist selbst das Gehalt eines deutschen Drittligaspielers noch hoch. Bis hinunter zum Mindeslohn und der Zahlung in Naturalien gibt es jedes Gehaltsgefüge. Dass Dieter Matz und sein Team mit zweierlei Maß messen, wenn es um das korrekte Verfassen von Kommentaren geht, wurde auch beim gestrigen Blog (23.07.2014) sowie im Kommentarbereich deutlich, als das Mod.Team sich über die Ex-HSVer Pitroipa, Mpenza und Ailton ausließ. Der Informationsgehalt des Matz´schen Schaffens erscheint mir zudem nach der Einsetzung des neuen VV und AR´s immer geringer zu werden.

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