Der Tag eines Privat-Bloggers

Mein Tag beginnt zumeist gegen 5 Uhr, wenn ich aufwache. Im Gegensatz zu vielen anderen aber drehe ich mich nicht noch einmal um und schlafe noch ne Runde, obwohl ich es könnte, denn ich bin selbstständig und meine Arbeitszeiten definiere ich selbst. Um 5 Uhr morgens, egal ob Donnerstag oder Sonntag, liege ich im Bett und klappe mein Notebook auf – wenn es denn heil ist. Anschließend wird gelesen. Bild, mopo, Abendblatt, sport1.de, spox.de, goal.com, sportbild.de, sogar Matz Ab. Dann checke ich meine Mails, die in der Nacht eingetrudelt sind, überprüfe meinen Twitter Account  https://twitter.com/HSVArena und meine Facebook-Page https://www.facebook.com/HsvArena. Ich lese, was die Menschen zu meinen Gedanken geschrieben haben, beantworte die ersten Fragen.

Gegen 6 Uhr frühstücke ich, wobei ich zeitgleich die Videotexte von ARD, ZDF, RTL, Sat1, Sport1 durchforste und nebenbei die aktuellen Nachrichten von Sky Sport News HD sehe, immer auf der Suche nach HSV-Themen. Während dieser Zeit überlege ich mir das Thema des neuen Blogs.

Als ich im Jahr 2012 mit diesem Blog begann, hatte ich ganz konkrete Vorstellungen davon, was ich machen wollte. Ich wollte keinen populistischen Alltagsmüll verbraten, wollte keine Spekulationen oder Gerüchte verbreiten, dann davon gibt es weiß Gott genug.

Eine Headline wie

****Aktualisiert: Holtby-Wechsel fix? Englische Zeitungen vermelden den Wechsel von Holtby zum HSV als perfekt – der HSV dementiert. Noch….*****

sollte es in diesem Blog nicht geben und es wird sie nicht geben. Warum? Weil der Informationsgehalt gleich Null ist. Man bezieht sich bei dieser Meldung nicht etwa auf Fakten, noch nicht einmal auf eine britische Zeitungen. Man bezieht sich auf  „englische Medienberichte“, die gar nicht existieren, denn Urheber dieser Meldung war der Twitter-Tweet eines Unbekannten. Wenn etwas dran sein sollte, dann wird sich der Weiterträger dieser Information als Insider feiern lassen, wenn nicht, wird er maximal mit einem „sorry“ reagieren, wahrschinlich sogar gar nicht.

Meldungen wie diese haben keinerlei informativen Mehrwert, aber sie garantieren eines: Traffic und Klicks. Nun mögen vielleicht große Teile der gängigen Massenmedien auf solche Parameter scharf sein, ich bin es nicht. Denn eines haben eben diese Massenmedien immer noch nicht verstanden und wenn sie es nicht bald verstehen, sind sie weg vom Fenster: Nicht die Masse der Klicks umschreibt die Qualität eines Mediums, sondern die Treue seiner Leserschaft.

Wer sich für die Funktionsweise von Medien interessiert und wer wissen möchte, warum es in 10 Jahren höchstwahrscheinlich kaum noch gedruckte Tageszeitungen geben wird, der sollte sich diese 1 1/2 Stunden gönnen.

http://www.arte.tv/guide/de/048392-000/journalismus-von-morgen-die-virtuelle-feder/?vid=048392-000_PWA11031-D

Das Gleiche gilt im Übrigen für die Beiträge bzw. Kommentare innerhalb eines Blogs. Mein Ziel war es von Anfang an, einen Blog und keinen Chatroom zu kreieren. Man kann zum geschrieben Artikel seine Meinung absondern, eine Stellungnahme verfassen und man kann/sollte auch Kritik üben können. Apropos Kritik. Kritik an dem, was ich schreibe, ist herzlich willkommen. Allerdings werde ich mir auch in Zukunft nicht vorschreiben lassen, wie ich es schreibe.

Peter Felske, legendärer Chefredakteur von AutoBILD hat einmal gesagt:

Wenn Autohersteller A ein Scheiß-Auto baut, dann schreibe ich nicht, dass sie ein „nicht so gutes Auto“ gebaut haben, dann schreibe ich: „Autobauer A hat ein Scheiß-Auto gebaut.“ Ich schreibe ja auch, dass sie ein gutes Auto gebaut haben, wenn sie es getan haben.

Genauso handhabe ich es in meinem eigenen, privaten, mir-gehörenden Blog. Wenn einer Scheiße schreibt, dann schreibe ich, dass er Scheiße geschrieben hat.

Was beim damaligen Verlagsleiter Klaus Kilian regelmäßig zu Schnappatmung geführt hat, weil es natürlich aufgrund von kritischen Artikeln zu Anzeigenstorno kam, machte aber die Seele dieser Zeitschrift aus. Der Leser wusste, dass er sich auf AutoBILD verlassen konnte, weil ihn das Blatt nicht betrog und das höchste Gut eines Mediums sind seine Nutzer/Leser/Zuschauer.

Kurz noch ein Schwenk zurück zum Thema „Chatroom“. Hätte ich, analog zum Qualitätsblog, von Anfang an auf Masse gesetzt, hätte ich jeden Pöbel-Kommentar zugelassen und hätte ich mich am frühen Morgen an hirnbefreiten Einzeilern inkl. 45 eingestellten youtube-Videos ergötzt, hätte ich heute garantiert auch mindestens 500 sogenannte Kommentare pro Blog und höchstwahrscheinlich mehr als das 10-fache an Klicks. Das aber war nie das Ziel, denn diese zweifelhafte Marktlücke ist bereits besetzt.

Ich wollte (und will weiterhin) meine Leser zum Nachdenken anregen. Sie sollen sich mit Themen, aber auch mit (eigenen) Verhaltensweisen auseinandersetzen, die sie bisher in dieser Tiefe nicht kannten. Eben deshalb wird es bei mir keine reißerischen Meldungen wie „Kommt Lewis Holtby zum HSV?“ geben, sondern es wird wahrscheinlichen einen Artikel geben, der analysiert, warum Holtby zum HSV kommt, welchen Wert dies für den Verein haben könnte, wie sich die Struktur der Mannschaft dadurch verändern könnte etc. Dies sind Themen und Ansichten, die man als HSV-Fan nirgendwo sonst auf der Welt erhält und das war und ist Sinn und Zweck dieses Blogs.

Der Tagesablauf. Nach dem Frühstück bin ich dann an ca. 6 Tagen pro Woche soweit, dass ich gegen 6.20 Uhr mit dem Schreiben beginne. Das Thema steht, eine Überschrift wird gefunden. Dann öffne ich zahlreiche Seiten im Internet (transfermarkt.de etc) und es geht los. Gegen 7.20 Uhr ist der Blog meistens fertig, er wird korrigiert und anschließend freigeschaltet. Dann erfolgt die Verlinkung auf Facebook und Twitter und der geneigte Leser bekommt zum Frühstück oder zum Arbeitsbeginn kostenlos Informationen, Analysen und Ansichten, die er sonst nirgendwo erhält.

Während sich dann der Leser mit meinen Zeilen beschäftigt, beginne ich mit meinem eigentlichen Job, wobei ich die ganze Zeit den Blog beobachte, den Twitter-Account bediene und auf Kommentare bei Facebook möglichst zeitnah reagiere.

Wenn ich dann, nachdem ich im Gegensatz zu meinem Leser bereits 3 Stunden in den Knochen und reichlich Hirnschmalz verbrannt habe, einen Beitrag mit dem Inhalt „In Zeile 14 hast du ein Komma vergessen“ bekomme, breche ich regelmäßig zusammen, zumal dann, wenn sich der Schreiber mit dem Rest des Blogs kaum auseinandergesetzt hat.

Ein kurzer Satz zum Thema Medienkritik. Ein Teil dieses Blogs war es immer und wird es immer sein, dass sich der Blog mit der Arbeit der Hamburger Sportmedien beschäftigt. In meinen Augen – und da bin ich wahrlich nicht allein – ist diese Arbeit größtenteils katastrophal, schlecht geschrieben, mies oder gar nicht recherchiert und schadet in großen Teilen dem Verein vehement. Da sich der Verein bisher nicht dazu entschließen konnte, dem Treiben ein Ende zu bereiten, trage ich meinen Teil dazu bei, den Herren auf die Finger zu gucken.Die Herren wissen dies und ich weiß, dass es sie massiv nervt. Ihre Reaktion: Sie versuchen mich zu diskreditieren, sie verhindern aufgrund von Intervention meine Station-Akkreditierung und sie verbreiten Unwahrheiten bis hin zum Rufmord. Das alles kann ich bestens aushalten, denn es geht mir um den HSV und nicht um mich. Wenn es mir aber durch meine Arbeit gelingt, auch nur einen Journalisten dazu zu veranlassen, seinen Job gewissenhafter auszuüben, haben sich all die frühen Morgenstunden gelohnt.

Gestern schrieb ich einem Leser via Facebook folgende Sätze und sie zeigen ungefähr den Kern dessen, worum es mir geht.

Mit dem HSV ist es bei mir wie mit einem Sohn. Ich verteidige ihn bis zum letzten Blutstropfen, wenn ich auch weiß, dass er nicht perfekt ist. Aber wenn ich ihn kritisiere, dann mit Hirn und nicht deshalb, weil ich Bock drauf habe, ihn vor versammelter Mannschaft bloßzustellen

 

Von | 2014-08-30T10:50:25+02:00 30. August 2014|Allgemein|36 Kommentare

36 Comments

  1. MarkMessier11 30. August 2014 um 09:01 Uhr

    Grave, immer schön zu wissen, wie sachlich Du an die Sachen rangehst. Habe den sogenannten Patientenblog bereits vor langer Zeit verlassen, weil sich m.E. dort nur noch frustierte Rentner bzw. anderweitig zu kurz gekommene rumtreiben, um irgendwie Aufmerksamkeit zu erhaschen. Das Niveau hat immer mehr nachgelassen, auch bei den dortigen Protagonisten. Aber was meinst Du denn: Kommt Hotby nun oder nicht – egal zu welchen Konditionen?

    • Gravesen 30. August 2014 um 09:06 Uhr

      Ich habe keine Ahnung und ich habe kein Interesse, mich an Spekulationen zu beteiligen. Das Interesse des HSV ist bekannt, ebenso ist bekannt, dass der Spieler bei Tottenham scheinbar keine große Zukunft hat und wohl wechselwillig ist. Wenn man sich auf eine Leihe mit anschließender Kaufoption einigt, wird es klappen.

  2. Gravesen 30. August 2014 um 09:17 Uhr

    An dieser Stelle ein Beispiel dafür, wie man bei sogenannten Berufsjournalisten umzugehen gedenkt. Vor einigen Wochen hatte sich eine Gruppe Fans zusammengefunden, die der Meinung waren, dass eine Information der Fans und der SC-Mitglieder weiterhin gewährleistet sein müsse. Dies war deshalb gefährdet, weil sich die alte SC-Spitze dazu entschlossen hatte, die gelernte SC-News nicht mehr zu veröffentlichen. Also schlossen sich ein paar Jungs und Mädels zusammen, grübelten, schrieben, recherchierten, layouten etc. und heraus kam die überaus gelungene erste Ausgabe der HSV SChnack, als pdf kostenfrei abrufbar unter http://www.hsv-schnack.de

    „Herr Scholz“, der in Folge eines Interviews in dieser Ausgabe Erwähnung fand (über die Qualität der Aussagen lege ich besser den Mantel des Schweigens) war so gut und empfahl das Werk in seinem letzten Blog. Wem fällt etwas auf ?

    „Und es gibt neben den sportlichen Punkten auch im Umfeld schon viele erfreuliche Bewegungen. „HSV Schnack“ (www.HSVC-Schnack.de) hat die Supporters auch medial wieder als Abteilung aufleben lassen, Poptown hat seinen Rückzug vom Rückzug bekanntgegeben.

    Ich persönlich finde das erschütternd und hochgradig nichtachtend denen gegenüber, die sich ohne einen Cent Entlohnung so viel Arbeit für ihren Verein machen.

    • Jakob.K 30. August 2014 um 11:31 Uhr

      Moin. Abgesehen davon, dass mein 4 jähriger Neffe schöner formuliert hätte, der Link zu hsv-schnack.de sollte schon richtig geschrieben sein. Ich nehme an Du hast copy-paste benutzt.
      Hsv-Schnack wieder ein Medium, dass dem Abendblättchen paar Leser abnimmt.
      Es ist eine Schande was die aus dem Hamburger Abendblatt gemacht haben. Schön zu sehen, dass (SPORT) das Abendblatt mit dem Motzab-Blog die Dummheit der BILD-Zeitung selbst noch den Rang ablaufen konnte. Ich hielt es nicht für möglich.
      Zum Blog selbst. Cool. Ich hatte angenommen Du schreibst ihn eher am Abend und stellst ihn dann morgens rein. Um 5 UHr steige ich nur dann aus dem Bett wenn mein Schatz zum Flughafen muss 😀
      Ich dachte eine Zeit lang, „Grave lass den Scheihausblog das sein was er ist und entspanne Dich“. Inzwischen haben wir alle in meinem Umfeld das Abo gekündigt (ca. 10 Abos – nicht viel :D) oder kaufen es nicht mehr für Büros/Praxen. Zu Recht. Auch wenn Print noch einiges zu bieten hat, haben wir auf Grund der „Duldung“ der katastrophalen Sport-Abteilung und komplett vom AB abgewandt.
      Hätten wir hier nicht die unseriöse Vorgehensweise augezeigt bekommen, würden wir aus Gewohnheit weiterhin dieses Blatt kaufen.
      „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“
      Dr. Volker van Rüth (*1961)
      Persönlich haftender Gesellschafter des Frankfurter Bankhauses Hauck & Aufhäuser, Zitateheft 2013

      In diesem Sinne – Auf ein gutes und unterhalsames Spiel HSVer.

  3. wandsbeker 30. August 2014 um 11:04 Uhr

    Das mindeste was man von einem Journalisten erwarten kann, das er seine Quellen oder auch Verweise, in diesem Falle den Link, überprüft. Aber wahrscheinlich wurde der Blog wieder in letzter Eile auf dem Flughafen, dem Klo oder auf dem Fahrrad verfasst und das Wlan Kabel war aufgebraucht so das dies nicht mehr möglich gewesen ist.

    • Jorgo 30. August 2014 um 12:02 Uhr

      Der Link, der keiner ist, ist für mich ein Indiz der mangelnden Wertschätzung gegenüber den Mitmenschen. Dunning – Kruger spielt dabei ebenfalls eine nicht unwesentliche Rolle.

      ——-

      Grave, ich hoffe und wünsche es mir sehr, daß sich Dein Themenfundus nie dem Ende neigt. Aber bei den täglichen Vorlagen und Verhalten Dritter sollte mir nicht Angst und Bange werde.

      • wandsbeker 30. August 2014 um 12:27 Uhr

        Ganz vergessen zu schreiben, einfach noch zu früh für gesundes Multitasking, als die Schreibe gestern veröffentlich wurde – also die mit dem „kaputten“ Link – hatte ich diesen auch angeklickt und bin im Niemansland gelandet. Mal abgesehen davon, das ich wirklich dachte das der Server nicht erreichbar war – viel schlimmer finde ich eigentlich das der Fehler immer noch nicht korrrigiert ist.

  4. Gravesen 30. August 2014 um 12:27 Uhr

    Qualitäts-Journalismus die 6.383ste

    http://mobil.abendblatt.de/sport/fussball/hsv/article131747658/Bayern-Stuermer-Julian-Green-koennte-zum-HSV-wechseln.html

    „Könnte zum HSV wechseln“…..“nach Abendblatt-Informationen (dabei sind es abgekupferte SSNHD-News)“….soll – könnte – möchte eventuell.

    Nichts als heiße Luft und Bahlsenkekse. Einer schreibt vom anderen ab und in dem einen Fall ist die Quelle ein italienisches Online-Portal (http://gianlucadimarzio.com/calcio-internazionale/bayern-julian-green-in-prestito-allamburgo/) und im anderen Fall ein privater Twitter-Account aus England. Und dafür bekommen die Geld.

  5. db 30. August 2014 um 14:06 Uhr

    Schönen Dank, dass du mit dem heutigen Blog noch einmal aufzeigst, wieviel Aufwand du betreibst, um deine Leser täglich mit (kostenlosen) Informationen zu versorgen.

    Bin nicht immer einer Meinung mit dir, schätze aber deine fundierten Beiträge.

    Chapeau!

  6. Gravesen 30. August 2014 um 16:25 Uhr

    …und das Primatenvolk, welches jeder Niederlage geradezu hysterisch entgegenfiebert, läuft wieder einmal Amok. Es tauchen Einzeller auf, die man nur am Spieltag bewudern kann, ich hatte sie irgendwann einmal als One-touch-Blogger bezeichnet. Existieren nur am Spieltag, um dann ihren gesamten Dreck über den Verein ausgießen zu können.

    Willst du deinen Frust loswerden? Ich hätte da eine Anlaufstelle für dich. Es nennt sich: DER (wahre)HSV-BLOG ! 😀

    • neuer 30. August 2014 um 17:18 Uhr

      es ist aber schon traurig was der hsv, da abliefert….
      ich hab keine wirkliche Erklärung für diese Leistung …

      • Jan 30. August 2014 um 17:32 Uhr

        Konnte das Spiel leider nicht sehen. Wie hat sich die Mannschaft den präsentier? Weil ein 0:3 klingt ja erstmal nicht so schön.

        Grave schöner Blog. Ich freu mich morgens bei der arbeit immer auf die pause und das du vielleicht was neues geschrieben hast. Bin meistens eher der stille Leser, aber wollte mich auch mal zu worte melden.
        In diesem sinne schönes wochenende euch allen.

      • Will nur mal 30. August 2014 um 17:52 Uhr

        Der HSV hat in der eltzten Spielzeit mit einem riesigen Haufen von Glück die Klasse gehalten.
        Das geschah gegen den dritten der 2. Liga !!!
        Jetzt haben wir gegen den ersten und den zweiten gespielt, und das mit nahezu der gleichen Truppe wie in der letzten Saison, wo soll den da plötzlich der totale Umbruch erfolgt sein ?
        Gute Dinge(und ich bin mir sicher die kommen), brauchen Zeit !!!
        Sicher ist es nicht schön ein solches Ergebnis wie heute zu verarbeiten, aber Änderungen brauchen Zeit, viel Zeit, es ist leider so, aber nur der der auch bereit ist der Mannschaft diese Zeit zu geben, wird einer derjenigen sein, die später sagen können…
        „In guten wie in schlechten Zeiten“
        Also gebt allen Beteiligten die Zeit und Ruhe die sie brauchen und haut jetzt nicht wieder drauf.

        Schönen Sonntag und NUR DER HSV

    • Gustav 30. August 2014 um 17:43 Uhr

      Hoffnung machen alleine Behrami, Stieber und Ostrzolek.
      Wie kannes angehen, dass unsere Mannschaft in das gleiche Muster fällt wie in der Vergangenheit? Es ist ja nicht so, dass die Probleme die in Köln und heute zum vorschein kamen neu sind, nein, es sind exakt die selben wie schon in der letzten Saison!
      .
      Schnelles Umschaltspiel? Ja, auf den ersten 20 Metern bis der Ball auf Außen kommt oder wie gefühlt zu 60% heute der 1 oder 2 Pass beim Gegner.
      Dann also Rückbesinnung auf das gute alte ruhige Aufbauspiel. Was passiert? Ball auf außen, Marcell Diekmeier läuft los, legt sich den Ball auf Strafraumhöhe nochmal vor und… ach mist geklärt!
      .
      Wie kann es sein, dass eine HSV Offensive die Paderborner Defensive zu ich betone – keinem – Zeitpunkt in Gefahr bringt? Wie kann es sein, dass kein Angriff durch die Mitte gespielt wird? Wie kann es sein, dass das Stellungsspiel immernoch zum Haareraufen ist? Wie kann es sein, dass Überfallfussball gepredigt aber Fehlpassfestival verstanden wird? Rotierende Außen? Doppelpässe? Pass in die Gasse? Das kleine Fußball 1×1 eben…

      Ich hoffe einfach nur, dass unser Trainerteam die Mannschaft wieder aufbaut und ihnen die Stärken aufzeigt die sie hat. Ich will ja den gepredigten Tempofussball sehen, aber dann müssen auch die Vorraussetzungen auf dem Platz stimmen.

      Natürlich freut das ganze die Sportpresse und DM wird hocchjauchzend sein schmierblog schreiben und natürlich steckt auch in meinen Zeilen Frust, aber ich hoffe doch ich werde nicht als Patient abgeschrieben, das musste mal raus, hier in Heidelberg hab ich leider niemanden mit dem ich spottfrei Fusball sprechen kann 😀
      Ich freue mich auf deine Analyse, falls du denn eine verfasst Grave.

  7. Jorgo 30. August 2014 um 17:35 Uhr

    während anderswo bereits seit einer halben Stunde der Kopf von MS gefordert wird, wird es hier sicherlich sachlich bleiben. Ich fand es jedenfalls aufschlussreich, wie einfach Fußball sein kann. Gegen Paderborn können wir nicht gewinnen. Der Schiedsrichter war schuldlos.

  8. Ligature 30. August 2014 um 17:36 Uhr

    „Trainer Slomka hat beim HSV jetzt die gleiche Spielbilanz wie sein Vorgänger“, wird es jetzt heissen. Aber was bedeutet das ? Es würde mich sehr interessieren, ob brauchbare statistische Untersuchungen über den (fehlenden) Nutzen von Trainerwechseln während einer Saison existieren. Die Datenmenge dürfte mittlerweile gross genug sein. Vielleicht einmal ein Thema für Ihr Blog ?

    • Gustav 30. August 2014 um 17:45 Uhr

      Es gibt bereits eine Studie dazu, habe ich glaube ich entweder hier oder bei Spielverlagerung meine ich gesehen, kann mich aber auch irren und es wawr komplett woanders.

      Jedenfalls war die Erkenntnis, genau wie du formuliert hast, dass es kurzfristig einen minimalen Aufschwung gibt, mittel und langfristig jedoch nichts nutzt

  9. Zafirov 30. August 2014 um 17:42 Uhr

    Die Mannschaft der letzten Saison ohne Calhanoglu und mit einem formschwachen Lasogga, mit einem noch nicht komplett fitten Behrami, der erst ein paar Wochen hier ist. Wäre ein Ansatz einer Erklärung. Wir werden viel Geduld haben und noch einige Rückschläge verkraften müssen. Wer mit „mindestens EL“ rechnet, dem wird dies besonders schwer fallen. Der „neue HSV“ kann jetzt zeigen, dass er in solchen Situationen professionell und ohne blinden Aktionismus weiter arbeitet.

  10. Zafirov 30. August 2014 um 17:57 Uhr

    Und das Mätzchen zieht vom Leder…“Jetzt haben wir den Salat…Versager…“.
    Fans sind emotional, die dürfen bei so einem Ergebnis kurz nach Spielende auch mal Blödsinn erzählen. Von einem Journalisten erwartet man etwas anderes. Ärgerlich, dass dieser Mist auch noch gelesen wird.

    • Jakob.K 30. August 2014 um 20:13 Uhr

      Dieter Matz Journalist? Willst Du richtige Journalisten beleidigen?

  11. menke 30. August 2014 um 18:17 Uhr

    Sodele…Nachdem ich mir massenhaft über Whatsapp die hämischen Kommentare meiner Freunde reingezogen habe,(ich liebe euch auch alle) kommen wir nun zum Wichtigsten: erstmal Prost,Veltins ist offen…wer braucht schon nen 2. Spieltag gegen einen Aufsteiger aus meiner unmittelbaren Nähe (Luftlinie 30 km) um sich das Wochenende zu versauen? Ich nicht…
    Als ich Deinen/Ihren Blog heute gelesen habe, dachte ich so zu mir: Scheiße,Menke, woher weiß „Gravesen“ deinen Tagesablauf…? ok, später wurde es dann deutlicher im Text…
    Auch mein Tag beginnt sehr früh…4.30 H, hey, ich brauche kein Mitleid, selbst und ständig eben,eigene Gärtnerei., Du kaufen Rose?..
    kurz mal Rechner hochfahren,Koffee mit Strohhalm( flasht mehr als anders) und dann gucken was es beim HSV so Neues gibt…15 min Horror, querbeet durch alle Blogs und Meinungen…der Tag beginnt zwar schon Scheiße aber es kann ja nur besser werden…danach ab zum Wochenmarkt, 5 mal die Woche die gleichen Handgriffe aber alles wird gut..mit LKW nach Hause hetzen, Rechner läuft immer noch, darf ja nicht auskühlen,ich entscheide mich für 2 Strohhalme denn in der Zwischenzeit könnte ja eine neue Horrormeldung auf mich warten: VDV hat mal wieder Beziehungs-Probs oder Cello spricht mal wieder in jedes Mikro…Nein, es ist ruhig bei meinem HSV….ich wundere mich…wieso ist es so ruhig? wir sind doch das Schalke des Nordens und Ruhe kennen wir nicht wirklich…Komisch….
    Ich schaue auf HSV.de und lese die neusten Wandererlebnisse des Fans Volker Keidel (ich habe mir übrigens beide von Ihm erschienenen Bücher am letzten Weekend reingezogen…ein Muß für jeden HSV-er, hab ich gelacht, so geil der Typ )..Eben auf Sky in der Halbzeitpause war er im TV…Wie scheiße muß er sich fühlen, er läuft von München bis nach HH nur um HSV-PB zu sehen und um nen Zeichen zu setzen und dann so nen Kackergebnis? ich meine, mir gehts schon Scheiße genug heute…aber Ihm?.. Hut ab….
    In der Länderspielpause werden wieder die Mechanismen der Presse greifen. ich bin gespannt wann die Headline „Tuchel for Auswärtsdepp Slomka“ auftaucht oder anders formuliert: wann die HH-Presse den Namen Tuchel soweit nach vorne basht bis es wieder mal eine Eigendynamik entwickelt, ich hab gestern bei einem Theaterbesuch (jaja, Menke kann auch in Kultur) mit meinen Schalker Kumpels gewettet dass entweder Schalke oder HH die neue Station von Tuchel wird…Aber:Wir kennen doch das Spielchen: Trainer beim HSV ist echt nicht die Erfüllung im Leben(Ok, Schalke noch viel weniger)…Aber wahrscheinlich ist das das Problem des HSV, im ewig Gestigen leben und immer noch denken dass wir ja noch eine große Nr sind…Ich sach mal : Demut…Neustart…Mund abbuzzen und nach vorne…
    Menke…HSV…alles andere ist nur Fußball

  12. Maxi1887 30. August 2014 um 18:52 Uhr

    Hat jemand dieses Spiel im Ernst überrascht? Da steht fast die gleiche Mannschaft auf dem Platz, die letztes Jahr rumgegurkt hat. Wem’s letztes Jahr nicht aufgefallen ist und jetzt immer noch nicht, der sollte sich langsam damit anfreunden, dass die Qualität bei diesen Spielern einfach nicht da ist. Soll ja Leute geben, die meinen, eine komplette Vorbereitung unter Slomka, Ruhe im Verein und Ruhe von Kühne reichen aus, damit’s besser wird. Das zu glauben, ist albern. Gut, dass Didi das nicht so sieht. Das würde mir auch Angst machen. Allein seine Aussage, dass man nicht in einer Transferperiode alle Auffälligkeiten abarbeiten kann, zeigt ja, was er von dem Kader der letzten Saison hält. Also, ruhig Blut, darauf hoffen, dass die Neuen eingebaut werden und dann Schritt für Schritt vorwärts.

    • Provinzsuperstar 30. August 2014 um 19:53 Uhr

      Hallo Moritz,

      ich finde deine Kritik ist berechtigt. Finde das zu einem Umbruch auch der Mut gehört die beiden Spieler einzusetzen und zwar von Anfang an. Slomka schafft das irgendwie nicht neue Impulse zu setzen und seine Entscheidungen kann er auch nicht nur über die Trainingleistungen rechtfertigen. Das enttäuscht mich mehr als das Ergebnis.

  13. Goldfather 30. August 2014 um 20:22 Uhr

    An Tagen wie diesen…fällt es schwer seinen Senf nicht hinzuzufügen – Der Trainer wird auch in zwei Wochen noch Mirko Slomka heißen, soviel dürfte bereits heute schon feststehen. Doch wie lange Dietmar Beiersdorfer in der Lage sein wird Slomka halten zu können, wenn die mit dem heutigen Tag wieder aufgenommene Abwärtsspirale sich in den kommenden Spieltagen weiter fortsetzt, ist nur all zu gut berechenbar.
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    Dem HSV steht anscheinend eine ähnlich harte Belastungsprobe bevor, wie in der letzten Saison. Sicherlich sind die Rahmenbedingungen besser als noch vor 12 Monaten, wenn man an das handelnde Personal im Hintergrund denkt.
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    Die Analysefähigkeit sowie die Handlungsfähigkeit haben sich wesentlich verbessert beim HSV da Leute wie Peters, Knäbel, Beiersdorfer, von Heesen und Nogly Einfluß auf den sportlichen Bereich nehmen werden.
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    Dem Team und seinem Trainer wird es nicht gelingen sich hinter Plattitüden und Hoffnungsphrasen verstecken zu können. Hart ausgedrückt: Slomka liefert oder er muß ebenso gehen, wie die meisten der Spieler deren Verträge im kommenden Jahr auslaufen.
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    Ob Tuchel jedoch der neue Trainer werden könnte im neuen Jahr steht in den Sternen und ist bislang nichts anderes als ein frommer Wunsch vieler Fans und Presseleute.
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    Ebenso wahrscheinlich wäre die Verpflichtung eines anderen Trainers, der allerdings am Profil Tuchels gemessen werden würde. Tuchel ist nun einmal die Vorgabe unterhalb derer es beim HSV jeder andere Trainer schwer haben dürfte.
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    Was zunächst seltsam und ein wenig neurotisch klingen mag ist bei näherer Betrachtung nichts anderes als die Quintessenz dessen was die erste Profimannschaft des HSV seit Jahren vermissen lässt.
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    Vermisst werden: Passsicherheit, schnelles Aufbauspiel, ballorientierte Defensivarbeit des gesamten Teams, Verdichtung der Räume in der eigenen Hälfte, Ballbehauptung unter Druck,Torgefahr durch verschiedene Spieler, einstudierte Laufwege, Variantenreichtum, Handlungsschnelligkeit…
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    Slomka hat all das bereits angesprochen und somit in seinen Analysen erkannt. Ich gehe davon aus, dass sich die Fehleranalyse Slomkas nicht großartig von der Tuchels bezüglich des HSV unterscheidet.
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    Der wesentliche Unterschied zwischen Tuchel und Slomka ist meiner Meinung nach die Fähigkeit Tuchels einem Team ein System überzustülpen und das Zusammenspiel auf ein höheres Niveau anzuheben.
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    Die Kunst eines Trainers ist für mich nicht die Verwaltung bereits bestehender Fähigkeiten, sondern die Entwicklung neuer Möglichkeiten sowie die Eliminierung von Schwachpunkten und die präzise Verstärkung von vorhandenem Können.
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    Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus, weiß ich wie schwer es ist einem Athleten neue Inhalte zu vermitteln und ihn soweit zu bringen, dass er diese im Wettkampf nutzen kann.
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    Gemessen daran, bin ich davon überzeugt, dass Thomas Tuchel einer der besten Trainer weltweit ist und nicht umsonst für die Nachfolge des Weltmeistertrainers Joachim Löw heiß gehandelt wird.
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    Von meinem Standpunkt aus gibt es nur zwei ideale Möglichkeiten für den HSV, um aus der Misere zu kommen:
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    1. Entlassung von Slomka zur Winterpause, um bis zum Sommer mit einer Zwischenlösung weiterzumachen bis Tuchel übernimmt.
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    2.. Ein gnadenloses Bekenntnis von Beiersdorfer zu Slomka, dem die Zeit, selbst im Falle des Abstieges, eingeräumt wird beim HSV zu lernen, um sich zu einem Spitzentrainer zu entwickeln. Dazu müsste Slomka bereit sein sich und seine Arbeit von einem clubinternen Analyseteam anhand der Vorgaben der Trainingsinhalte und Philosophien der Trainer Löw, Tuchel, van Gaal, Guardiola auf den Prüfstand stellen zu lassen. Slomka besitzt die Intelligenz und den Ehrgeiz eine solche Herausforderung anzunehmen und die Bedingungen zu akzeptieren.
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    Von beiden Optionen würde der HSV maximal profitieren und könnte die Abwärtsspirale, die auch durch die ständig wechselnden Trainer hervorgerufen wird, verlassen.
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    • menke 30. August 2014 um 20:59 Uhr

      Man sollte eins bei der ganzen Diskussion um den glorreichen Tuchel, den ich sehr schätze, nicht vergessen: in Mainz hatte er Ruhe,er war in seiner ganzen Außendarstellung eine One-Man-Show…er kam kurz vor der Saison als Cheftrainer und übernahm eine Mainzer Mannschaft, der keiner etwas in der Bundesliga zugetraut hatte…also eine Win-Win-Situation, zumal er durch seine Art und auch durch seine Äußerungen und/ oder „seine Affentänze an der Seitenlinie“ (Pressezitat, nicht von mir) den Druck von der Mannschaft fern hielt…was würde er in HH vorfinden?. einen brutalen Erfolgs-,Presse,- und Erwartungsdruck an dem bislang jeder Trainer seit Ernst H. gescheitert ist..
      Glaubst Du allen Ernstes dass die Presse oder aber die Fans einen möglichen Abstieg mit Slomka in Kauf nehmen würden nur damit er sich zu einem Spitzentrainer entwickeln kann..Never..Bei jedem anderen Club würde ich Dir zustimmen, aber sowas geht bei unserem HSV nicht .
      Menke..HSV

      • Goldfather 30. August 2014 um 21:23 Uhr

        Bei Tuchel interessiert mich einzig und allein seine Trainingssystematik, die ich den meisten mir bekannten Trainingsformen im Profifußball für überlegen halte.
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        Natürlich würde auch Tuchel Zeit benötigen und höchstwahrscheinlich die ersten Monate nicht gut aussehen mit diesem Kader, aber ich würde jede Wette eingehen, dass Tuchels Trainingsformen innerhalb von sechs Monaten aus einem Abstiegskandidaten ein Team für einen sicheren Mittelfeldplatz formen würden.
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        Die Presse könnte sich gehackt legen, so wie seinerzeit bei Ernst Happel, den es auch nicht sonderlich groß interessiert hat, was die schreibende und sprechende Zunft zu seinem Kunstwerk beisteuerte.
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        Schaue ich mir die viel